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Realpräsenz Christi bei der Eucharistie
Der lutherische Standpunkt zur römisch-katholischen Lehre von der bleibenden Präsenz Christi in den konsekrierten Elementen ist sehr differenziert.
Luther lehnt eine stiftungswidrige Verwendung des Sakraments ab, etwa in der Fronleichnamsprozession. Das Sakrament soll ausgeteilt und von den Gläubigen empfangen werden. Allerdings hält Luther an der bleibenden Präsenz Christi in den konsekrierten Elementen fest.
Noch über Luthers Tod hinaus werden die konsekrierten Hostien in der Monstranz und in einer Sakramentsnische oder einem Tabernakel auch in lutherischen Kirchen aufbewahrt und von den unkonsekrierten unterschieden. Luther selbst ließ sogar Pfarrer, die konsekrierte von nichtkonsekrierte Hostien nicht deutlich unterschieden, ihres Amtes entheben. Luthers persönlicher Glaube an die Realpräsenz wurde auch in seinem vorsichtigen Umgang mit dem konsekrierten Wein sichtbar.
Da nach Luthers Überzeugung Christus im Abendmahl real präsent ist, wird sein Leib und Blut in der Feier sowohl von Gläubigen als auch von Ungläubigen empfangen (sog. manducatio impiorum). Nicht der Glaube macht das Sakrament, sondern Christi Zusage: "Das ist mein Leib - Das ist mein Blut". Durch die vom Glauben unabhängige Gegenwart Christi können die Teilnehmer in ihrer Heilsgewissheit gestärkt werden. Das Sakrament schafft den Glauben, nicht umgekehrt.
Liberale Theologie
Ein zeitgenössisches Verständnis des Abendmahles ist z. B. das des evangelischen Theologen Ernst Lange (1927-1974). Er definiert Abendmahl anhand des Satzes "Geber und Gabe des Abendmahls ist Jesus Christus selbst" folgendermaßen:
Im Abendmahl geschieht nichts und wird nichts mitgeteilt, was nicht auch in den anderen Akten des christlichen Gottesdienstes geschieht. Nicht Sachen, heilige Dinge, heilige Substanzen sind Gabe des Abendmahls, sondern eine Person. Die Art und Weise, wie eine Person sich der anderen mitteilt, ist die Weise der Liebe. "Das Abendmahl ist eine in eine Gleichnishandlung gefasste Liebeserklärung Christi". Das Abendmahl ist nicht der besondere Moment, in dem Jesus zur Gemeinde tritt, sondern in dem die Gemeinde und der Einzelne zu Jesus treten. Das bedeutet, das Abendmahl unterscheidet sich von den Akten christlichen Gottesdienstes wie Wort (Bibellesung, Predigt) und Taufe nicht dem Inhalt, sondern nur der Funktion nach.
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Umstrittene Kirchentagsliturgie
Während des evangelischen Kirchentages am 14.-17. Juni 2001 gab es einen Versuch, eine neue Abendmahlsliturgie einzuführen. Begründet wurde dies dadurch, dass Christen Anstoß an der Vorstellung, Christi Fleisch zu essen und Blut zu trinken genommen hatten. In dem Liturgievorschlag des Kirchentags zum Feierabendmahl hieß es: "Wir lassen die Vorstellung, Fleisch zu essen und Blut zu trinken, endgültig hinter uns." Statt der traditionellen Einsetzungsworte "Das ist mein Leib" und "Das ist mein Blut", sollte es nach neuer Liturgie heißen: "Mein Leben für Euch".
Sowohl von Seiten der Römisch-Katholischen Kirche als auch von vielen protestantischen Gläubigen wurde dies massiv kritisiert, sodass sich die Kirchentagsleitung am Ende von diesem Vorschlag distanzierte und in den meisten der 120 Gemeinden zum Kirchentag die "korrekte" Liturgie verwendet wurde.
Eine Variation ist es, zum Brechen des Brotes die Worte "Mein Leben für Euch", und zum Austeilen des Weines die Worte "Der Kelch des Heils" zu verwenden. Die genannte Kirchentagsliturgie ist mittlerweile praktisch bedeutungslos, wird aber zeitweise von Laien erbeten.
