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Abendmahl












Abendmahl
aus Wikipedia

Das Abendmahl oder die Eucharistie (je nach Konfession auch heilige Kommunion, Herrenmahl, Altarsakrament, Brotbrechen oder Gedächtnismahl genannt) gehört zusammen mit der Taufe zu den gottesdienstlichen Handlungen, die alle christlichen Kirchen praktizieren.

Als Sakrament verstanden, geht dieser Ritus auf das letzte feierliche Mahl Jesu mit seinen Jüngern am Vorabend seines Todes zurück. Dieses Mahl wird im Neuen Testament in verschiedenen Fassungen geschildert und gedeutet, die sich alle auf Jesu stellvertretenden Opfertod beziehen.

Die Jerusalemer Urgemeinde feierte das Brotbrechen, das an Jesu Tod und Wiederkunft (Parusie) erinnerte, anfangs täglich in den Häusern der Christen als gemeinsame Sättigungsmahlzeit. Bei diesem sogenannten Liebesmahl (Agapefeier) wurde auch Nahrung an Bedürftige verteilt. Nachdem es dabei in Korinth zu Missständen kam, empfahl Paulus von Tarsus seiner Gemeinde, das gemeinsame "Herrenmahl" im Gottesdienst vom Sättigungsmahl im eigenen Haus zu trennen (1. Kor 11,17-34).

Die heutige Eucharistiefeier hat sich erst im ausgehenden Mittelalter voll ausgebildet. Jede Konfession beruft sich bei der heutigen Gestaltung und Deutung ihrer Form des Altarsakramentes auf bestimmte Aspekte der biblischen Abendmahlsüberlieferung.

Text und Bilder dieses Beitrages basieren auf dem Artikel Abendmahl aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Biblische Grundlagen

Hebräische Bibel
In der Heiligen Schrift des Judentums, die weitgehend mit dem Alten Testament der Christen identisch ist, hat das gemeinsame Mahl einen hohen Stellenwert. Es ist ein zentrales Element der Gastfreundschaft im ganzen Orient. Wer einen Reisenden empfängt, der dient seinen Bedürfnissen, teilt mit ihm sein Brot und gewährt ihm damit wie einem eigenen Familienmitglied Schutz, Segen und Hilfe (z.B. 1. Mose 18,1-.

Das abendliche häusliche Festmahl im Kreis der ganzen Familie, genannt Seder (deutsch: "Ordnung"), ist auch der Auftakt des einwöchigen Pessachfestes. Es folgt einem genauen Ablauf, der auf 2. Buch Mose 12,3-20 zurückgeht und mit symbolischen Speisen an den Exodus (Auszug) des jüdischen Volkes aus der Sklaverei in Ägypten erinnert: dem Opferlamm, dem ungesäuerten Brot (hebräisch: Mazzen), den Bitterkräutern (Ysop) und Wein. Jeder Familienvater liest die Haggada (Erzählung) vom Auszug, spricht den Segen über die Speisen und verteilt sie dann an die Anwesenden.

In der Prophetie Israels ist das gemeinsame Mahl ein häufiges Bild für den endzeitlichen Schalom Gottes mit seinem Volk und den Völkern (Frieden, Heil, Erlösung).

Neues Testament

Das letzte Mahl Jesu wird in den drei synoptischen Evangelien beschrieben:

Matthäus 26,17-29
Markus 14,12-26
Lukas 22,14-20.
In allen drei Berichten stehen die sogenannten Einsetzungsworte Jesu im Zentrum. Ihre wohl älteste Fassung bietet Markus (v.22ff):

Und indem sie aßen, nahm Jesus das Brot, dankte und brach es und gab es ihnen und sprach: Nehmt, das ist mein Leib. Und er nahm den Kelch und dankte und gab ihnen den; und sie tranken alle daraus. Und er sprach zu ihnen: Das ist mein Blut des neuen Bundes, das für viele vergossen wird. Wahrlich ich sage euch: Ich werde fortan nicht trinken vom Gewächs des Weinstocks bis zu dem Tag, an dem ich neu trinke im Reich Gottes.
Paulus überliefert in 1. Korintherbrief 11,23-26 eine andere Fassung dieser Worte, die er "vom Herrn" empfing und wohl wie das Urcredo (1. Kor 15,3- aus der Urgemeinde übernahm:

Der Herr Jesus in der Nacht, als er verraten wurde, nahm er das Brot, dankte und brach es und sprach: Nehmt, esst, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; solches tut zu meinem Gedächtnis. Ebenso nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; solches tut, so oft ihr trinkt, zu meinem Gedächtnis. Denn so oft ihr von diesem Brot esst und von diesem Kelch trinkt, verkündigt ihr des Herrn Tod, bis er kommt.
An der Stelle, wo die Synoptiker vom letzten Mahl Jesu berichten, steht im Johannesevangelium die Szene der Fußwaschung (Joh 13,1-20). Sie wird gefolgt von einer Brotausteilung Jesu an Judas Iskariot, die dessen Verrat einleitet (Joh 13,21-30).

