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Christentum












Christentum heute

Nicht alle Menschen, die sich als Christen verstehen, akzeptieren sämtliche theologischen Positionen, die von ihren jeweiligen Kirchen vertreten werden, und nicht alle Menschen, die Kirchenmitglieder sind, glauben tatsächlich an Gott und haben das Gottesverständnis „ihrer“ Kirche.

Die Aufklärung hat das Christentum im 17. und frühen 18. Jahrhundert politisch in erheblichem Maße geschwächt. Der bedeutendste Wandel bestand in der teilweisen Distanzierung von Kirche und Staat. Seither ist es in vielen Staaten möglich, ein freies Mitglied der Gesellschaft zu sein und die Ansichten der jeweiligen Kirche in verschiedenen Bereichen abzulehnen oder sogar ungefährdet aus der Kirche auszutreten. Millionen beschritten diesen Weg und wurden zu Freidenkern und entwickelten komplett eigene Glaubenssysteme wie den Humanismus, Atheismus, Agnostizismus und Deismus oder das New Age; andere gründeten liberale Flügel der evangelischen Theologie. Bei den östlichen und orientalischen Kirchen hinterließ die Aufklärung keinen so starken Eindruck.

Heirat zwischen Christen und Nicht-Christen oder zwischen Christen unterschiedlicher Konfessionen (siehe Interkonfessionelle Ehe) wird von jeweils verschiedenen Konfessionen, bzw. auch nur Auslegungstraditionen, unterschiedlich beurteilt.

Was das persönliche Glaubensleben betrifft, so kann man feststellen, dass es Länder und Gegenden gibt, in denen ein größerer Anteil von Menschen ihrem Glaubensleben eine große Bedeutung zuschreiben (z.B. USA, Polen, Portugal, Kroatien) und Länder, wo der Glaube bei weniger Menschen eine große Rolle spielt (z.B. Deutschland, Frankreich). Ebenfalls gibt es Länder, bei denen die Kirche und der Staat enger verknüpft sind (z.B. Deutschland/Konkordat, Vatikanstaat, oder England), und solche, die eine strikte Trennung durch Verfassung oder Tradition festgeschrieben haben (z.B. USA, Frankreich).

Parallel zu der zunehmenden Säkularisierung in den Großstädten Europas und Nordamerikas des 20. Jahrhunderts kam es zu einem exponentiellen Wachstum des Christentums in der Dritten Welt, die heute die Mehrheit der Christen stellt. Um 1900 waren 16 % der Christen in Asien, Afrika und Lateinamerika – 1960 waren es bereits 35% und heute leben 60% der Christen in der so genannten Dritten Welt. Dieses Wachstum verteilt sich gleichermaßen auf die katholische Kirche, evangelikale Konfessionen und lokale Kirchen der Pfingstbewegung. Der Anteil der traditionellen evangelischen Konfessionen geht somit langsam zurück, auch in Europa und Nordamerika (obwohl sie eine viel größere Anfangsposition besaßen).

Text und Bilder dieses Beitrages basieren auf dem Artikel Christentum aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Lehre

Die zentralen Elemente der christlichen Lehre sind die Liebe zu Gott, die Liebe zum Nächsten und die Liebe zu sich selbst (christliche Ethik); die Menschwerdung Gottes im Messias Jesus, sein Opfertod in Form der Kreuzigung sowie der Glaube an die Auferstehung der Seele nach dem leiblichen Tode. Die Christen glauben, dass diese Ereignisse die Basis von Gottes Werk bilden, mit welchem die Menschheit mit ihm ausgesöhnt werden sollte, da alle Menschen, nach christlicher Lehre, von Geburt an mit der Erbsünde behaftet sind. Dies schloss jüdische Urchristen, die diesen Glauben annahmen, von der Gemeinschaft der Juden untereinander aus, da diese es unter anderem ablehnten, einen Menschen anzubeten, denn sie sahen in Jesus Christus nicht den verheißenen Messias und Sohn Gottes.

Jesus ist nach christlichem Glaubensverständnis ganzer Gott und ganzer Mensch - mit der Betonung: ganzer Mensch, jedoch ohne menschliche Sünde und von der Erbsünde frei. Zudem wird gelehrt, dass Jesus Christus nicht gesündigt hat und nicht sündigen könne. Er wird als Mensch und als Gott angebetet. Im Gegensatz dazu lehnen der jüdische Glaube sowie Lehre und Auslegung des Islam sowohl die Möglichkeit der Inkarnation Gottes als Mensch als auch die Anbetung von Menschen ab.