Anglikanische Kirche
In der englischen Kirche wurde schon bald nach der Reformation um die Lehre von der Transsubstantiation heftige Debatten geführt. Zunächst hielt man, nachdem Heinrich VIII. mit der römischen Kirche gebrochen hatte, noch eine Weile an der katholischen Auffassung fest. Doch unter Edward VI. kam der deutsche Reformator Martin Bucer nach Cambridge, wurde dort Professor und beeinflusste die Theologie der Kirche von England maßgeblich. Zu dieser Zeit hatte Bischof Thomas Cranmer anfänglich eine lutherische, sein Kollege Nicholas Ridley eine reformierte Position vertreten. Bucer versucht zwischen diesen Einstellungen zu vermitteln, wie er es auch schon auf dem Kontinent getan hatte. Er lehnte einerseits eine durch die Sinne wahrnehmbare Gegenwart Christi im Abendmahl ab, andererseits vertrat er die Auffassung, dass Christus in den Elementen Brot und Wein gegenwärtig sei.
Bucer unterscheidet dafür zwischen dem Äußerlichen und dem Geistlichen oder Innerlichen und ist in seinem Denken damit den Mystikern näher. Er kommt zu dem Schluss, dass das Zeichen des Leibes Christi, d.h. das Brot, dem Munde gereicht wird. Gleichzeitig wird der wahre Leib Christi der Seele dargeboten. Diese Aussage Bucers findet sich später in den Gebeten des Book of Common Prayer wieder und zeigt sehr schön, dass er eine eigenständige Abendmahlstheologie vertrat. Man wird dem „englischen“ Bucer nicht gerecht, wenn behauptet wird, er habe die Auffassung Zwinglis geteilt. Beeinflusst von dieser mystischen Position Bucers sagt dann Cranmer später: „...is the very body of Christ inwardly by faith indeed eaten of all them that come thereto as they ought to do, with eating nourisheth unto everlasting life.“
Doch Cranmer unterscheidet sich in seinen Formulierungen von Bucer, weil er sich nicht ausschließlich einer „biblischen“ Sprache bedient. Seine Aussagen wirken von daher klarer und deutlicher.“We say not...that the body of Christ is corporally, naturally and ly either in the bread and wine or forms of bread and wine, or in them that eat and drink there-of: but we say that he is corporally in heaven only, and spiritually in them that worthily eat and drink the bread and wine.“ Cranmer weist in seinem Denken ähnlich mystische Tendenzen auf wie Bucer, was zum Beispiel in seiner Antwort auf die Frage deutlich wird, ob es eine würdige und unwürdige Teilnahme am Abendmahl gibt: „All men eat not Christ‘s body nor drink his - Christ is spiritually eaten of all faithful christian men, not only when they receive the sacrament, but continually, so long as they be members of Christ‘s spiritual body.“
Diese differenzierte Haltung von Bucer und Cranmer fand seinen Niederschlag in den 39 Glaubensartikel ("Articles of Religion") von 1571, in denen die obengenannte Haltung wiedergegeben wird. Auch heute hält der Katechismus der Episcopal Church in the USA diese duale Natur des Sakraments fest: eine äußere Form und eine innere, geistige Gnade. Durch diese Anerkennung beider Realitäten wird die via media als charakteristisch anglikanische Lösung auch auf Fragen der Eucharistie angewandt. [1]
Radikalere Theologen, die den Anglikanismus stärker in eine reformiert-puritanische Richtung ziehen wollten, verglichen die Vorstellung des Verspeisens des Leibes Christi beim Abendmahl sogar mit Kannibalismus. Erzbischof John Tillotson ging in seinem Discourse against Transubstantiation (1684) so weit, den Begriff hocus pocus vom lateinischen hoc est corpus abzuleiten und schrieb, dass es lächerlich und ein Skandal sei, daran zu glauben, dass man beim Abendmahl das Fleisch des Menschensohns esse und sein Blut trinke: "what can any man do more unworthily towards a friend? How can he possibly use him more barbarously, than to feast upon his living flesh and ?" Das Pendel der theologischen Mode in der anglikanischen Kirche schwang im 19. Jahrhundert allerdings wieder mit der sog. Oxford-Bewegung (John Henry Newman) zurück. Die Realpräsenz wurde wieder betont, in einer Weise, die näher an der römisch-katholischen Auffassung erinnerte (Anglo-Katholizismus). Heute wird innerhalb der anglikanischen Kirche ein breites Spektrum an Auffassungen vertreten.
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Methodistische Kirche
Die aus der anglikanischen Tradition kommende methodistische Kirche geht von der wirklichen, persönlichen, und lebendigen Gegenwart von Jesus Christus im Abendmahl aus, ohne diese vollständig erklären zu wollen. Die Lehre von der Transsubstantiation wird abgelehnt. Das Abendmahl ist Sakrament, Eucharistie (Dank), Gemeinschaft der Kirche, Erinnerung und Gnadenmittel. Es ist auch ein Opfer, allerdings nicht als Wiederholung des Opfers Christi sondern als Wieder-Darstellung, wobei sich die Kirche in Einheit mit Christus als Opfer gibt (Römer 12,1).
