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Garten Eden
aus Wikipedia
Das Wort Garten Eden, im Hebräischen Gan Eden, גן עדן, genannt, wird in der griechischen Übersetzung der hebräischen Bibel Paradies genannt. Gemäß der Genesis des Tanach bzw. der Bibel, wird im 2. Kapitel über den Garten in Eden, über Adam und Chawa (Eva) und das Ewige Wesen, Gott darin berichtet und im 3. Kapitel von der Vertreibung Adams und Chawas (Evas) aus dem Garten in Eden erzählt.
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Ursprung des Begriffs Garten Eden
"Eden", abgeleitet vom sumerischen Adina oder Adana, was "Garten" oder "grüne Steppe" bedeutet, ist ein Begriff aus dem Sumerischen und bezeichnet einen Ort, der fruchtbar zu sein schien, sich aber im Folgenden als unfruchtbar erwies. Später bedeutete Eden dann unkultivierte Steppe oder bezeichnete allgemein das Hinterland fernab der Kulturzentren. Damit trifft die Bezeichnung historisch auf die Verhältnisse zu, wie sie laut Feststellung der Klimaforschung am Ende der letzten Eiszeit in der Levante herrschten. Die einst grüne Steppe trocknete damals aus und zwang die Menschen ihre nur noch saisonal verfügbare Nahhrung mittels Vorratshaltung zu verteilen.
Geographische Lage des Garten Eden
Es heißt in Genesis 2,10-14:
"10 Ein Strom kommt aus Eden, den Garten zu bewässern und von dort aus teilt er sich zu vier Hauptströmen. 11 Des ersten Name ist Pischon, der das ganze Land Chawila umringt, wo das Gold ist. 12 Das Gold dieses Landes ist gut. Dort findet man das Bedolach-Erz und den Schoham-Stein. 13 Der Name des zweiten Stroms ist Gichon, der das ganze Land Kusch umringt. 14 Der Name des dritten Stroms ist Chidekel, der auf der Morgenseite von Aschur fließt und der vierte Strom ist Perat."
Mit dieser Überlieferung gibt es jedoch ein grundsätzliches Problem in der Präzision der Ortsangaben: In der jüdischen religiösen Tradition wurde der Name גן עדן „Gan Eden“ zum Sammlungsort der Gerechten nach dem Tod (siehe auch: Auferstehung oder Himmel (religiös)), und die Spekulation über dessen geographische Lage auf Erden wurde vermieden. Hierzu sei die Weigerung des Judentums betont, sowohl den Ort des Paradieses, des Berges der Offenbarung, des Berges Sinai und anderes genau festzulegen, um den Gefahren der Anbetung, Anrufung, des Kultus der Pilgerung, wie der Verehrung heiliger Stätten oder der Idolatrie (=Götzendienst) etc. zu vermeiden, da selbst der Name Gottes nur sehr zurückhaltend gebraucht wird.
Deutung der Flußnamen
Die geographische Lage lässt sich nach dem Text somit nur spekulativ bestimmen, indem man die Beschreibung des Stromes, „der von Eden ausging“ und sich dann im Garten Eden in vier „Hauptflüsse“ — Pischon/Chawila, Gichon/Kusch, Hiddekel östlich von Aschur und Perat (Euphrat) — teilte, zu Rate zieht.
Der Euphrat ist bekannt,
der Hiddekel ist der Name, der in alten Inschriften für den Tigris steht
und das mit dem derzeit nicht identifizierbaren Gihon verknüpfte Kusch meint meistens Äthiopien (oder Midian), hier ist aber wohl eher der sumerisch-akkadische Stadtstaat Kisch in Mesopotamien gemeint, für den aber erst ab etwa 2800 v. Chr. Überlieferungen bestehen. In Frage käme möglicherweise auch die hethitische Stadt Kuschar bzw. Kuschara, die aber noch nicht wieder gefunden wurde. David Rohl hält den Aras für den historischen Gihon. Er führt ein Dokument aus der Zeit der islamischen Invasion in Persien an, das die Bekanntheit des Aras unter dem Namen "Gyhun" bis ins 7. Jhd. beweise. Der alte Name der Region am Gyhun laute wie eine Gegend im heutigen Sudan ebenfalls Kusch. Ein Gipfel heißt heute noch hier Kuscha-Dagh (Berg von Kusch).