Es existieren allerdings viele Meinungsunterschiede, was nun wirklich das entscheidende Kriterium für das Christ-Sein darstellt. Zum einen gehen sehr viele davon aus, dass zum Christ-Sein sowohl das Befolgen der ethischen Prinzipien, wie auch aktive Teilnahme an der christlichen Kirche dazugehört. Andere Menschen sehen sich selbst als Christen, weil sie gottesgläubig sind und die christliche Ethik achten, ohne dass sie allerdings selbst (aktives) Mitglied in einer Kirche sind. Der Ausdruck humanistische Christen bezeichnet wiederum Menschen, welche weder in einer Kirche sind noch an Gott glauben, jedoch ihre Ethik als christlich betrachten. Anonyme Christen (nach Karl Rahner) sind hingegen diejenigen, welche das Christentum nicht kennen oder es sogar bewusst ablehnen, aber dennoch den moralischen Prinzipien folgen. Wieder andere lehren, dass es einer bewussten Entscheidung für den christlichen Glauben bedarf (Bekehrung), die eine radikale Veränderung des Lebens mit sich ziehen würde.


Ursprung und Einflüsse

Christentum geht auf die Lehren des Jesus von Nazareth zurück, die im ersten Jahrhundert der (daher rührenden) christlichen Zeitrechnung (A.D. = anno domini = Jahr des Herrn) von Urchristen entscheidend entwickelt und elaboriert wurde. Die Christen übernahmen die fünf Bücher Mose und andere alttestamentliche Schriften aus der jüdischen Tradition und viele grundsätzliche Lehren wie den Glauben an einen Messias oder Christus (aus dem griechischen: christos: Gesalbter). Von den Juden übernommen wurde auch die Art der Gottesverehrung sowie das Gebet und die Verwendung der Psalmen. Eine weitere Gemeinsamkeit mit dem Judentum besteht in der Anbetung des gleichen Schöpfergottes. Jedoch sehen die Christen Gott als einen dreifaltigen Gott an (Trinität): Den Vater, den Sohn (Christus) und den Heiligen Geist. Jesus Christus ist nach christlicher Lehre zugleich ganz Mensch und ganz Gott.

Die ersten Christen waren Juden, die sich zum christlichen Glauben bekehrten. Dem Christentum wird oft der Vorwurf gemacht, eine Hauptschuld an der Judenverfolgung gehabt zu haben. So gibt es auch heute noch Diskussionen darüber, ob Christen Juden die Schuld am Kreuzestod Jesu geben, da es jüdische Schriftgelehrte bzw. Priester waren, die von Pontius Pilatus die Hinrichtung Jesu forderten. Das christliche Glaubensverständnis geht davon aus, dass ein jeder Sünder selber die Schuld am Kreuzestod Jesu trägt und hierfür nicht einfach eine bestimmte Gruppe verantwortlich zu machen sei.


Bezugsquellen und heilige Schriften
Die zentrale Bezugsquelle für den Inhalt und das Wesen des christlichen Glaubens ist die Bibel, wobei ihre Wertung und Auslegung stark variiert.

Die christliche Bibel besteht aus zwei Teilen: dem Alten Testament und dem Neuen Testament. Das Alte Testament entspricht inhaltlich bis auf Details dem jüdischen Tanach und wurde von Jesus und den Urchristen ebenso wie von den Juden als Heilige Schrift gesehen. Das Neue Testament enthält Berichte vom Leben Jesu (Evangelien), der frühen Kirche (Apostelgeschichte; Urchristentum), Briefe der Apostel, sowie die Offenbarung des Johannes. Die Begriffe „Alt“ und „Neu“ für die Testamente bezeichnen den Tatbestand, dass es aus Sicht der Christen einen alten und einem neuen Bund zwischen Gott und den Menschen gibt.

Der Umfang des Alten Testaments wird von verschiedenen Konfessionen unterschiedlich bestimmt, da die griechische Überlieferung der Septuaginta auch mehrere Texte enthält, die in der hebräischen Überlieferung nicht enthalten sind. Die Teile, die nur in der Septuaginta stehen, werden je nach Sichtweise als deuterokanonische Schriften bzw. Apokryphen bezeichnet. Einzelheiten sind im Artikel Kanon des Alten Testaments aufgeführt.