Hinzu kommen Texte in den Evangelien, die ein gemeinsames Mahl Jesu mit verschiedenen Gruppen des jüdischen Volkes beschreiben und oft auf das Abendmahl bezogen werden (Mk 2,15-17, Mk 6,35-44, Joh 6,1-14, Mk 8,1-9, Mt 15,32-37).

Einige Ostertexte der Evangelien verbinden eine Erscheinung des Auferstandenen mit einem Mahl mit seinen Jüngern:

Lk 24,13-35: Die Emmausjünger erkennen Jesus erst, als er das Brot brach.
Joh 21,1-13: Jesus offenbart sich sieben seiner Jünger am See Genezareth und hält mit ihnen das Mahl.
Das Brotbrechen in der Urgemeinde und die Abendmahlspraxis in Korinth beschreiben

Apostelgeschichte 2,42 und 2,46 und
1. Kor 10 und 11.
Die Motive des Abendmahls und ihre Bedeutung
Seit den Forschungen von Joachim Jeremias (Die Abendmahlsworte Jesu, 1. Auflage 1935) nimmt man an, dass hinter den Berichten der Synoptiker und des Paulus eine Urform stand, die auf Jesus selbst zurückgeht und nach seinem Tod in der Gottesdienst-Liturgie der Jerusalemer Urgemeinde ausgeprägt wurde. Sie enthielt gemeinsame Motive der Mahlberichte:

Jesu Abendmahl fand im Rahmen eines Passahmahls statt. Die Jünger werden zum Zubereiten des Passahlamms (2. Mose 12,3-6) an vorherbestimmtem Ort in der Hauptstadt gesandt (Mk 14,12-16). Damit steht das Mahl unter dem Vorzeichen der Erinnerung an Gottes Befreiungstat für sein Volk Israel.
Zur Rahmenhandlung gehört zudem der Verrat des Judas Iskariot, mit dem Jesu Passion beginnt.
Jesus übernahm die Rolle des jüdischen Hausvaters, der den ungesäuerten Brotfladen (Mazzen) in die Hand nimmt, Gott dafür dankt - wahrscheinlich mit dem jüdischen Lobspruch zu Beginn jeder Mahlzeit: "Gepriesen bist Du, der das Brot aus der Erde wachsen lässt" - , es in Stücke bricht und diese den Anwesenden herumreicht.
Der Kelch mit Wein entsprach dem ersten Segensbecher bei einem Passahmahl, der gegen Ende der Mahlzeit gereicht wurde.
Während sie aßen und tranken, deutete Jesus das Geschehen. Brot- und Kelchwort waren wahrscheinlich wie in 1. Kor 11 annähernd parallel gebaut und als direkte Anrede an die Essenden formuliert:
Das ist mein Leib - für euch gegeben. Das ist mein Blut - für die Vielen vergossen.
"Leib" (griechisch σωμα / soma, aramäisch guph) steht für die ganze Person: Eine Trennung von Körper und Seele war dem Judentum fremd. "Blutvergießen" weist auf Jesu bevorstehenden Tod hin, der - wie das Blut des Passahlamms, mit dem die Israeliten die Türpfosten bestrichen - das Volk Israel, hier vertreten durch die zwölf Jünger, und darüberhinaus "viele" aus Gottes Zorngericht retten soll.
Der "neue Bund", der in Jesu Sterben begründet ist, ist keine Ablösung des ersten "alten" Bundes Gottes mit seinem Volk, sondern dessen endgültige Bekräftigung - gerade weil er über diesen hinausgeht. So wurde auch der Sinaibund mit dem Blut des Opfertieres besiegelt (2. Mose 24,. Der Prophet Jeremia versprach dem Volk Israel nach der Zerstörung des ersten Tempels seine Erneuerung (Jer 31). Für die Urchristen war Jesu Tod die Erfüllung dieser Verheißung (Hebr 8,8-12). Indem Gott durch ihn auch den Völkern Anteil am Heil schenkte, wurde Israels Hoffnung auf Frieden mit den Völkern neu begründet.
"(dahin)gegeben" ist eine feste liturgische Redewendung: Das griechische Verb παραδιδοναι / paradidonai steht für das hebräische Wort für "ausliefern" und erinnert an Jesu Leidensankündigungen (Mk 9,31 par.):
Der Menschensohn wird [von Gott] in die Hände der Menschen ausgeliefert werden.
Der "Menschensohn" erinnert an die apokalyptische Heilserwartung des Buches Daniel vom Kommen des Menschenähnlichen nach dem Endgericht über die Gewaltimperien (Dan 7,13f). Aber zugleich widersprach Jesus dieser Erwartung: Der Menschensohn werde selbst das Endgericht erleiden und so zum "Lösegeld für die Vielen" (Mk 10,45) werden.