Das Abendmahl ist für die Methodisten eine Feier der ganzen Kirche - alle Christen sind willkommen, auch nicht getaufte, die im Glauben daran teilnehmen wollen. Niemand darf wegen Alters oder mangelnden Verständnisses abgelehnt werden. Das Abendmahl ist eine liturgische Feier, bei der immer ein ordinierter Geistlicher präsidiert. Die methodistische Kirche war im 19. Jahrhundert aktiver Teil der Abstinenzbewegung und verwendet aus dieser Tradition heraus Traubensaft und keinen Wein.
Reformierte Kirchen
Kirchen, die der Lehre von Zwingli und Calvin folgen, vertreten die Auffassung, Brot und Wein seien nur Zeichen für Jesus. Wenn Jesus sagt: "Das ist mein Leib", dann sei dieses ist als bedeutet zu verstehen, so Ulrich Zwingli (1484-1531). Das Abendmahl gilt als ein reines Gedächtnismahl zum Gedenken an den Opfertod Christi. Für Zwingli ist das Fleisch nach Joh. 6, 63 "nichts nütze", es könne unseren Geist nicht nähren. Gott handle vielmehr als Geist im Geiste des Menschen. Die Vorstellung von der Transsubstantiation ist für ihn daher ein Wahn. Auch für Calvin sind Brot und Wein beim Abendmahl lediglich "Zeichen und Zeugnisse" der Gegenwart Christi, den wir leiblich aber nur in der "Höhe", im Himmel finden. Dort allein ist er zuhause. Es hat daher keinen Sinn, ihn hier auf Erden im Brot und Wein zu suchen. Erfahrbar wird der himmlische Leib Christi allein durch den Glauben an ihn und durch das Band des Heiligen Geistes.
Zum Abendmahl gehört nach reformierten Ritus, dass das Abendmahl "unter beiderlei Gestalt" (Brot und Wein) von allen empfangen wird. Zur Liturgie, die nicht für alle Fälle genau festgelegt ist, gehören ein Abendmahlsgebet, ein Dankgebet und die Einsetzungsworte (meistens nach 1. Kor 11,23-26).
Das Abendmahl kann durch Pfarrer und Älteste in den Reihen gereicht, Brot und Kelch werden dem Nachbarn weitergegeben, es ist aber auch möglich, dass die Gemeinde nach vorne kommt, um das Abendmahl zu empfangen. Im ersteren Fall liegt die Betonung auf der gemeinsamen Priesterschaft aller Gläubigen, im zweiten Fall auf der Einladung zum Abendmahl durch Jesus und der Antwort des Gläubigen durch hervortreten.
Täufer
In den Schleitheimer Artikeln von 1527 heißt es: Alle, die ein Brot brechen wollen zum Gedächtnis des gebrochenen Leibes Christi, und alle, die von einem Trank trinken wollen zum Gedächtnis des vergossenen Blutes Christi, die sollen vorher vereinigt sein zu einem Leib Christi, das ist zur Gemeinde Gottes, an welcher Christus das Haupt ist, nämlich durch die Taufe. Denn wie Paulus sagt, können wir nicht zugleich teilhaftig sein des Tisches des Herrn und des Tisches der Teufel. Wir können auch nicht zugleich teilhaftig sein und trinken des Herren Kelch und der Teufel Kelch. Das heißt: Alle, die Gemeinschaft haben mit den toten Werken der Finsternis, die haben kein Teil am Licht, also alle, die dem Teufel folgen und der Welt, die haben kein Teil mit denen, die aus der Welt zu Gott berufen sind. Alle, die dem Bösen verfallen sind, haben kein Teil am Guten. So soll und muss es auch sein: Wer nicht die Berufung eines Gottes zu einem Glauben, zu einer Taufe, zu einem Leib zusammen mit allen Kindern Gottes hat, der kann auch nicht mit ihnen zu einem Brot werden, wie es doch sein muss, wo man das Brot in der Wahrheit nach dem Befehl Christi brechen will.