Über den Inhalt des Neuen Testaments besteht bei allen großen Konfessionen ein Konsens, der sich in den ersten vier Jahrhunderten entwickelt hat. Der Kanon des Neuen Testaments geht dazu in Details.

Durch zahlreiche Funde von Kodizes und Papyri in den letzten zwei Jahrhunderten kann der ursprüngliche Text des Neuen Testaments heute mit recht großer Genauigkeit wissenschaftlich rekonstruiert werden. Einzelheiten dazu sind in der Thematik Textgeschichte des Neuen Testaments beschrieben. Jedoch gehen die Meinungen der Theologen und der einzelnen Christen heute sehr weit auseinander in der Frage, in wie weit es sich bei diesem Text um exakte Überlieferungen von Jesus und den Aposteln oder um Zusätze der frühen Kirche handelt.

Ebenso gibt es sehr unterschiedliche Sichtweisen bezüglich der richtigen Methode der Übersetzung, die im Artikel Bibelübersetzung und bei Artikeln über die einzelnen Bibelübersetzungen detailliert dargelegt sind.

Auch bezüglich Auslegung der biblischen Texte und ihrer praktischen Anwendbarkeit auf Ethik und tägliches Leben gibt es eine große Bandbreite von Meinungen, sowohl unter den Konfessionen als auch bei einzelnen Christen innerhalb der Konfessionen. Die offiziellen Aussagen und Bibelinterpretationen seitens der Kirchen spielten vor allem in früherer Zeit eine große Rolle, während die Menschen heute sich oft eigene Interpretationen zurecht legen, wobei sie nicht selten dabei offen den Vorgaben ihrer jeweiligen Kirchen widersprechen. Wieder andere Christen gehen davon aus, dass allein die persönliche Führung durch den Heiligen Geist ihr eigenes Verständnis für das Wort Gottes öffnet.

Neben der Bibel spielen bei den meisten Konfessionen auch andere Überlieferungen wie Glaubensbekenntnisse, Tradition, Liturgie und christliche Vorbilder wie Heilige eine wesentliche Rolle in der Ausformung der kirchlichen Praxis.

Heute lassen sich einige Christen auch durch andere, insbesondere östliche Religionen oder durch neutestamentliche Apokryphen inspirieren, Texte aus den ersten zwei Jahrhunderten, die nicht in den Kanon der Bibel mit aufgenommen wurden. Beides gehört in keiner Kirche zur offiziellen Lehre.
Christliche Lehre
Während in der christlichen Lehre zahllose Varianten der zentralen Elemente der christlichen Lehre existieren, gibt es doch einige Punkte, die orthodoxe, katholische und evangelische Konfessionen über die meiste Zeit in den letzten 2.000 Jahren für unverzichtbar für den christlichen Glauben gehalten und mehrfach offiziell bestätigt haben:

Es existiert nur ein einziger Gott, Gott ist dreieinig - ein einziges ewiges Wesen, das in drei Erscheinungen existiert: Vater (Schöpfer), Sohn (Jesus Christus) und Heiliger Geist. Es gibt den verborgenen (deus absconditus) und den geoffenbarten (deus relevatus) Gott.
Jesus Christus ist der Sohn Gottes und der Messias der jüdischen Vorhersage. Die jüdische Mutterreligion erwartet nach wie vor einen Messias. Auch im Islam trägt Jesus (Isa) den Titel al-masih und nicht wenige Muslime sind überzeugt, dass seine Wiederkehr die Endzeit einleiten wird.
Jesus Christus hat das kommende Gottesreich verkündet und ist selbst vorweggenommener Beginn, mit seiner leiblichen Auferstehung hin zu Gott im Himmel. Jesus konnte nicht sündigen. Durch sein Selbstopfer am Kreuz ist allen Menschen ihre Schuld der Erbsünde vergeben, welche ihnen seit ihrer Geburt anhaftet, und sie sind durch das Blut Christi mit Gott versöhnt. Jesus ist ganz Gott und ganz Mensch, zwei Naturen in einer Person.
Gläubige werden auf den Tod von Christi Leib getauft. Durch den Glauben leben sie spirituell und werden vom Tod in ein ewiges Leben (seelisch) auferstehen, sofern sie an dieses Erlösungswerk Gottes fur sie glauben. Sie empfangen mit ihrer Bekehrung den Heiligen Geist, der Hoffnung bringt und die Kirche in Gottes Wahrheit und gemäß Gottes Absichten führt.
Jesus sitzt zur Rechten Gottes in aller Vollmacht und Autorität in leiblicher Auferstehung. Er wird den Menschen wiederkehren, um die Gläubigen zu sich zu holen, damit sie ewig in der heiligen Gegenwart Gottes leben werden, in Macht und Herrlichkeit, um zusammen mit den Seinen gemeinsam zu regieren. Bis er „am Ende der Zeiten“ zurückkehrt, hat die Kirche den Auftrag, die Frohe Botschaft an jeden zu predigen.

