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Nusairier












Nusairier
aus Wikipedia

Die Nusairier (Mitwalli, Alawiten) sind eine Religionsgemeinschaft am Rande des Islams. Den Namen Alawiten haben sie von Ali ibn Abi Talib, dem Cousin und Schwiegersohn Mohammeds. Angeblich lassen sie Ali im Gegensatz zu den Schiiten göttliche Verehrung zukommen und werden daher weder von den Schiiten noch von den Sunniten als Muslime anerkannt. Die Nusairier haben einiges mit den Aleviten gemein.

Geschichte
Die Religionsgemeinschaft wurde 872 von Ibn Nusair gegründet, weshalb sie Nusairier heißen. Entstanden sind die Nusairier wahrscheinlich in Nordsyrien. Sie zogen sich aber vor sunnitischer Verfolgung in die Berge des später nach ihnen benannten Dschabal an-Nusairiyya in Syrien zurück, wo sie noch heute konzentriert sind. In dieser Zeit gingen wohl auch Restgruppen der Sabier von Harran in den Nusairiern auf. Sie sind aber nicht mit den türkischen Aleviten identisch.

Verbreitung
Insgesamt soll es bis zu 2 Millionen Nusairier geben, hauptsächlich in Syrien (ca. 600.000), der Türkei (ca. 200.000) und im Libanon (ca. 30.000). Die Zahlen sind höchst ungewiss, da viele Nusairier sich dort nicht öffentlich zu ihrem Glauben bekennen, da ihre Existenz von offizieller Seite nicht toleriert und geschützt wird. In der westlichen Diaspora bekennen sich die Nusairier jedoch verstärkt zu ihrem Glauben.

Elite in Syrien
In Syrien stellen sie zur Zeit als Folge der systematisch gezielten Machtkonzentration in den letzten vierzig Jahren die Oberschicht, seit 1970 mit Präsident Hāfiz al-Asad. Heute regiert sein Sohn, Baschār al-Asad. Der Grund für diese Führungsrolle ist hauptsächlich ihre Kooperation mit der früheren französischen Mandatsherrschaft. Die Sunniten dagegen verboten ihren Söhnen zum Beispiel, Militärdienst zu leisten, so dass ihnen soziale Aufstiegschancen entgingen. Am 1. September 1920 bekamen die Nusairier von den Franzosen ein autonomes Staatsgebiet, das am 22. Juni 1922 mit den Distrikten Damaskus und Aleppo zur Konföderation der autonomen Staaten Syriens zusammengeschlossen wurde.

Religion
Da Nusairier keine Mission betreiben, kann man nur durch Geburt Nusairier werden. Wie die Drusen haben sie eine stark esoterische Glaubensausrichtung: Nur ein kleiner Teil ihrer Gemeinschaft wird in die wichtigsten Lehren eingeweiht, und diese werden daher Außenstehenden gegenüber geheim gehalten. Ähnlich wie bei den Freimaurern sind daher viele Gerüchte über ihre Lehre und Praktiken im Umlauf, die nicht überprüft werden können. Ihre Geheimhaltung entspringt der berechtigten Angst vor Verfolgung durch Muslime, die sie oft nicht tolerierten.

Im Unterschied zu den Sunniten praktizieren Alawiten weder das fünfmalige Tagesgebet noch pilgern sie nach Mekka. An ihren Gottesdiensten nehmen Frauen unverschleiert und gleichberechtigt teil. Viele Glaubensvorstellungen teilen sie mit den Drusen, so dass sie wahrscheinlich christlich-gnostischen Ursprungs sind. So glauben Nusairier und Drusen im Gegensatz zu den großen monotheistischen Religionsgemeinschaften an eine Wiedergeburt (Reinkarnation) mit sieben Transformationen. Ferner glauben sie mit den zwei Hypostasen (erscheinungsweisen) Gottes - Mohammed und Ali - an eine Art Dreifaltigkeit.

Im Glaubenssystem der Nusairier gibt es viele Code-Wörter. So wird Ali, der Schwiegersohn Mohammeds, als „göttliche Manifestation“ bezeichnet, Mohammed als der „Name“ und der Perser Salmān al-Fārisī, ein bekannter Jünger Mohammeds, als „Pforte“. Daher lautet einer der Glaubensartikel der Alawiten: „Ich wende mich der 'Pforte' zu; ich beuge mich vor dem 'Namen' und ich bete die 'göttliche Manifestation' an.“

Text und Bilder dieses Beitrages basieren auf dem Artikel Nusairier aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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