Extreme Angst vor dem Tod


sry...bitte löscht das hier wieder >.<
Zitat:
Mein problem ist, das ich extrem angst habe vor dem tod!



komme ich zu spät?


L.
_________________
Wir brauchen das Licht,
wird es greller,
geht's auch nicht schneller
Hallo Zusammen...

mein Text wird zwar ein längerer...aber ich bitte euch, mich anzuhören...

auch ich habe extreme Angst vor dem Tod. Das ging los als ich ca. 17 Jahre war. Als ich dann aber einen neuen Freundeskreis hatte und verliebt war usw. ging das vorbei. Jetzt hab ich das ganze wieder seit 1,5 Jahren. Ich war noch nie mit dem Tod konfrontiert. Hatte mir aber immer schlimme Gedanken gemacht. Und letztes Jahr starb meine Oma.Meine erste Beerdigung. Es war wirklich schrecklich. Seit dem hab ich ständig daran Gedacht. Dann... starb ein paar Monate später das Baby meiner Schwester. Wir haben ihn 2 Tage gesehen. Er sah aus wie schlafend. Ich hab ihn berührt und ganz viele Fotos daheim. Am Anfang war die Trauer um den kleinen sehr sehr groß und das Mitleid mit meiner Schwester. Ständig habe ich die Momente der 2 Tage vor den Augen und mir steigen sofort die Tränen in die Augen. Ich muss dazu sagen, ich hab früher jeden Abend gebetet und an Gott geglaubt. Aber seit dem das mit meinem Neffen war, konnte ich nicht mehr beten. Es ist, wie als hatte mich jemand betrogen und kann denjenigen nicht verzeihen. so sehr ich das auch täte. Ich kann es nicht mehr. Ich weiß nicht mehr ob ich glauben kann und bin jetzt in einen Teufelskreis gefallen: Als die Trauer so ziemlich überwunden war, fingen meine Angstzustände wieder an. Diesmal schlimmer als jemals vorher. Dabei denk ich an so viele verschiedene Sachen: Angst vor der Endgültigkeit, vor dem Tod meiner Liebsten, vor meinem eigenen Tod, dann mach ich mir manchmal Gedanken wie viel schon vor mir gelebt haben und das alle tot sind und ich auch nicht entfliehen kann und dass das Leben ohne mich weitergeht....und wie sich alles verändern wird. ich habe solche panikattacken mit schwinderanfälle und übelkeitsanfälle. Ich seh überall und in allem nur den Tod. Rechne hin und her wie lang wer wohl noch lebt und wie es ist, wenn ich alt bin und ihn unmittelbar in der Nähe habe. Oder dann denke ich wieder :"was ist,wenn ich krank werde. Krebs oder einen Tumor"!Es gibt zwar Momente, in denen ich andere Gedanken hab. Aber die sind so selten geworden.... wenn ich so weiter mache, dann warte ich doch nur mein ganzen Leben nur noch darauf, wann das Schlimme eintrifft!

Als ich bei google das Thema eingegeben habe, hatte ich gerade einen solchen Panikanfall. Er fing heute Mittag in der Arbeit an... !
Als ich die Seite fand wusste ich nicht, ob ich draufgehen soll, weil sich das ganze vielleicht verschlimmert oder es mir hilft. Las die ersten Beiträge noch mit großer Panik und Herzklopfen und übelkeit... dann wurde der Angstzustand nach und nach geringer und ich merkte, es gibt wirklich leute, die die selben Probleme haben wie ich. Vielleicht hilft es mir ja doch irgendwie!

Ich hoffe, dass das ganze bald aufhört. Ich will mein Leben wieder genießen.Ich will nicht mehr daran denken müssen. Vorallem nicht schon mit 23!
Möchte aber auch nicht zum Psychologen. Wie kann ich mir selbst helfen?

Auf eure Antworten freue ich mich jetzt schon sehr.
die antwort gibst du dir ja selbst: genieße das leben. gerade, weil es jeden augenblick vorbei sein kann.
die angst vor dem ende gehört dazu, sie sollte dich allerdings, wie jede (reale) angst nur vorsichtig werden lassen, behutsam mit deinem leben umzugehen. nicht, dich zu lähmen, so dass das leben an dir vorüberzieht und du es gar nicht mehr spürst. wozu dann noch leben?
schau um dich herum: es gibt so viele schöne dinge. und alles steht zu deiner verfügung.
lg, claire
mir geht es genauso wie saragr.

ich will auch irgendetwas tun, aber glaube ehrlich gesagt nicht daran, dass mir ein psychologe wirklich helfen kann.

