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'adscham
aus Wikipedia
'adscham (arabisch: عجم, „Nichtaraber“) ist ein Begriff der nationalen, staatsrechtlichen, kulturellen und religiösen Auseinandersetzung vor allem innerhalb des Islam und der Gemeinschaft der Muslime. Das Wort hat für Araber etwa die gleiche umfassende Bedeutung wie für Hellenen das Wort „Barbaren“. Es sind diejenigen, die das Arabische nicht korrekt (fasih) artikulieren. Abgeleitet aus der Wurzel ' - ğ - m charakterisiert man eine Person mit 'udschma (عجمة), der fehlerhaft und unverständlich spricht. ِAus dieser Grundbedeutung ist dann der Begriff 'adscham schon in der vorislamischen Poesie als Bezeichnung für die Nichtaraber, zunächst für die Perser, abgeleitet worden.
Im Koran
Dementsprechend wird das im Koran erwähnte Wort Aʿdschamî: (Sure 16, Vers 103) und al-aʿdschamina: (Sure 16, Vers 198) und aʿdschamîyan: (Sure 41, Vers 44), das wörtlich „Fremde(r)“ bzw. „Fremdsprachige(r)“ bedeutet, mit „Nichtaraber“ oder (irrtümlich) mit „Barbar(en)“ übersetzt. Sure 26, Vers 198-199 drückt dieses Verständnis des Begriffes und die ablehnende Haltung der Ungläubigen gegenüber der Offenbarung aus:
„Wenn wir ihn auf einen von den Nichtarabern herabgesandt hätten und er ihn (in seiner eigenen Sprache) ihnen verlesen hätte, hätten sie (ohnehin) nicht daran geglaubt.“
(Übersetzung Rudi Paret)
Ähnlich auch in Sure 41, Vers 44:
„Wenn wir ihn (d.h. den Koran) zu einem nichtarabischen Koran gemacht hätten, würden sie sagen:' Warum sind seine Versen (w. Zeichen) nicht (im einzelnen) auseinandergesetzt (so daß jedermann sie verstehen kann)? (Was soll das:) ein nichtarabischer (Koran) und ein arabischer (Verkünder)?“
(Übersetzung Rudi Paret)
Letztere Stelle erklärt die klassische Koranexegese (tafsir) wie folgt: Der „Nichtaraber“ (al-'adschamî) ist nicht von den Arabern, sei er in seiner eigenen Sprache korrekt (faṣîḥ) oder nicht. Al-a'dschamî ist derjenige, der die Sprache nicht korrekt spricht, sei er von den Arabern oder von den Nichtarabern.[1] Eine vergleichbare Deutung wird auch in der Exegese von Sure 26, Vers 198-199 genannt. Die Intention in der Polemik gegen die Ungläubigen kommt in der Exegese bei at-Tabari zu Sure 41, Vers 44 ebenfalls deutlich zum Ausdruck: die Sprache des Korans ist für die Ungläubigen unverständlich, obwohl derjenige, der hier spricht, d.h. Mohammed, Araber ist.[2]
Die Bedeutung des koranischen Begriffes ist für die arabischen Philologen zunächst von sprachlicher Relevanz; auch unter Arabern gibt es 'adscham. Es sind diejenigen, die das Arabische nicht korrekt (faṣîḥ) artikulieren können.
Auf die unterschiedlichen Schichten unter den Völkern der vom Islam eroberten Gebiete hat bereits Alfred v. Kremer in seiner urgeschichte des Orients unter den Chalifen und nach ihm Ignáz Goldziher in seinen immer noch lesenswerten Muhammedanische Studien hingeweisen: Araber, Nichtaraber und Klienten (mawali).
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