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Baptisten
Das reformierte Abendmahlsverständnis wird auch von vielen Freikirchen, insbesondere von den Baptisten, geteilt. Sie verwerfen vor allem die römisch-katholische Opfertheologie, nach der der Leib und das Blut Jesu Christi "in unblutiger Weise" in jedem sogenannten Messopfer gegenwärtig wird. Dieses widerspricht ihres Erachtens den eindeutigen biblischen Aussagen, die die Einmaligkeit des Opfers Jesu am Kreuz von Golgota betonen. Deshalb gibt es in ihren Kirchen auch keinen Altar. Altäre wurden und werden ja im Zusammenhang von darzubringenden Opfern gebraucht. Baptisten feiern ihr Abendmahl wie zur Zeit der urchristlichen Gemeinde an einem Tisch, dem "Tisch des Herrn". Die Gemeinde Jesu feiert hier das Abendmahl in Erinnerung an das "allgenugsame" Opfer Jesu am Kreuz. Sie betonen dabei den Gemeinschaftscharakter des Abendmahls stärker als ihre reformierten Schwesterkirchen: Die Ortsgemeinde versammelt sich um den Tisch des Herrn, um aus der Hand des erhöhten Christus Brot und Kelch als Zeichen seiner Liebe zu empfangen. Dies wird auch in der formalen Gestaltung der baptistischen Abendmahlsliturgie deutlich: Während die reformierten Abendmahlsteilnehmer aus ihren Sitzreihen heraus treten, um vorne am Abendmahlstisch Brot und kelch zu empfangen, bleiben die Baptisten auf ihren Plätzen; Brot und Kelch werden ihnen durch die Diakone gebracht. Sie selbst reichen dann - oft mit einem Segenswort verbunden - das Abendmahl an ihren Sitznachbarn weiter. Wer nicht teilnehmen möchte, lässt Brot und Kelch an sich vorüber gehen. Wie in der urchristlichen Gemeinde ist ein besonderes bzw. vermittelndes Priestertum nicht nötig; es widerspricht sogar nach Ansicht der Baptisten dem eigentlichen Charakter des Abendmahls: "Hier muss unmissverständlich deutlich werden: Einer ist euer Meister: Jesus Christus; ihr aber seid Brüder!"
Brüdergemeinden
Auch in den Brüdergemeinden wird das Abendmahl als Erinnerung an das Leiden und Sterben Jesu Christi gefeiert. Die Gestaltung der sonntäglichen Feier - in Brüdergemeinden Brotbrechen genannt - unterliegt keiner festgeschriebenen Liturgie, hat jedoch oft folgende Elemente: Die Gemeinde versammelt sich in aller Stille um den Abendmahlstisch, auf welchem sich Brot und Wein befinden. Es besteht in den Brüdergemeinden noch der Anschluss an die urchristliche Praxis des Brotbrechens, von dem in der Apostelgeschichte (Kap. 2: "Sie brachen das Brot in den Häusern...")gesprochen wird. Die beiden Substanzen des Abendmahls - Brot und Wein - werden als "Zeichen der Liebe Gottes" verstanden. Nicht Menschen, sondern der Heilige Geist soll die Feier gestalten. Er bewegt nach Auffassung der Brüdergemeinde verschiedene Männer der Gemeinde, zur Gestaltung der Feier beizutragen. So werden in nicht festgelegter Reihenfolge Bibeltexte gelesen, kurze Ansprachen gehalten, über Erfahrungen mit Gott berichtet, freie Gebete gesprochen und gemeinsam zu singende Lieder vorgeschlagen. Auffällig ist allerdings, dass in den meisten Brüdergemeinden die Frauen - abgesehen vom gemeinsamen Gesang - den Gottesdienst schweigend feiern. In vielen Brüdergemeinden sitzen die Frauen auch von den Männern getrennt. Am Abendmahl teilnehmen kann in der Regel nur, wer zum Abendmahl zugelassen wurde. Diese Zulassung setzt den persönlichen Glauben an Jesus Christus und ein seelsorgerliches Gespräch mit den Brüdern der Gemeinde voraus. Die Zulassung wird der Gemeinde bekannt gegeben. Auswärtige Abendmahlsteilnehmer haben in einigen Gemeinden ein Empfehlungsschreiben ihrer Heimatgemeinde vorzuzeigen oder zumindest glaubhaft zu versichern, dass sie dort zum Abendmahl zugelassen sind.