Die Lehre, dass der Mensch durch die Erbsünde von der Gemeinschaft mit Gott getrennt erklärt wird und aus eigener Kraft diese Gemeinschaft nicht wieder herstellen kann, sondern dass sie durch den Glauben an Jesus Christus wieder hergestellt wird. Über die genaue Art dieser Erlösung der Gläubigen und den Weg dazu gibt es innerhalb der verschiedenen christlichen Konfessionen unterschiedliche Auffassungen.
Die christliche Bibel ist das Wort Gottes bzw. von Gott verbalinspiriertes Werk und es gibt keine anderen Bücher, als die Bücher der Bibel, die einen gleichen Stellenwert für die Christen haben. Obwohl die Christen sich nicht einig sind, wie wörtlich die Bibel genommen werden sollte und es unterschiedliche Interpretationen vieler Stellen gibt, ist sie dennoch generell anerkannte Quelle von Informationen über Jesus und Gott.
Maria, die Mutter von Jesus, gebar den Sohn Gottes, der, obwohl in Ewigkeit existierend, in ihrem Leib gezeugt wurde durch den Heiligen Geist. Von ihrer Menschlichkeit empfing er menschlichen Verstand und Willen und all das, was ein Kind natürlicherweise von seiner Mutter mitbekommt. Maria wird, laut frühchristlichem Konzilsbeschluss, Theotokos = Muttergottes genannt. In der katholischen und orthodoxen Kirche wird Maria um Fürsprache gebeten, aber offiziell nicht angebetet, sondern überstark verehrt (Marienverehrung). Die evangelische Kirchen messen Maria unterschiedliche Grade der Bedeutung bei und lehnen den Begriff „Muttergottes“ zumeist ab. Während Martin Luther den Gläubigen noch die Fürsprache Mariens empfahl, hat sich dies, besonders bei den Evangelikalen, nicht bis in die Gegenwart gehalten. Selten finden sich vereinzelt noch Marienstatuen oder -bildnisse in anglikanischen Kirchen, nur selten in lutherischen Kirchen, und in den übrigen evangelischen Kirchen fehlen sie ganz. Ähnlich das Verhältnis zu anderen sogen. „Heiligen“ und ihren bildlichen Darstellungen. Für den evangelischen Christen ist einzig allein Gott heilig.
Beziehung zu anderen Religionen
Das Christentum hat andere Religionen beeinflusst, deren Anhänger sich zwar nicht als Christen sehen, aber Jesus als Propheten Gottes anerkennen. Der Islam ist die größte dieser Religionen, Jahrhunderte christlich-islamischer Auseinandersetzungen haben jedoch das Jesus-Bild im Koran undeutlich werden lassen. So trägt Jesus im Koran einerseits positive Titel wie Messias, Wort Gottes und auch Geist Gottes; ebenso wird er, wie sämtliche biblische Propheten, als ein solcher angesehen.

Scharf zurück gewiesen werden jedoch Dreieinigkeit und jede Anbetung Jesu. Umstritten (und nach mehrheitlicher, nicht ausschließlicher Auffassung geleugnet) ist die Kreuzigung. Erst sehr langsam beginnt der entfaltende Dialog hier anzusetzen.

Dem Christentum wird generell unter Nichtchristen positives wie negatives zugesprochen. Positiv wird meist die Lehre der Nächstenliebe gesehen. Auch setzen sich weltweit viele Christen für den Frieden und für barmherzige Konzepte gegen die Armut ein. Negativ wird die Geschichte des Christentums mit Kreuzzügen, Hexenverfolgungen und Antijudaismus gesehen, wobei diese Handlungen der katholisch sich nennenden Einheitskirche damals nicht im Einklang mit dem Handeln, das die Bibel vorgibt, gestanden haben. Die Positionen zu künstlicher Empfängnisverhütung, ität, Abtreibung - sind nicht nur innerchristlich heftigst umstritten.