Ich habe schon mit meinem Freund, meiner besten Freundin und meinen Elter darüber geredet, aber die tun das ab mit den Worten "Stell dich nicht so an. Sterben musste eh"
Ich seh das ja auch alles ein, aber wenn einen der Gedanke daran verrückt macht, ist das "nicht anstellen" leichter gesagt als getan, wie ich finde. Ich will die Gedanken loswerden, weiß aber nicht wie, weil ich auch Angst habe mich mit dem Tod auseinander zu setzen, aus Angst neuerliche Panikattacken zu bekommen.

Ich denke es hat viel mit meiner generellen negativen Sichtweise der Dinge zu tun. Es ist wie eine Art Teufelskreis, aus dem ich gerne ausbrechen will, ich aber nicht weiß wie. Ich will mein Leben doch nicht nach der Angst vor dem Ende ausrichten.

Für alle Ratschläge bin ich offen. Vielleicht gibt es ja auch jemanden, der das gleiche Problem hatte und es schaffte die Angst zu besiegen , bzw. aus den Gedanken zu verbannen.
jaja, die haut soll porentief rein sein, der bmi muss stimmen, man muss um himmels willen alles tun, um keine falten zu bekommen, wenn man alt wird... und so soll man auch die gedanken an den tod verbannen? es ist ein wichtiges thema, wie die liebe, es betrifft uns alle.
ein pschologe kann insofern helfen, dass man herausfindet, wie man sich selbst helfen kann. denn angst- und panikattacken entstehen oft aus ganz anderen gründen. sie dienen dazu, sich tot zu stellen. keine wichtigen entscheidungen zu treffen. sich nicht abzugrenzen, wo es nötig ist, oder auch, weil man traumatische erfahrungen hatte, die aufgearbeitet werden müssten.
ich hatte selbst drei jahre lang angst- und panikattacken. in todesangst lag ich auf meinem bett und wimmerte einer freundin am telefon zu: ich will noch nicht sterben. und sie sagte: dann steh auf und lebe.
das hat mir geholfen. ich hab mir mein leben zurückerobert. stück für stück. habe entscheidungen getroffen. habe mir das alles bewusst gemacht. habe geatmet. tief und lange.
und es ging vorbei.
jahre später hab ich erlebt, wie mein vater starb und war dabei und es war furchtbar. und diese bilder bleiben bei einem. eine erfahrung, wie andere auch und sie machen dich zu dem, wer du bist. man muss, denke ich, diese angst zulassen, aber sich ihr nicht unterordnen. sie gehört eben dazu. wie falten, pickel, ein paar kilo zuviel. aber es gibt doch so viel mehr und so viel schönes auf dieser welt! menschen, tiere, pflanzen, jahreszeiten, begegnungen, erlebnisse. eine aromatisch duftende tasse kaffee am morgen. wie wunderbar. damit fängt ein tag gut an.
und man ist privilegiert, solches genießen zu können, andere haben nicht mal wasser und brot.
Hallo SaRaGr

Was Du da schreibst glingt garnicht gut. Kenne mich etwas aus, da ich selbst Jahrelange Angststörungen hatte, aber es geschafft habe sie zu verarbeiten, aber nur mit Unterstützung einer Psychotherapeutin. Außerdem durch meine jetzige Ausbildung zur Arbeitstherapeutin da ich auch in solchen Sachen Unterricht hatte (Psychopathologie ist Psychiatrie-Krankheitslehre).
Also Frage an Dich: Als es anfing warst Du 17. Jahre alt, hat es da irgend ein Ereignis gegeben, bevor diese Zustände angefangen haben. Du muß das hier nicht schreiben, aber selbst für Dich mal aufschreiben (wichtig). Du hast diese Angstzustände und Panikattacken dann verdrängt und wieder kammen sie als Deine Oma gestorben ist und danach Dein kleiner Neffe (tut mir leid). Hoffe ich habe alles ungefähr soweit behalten. Ok, weiter geht es.
Es sieht so aus als hättest Du irgendwann mal einen Posttraumatischen Schock erlieden, der sich zu einer Posttraumatischen Belastungsstörung entwickelt hat, mit einer schweren Angstneurose bzw. Angstpsychose.
Ein Posttraumatischer Schock kann ausgelöst werde z.B.: durch das verlieren eines geliebten Menschen durch Tod, Trennung usw., durch Unfälle, Herzinfarkte, Krankheiten, usw. um nur einiges zu nennen.
Aber auch durch schwere Lebenssituationen. Wenn dies nicht gleich erkannt wird, kann es sich in Angststörungen, Panikattacken und irgend wann in Körperlichen Krankheiten äußern.
Alleine kannst Du das aber nicht schaffen und mit Freunden oder Bekannten auch nicht. Bei Verdrängung ist es zwar eine Weile wieder gut, aber kommt, wenn Du nicht mehr dran denkst doppelt so stark wieder. Kenne mich leider sehr gut damit aus, war jedenfalls bei mir so!

