Extreme Angst vor dem Tod


Philipp2 hat folgendes geschrieben:

Der Körper ist wie ein Mantel, den man anzieht, wenn man das Haus verläßt, und den man wieder ablegt, wenn man zurückkommt.

Die Sprache ist ja in solchen Dingen sehr beredt. Warum sagt man z.B. "Ich bin verletzt" und nicht "Mein Körper ist verletzt."?

Ich glaube der Leib ist sehr tief mit unserer Existenz verflochten - nicht nur ein beliebiges Stück Fleisch.

Es ist zwar so, dass unser Leib in seiner irdischen materiellen Gestalt dem Zerfall unterliegt. In der Auferstehung erhalten wir ihn aber trotzdem zurück - wenn auch auf einer höheren Existenzebene. So wie es eben am auferstandenen Jesus sichtbar geworden ist. Er hatte ja auch eine seine leibliche Existenz - und dennoch unvorstellbar anders, nicht mehr den biologischen und physikalischen Gesetzen unterliegend. Gott erschafft unseren wunderbaren Leib nicht mit der Endbestimmung für den Insektenfraß - alles an uns ist für die Erlösung und die Ewigkeit bestimmt.
Burkl hat folgendes geschrieben:
Philipp2 hat folgendes geschrieben:

Der Körper ist wie ein Mantel, den man anzieht, wenn man das Haus verläßt, und den man wieder ablegt, wenn man zurückkommt.

Die Sprache ist ja in solchen Dingen sehr beredt. Warum sagt man z.B. "Ich bin verletzt" und nicht "Mein Körper ist verletzt."?


Als ich "ich bin verletzt" las, musste ich sofort an eine seelische Verletzung oder Kränkung denken. Erst einige Sekunden später kapierte ich, dass damit auch eine körperliche Verletzung gemeint sein könnte.
Der Körper muss ja mit unserer Seele und durch deren Mittlerschaft auch mit dem innersten Geistkern verflochten sein, sonst wäre er kein gutes Werkzeug. Das ist ja auch der Sinn und Zweck unseres Erdenlebens, dass wir alles durch diesen Körper erleben, weil Gleiches nur durch Gleiches erlebt werden kann, also Materielles nur durch Materielles. Ohne Körper könnten wir in dieser Welt nichts bewegen und auch selbst nicht reifen. Aufgrund dieser zeitweisen Verbundenheit während des Erdenlebens entwickelt sich bei vielen die Vorstellung von einer angeblichen Einheit von Körper, Seele und Geist. Dem ist jedoch nicht so. Aber ich denke, dass es keinen Sinn macht darüber zu streiten, schließlich muss jeder für sich entscheiden, was er glauben will.
Philipp2 hat folgendes geschrieben:

Als ich "ich bin verletzt" las, musste ich sofort an eine seelische Verletzung oder Kränkung denken. Erst einige Sekunden später kapierte ich, dass damit auch eine körperliche Verletzung gemeint sein könnte. 

Stimmt. Eigentlich sagt man: "Ich habe mich verletzt". Aber das Beweisthema bleibt gleich: Wenn der Körper mit meinem Wesenskern letztlich nicht zusammenhängen würde, weil der Sitz des Ich ausschließlich in meiner Seele wäre, dann hätte diese Ausdrucksweise keinen Sinn.

Sigmund Freud hat einmal gesagt: "Dem Zahnarztpatienten sitzt die Seele im Zahn". Auf der positiven Erfahrungsseite sind leibliche Wohltaten auch solche für die Seele - denke an ein gutes Essen oder ein Vollbad.

Ich glaube, dass der Leib-Seele-Dualismus, also der Gedanke, dass es letztlich nur auf die Seele ankommt ein großer Irrtum über das Wesen des Menschen ist, der auch zu einer regelrechten Leibverachtung führen kann. Deshalb ist es nicht gut, den Menschen so zu sehen. Der auferstandene Jesus hebt ja ausdrücklich hervor, dass er "Fleisch und Knochen" hat - Er also "leibt und lebt".