Bekehrung


Bekehrung
aus Wikipedia

Definition
Bekehrung, Umkehr oder Buße ist die Übersetzung des griechischen Worts μετανοια metanoia aus dem Neuen Testament. Die wörtliche Bedeutung ist Sinnesänderung, Änderung des Denkens, Umdenken. Im Alten Testament steht das hebräische Wort „schuf“ und wird in dem Zusammenhang mit Gott als „Umkehr“ übersetzt: Umkehr vom „falschen Weg“ oder „Rückkehr zu Gott“ In der Auslegung der Bibel gibt es unterschiedliche Arten, die Bekehrung oder Umkehr im Leben der Christen zu sehen.

Das Bild für diese Umkehr wird deutlich im Gleichnis Jesu vom „barmherzigen Vater“ in Lukas 15 (früher nannte man das Gleichnis das „Gleichnis vom verlorenen Sohn“, dann „das Gleichnis von den beiden verlorenen Söhnen“)
Zitat: Da ging er in sich und sprach: Wie viele Tagelöhner hat mein Vater, die Brot in Fülle haben, und ich verderbe hier im Hunger! 18Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir.19Ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße; mache mich zu einem deiner Tagelöhner! 20Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater

1: In sich gehen = Umdenken
2: Umkehren
3: Seine Schuld bekennen
In der RKK (= katholische Kirche) ist das Bußsakrament genau spezifiziert

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Römisch-katholische Kirche: Taufe und Umkehr von der Sünde
In der römisch-katholischen Kirche ist die Taufe der Ort der ersten, grundlegenden Umkehr. Durch den Glauben an die Frohbotschaft und durch die Taufe widersagt man dem Bösen und erlangt das Heil, welches die Vergebung aller Sünden und das Geschenk des neuen Lebens ist. (Katechismus der katholischen Kirche, 1427). Des weiteren gibt es eine zweite Umkehr, die eine fortwährende Aufgabe für die ganze Kirche und den einzelnen Christen ist. Das Streben nach Umkehr ist nicht nur eine Tat des Menschen. Sie ist die Regung eines „zerknirschten … Herzens“ (Ps. 51,19), das durch die Gnade dazu gebracht und bewegt wird, der Barmherzigen Liebe Gottes, der uns zuerst geliebt hat, zu entsprechen. (Katechismus der Katholischen Kirche, 1428)

Orthodoxe Kirche: Umkehr als Lebenshaltung des Christen
In der orthodoxe Kirche steht Umkehr (metanoia) nahe beim Geheimnis (Sakrament) der Buße, das dort oft auch als „zweite Taufe“ bezeichnet wird. Dazu gehören neben der Beichte auch Praktiken wie Fasten, Kontrolle der eigenen Rede und Emotionen, Kontrolle der eigenen Gedanken, das Praktizieren von Demut und Gebet. Umkehr ist kein einmaliger Vorgang sondern ein wesentlicher Teil des christlichen Glaubenslebens.
Protestantismus: Bekehrung als Beginn des Christseins
Dabei gibt es zwei unterschiedliche Auslegungen:

Bekehrung als freie Entscheidung des Menschen
Viele evangelische Kirchen verstehen unter Bekehrung die persönliche, freie Entscheidung, Jesus Christus nachzufolgen, ihn als Heiland und Herrn anzuerkennen und die Sünden zu bekennen. Es wird davon ausgegangen, dass diese Entscheidung der Beginn des Gläubigwerdens sei.

Evangelisierende christliche Gemeinschaften weisen daher immer wieder auf den Aufruf zur Umkehr hin, denn sie gehen davon aus, dass Gott zwar das Angebot der Rettung durch Jesus Christus mache, der Mensch aber in freier Entscheidung gefordert sei, das Angebot anzunehmen. Trifft er dabei die falsche Entscheidung, lande der Mensch nach dem Endgericht durch Christus in einer Hölle, die entweder als endlose psychische (Gottesferne) oder physische Qual (des Körpers) interpretiert wird.