Siebenten-Tags-Adventisten
Die Adventisten definieren ihr Abendmahlsverständnis so: Beim Abendmahl nehmen wir Brot und Wein zu uns, die Zeichen für den Leib und das Blut Jesu Christi, und bringen dadurch unseren Glauben an ihn als unseren Herrn und Erlöser zum Ausdruck. In diesem Erlebnis der Gemeinschaft ist Christus gegenwärtig, um unter seinem Volk zu sein und es zu stärken. Durch die Teilnahme am Abendmahl verkünden wir voll Freude des Herrn Tod, bis er wiederkommt. Zur Vorbereitung gehören Selbstprüfung, Reue und Sündenbekenntnis. Der Herr gebot auch den Dienst der Fußwaschung. Die Fußwaschung weist auf die Notwendigkeit erneuter Reinigung hin, ist Ausdruck der Bereitschaft, einander in Demut zu dienen, wie Christus es tat, und soll unsere Herzen in Liebe verbinden. Am Abendmahl können alle gläubigen Christen teilnehmen. (Matth.26, 17-30; l. Kor. 11, 23-30; 10, 16. 17; Joh. 6, 48-63; Offb. 3, 20; Joh. 13, 1-17.)
Die deutschen Adventisten feiern das Abendmahl offen und in der Regel nur vierteljährlich.
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Heilsarmee
Die Heilsarmee lehnt alle Sakramente als unnötige Äußerlichkeiten ab, feiert daher auch keine Eucharistie.
Mormonen
Bei den Mormonen wird das Abendmahl einfach als "das Sakrament" bezeichnet. Es wird wegen des Alkoholverbots dieser Konfession mit Brot und Wasser gefeiert, wobei das Wasser in einzelnen kleinen Bechern an die Gläubigen ausgegeben wird. Die Feier findet jeden Sonntag in den Gemeindehäusern statt, nicht in den Tempeln. Die Segnung und Austeilung ist den niedrigen Graden des vielstufigen mormonischen Priestertums zugeordnet und wird daher meist von (stets männlichen) Jugendlichen der Gemeinde durchgeführt, die bisher nur die entsprechenden niederen Weihen empfangen haben. Das Sakrament wird als Gedächtnismahl verstanden; nur getaufte Mormonen sind zur Teilnahme zugelassen, jedoch dürfen Nichtmormonen anders als bei den Tempelsakramenten als Zuschauer anwesend sein.
Zeugen Jehovas
Die Zeugen Jehovas feiern nur einmal jährlich, am Tag des jüdischen Pessach, ein sogenanntes "Gedächtnismahl". Nur "die 144.000", eine in der Frühzeit der Zeugen als zukünftige "Herrscher im Himmel" auserkorene Gruppe, verzehrt dabei Brot und Wein, die übrigen Zeugen und eventuelle Gäste sind als Zuschauer und Mitbetende dabei. Da fast alle der 144.000 inzwischen verstorben sind, empfängt in den allermeisten Gemeinden heute niemand mehr Brot und Wein.
Abendmahlsgemeinschaft zwischen Kirchen
Viele Kirchen haben eine Abendmahlsgemeinschaft, d. h. alle Mitglieder der beteiligten Kirchen können am Abendmahl teilnehmen. So besteht Abendmahlsgemeinschaft z. B.
zwischen den lutherischen, reformierten und weiteren evangelischen Kirchen in Europa, die der Leuenberger Konkordie angeschlossen sind
zwischen der Alt-Katholischen Kirche, den Mitgliedskirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland und Anglikanischen Kirchen
zwischen der lateinischen und den uniert-ostkirchlichen katholischen Kirchen (d.h. die römisch-katholische Kirchengemeinschaft unter dem Primat des Papstes)
zwischen Anglikanern und der indisch-orthodoxen Mar Thoma Kirche
zwischen der Church of England und der Britischen Methodistenkirche
Offiziell ist eine gemeinsame Feier von Protestanten und römischen Katholiken derzeit nicht möglich (siehe auch Interzelebration, Konzelebration), jedoch können unter besonderen Umständen für einzelne Personen Ausnahmen gestattet sein. (Vgl. hierzu den Briefverkehr zwischen Prof. Hasenhüttl und der durch Kardinal Ratzinger vertretenen "Congregatio pro Doctrina Fidei", http://www.ikvu.de/oekt/hasenhuettl.....g-suspendierung-2004.html).
Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem gemeinsamen christlichen Abendmahlsverständnisses ist die Lima-Erklärung des Weltkirchenrates.
Viele Freikirchen sehen die Abendmahlgemeinschaft allein durch den gemeinsamen persönlichen Glauben an Christus gegeben und daher grundsätzlich keine Relevanz in der Konfessionsangehörigkeit oder in Formen der Darreichung und Auslegung. Sie haben aber Bedenken wegen der in den Volkskirchen verbreiteten Teilnahme Ungläubiger aus gesellschaftlicher Gewohnheit.
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