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Islamophobie












Islamophobie
aus Wikipedia

Islamophobie ist ein Ende des 20. Jahrhunderts geprägter Begriff der politischen Sprache, der ungerechtfertigte Vorurteile gegen Muslime oder den Islam bezeichnet. Damit gehört er zum Formenkreis der Xenophobie (Fremdenangst).

Islamophobie zeichnet sich durch die Anschauung aus, Muslime seien überwiegend religiöse Fanatiker, tendierten Andersgläubigen gegenüber zu Gewalt und lehnten (westliche) Konzepte wie Gleichheit, Toleranz und Demokratie ab. Negative Eigenschaften eines Teils der Gruppe der Muslime (oft bezeichnet als Islamisten) werden auf die ganze Gruppe übertragen, also der gesamten muslimischen Religionsgemeinschaft angelastet. Dieses Pars-pro-toto-Denken birgt die Gefahr des Rassismus in sich.

Obwohl nicht alle Araber Muslime und die Mehrheit der Muslime heute keine Araber sind, manifestiert sich die Islamophobie mit der starken Assoziation zwischen Arabern und dem Islam.

Text und Bilder dieses Beitrages basieren auf dem Artikel Islamophobie aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Merkmale
Als Merkmale für Islamophobie gelten folgende Einstellungen:

Der Islam wird als ein monolithischer Block angesehen, statisch und für Veränderung unempfänglich.
Der Islam wird als separat und „anders“ angesehen, der keine gemeinsamen Werte mit anderen Kulturen habe; weder werde er von ihnen beeinflusst noch beeinflusse er sie.
Der Islam wird als dem Westen unterlegen angesehen; barbarisch, irrational, primitiv und istisch.
Der Islam wird als gewalttätig angesehen; aggressiv, bedrohlich, den ismus unterstützend und in einem Kulturkampf verstrickt.
Der Islam wird als eine politische Ideologie angesehen, die für politische oder militärische Vorteile genutzt werde.
Kritik des Islam am Westen wird hastig und abwinkend verworfen.
Feindschaft dem Islam gegenüber wird benutzt, um diskriminierende Praktiken gegen Muslime und Ausgrenzung der Muslime zu rechtfertigen.
Feindschaft dem Islam gegenüber wird als natürlich oder normal angesehen.
Kritik am Begriff
In großen Teilen der westlichen Welt wird die Existenz von Islamophobie angezweifelt. Gegner des Begriffs begründen dies damit, dass die beschriebenen Phänomene weniger weit verbreitet seien, als der Missbrauch des Begriffs als islamistischer Kampfbegriff. Befürworter des Begriffs sehen die Ablehnung des Begriffs "Islamophobie" selber als islamophobe Reaktion und damit als Beweis für die Existenz und weite Verbreitung islamophober Gesinnung in der westlichen Welt.

Nicht jede Kritik am Islam oder an Muslimen beruht jedoch auf Islamophobie. Mitunter wird Kritik an islamistischen Gewalttaten als islamophob abgetan. Dem wird entgegengehalten, dass es in einer modernen, säkularisierten Gesellschaft einen nicht hinnehmbaren Doppelstandard bedeute, derartige Vorgänge kulturrelativistisch als nicht kritisierbare Phänomene von jedem politischen und demokratischen Diskurs ausschließen zu wollen und gleichzeitig vom Westen Respekt vor islamischen Bräuchen und Traditionen einzufordern. Zu hinterfragen ist jedoch immer, warum Vorgänge in anderen Ländern kritisiert werden, Ungerechtigkeiten im eigenen Land jedoch nicht im Vordergrund stehen (z.B. geringe Strafe für Vergewaltiger in Europa, mangelnde Absicherung von schwangeren alleinstehenden Frauen, zunehmender Egoismus, Autoritätsverlust und Orientierungslosigkeit von Erwachsenen im Hinblick auf Kinder und Jugendliche etc.).

Kritiker des Begriffs weisen auch gerne darauf hin, dass islamistische Gewalttäter ihre Gewalt oft mit der angeblichen Islamophobie des Westens rechtfertigen, was jedoch nicht den Umkehrschluss zulässt, dass es deshalb diese nicht gäbe.

Der Begriff "Islamophobie" wird nach Ansicht von Kritikern auch gerne verwendet, um alle jene mundtot zu machen, die darauf hinweisen, dass es kein einziges islamisches Land gibt, in dem nach westlichen Maßstäben Individualfreiheit und Demokratie herrschen, weil der Islam mehrheitlich Individualfreiheit und Demokratie (also z.B. Toleranz gegenüber Homosexuellen - die im übrigen auch viele Menschen im Westen nicht haben oder haben wollen, vor allem nicht, wenn es nächste Familienangehörige betrifft - oder das Recht, vom Islam zu einer anderen Religion wechseln zu dürfen) ablehnt und radikale Muslime selber keinen Hehl daraus machen, dass sie es als religiösen Auftrag sehen, ihre Kultur per Unterwanderung nicht-islamischer Länder letzten Endes in der ganzen Welt zu verbreiten. Doch sicher ist es eine unzulässige Verallgemeinerung, von Islamisten auf den Islam als ganzes zu schließen. Daher ist eine verallgemeinernde Ablehnung des Islam durchaus als dem Rassismus verwandte diffuse Islamophobie zu interpretieren. Auch im Judentum gibt es Strömungen, die z.B. Ehen mit Nichtjuden ablehnen. Auch hier ist also die individuelle Entscheidungsfreiheit eingeschränkt, was jedoch im Westen selten kritisiert wird.

Ein weiteres Argument gegen die Benutzung des Wortes liege nach Ansicht von Caroline Fourest und Fiametta Venner in der Begriffsgeschichte. Die beiden Autoren berichten in ihrem Buch Tirs croisés. La laïcité à l’épreuve des intégrismes juif, chrétien et musulman daß dieses ziemlich neue Wort in der Islamischen Republik Iran zur Verwendung kam. Damals ging es darum, Frauen zu stigmatisieren, die den Hidschab ablehnten (oder deren Unterstützer wie die amerikanische Feministin Kate Millet). Das Schimpfwort wurde dann auch gegen Salman Rushdie und Taslima Nasreen verwendet. Umstrittene Intellektuelle wie Tariq Ramadan haben, laut C. Forest, das Konzept in der Mitte der neunziger Jahre in Europa eingeführt. Es fand aber erst dank der strategischen Hilfe von Linken, die den liberalen Westen ebenso ablehnen, eine größere Verwendung. [1]

Die Etymologie des Wortes stellt ein weiteres Problem dar. Phobie (v. griech. φόβος „Furcht“), auch phobische Störung, ist eine krankhafte Angst, das heißt eine unbegründete, anhaltende Angst vor Situationen, Gegenständen, Tätigkeiten oder Personen. Die Verwendung des Begriffs sollte sich also entsprechend dieser Kritik auf diese phobische, irrationale Angst beschränken.
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