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Apostolisches Glaubensbekenntnis












Apostolisches Glaubensbekenntnis
aus Wikipedia

Das Apostolische Glaubensbekenntnis ist eine fortgebildete Variante des altrömischen Glaubensbekenntnisses aus dem 2. Jahrhundert, welches wahrscheinlich aus einem noch älteren Taufbekenntnis entstanden ist.

Funktion
Ein Glaubensbekenntnis wie das Apostolische Glaubensbekenntnis benennt die wichtigsten Glaubensinhalte zum Zwecke des liturgischen (gottedienstlichen) Betens und Bekennens. Es wird von den westlichen christlichen Kirchen allgemein anerkannt. In der Kirche von England hat es eine herausragende Bedeutung, da es morgens und abends zu rezitieren ist. In der Katholischen Kirche ist es das Taufbekenntnis (in Frage- und Antwortform, auch bei der Tauferneuerung) sowie der Anfang des Rosenkranzgebets. In der östlichen Kirche ist es im allgemeinen unbekannt; dort wird stattdessen das Nicäische Glaubensbekenntnis verwendet. Das Apostolische Glaubensbekenntnis enthält aber keine Aussagen, die in der Ostkirche irgendwie umstritten wären.

Im 20. Jahrhundert wuchs seine Bedeutung in Folge der ökumenischen Bewegung, da es eine allen Kirchen akzeptable Formulierung des christlichen Glaubens darstellt. Hierzu wurde 1971 eine dem heutigen Sprachgebrauch angepasste Form eingeführt, die nach der unten genannten lateinischen Fassung zitiert wird. Gleich im Anschluss danach die alte Fassung nach dem Kleinen Katechismus von Martin Luther

Eine Parallelentwicklung stellt das Nicäische Glaubensbekenntnis dar.

Text und Bilder dieses Beitrages basieren auf dem Artikel Apostolisches Glaubensbekenntnis aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Lateinische Fassung
Credo in deum patrem omnipotentem,
creatorem coeli et terrae;

Et in Iesum Christum,
filium eius unicum,
dominum nostrum,
qui conceptus est de Spiritu sancto,
natus ex Maria virgine,
passus sub Pontio Pilato,
crucifixus, mortuus et sepultus,
descendit ad inferna,
tertia die resurrexit a mortuis,
ascendit ad coelos,
sedet ad dexteram dei patris omnipotentis,
inde venturus est iudicare vivos et mortuos;


Credo in Spiritum sanctum,
sanctam ecclesiam catholicam,
sanctorum communionem,
remissionem peccatorum,
carnis resurrectionem,
et vitam aeternam. Amen.
Deutsche Fassung
Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde;

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten;

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige katholische1 Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten ( wörtlich: des Fleisches )
und das ewige Leben. Amen.

1In den reformatorischen Kirchen wird der Ausdruck "katholische Kirche" oft durch "christliche Kirche" bzw. "allgemeine Kirche" ersetzt, um sich von der römisch-katholischen Kirche abzugrenzen. Katholisch bedeutet in diesem Sinne jedoch nicht die römisch-katholische Kirche, sondern die allgemeine Kirche (gr. katholikos = allgemein), also die Gemeinschaft aller Christen.
Nach Luther
Zum Vergleich alte Fassung nach dem Kleinen Katechismus von Martin Luther (die heute veränderten Wörter sind fett hervorgehoben):

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen,
Schöpfer Himmels und der Erde.

Ich glaube an Jesum Christum,
Gottes eingebornen Sohn, unsern Herrn,
der empfangen ist vom Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontio Pilato,
gekreuziget, gestorben und begraben,
niedergefahren zur Hölle,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren gen Himmel,
sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters.
von dannen er kommen wird,
zu richten die Lebendigen und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
eine heilige christliche Kirche,
die Gemeinde der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung des Fleisches
und ein ewiges Leben. Amen.
Eine kurze Auslegung des Apostolischen Glaubensbekenntnisses
Der christliche Glaube besteht nicht aus einer Addition (Ansammlung) unterschiedlicher einzelner Glaubensinhalte, die nicht weiter zu vereinheitlichen (zu reduzieren) wären, sondern die Glaubensinhalte des christlichen Glaubens (formuliert etwa im frühkirchlichen sogenannten Apostolischen Glaubensbekenntnis als einer Zusammenstellung von biblischen Aussagen) sind eine Ausfaltung der recht einfachen Lehre Jesu, wie sie in den Evangelien weitergegeben wurde. Die Lehre Jesu lässt sich so zusammenfassen:

Folgt mir nach! Nicht einer Lehre oder Meinung, sondern mir als Person, denn "ich bin der gute Hirte" (Joh 10).
Glaubt, dass ihr absolut in Gott geborgen seid (rein menschlich ausgedrückt: Tod und keine Schuld kann einen vom ewigen Leben trennen; oder: die letzten Wirklichkeiten über unser Leben sind nicht Tod, Schuld und Ungerechtigkeit, sondern die Erlösung davon; anders bildlich ausgedrückt: tiefer als in die Hand Gottes kann man nicht fallen),
glaubt, dass das Reich Gottes möglich ist (nahe ist) und handelt dementsprechend, und
ihr müsst euer Tun vor euch verantworten, was bedeutet, dass ihr von anderen und vor allem von mir (Jesus) gefragt werdet, wie ihr denn euer Handeln rechtfertigen wollt, und dem könnt ihr nicht ausweichen.
Deswegen lässt sich der Begriff Glaube so definieren: »Glaube« im christlichen Sinn bezeichnet unbedingtes Vertrauen. Darüber hinaus noch das Bewusstsein, sich so wie Jesus absolut in Gott geborgen zu wissen, so dass man nicht mehr aus Angst um sich selbst handeln muss und in Liebe und Gelassenheit leben kann.

Dieser Glaube stellt sich theologisch dreifach dar als Glaube an den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist. Denn es geht im christlichen Glauben darum, sich absolut in Gott geborgen zu wissen (Glaube an den Vater), was bedeutet, dass man glaubt, dass Gott einen in sich so aufgenommen hat (in sich hineingeschaffen hat), dass weder Tod noch irgendeine Schuld einen von der Gemeinschaft mit Gott trennen können. Sodann geht es darum, sich genau so wie Jesus in Gott geborgen zu wissen, so dass man auch wie Jesus erfüllt sein könnte vom Heiligen Geist. "An den Heiligen Geist glauben" bedeutet also, sich so wie Jesus in Gott geborgen zu wissen, um so liebend und befreiend wie Jesus handeln zu können. "An Jesus als den (eingeborenen) Sohn glauben" bedeutet zu wissen, wem man diesen Glauben verdankt, weil Jesus diesen Glauben unüberbietbar vorgelebt hat. (Näheres unter den Links Dreifaltigkeit, Menschwerdung Gottes und Präexistenz) Im Glaubensbekenntnis wird die Gottessohnschaft Jesu noch durch die Sätze „empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria“ näher ausgesagt. Hierzu Näheres unter dem Link Jungfräuliche Geburt. Auch wird die Gottessohnschaft Jesu durch einen anderen Glaubenstitel flankiert: Glaube an Jesus Christus. Näheres unter Christus.

Der Glaube an die Auferstehung Jesu ist identisch mit dem Glauben an die Lehren Jesu, denn auch von Jesus wird geglaubt, dass er absolut in Gott geborgen ist, was eben sein ewiges Leben beinhaltet. (Näheres unter Auferstehung Jesu Christi)

Der Glaubensartikel „aufgefahren in den Himmel“ ist ein anderes Bild für das Bildwort „Auferstehung“, das eben den theologischen Sachverhalt ausdrückt, dass Jesus absolut in Gott geborgen ist. (Näheres unter Christi Himmelfahrt.)

Der Glaubensartikel „dass Jesus richtet“ meint, dass vor einem selbst und somit vor Gott und den Menschen das Handeln verantwortet werden muss, dass also Menschen nicht auf ewig ihrem Tun ausweichen und ihr Handeln verdrängen können.

Die Glaubensartikel „Vergebung der Sünden“, „Auferstehung der Toten“ und „ewiges Leben“ sind eine Entfaltung des Glaubens, absolut in Gott geborgen zu sein (Glaube an den Vater).

Der Glaube, dass die Kirche heilig und allgemein (katholisch) ist, ist eine Entfaltung der Lehre Jesu, dass jeder glauben könne und solle, so dass eine Gemeinschaft von Heiligen entsteht, die allgemein möglich ist und es auch gibt, wie verborgen auch immer.

Der Glaubensartikel „Gemeinschaft der Heiligen“ spezifiziert, dass man die Kirche als heilig und allgemein glaubt.

Die christlichen Glaubensinhalte sind, wie eben gezeigt, eine Ausfaltung des einfachen Glaubens Jesu, in Gott absolut geborgen zu sein, hin auf verschiedene Lebensaspekte und Wirklichkeitsdimensionen. Dabei lässt sich dieser Glaube dreifach darstellen als Glaube an den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist. Das sind aber keine drei verschiedenen Gründe bzw. Wurzeln des Glaubens, sondern ein Grund, der sich dreifach darstellen lässt: einen sich dreifach darstellenden Grund, eine sich dreifach darstellende Wurzel als der Glaube an den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist.
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