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Dschihad
aus Wikipedia
Als Dschihad (arab. جهاد dschihād, v. جاهد dschāhada »sich bemühen, sich anstrengen, kämpfen«; auch »Djihad«) ist eine Verkürzung von „al-dschihādu fī sabīl illāh“, wörtlich: „das Bemühen auf dem Wege Gottes“. Dschihad ist ein wichtiges Glaubensprinzip im Islam. Seine Bedeutung im Islam ist so groß, dass zeitweise diskutiert wurde, ob der Dschihad als sechste „Säule des Islam“ gerechnet werden sollte.
Arten des Dschihad
Dschihad umfasst die Anstrengungen oder Bemühen auf dem Weg Gottes zur Umsetzung und Ausbreitung des Glaubens an Allah und die Wahrheiten der Botschaft des Qur'ān. Die meisten islamischen Glaubensrichtungen unterscheiden beim Dschihad zwei Bedeutungen:
Der "größte Dschihad" (al-dschihād al-akbar) ist der Kampf gegen das niedere Selbst, die Seele, die zum Bösen verführt, die Schwächen und Fehler, von denen niemand gerne spricht (an-nafs al-ammara). Er wird u.a. vollzogen durch das fünfmalige tägliche Gebet (Salat), das Streben nach Wissen und moralischer Vervollkommnung und das Tun guter Werke. Insbesondere im Sufismus kommt dieser Form des Dschihad besondere Bedeutung zu.
Der "kleine" oder "äußere Dschihad" (dschihād saghīr) besteht in der Ausbreitung und Verteidigung des Islam, notfalls auch mit Waffengewalt. Er ist die einzig zulässige Form des Kriegs im islamischen Recht.
Der kleine Dschihad ist eine religiöse Pflicht (fard), die nicht dem einzelnen Muslim (fard al-ʿain) auferlegt ist, sondern der islamischen Gemeinschaft als ganzes (fard al-kifāya, "Pflicht des Genügeleistens"), die dafür Sorge tragen muss, dass eine ausreichende Zahl von mudschāhidūn bereit steht. Der offensive Dschihad wird mit den beiden späten Koranversen 9:5 und 9:29 legitimiert, die vorausgegangene Aussagen abrogieren:
„5 Und wenn nun die heiligen Monate abgelaufen sind, dann tötet die Heiden, wo (immer) ihr sie findet, greift sie, umzingelt sie und lauert ihnen überall auf! Wenn sie sich aber bekehren, das Gebet verrichten und die Almosensteuer geben, dann lasst sie ihres Weges ziehen!“ (Paret)
„29 Kämpft gegen diejenigen, die nicht an Gott und den jüngsten Tag glauben und nicht verbieten (oder: für verboten erklären), was Gott und sein Gesandter verboten haben, und nicht der der wahren Religion angehören - von denen, die die Schrift erhalten haben - (kämpft gegen sie), bis sie kleinlaut aus der Hand (?) Tribut entrichten!“ (Paret)
Der Kampf des Mystikers um Gotteserkenntnis wird ebenso als Dschihad verstanden wie die Missionstätigkeit eines Predigers (Dawa). Der Dschihad kann aber auch weltlich verstanden werden, so wurde in Tunesien der Kampf gegen das Analphabetentum als Dschihad deklariert.
Manche muslimische Theologen sprechen auch von fünf Arten des Dschihad: den der Seele (dschihad bi-n-nafs), der Zunge (dschihad bil lisan), den der Feder bzw. des Wissens (dschihad bil qalam/ilm) und den Dschihad des Schwertes (dschihad bis-sayf).
Legitimation des s mit dem Dschihad-Konzept
Bei vielen anschläge der jüngsten Vergangenheit rechtfertigten die Attentäter ihr Handeln mit "dem Dschihad". Mehrere islamistische Organisationen führen das Wort Dschihad in ihrem Namen, wie zum Beispiel Islamischer Dschihad: der ägyptische Islamische Dschihad sowie der palästinensische Islamische Dschihad. Diese Gruppierungen mobilisieren viele Anhänger durch breit angelegte Sozialarbeit. Sie rechtfertigen ihre militärische Auslegung des Begriffs Dschihad auch aus dem islamischen Glauben heraus.
Selbstmordattentäter werden dabei als Schahīd betrachtet; sie gelten als heilige Märtyrer, denen ein Platz im Paradies sicher ist. An sich gilt Suizid im Islam als Selbstmord und damit als Sünde, die im Jenseits mit der endlosen Wiederholung des Moments des Todes bestraft wird (siehe dazu: Islamistischer ismus).
Text und Bilder dieses Beitrages basieren auf dem Artikel Dschihad aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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