Ich würde dir raten sofort eine Psychotherapeutin auf zu suchen und eine Therapie zu beginnen. Dies ist entweder eine Verhaltenstherapie oder eine Tiefenpsychologische Therapie. Das muß aber dann Die Therapeut/in entscheiden. Das wird dann bei der Krankenkasse eingereicht und die übernimmt dann die Kosten. Aber dazu gesagt Du kannst nur die Therapeuten nehmen (wenn Du nicht privat versichert bist) die mit den Krankenkassen zusammen arbeiten. Du mußt nicht gleich den erst besten Therapeuten nehmen, Du hast 5 Std. eine Therapiestd. ca. 45 Minuten. Zeit dir jemanden auszusuchen. Dann mußt Du Dich aber entschieden haben.

Aber eins sage ich Dir gleich, alleine wirst Du es nicht schaffen, wenn meine Ferndiagnose stimmen sollte.

Alles Gute, egal wie Du Dich entscheidest!
Hayagriva
Hallo Hayagriva,

genau das ist es ja...ich kann mich nicht öffnen. Ich kann mit niemanden über die Angst sprechen. Mir würde sicher zugehört werden, aber ich selbst hab ein Problem damit. Angst, in anderen auch noch diese Angst auszulösen. Ich versuch seit Tagen das ganze zu verdrängen. Panikattacken hab ich keine mehr. Aber trotzdem immer wieder diesen Gedanken und mir kommt alles so unwirklich vor.Ich schätze mal...damals mit 17 hatte ich eine wirklich schwere zeit. hatte eine schreckliche arbeit bzw. ausbildung, bei der ich nur gedemütigt wurde. hab da damals auch viel meines selbstbewusstseins verloren. War auch ständig krank wegen der psychischen Belastung. Das hab ich aber zum Glück größtenteils wieder gefunden. Danach war alles super. Und dann würde ich sagen, war der Tod meines Neffen wieder der Auslöser. Der ja Fremdverschulden war. Manchmal denk ich mir ja selbst: "du bist echt krank im Kopf... was denkst du denn andauernd ...jede sekunde daran!"aber ich kann das überhaupt nicht abschalten. So sehr ich das auch möchte.
@ SaRaGr Ich kann dich da so gut verstehen! Du sprichst mir da vollkommen aus der Seele. Auch mit der Angst anderen damit Angst einzujagen.
Ich habe mittlerweile mit meiner Mutter, meiner Freundin und meinem Freund darüber geredet, aber gebracht hat es nichts. Attacken hatte ich auch keine mehr, aber eben ständig dieser Gedanke im Kopf "Was ist dann? "

Ich hoffe wir beide kriegen das (vielleicht auch mithilfe der Leute hier) in den Griff! Ich denke an dich!
Hallo SaRaGr,

Wie ich das eben rausgehört habe ist dass die schöne Sache der "Angst vor der Angst" könnte man aber vielleicht in den Griff kriegen.
Also am besten wenn so ein Zustand kommt versuchen aufzuschreiben, dann hast Du es schwarz auf weis und kannst darüber ganz in Ruhe nachdenken, "Warum eigentlich?, Weshalb?, Weswegen?"
Du bist sehr verletzt wurden damals, das heißt Dein inneres Kind ist dadurch auch verletzt und bei jeder ähnlichen Gelegenheit bekommst Du diesen Zustand immer wieder.
Sage Dir mehrmals am Tag: "Es kann mir nicht mehr passieren, ich kann nicht mehr in so eine Situation kommen, denn ich bin dem gegenüber aufmerksam und kann mich wehren. Ich werde mich nie wieder so behandeln lassen. Es ist alles in Ordnung. Denn ich bin älter geworden und lasse mir nicht mehr alles gefallen, ich weiß dass ich es schaffen werde"!

Wenn Du nicht genau weißt, woher Du so einen Zustand bekommst, versuche Dich ganz ruhig hinzusetzten, fixiere ein Bild oder einen Gegenstand der Dich fasziniert und sage Dir immer wieder in ruhigem leisen Ton. Ich sehe..., ich sehe..., ich sehe..., Du kannst Dir laut oder leise immer sagen was Du siehst. Mache das ca. 6x. Dann wenn Du ruhiger geworden bist sagst Du Dir, ich höre..., ich sehe..., ich höre..., in Abwechslung. Wenn Du noch ruhiger wirst, ganz langsam nur noch ich höre..., ich höre..., ich höre...., Du mußt natürlich Pausen zwischen dem Reden oder Denken machen. Dann hörst Du von innen herraus was los ist. Schreibe es auf und bearbeite es hinterher. So kannst Du auch versuchen Deine Ängste zu beenden. Sage Dir auch immer wieder "Ich muß doch keine Angst haben, es ist doch alles in Ordnung"

Versuche es mal, so könnte es auch klappen!

Alles Gute
Hayagriva