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Extreme Angst vor dem Tod












Liebe Lore

also wirklich, es ist schrecklich, wie dir das alles noch immer nachhängt und nahe geht. Verlass dich darauf, die heilende Wirkung kommt allein schon deswegen, weil du dich hier abladen kannst, weil du auf Menschen stoßt, die dir mit Liebe zuhören. Ich weiß wie schwer man sich tut, wenn man mit niemandem reden kann.

Und so muss ich sagen, dass mich deine Geschichte sehr berührt. Schreibe hier nur ruhig nieder, was dir Ängste bereitet und wovon du sonst nicht reden kannst, weil du vielleicht sonst immer das Bild großer Stärke abgeben musst. So wie du sagst: immer musst du fröhlich sein, aber innen bist du traurig.

Fürs erste würde ich mir an deiner Stelle die Freiheit "erboxen", dich zwischendurch zu erholen, öfter für 10 min alle Tagesarbeit niederzulegen. Das muss dir jeder gönnen. Und da gehst du ein wenig an die frische Luft, atmest bewusst ihre Würze ein und siehst dir dabei eine Wiese oder Baum an. Du dankst, dass du das alles einfach in dich aufnehmen kannst, einfach so anschauen kannst.

Du wirst ruhig und genießt alles. Dabei kannst du ab und zu das Gefühl aufkommen lassen, dass alles ein Geschenk ist. Von einem Gott, der dich in seinen Armen hält. All die Sündhaftigkeit, die dir von anderen aufgebrummt wurde und vielleicht noch in der Ferne zugedichtet wird, zerrinnt nicht nur im Nichts, ist einfach nicht existent.

Das ist ein Vorgang der Selbstfindung, der dir dazu verhilft, dich selbst zu entfalten. Vielleicht ist es nicht leicht, aber fürchte dich nicht.
So viel für heute. Liebe Grüße - reinwiel
...ich habe auch unglaubliche angst vor dem tod... ich kann es gar nicht beschreiben.

mir hilft dabei ein spruch, den ich mal auf einem grab gelesen habe:

''keiner geht von uns; er geht nur vorraus''
@ Seelentod

wenn du nur wüsstest, wie sehr sich dieser Spruch mit meiner Auffassung deckt!
Nun schöpfe erst einmal Trost und Anregung, wenn du in diesem Thread und in den ganz ähnlich gelagerten Threads die Gedanken vieler Beiträge verfolgst.
Noch etwas: Herzlich willkommen im Forum. Du wirst sehen, hier wollen dir viele helfen.
Liebe Grüße - reinwiel

www.balanceamweg.de.ki
Liebe Lore,

erst jetzt habe ich gesehen, dass Du wieder hier im Forum geschrieben hast.
Deine Private Nachricht (PN) habe ich erhalten und gleich beantwortet. Du hast meine Antwort aber noch nicht aus dem Postausgang abgeholt.
Noch ein Tipp: Bei den PN solltest Du auch darauf achten, "Posteingang" und "Gesendete Nachrichten" nach einiger Zeit zu leeren bzw. im Archiv zu speichern, sonst geht nichts mehr...
Ein paar der Fragen aus meiner PN-Antwort haben sich inzwischen durch Deinen Forumsbeitrag erledigt.

Nun möchte ich Dir meine Sichtweise mitteilen, die einer "bekehrten, wiedergeborenen und glaubensgetauften Christin", wenn ich mal den Sprachschatz jener Gemeinschaft gebrauchen darf.

Du bist von Kindheit an mit negativen Botschaften über Dich selbst und bedrohlichen Aussagen über Gott infiltriert worden. Einem unschuldigen ! Kind, das Urvertrauen und Liebe braucht, die eigenen Schuldgefühle zu übertragen und Verachtung entgegenzubringen, waren objektiv gesehen, ganz persönliche "Sünden" Deiner Großmutter und Deiner Mutter.
Da kannst Du höchstens noch beten: "Vater vergib ihnen, denn sie wussten nicht, was sie taten"! Hinter der Trennung in zwei Welten, die der Frommen und die der „Weltlichen“ und hinter dieser mittelalterlichen Strenge steckt, meiner Erfahrung nach, sehr viel Angst bei den Gemeindegliedern.
Wie für ein Kind, das immer in der Wohnung eingesperrt blieb, es wirklich lebensgefährlich wird, als junger Erwachsener völlig unvorbereitet das Haus doch zu verlassen, genau so schwierig ist es für Menschen die sich aus einer solch weltabgewandten Gemeinschaft befreien.
War es da ein Geschenk Gottes, dass Du zunächst Deinen Mann gefunden hast, der Dir vielleicht als erster etwas von der bedingungslosen Liebe und Geborgenheit gegeben hat, die Du so dringend brauchtest? Oder bist Du von einer Enge und Abhängigkeit wieder in eine andere gegangen?
Wenn man von klein auf mit einem "gespaltenen Gottesbild" aufgewachsen ist, wird es schwer, zu einem eigenen lebensfördernden ganzheitlichen eigenen Glauben zu finden.
Doch ich habe da große Hoffnung, da Du trotz dieser widrigen Umstände offenbar von Anfang an die nötige Kraft aufgebracht hast, zu rebellieren (z.B. die Haare schneiden lassen), und auch schon früh die vielen Widersprüchlichkeiten erkannt, z.B. Trennung von den Weltmenschen, aber Geschäfte mit ihnen machen, einfache Kleidung, aber Mercedes…
Was mir im Augenblick für Dich noch schwierig zu sein scheint, trotz der räumlichen Trennung, auch die innere Trennung von dieser für Dich lebensfeindlichen Heimat- und Glaubenswelt zu vollziehen.