Es ist ein Anliegen vieler christlichen Kirchen, sich untereinander zu versöhnen und eine gemeinsame Basis zu schaffen (Ökumene), als auch mögliche Aussöhnung mit anderen Religionen herbeizuführen. Hierzu veranstaltet beispielsweise der Vatikan regelmäßig interreligiöse Treffen, das bekannteste dabei das Gebet der Weltreligionen in Assisi. Ziel ist ein friedliches Koexistieren der Religionen, denn viele Kriege wurden aus religiösen Motiven heraus geführt. Nicht übersehen darf man, dass die frühen Christen stark verfolgt wurden und dass es auch heute, gerade in kommunistischen und islamischen Ländern, eine starke Christenverfolgung gibt.


Kultureller Einfluss des Christentums
In der Geschichte des Abendlandes haben sich Glaube, Kultur und Kunst wechselseitig beeinflusst. Eine entscheidende Station war beispielsweise der Bilderstreit im frühen Mittelalter. Im Abendland beschäftigte sich Kunst oft mit christlichen Themen, obwohl seit der Renaissance stärker auch Rückgriff auf nichtchristliche Motive aus der Antike genommen wurde. Im Bereich der Musik sind profane und säkulare Musik zwar oft nur anhand der Texte zu unterscheiden, jedoch haben viele Komponisten auch versucht, einem Text einen besonders passenden musikalischen Ausdruck zu verleihen.


Kritik am Christentum
Anhänger anderer Religionen, Agnostiker, Atheisten, aber auch Christen selbst, übten seit jeher Kritik am Christentum. Hierbei ist es manchmal schwer zu unterscheiden, ob sich die Kritikpunkte gegen die Kirche als Institution, die kirchliche Interpretation der Bibel, die Bibel selbst, oder gegen fundamentale Prinzipien des Christentums selbst richten.

In der Kritik lässt sich eine Tendenz ausmachen, sich nicht nur auf rein institutioneller Ebene verbreitende fundamental-dogmatische Richtungen des Christentums als im Kern der christlichen Lehre widersprechend zu zeigen. Das gilt besonders, wenn in den fundamental-dogmatischen Richtungen u.a. die Bibel unkritisch und unhistorisch wörtlich genommen wird und daraus Verhaltensregeln - z.B. zur ualmoral - und konservative Weltanschauungen als zum Christentum zugehörig postuliert werden. Autoren dieser Bewegung wie etwa Bruce Bawer (Stealing Jesus: How Fundamentalism Betrays Christianity), Clayton Sullivan (Rescuing Jesus from the Christians) und der episkopalische Bischof John Shelby Spong (mannigfaltige Publikationen) versuchen, die Lehre des Jesus von diesen späteren Zutaten (also auch von kirchlichen Lehren wie der Erbsünde des Menschen) zu befreien. Stattdessen verteidigen diese Autoren ein auch die menschliche ität in all ihren Varianten bejahendes Christentum, da sie den Menschen für fähig halten, in diesen Fragen selbst zu urteilen.

In diesem Zusammenhang speziell die Auslegung von Bibeltexten bezüglich des aktuellen Themas ität kritisiert u.a. Daniel Helminiak in What the Bible Really Says About . (In eine ähnliche Richtung übt die ökumenische Arbeitsbewegung Homosexuelle und Kirche Kritik.)

Andere Wissenschaftler führen Kritikpunkte auf bezüglich der Historizität der Person Jesu Christi, der Bibel oder der urchristlichen Geschichte.

Die Bibelgeschichte von der Geburt in Betlehem wird von unbekannten Wissenschaftlern als eine spätere Erfindung im Dienste der Missionierung der Juden gesehen, da diese einen Messias aus dem Hause Davids erwarteten, was für einen Aramäer aus Nazaret nicht zugetroffen hätte. Also sei die Geburtsgeschichte mit Verheißung nach Betlehem verschoben und ausgeschmückt worden.
Michael Baigent und Richard Leigh nehmen an, dass die Lehre von Jesus die gleiche war, die auch die Essener vertraten, oder auch, dass Jesus selbst ein Essener war.
Gerd Lüdemann hält nicht die Apostel, sondern Paulus von Tarsus als eigentlichen Begründer des Christentums und geht außerdem davon aus, dass erst später unter den entwurzelten Randgruppen und Sklaven des römischen Reiches die reichlich ausgeschmückte und abgewandelte Geschichte von dem ans Kreuz geschlagenen Gottessohn ihre hohe Attraktivität bekommen habe.
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