Der Fluss Pischon bleibt leider mangels einer geografisch-historischen Interpretation unberücksichtigt, genauso wie die Ortsangabe Chawila. Ob hier ein Ort am Chabur, ein Nebenfluss des Euphrat in Syrien, gemeint ist, ist derzeit nicht geklärt. Der Pischon wird von David Rohl als der noch heute Gold führende Qezel Uzan identifiziert. Die Übersetzung von Qezel mit "golden" deute auf die reichen Gold- und Edelsteinvorkommen des Gebietes hin, das die Genesis um Chawila beschreibt.
(Anmerkung eines anderen: "Der Fluß, der das Land umschließt" könnte die Gegend Cappadoeia und den Fluß Halys meinen, wenn man sich die, weiter unten genannte, Karte Median_Empire.jpg ansieht. Der Fluß Halys (Kizilirmak) "umschließt" fast ganz Cappadoeia (meint wohl Kappadokien), und/oder dessen Region Pontos, und mündet zwischen Sinope und Amisus (auch Amisos, das heutige Samsun) ins Schwarze Meer. Auf der Karte "Median_Empire.jpg" ist das deutlich zu sehen! In dem Gebiet müßte auch die hethitische Stadt Kuschar bzw. Kuschara wieder gefunden werden. Auch sollte zu klären sein ob dort die genannten Gold-, Erz- und Steinvorkommen zutreffen. Der Fluß sei "eisenhaltig" rot gefärbt.)
Problematisch ist allein schon, dass Euphrat und Tigris nach heutigen Gegebenheiten keinen gemeinsamen Ursprung haben, sie entspringen beide in der Nähe der türkischen Stadt Elaziğ in Kurdistan. Das Finden zweier weiter Flüsse mit gleichem Attribut erscheint noch unmöglicher. Belege dafür, dass es historisch entscheidend andere Flussläufe gab, liegen derzeit ebenfalls nicht vor. Dagegen fließen alle Flüsse dieser Region seit jeher, entweder direkt oder indirekt, in den Persischen Golf.
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Deutung des Namens Eden selbst
Versteht man Eden als Flachland, so wäre Kisch im heutigen Irak durchaus ein Kandidat, nicht zuletzt wegen wiederholter Überflutungen.
Im sumerischen Vers-Epos "Enmekah - Mein Herr aus Arata" steigt der Gesandte am Ende seiner Reise von Susa in der weiten Ebene von Arata herab. Mit Edin, dem sumerischen Wort für Ebene, könnte Eden gemeint sein. Der Reisende passiert sieben Tore, bzw. Schluchten oder Pässe. Die Überschreitung von sieben Bergketten ist auch auf einer Tontafel aus dem achten Jahrhundert vor Christus festgehalten, wobei eine Wegbeschreibung der Armee Sargons II. zur Ebene von Ararat geliefert wird.
Versteht man den Begriff jedoch als Hochland, so wäre eher die historische Region etwas weiter östlich um das Reich Elam (wörtlich: Hochland bzw. Land Gottes, Hauptstadt Susa) im heutigen Iran ein denkbarer Platz, auch dessen zeitweise Herrschaft bis hin nach Ur in Mesopotamien könnte als Hinweis dienen. Weiterhin werden die Elamiter im Alten Testament durch die Hebräer als Nachfahren des ältesten Sohnes des Shem bezeichnet.
Die Hebräer selbst werden oft mit den Habiru identifiziert, die aus dem Tal Habur zwischen Euphrat und Tigris stammten. Durch dieses Tal fließt der Chabur.