Es heißt, wirkliche Heimat sei nur da, wo man sich angenommen und verstanden weiß.
Ob Du damit was anfangen kannst?

Vielleicht können wir Dir hier im Forum ein wenig dabei helfen, zu Deinem eigenen, Glauben zu finden, indem wir Dir ein anderes und wie ich meine lebensförderndes Gottesbild zeigen.
Für uns Christen wird das Wesen des einen unbeschreibaren Gottes in Jesus Christus sichtbar.

- Das "Bild" eines liebenden Gottes, der die Gebote für den Menschen geschaffen hat und nicht den Menschen für die Gebote.
- Das "Bild" eines liebenden Gottes, der sich gerade dem schlimmsten Sünder bedingungslos zuwendet und dadurch eine grundsätzliche Änderung hervorruft, die niemals durch Drohungen und Druck zu erreichen ist.

- Das "Bild" eines liebenden Gottes, der sich selbst hingibt, seinen Weg konsequent bis zum Ende geht, damit kein Mensch, kein Tier und überhaupt keine Opfer mehr gebracht werden müssen.
Liebe Lore,

der „Gott Deiner Kindheit“ war nicht dieser liebende Gott oder irre ich mich da?

Herzliche Grüße

Mara
Hallo Lore,

Zitat:
@Lore
Ich habe schon mein ganzes Leben Angst vor dem Tod, konnte es verdrängen, aber dann kamen Depressionen, Tabletten fuer Panic,
und ich lebe schon lange in einem Teufelskreis ....


Ängste sind doch auch ein gesundes Zeichen !

In den altindischen Schriften wird jemand der den Tod ignoriert mit einer Ziege verglichen die zum Schlachter geführt wird. Die Ziege interessiert sich nur für den frischen Büschel Gras den man ihr hinstreckt, selbst wenn sie mit eigenen Augen sieht wie vor ihr eine andere Zeige geschlachtet wird - das ist Ignoranz und erstaunlicherweise wird dieses Verhalten heute als "normal" bezeichnet.

Ein vernünftiger Mensch akzeptiert jedoch niemals den Tod.

Shri Krishna erklärt in der Bhagavd-Gita:
Zitat:
"Für die Seele gibt es zu keiner Zeit Geburt oder Tod. Sie ist nicht entstanden, sie entsteht nicht, und sie wird nie entstehen. Sie ist ungeboren, ewig, immerwährend und urerst. Sie wird nicht getötet, wenn der Körper getötet wird." (BG2.20)


Im bedingten Zustand identifiziert sich das ewige individuelle Lebewesen, die spirituelle Seele (in Sanskrit genannt; atma) mit seinem zeitweiligen Gewand dem Körper. Und weil es so angehaftet ist an diesen, leidet es. Für die bedingte Seele gibt es nur diese beiden Zustände - Angst und Ignoranz.
Die Angst ist jedoch eine grosse Chance aufzuwachen aus der Ignoranz. Wenn sich in einer Pfütze viel Schlamm angesammelt hat und man das Wasser vom Schlamm trennen will, wird natürlicherweise auch der Schlamm aufgewühlt.
Angst ist also eine natürliche Nebenwirkung von Erwachen.

Genau genommen ist das Wasser nie mit dem Schlamm in Berührung, genau so wenig wie die Seele in Berührung ist mit dem materiellen Körper, oder eben wir auch keine Beziehung zu unseren Kleidern haben - wir tragen sie nur eine Zeit lang, haben aber in Wirklichkeit nichts mit ihnen gemein.
Wirkliches Wissen zu besitzen bedeutet also unterscheiden zu können - in ICH und "meine Kleider". Oder eben materielle und spirituelle Energie.

Angst beruht also genau genommen auf Unwissenheit über das wahre Selbst. Unser einzig wahres Selbstinteresse besteht darin unsere spirituelle Identität zu erkennen.

Der "moderne" Mensch ist durch unwissende Materialisten denen er blind folgt irregeführt und identifiziert sich mit seinem Körper. Von Kindheit an wird es ihm "eingeimpft" - "du bist der Körper". Man ist sehr bedacht um diesem möglichst viel Komfort und Sicherheit zu bieten und doch DIE ANGST BLEIBT.
Ganz einfach weil es sich um eine unnatürliche Lebensweise und Lebenseinstellung handelt.

Der Schlüssel die Angst zu überwinden liegt in Wissen und nicht in Medikamenten oder psychologischen Beschwichtigungen.

Shri Krishna erklärt in der Bhagavad-Gita seinem verzweifelten Freund und Schüler Arjuna:
Zitat:
"Dieses Wissen ist der König der Bildung und das geheimste aller Geheimnisse. Es ist das reinste Wissen, und weil es durch Erkenntnis eine direkte Wahrnehmung vom Selbst vermittelt, ist es die Vollkommenheit der Religion. Es ist immerwährend und wird mit Freude praktiziert." (BG 9.2)


Am Anfang beginnt man das transzendentale Wissen theoretisch zu verstehen und je mehr man es in die Praxis umsetzt, je mehr entwickelt sich daraus Erkenntnis. Und dann lösen sich auch alle Ängste auf - so wie auch der Nebel durch das Erscheinen der Sonne sich auflöst.

Herzliche Grüsse
Forum -> Psychologie und Psyche

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