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Bektaschi
aus Wikipedia
Die Bektaschi-Tariqa ist einer der größten und einflussreichsten islamischer Derwisch-Orden in Anatolien und auf dem Balkan. Als Gründer gilt der in Persien geborene Sufi Haddschi Bektasch Veli (auch Haci Bektaş Veli; † 1270), der ursprünglich vermutlich als Yesevi-Derwisch aus seiner Heimat ausgewandert ist. Wahrscheinlicher ist, dass sich erst frühe Anhänger von Haddschi Bektasch Veli zu einem Orden formten.
Aufgabe
Als wichtige Aufgabe sah der Orden die Missionierung der zum Teil noch immer heidnischen Türken. Bis zum Verbot aller Derwisch-Orden in der Türkei durch den Staatsgründer Atatürk im Jahr 1925 hatte der Orden sein Zentrum in Anatolien, seitdem in Albanien (Tirana).
Geschichte
Die Bektaschi waren traditionell bei den Janitscharen stark verankert; vom 16. Jahrhundert an lebten Bektaschi-Sheikhs in der Nähe der Janitscharen-Garnisonen, um dort die Soldaten geistig zu leiten. Letztere brachten den Orden vor dem 17. Jahrhundert auch nach Albanien. Nach der Erklärung Albaniens zum "ersten atheistischen Staat der Welt" im Jahr 1967 verlor der Orden dort stark an Bedeutung.
Zur Zeit der Seldschuken traten die Bektaschis oftmals als "Gegengewicht" zu den Mevlevis auf. Während erstere als starke Vertreter der armen Landbevölkerung auftraten, hatten letztere aufgrund ihrer eher philosphischen Lehre enge Verbindungen zu den oberen Schichten. Es kam aber auf den jeweiligen Sultan an, welcher dieser beiden Orden stärkeren Einfluß im Osmanischen Reich hatte.
Struktur
Die Bektaschi betreiben Religionshäuser (Tekken) und Klöster, in denen Derwische leben. Das Oberhaupt der Bektaschi-Tariqa ist der (Groß)-Dede, Dede bedeutet soviel wie Großvater. Der nächste Rang ist der des Baba (Vater), der die Aufgaben Predigt und Seelsorge innehat. Die mittlere Station ist die des Derwisch, dieser kann wie der Baba verheiratet sein oder ein zölibatäres Leben führen. Am Ende der Hierarchie steht das normal initiierte Mitglied, der Muhibb (Liebender).
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