Überlieferungen
Nach altjüdischer Überlieferung werden die Urhebräer in der Region von Şanlıurfa, das heilige Urfa (Ur, Herkunftsort des Patriarchen Abraham (heute in der Südosttürkei an der Grenze zu Syrien) lokalisiert. Diese Lokalität deckt sich mit den Erkenntnissen der Biologen (Heimat des Wildgetriedes) und der Archäologen (frühester Ackerbau in Abu Hureyra).
Nach anderen Überlieferungen, die unter anderem auch in die christliche Tradition integriert wurden, soll der Garten Eden in einer gebirgigen Region gelegen haben. Der Ort soll etwa 225 km südwestlich des Berges Ararat und nur wenige Kilometer südlich des Vansees, in der heutigen Osttürkei gelegen haben. Viele künstlerische Eden-Darstellungen richten sich nach der Vorstellung einer gebirgigen Eden-Region, die von Erzen, Wasser und fruchtbaren Tälern geprägt ist und somit gut für Land- und Viehwirtschaft geeignet ist. Dies würde auf eine Region hinweisen, die später von den erst in Ansätzen erforschten Urartu oder eher noch von den noch weniger erforschten Nairi besiedelt wurde.
Namenswechsel-Theorie
Nach einer anderen Auffassung bezeichnen die in Genesis 1 erwähnten Namen vollkommen andere als die heute so benannten Landschaften, weshalb sich die Lage des Gartens daraus heute nicht rekonstruieret werden kann. Die Begründung für diese These lautet wie folgt: Nachdem die Sintflut die Erdoberfläche völlig verändert hatte, haben die Menschen im Verlauf der Wiederbesiedelung den neuen besiedelten Landschaften wieder die vertrauten, alten Namen gegeben.
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Adam und Eva im Garten Eden
Vom Garten Eden wird in dem Buch Bereschit (1. Mose, Genesis) erzählt; der Titel dieses Buches der hebräischen Bibel ist zugleich sein erstes Wort und bedeutet "Im Anfang".
Der Mensch, hebräisch = adam, der aus Staub auf der Erde, hebr. = adama, gebildet wird und Chawa, seine Frau (Eva), waren die einzigen menschlichen Bewohner von Eden.
"Das ewige Wesen, Gott, pflanzte einen Garten in Eden zur Seite des Morgens und setzte den Menschen, den er gebildet hatte, dahinein." (Gen 2, (nach Moses Mendelssohn).
Nach babylonischer Mythologie war der hauptsächliche Grund für die Erschaffung der Menschen, Nahrung für die Götter anzubauen.
Wenn man die Vorgeschichte des Sündenfalls als den Zustand vor der Vertreibung durch den Klimawandel und die "Verdammung zum Ackerbau" (zur Vorratshaltung) versteht, setzt auch die Genesis erst richtig mit Beginn des Ackerbaus ein.
Die Vertreibung aus dem Garten
Erzählung in der Bibel
Die mythische Erzählung um die Menschen in Eden und ihre Vertreibung daraus, die in 1. Mose 3 erzählt wird, zeigt auf, wie die Menschen die Erkenntnis und Vernunft erhalten, durch den Genuss einer Frucht des verbotenen Baumes der Erkenntnis von Gut und Böse, welcher in der Mitte des "Gan Eden" neben dem verbotenen Baum des ewigen Lebens steht. Und wie ihnen damit der Genuss der Frucht vom Baum des Lebens verwehrt wird, durch ihre Vertreibung aus dem Garten in Eden und sie die Sterblichkeit erhalten. Sie erzählt auch, dass die ersten Menschen also nicht die Frucht des ewigen Lebens wählen, sondern die Frucht des Baumes der Erkenntnis, und zeichnet so das Bild des Lebens der Menschen, wie es bis heute ist. Der Mensch muss sterben und hat davon Kenntnis; er nennt seine Art Homo sapiens, strebt aber trotzdem ein ewiges Leben an.