Unter anderen bei den Evangelikalen ist die Bekehrung ein frei gesprochenes Übergabegebet an Jesus Christus. Es hat zum Inhalt, dass man ein Sünder ist, man zählt einige wichtige Dinge auf, die einem einfallen oder alle die einem besonders auf dem Herzen liegen und - das ist der wichtige Teil - man bittet Jesus Christus darum die Herrschaft im eigenen Leben zu übernehmen und zwar vollständig. Der Betreffende, der ein solches Gebet ernsthaft gesprochen hat, der weiß es. Es zählt etwa wie ein JA bei einer Hochzeit und man betrachtet sich im Allgemeinen dann als Wiedergeboren. Die Lehre setzt vorraus, dass man diese Wiedergeburt auch vor anderen bezeugt unter anderem durch die Taufe.

Man kann solch ein Gebet alleine Sprechen, dann ist es allerdings umso wichtiger, dass es auch vor anderen bezeugt wird. Man kann aber auch einen Christen bitten daran teilzunehmen. Wegen der Sündenaufzählung ähnlich einer Beichte sollte man dann aber einen Christen seinens Vertrauens wählen.

Im Falle eines einmaligen Gebetes mit vollständiger Lebensübergabe ist die Bekehrung ein einmaliger und genau datierbarer Punkt im Leben des Einzelnen. Es gibt abar auch Christen, die eine solche Wiedergeburt als allmählichen Vorgang erfahren. In dem Falle wird eben nicht das ganze Leben sofort übergeben sondern eben schrittweise. Manchmal geschieht auch das unbewußt, etwa durch und während der Teilnahme am Gemeindeleben. Aber auch hier weiß der Einzelnen irgendwann "Ich bin wiedergeboren".

Die Wiedergeburt - auch Bekehrung genannt - ist unabdingbare Vorraussetzung zur Zulassung zur Erwachsenentaufe. Das ist das offizelle Zeugnis des Einzelnen, dass er wiedergeboren ist. Das Heil ist allerdings ausschließlich an die Bekehrung und die damit verbundene Wiedergeburt gebunden. Die Taufe ist im Gegensatz zur gängigen Kirchenlehre zum Heil nicht notwendig. Es ist aber etwas, dass sich für einen anständigen Christen "gehört".

Charismatiker in der Römisch-katholischen Kirche sprechen eher von „Lebensübergabe“ statt von Bekehrung, weil nach offizieller katholischer Lehre die Wiedergeburt bereits bei der Taufe geschieht und nicht wiederholt werden kann.
Bekehrung als Folge der Berufung durch Gott
Andere Kirchen und Gruppen im Protestantismus vertreten die Auslegung, dass die Erlösung einzig das Werk Gottes ist, ohne jede Mitwirkung von Seiten des Menschen. Diese Gruppen lehnen die freie Entscheidung des Menschen als „Synergismus“ ab (d.h. Gott muss etwas tun und der Mensch muss etwas tun: Angebot und Annahme), der im Widerspruch steht zur Errettung des Sünders allein aus Gnade (sola gratia). Sie legen die Bibel so aus, dass die Umsinnung erst nach dem Gläubigwerden möglich ist (Apg. 11:22), die eine rein passive Berufung (κλησις kläsis (Eph 4,1)) durch Gott ist. Gott hat die Berufenen vor Beginn der Welt auserwählt (Eph 1:4, 2. Thess. 2:13, 5. Mose 7:6-.

Innerhalb dieser Sichtweise gibt es noch zwei unterschiedliche Auslegungen der Folgen der Erwählung Gottes:

Erwählung zur Errettung
In Kirchen mit calvinistischer Lehre gilt die schon von Augustinus von Hippo entwickelte Lehre der doppelten Prädestination, nach der Gott vor aller Zeit entschieden habe, wer zu den Geretteten und wer zu den Verlorenen gehören wird. Daher bekehrt sich nach dieser Theologie ein Mensch nur, wenn Gott das vor aller Zeit so entschieden hat. Da die Menschen aber nicht wissen, wie Gott im Einzelfall entschieden hat, kennen auch diese Kirchen Mission und Aufruf zur Umkehr.

Erwählung zur Berufung
Daneben gibt es Christen, die diese Auswahl Gottes als eine Erwählung für Aufgaben auslegen (jetzt und im äonischen Leben), analog der Erwählung von Jeremia (Jer. 1:5). Letztlich gerettet werden alle Menschen (siehe Allaussöhnung).

Zitate zur Bekehrung
Wird Christus tausendmal zu Bethlehem geboren - und nicht in dir, du bleibest noch ewiglich verloren. (Angelus Silesius)