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Da'wa












Da'wa
aus Wikipedia

Da'wa (arab.: "Einladung, Informationsverbreitung, Aufklärung") ist eine islamische Tätigkeit und Pflicht für jeden Muslim. Der Begriff Mission ist eine Übersetzung des Arabischen Begriffes, welcher allerdings nicht das trifft, was mit christlicher Missionstätigkeit beschrieben wird, da es im Islam nicht erforderlich ist von einem Priester getauft zu werden, steht es in niemandes Macht, jemanden zum Muslim zu erklären. Es ist deshalb treffender von Aufklärung zu sprechen. Jeder Mensch soll die Information kritisch aufnehmen und hinterfragen bevor er/sie entscheidet Muslim/Muslima zu werden.

In Europa ist da'wa, abgesehen von der Missionstätigkeit der Ahmadiyya, die bis in die Zeit zwischen den Weltkriegen zurückreicht, ein vergleichsweise neues Phänomen.

Arbeitsmigration muslimischer Bevölkerungsgruppen
Die Sesshaftwerdung von sogenannten türkischen Gastarbeitern führte dazu, dass provisorische Hinterhofmoscheen aufgegeben wurden, um auch architektonisch erkennbare Moscheen in Deutschland neu zu bauen. Dieser verspätete Effekt der Arbeitsmigration der 1960er und 70er Jahre wird in der deutschen Bevölkerung oft subjektiv als islamische Missionstätigkeit, Unterwanderung und Islamisierung verstanden. Das Ergebnis davon sind zahlreiche Moscheebaukonflikte.

Geschichte der islamischen Mission
Historisch gesehen hat die Mission in islamischen Ländern nicht den gleichen Stellenwert wie in christlichen Ländern. Während im Zuge der europäischen Kolonisierung zahlreiche christliche Missionare im Schlepptau der Bajonette fremde Völker mehr oder weniger unter Zwang zu christianisieren, setzte die Expansionspolitik islamischer Länder (z.B. das Osmanische Reich) mehr auf die Integration von Minderheitenreligionen und ihren Führungen in den Staatsapparat. Von Nichtmuslimen - insbesondere Juden und Christen - unter islamischer Herrschaft wurde gewöhnlich keine Konversion verlangt, solange sie sich mit einem Status als Bürger mit eingeschränkten Rechten (aber nicht ohne alle Rechte) zufrieden gaben.

Eine der christlichen Missionstätigkeit vergleichbare Missionstätigkeit von Muslimen ist noch schwach ausgebildet und neueren Datums. Die zunehmende Anzahl von Muslimen, die in der nichtislamischen Diaspora leben, hat dazu geführt, dass sich einige Bewegungen herausgebildet haben, die eine Art innerer Mission unter den Muslimen Europas betreiben, um sie stärker an ihre Religion zu binden und Defizite auszugleichen, die sich durch die Diasporasituation ergeben.

Islamische Mission in Deutschland / Europa
Eine politisch gefärbte Missionstätigkeit geht von Saudi-Arabien aus, wo eine durch Petro-Dollars gut ausgestattete Geistlichkeit bestrebt ist, die wahabitische Form des Islam in der Welt zu verbreiten. Dies zielt zunächst auf die islamische Welt und ist verstärkt in Afghanistan und Tschetschenien zu beobachten, aber auch während des Bosnienkrieges wurden sie aktiv und versuchen die bosnische Bevölkerung für den wahabitischen Islam zu begeistern. In Deutschland versucht man deutsche Muslime mit Stipendien und gesponserten Hajj (Pilgerfahrten) für sich gewinnen. Dies hat auch einen gewissen Erfolg, da Saudi-Arabien als das Ursprungsland des Islam gilt und unter deutschen Muslimen der Eindruck verbreitet ist, dass der Islam Saudi-Arabiens "ursprünglicher" ist, als anderswo. Ein weiterer Erfolgsfaktor ist, dass andere islamische Gruppen, die meist national orientiert und organisiert sind, oft keinen Platz für deutsche Muslime bieten.

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