Adam und Eva verstoßen gegen das einzige Verbot, das das ewige Wesen, Gott, ihnen gegeben hatte: Früchte vom " Baum der Erkenntnis von Gut und Böse" zu essen (Gen. 2,17). Damit sie nicht auch noch vom Baum des ewigen Lebens essen und unsterblich werden wie Gott, werden sie aus dem Paradies vertrieben in ein leid- und mühevolles Dasein, das Dasein als Ackerbauern in unserer Welt.
Durch das Essen der Frucht (bei der es sich um den Samen der Gräser - Getreide - handeln muss) vom Baum des Wissens um Gut und Böse, d. h. aller Erkenntnis, wird der Mensch zu einem Wesen mit moralischer Urteilskraft. Er ist dadurch in der Lage zu sündigen, denn er kann wählen und muss entscheiden zwischen gut und böse.
Die Erzählung der hebräischen Bibel, wie die Menschen den gan eden verloren, ist zum Objekt etlicher Deutungen geworden, die den abendländlichen Kulturkreis wiederum stark im religiösen und psychologischen Bereich beeinflussten.
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Judentum
Das Judentum kennt keine Sünden, die vererbt werden könnten. Deshalb gehen Adams oder der Väter Handlungen gegen die Gebote des Herrn nicht auf die nachfolgenden Menschen über. Die jüdische ethische Tradition ist liberal. Der Mensch hat einen freien Willen ("beḥirah") und ist nur für seine eigenen Sünden verantwortlich. Der Mensch hat eine Neigung zum Bösen (jetzer ha-ra), wie eine Neigung zum Guten und Gottes Gebote helfen den guten Trieb (jetzer tow) in den Menschen zu entwickeln, was letztlich positiv für die Menschen und für die Umwelt ist. Die genaue Ausdeutung Gottes Gebote ist zudem nicht festgeschrieben sondern wird in der jüdischen Tradition immer weiter in der Zeit entwickelt und bleibt Juwel der jüdischen Streitkultur, die letztlich das jüdische Volk eint. Gott hat dafür die schriftlichen Tora und die mündliche Überlieferung dem Mosche gegeben.
Als von Gott auserwähltes Volk haben sie jedoch zahlreiche (über 600) Gebote und Verbote zu erfüllen, die anderen Menschen nicht abgefordert werden. Sünden werden jährlich gereut, einige durch Entschuldigung und Reue bei den nächsten und fernen Mitmenschen, einige durch Reue und Entschuldigung vor dem ewigen Wesen, Gott, der gnädig ist. Es gibt im Judentum auch kein personifiziertes Böses, etwa den Teufel, oder die grundsätzliche böse und verderbte Neigung in den Menschen, wie sie die christliche Tradition u. a. aus der Erzählung der Bibel über Adam und Eva im Garten Eden entwickelt, um diesen die "Lichtgestalt" des guten, lieben, "neuen" Christus gegenüberzustellen, der den Teufel mitbringt.
Christentum
„Vertreibung aus dem Paradies“, Giovanni di Paolo (1445)Paulus schrieb in Römer 5,12 und 5,18 "Durch einen einzigen Menschen kam die Sünde in die Welt..." und "...durch die Übertretung eines einzelnen kam es für alle Menschen zur Verurteilung." Daraus entwickelte sich die christliche Lehre der Erbsünde, die es in allen großen christlichen Traditionen gibt, die jedoch sehr unterschiedlich ausgedeutet wird.
Bei späteren Kirchenvätern wurde dann ausgeführt dass die Menschen, alle Menschen, ohne Jesus Christus in der Erbsünde leben und sterben müssten, eine Lehre, die durch die Schriften von Augustinus fester Bestandteil der Lehre der westlichen christlichen Kirchen wurde.
Die westliche Tradition der christlichen Theologie wertet den "Fall" Adams und Evas aus dem paradiesischen Garten in eine "gottlose", gottferne Welt, als vererbte Sünde oder Sündhaftigkeit, die auf alle Menschen übergeht.
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