"Für Viele" meint im Aramäischen "die Vielzahl" als Gesamtheit aller Menschen. Der Ausdruck spielt auf die im Alten Testament einzigartige Verheißung vom stellvertretenden Sühneleiden des "Gottesknechts" an (Jesaja 53; v.11f).
Darum wurden Brot- und Kelchwort "für euch gegeben" von den Urchristen schon bald mit dem Bekenntnis beantwortet: "dahingegeben um unserer Übertretung willen" (Röm 4,26), "gestorben für unsere Sünden gemäß der Schrift" (1. Kor 15,3). Das letzte Mahl Jesu begründete die nachösterliche Sinndeutung seines Todes. An allen Stellen des Neuen Testaments, die eine Wortverbindung mit "für euch" (gegeben/gelitten/gestorben/geschlachtet) enthalten, ist der stellvertretende Gerichtstod Jesu gemeint.
Hinzu kommt bei Markus der endzeitliche Schwur: "Wahrlich ich sage euch..." Damit stellte Jesus sein bevorstehendes Leiden und Sterben in die Perspektive der kommenden Gottesherrschaft. Die erhoffte Befreiung aus der Sklaverei sollte also nicht auf das Volk Israel begrenzt bleiben, sondern alle Völker und die ganze Schöpfung einschließen. Der Abschied Jesu von seinen Jüngern ist endgültig, aber er enthält Hoffnung über den Tod hinaus: Weil er für sie starb, ist ihnen allen - auch dem Verräter Judas! - die Sünde schon vergeben, die kommende Verwandlung der Welt schon geschenkt und gewiss.
Die paulinische Version betont das Wiederholungsmotiv: "Solches tut, so oft ihr trinket, zu meinem Gedächtnis." Im Gedenken an sein letztes Mahl ist Jesus fortan gegenwärtig unter seinen Nachfolgern.
Unterschiede der verschiedenen Einsetzungstexte

Die verschiedenen Abendmahlsberichte des Neuen Testaments setzen jeweils besondere theologische Akzente:

Bei Markus steht das Kelchwort im Mittelpunkt und damit die heilstiftende Wirkung des vergossenen Blutes Jesu ("der neue Bund in meinem Blut").
Matthäus hebt hervor, dass Jesu Blut vergossen wird "zur Vergebung eurer Sünden".
Lukas legt seinen besonderen Schwerpunkt auf die eschatologische Bedeutung der letzten Mahlfeier Jesu. Wichtig ist ihm allerdings auch der Hinweis Jesu, dass die Jünger vor Anfechtung, Irreführung und Schuld nicht sicher sind. Selbst Petrus (griechisch: das Felsgestein) kann sich seines Glaubens nicht sicher sein. "Ich aber habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht aufhört!" sagt Jesus zu seinem Apostel. Auffällig beim lukanischen Abendmahlsbericht ist auch die Erwähnung von zwei Kelchen, die beim Abendmahl gereicht werden - einer zu Beginn und einer als Abschluss der Mahlfeier.
Bei Johannes wird die Mahlfeier nur im Vorübergehen erwähnt; anstelle des Abendmahls wird die Fußwaschung ausführlich beschrieben.
In der paulinischen Fassung des Abendmahlsberichtes (1. Korinther 11,23-26) wird auf den Verkündigungscharakter des Abendmahls hingewiesen. Auch wird im Anschluss (ab Vers 27) vor einer "unwürdigen" Teilnahme am Abendmahl ausdrücklich gewarnt. Krankheit und Tod - so Paulus - können die Folge sein.

Urchristliche Abendmahlspraxis

Die Mahlfeier nahm im Urchristentum einen wichtigen Platz im Gemeindeleben ein. Die Apostelgeschichte nennt als eine der vier "Grundsäulen" christlicher Gemeinschaft "das Brechen des Brotes" (Apostelgeschichte 2,42). Heute unterscheidet man diese urchristlichen Agapefeiern von den Abendmahlsfeiern. Paulus spricht vom Abendmahl als einem selbstverständlichen Gemeindegeschehen (1. Korinther 10 und 11). Nach Apostelgeschichte 2,46 sind die Häuser der Gemeindemitglieder die ursprünglichen Orte der Abendmahlsfeier. Vermutlich wurde wenigstens an jedem ersten Tag der Woche, dem sogenannten "Tag des Herrn", die Eucharistie gefeiert (Apostelgeschichte 20,7) - wahrscheinlich eingebunden in ein gemeinsames Essen (1. Korinther 11,21ff; 33). Der Zeitpunkt der gemeindlichen Mahlfeier lag wohl am Abend des Tages, worauf die schon genannten Stellen aber auch das in den Texten verwendete griechische Wort für Mahl (deipnon) hinweist; es bezeichnet ein festlich gestaltetes Mahl zum Tagesabschluss. Es gibt Hinweise, dass beim Abendmahl - ähnlich wie beim Passah-Mahl - die Heilsgeschichte Gottes in Erinnerung gerufen und gleichzeitig verkündigt wurde. Bei der christlichen Mahlfeier wird es wohl (1. Korinther 11,26) die Passionsgeschichte Jesu gewesen sein.

Ein besonderer Priesterdienst wird in den neutestamentlichen Abendmahlsberichten nirgendwo erwähnt. Auch in den apostolischen Vorschriften für die Presbyter und Diakone (zum Beispiel 1. Timotheusbrief 3,1-10) ist von einer besonderen Rolle bei der "Sakramentsverwaltung" nicht die Rede. Allerdings könnte das Schweigen darüber auch darauf hindeuten, dass es als selbstverständlich erachtet wurde, dass der Eucharistiefeier die Apostel bzw. deren Nachfolger vorstanden.
Abendmahlsverständnis
Frühe Zeugnisse eines sakramentalen Verständnisses des Abendmahls sind:

Ignatius von Antiochien († ca. 107-110). Er nannte das Abendmahl eine "Arznei der Unsterblichkeit" und meint in seinen Brief an die Smyrnäer: Sie halten sich von Eucharistie und Gebet fern, weil sie nicht bekennen, dass die Eucharistie das Fleisch unseres Erlösers Jesus Christus ist, der für unsere Sünden gelitten hat.
Um das Jahr 100 spricht die Didache: Am Tage des Herrn versammelt euch, brecht das Brot und sagt Dank, nachdem ihr vorher eure Übertretungen bekannt habt, damit euer Opfer rein sei. Jeder aber, der mit seinem Freund einen Streit hat, soll nicht mit euch zusammenkommen, bis sie sich versöhnt haben, damit euer Opfer nicht entweiht werde.
Justin der Märtyrer (ca. 110 - ca. 165). Er verstand Brot und Wein im Abendmahl als Leib und Blut Jesu und ist die älteste erhaltene schriftliche Quelle für den Gedanken des Messopfers, das durch einen Priester dargebracht werden muss (d. h. nicht von Laien).
Während vor allem die Kirchen reformierter Prägung sich in ihrem Abendmahlsverständnis an ihrer Deutung der neutestamentlichen Mahlfeier orientierten, wurde die Sichtweise Justins und der Didache u.a. von der katholischen und der orthodoxen Kirche übernommen und ist auch heute die offizielle Lehrmeinung.

Es lassen sich zwei Hauptgruppen des Eucharistieverständnisses unterscheiden:

Die Vertreter der einen Gruppe lehren, dass in den Elementen von Brot und Wein Christus mit seinem Leib und seinem Blut real gegenwärtig ist (Realpräsenz) und die Teilnehmenden am Abendmahl durch das Essen und Trinken leiblich an Christus Anteil bekommen. Dies ist die Auffassung der orthodoxen, der katholischen, der anglikanischen und der lutherischen Kirchen. Die Eucharistiefeier ist eine Christus vergegenwärtigende Gedächtnisfeier.
Die Vertreter der anderen Gruppe lehren, dass die Elemente von Brot und Wein nur Zeichen oder Symbole seien, die Christi Leib und Blut "bedeuten", aber nicht "sind". Das Abendmahl ist hier eine reine Gedächtnis- bzw. Erinnerungsfeier. Diese Auffassung vertreten die reformierten Kirchen, und die meisten baptistischen Kirchen und Pfingstgemeinden. Ebenso wird diese Auffassung von manchen Neuoffenbarern und neuoffenbarerischen Gruppen vertreten, die manchmal nur lose oder gar nicht organisiert sind.
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