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Charisma












Charisma
aus Wikipedia

Der Ausdruck Charisma (v. griech.: chárisma Gnadengabe, aus Wohlwollen gespendete Gabe) findet sich ursprünglich vor allem in der jüdisch-christlichen Tradition (Philo, Septuaginta, Neues Testament) und bezeichnet allgemein die von Gott dem Menschen geschenkten Güter, wobei das Wort das Wohlwollen als Motivation der Gabe betont. Der Ausdruck wird dann vor allem bei Paulus für die nichtmateriellen Güter verwendet.

Allgemein wird der Ausdruck in der Religionswissenschaft einerseits für die Begabung oder Befähigung zum Empfang von Offenbarungen, Inspirationen oder Erleuchtungen verwendet, anderseits - verbunden mit religiöser Devianz und Innovation - für die Schaffung einer eigenen von einer bestimmten Gruppe anerkannten numinosen Autorität.

Text und Bilder dieses Beitrages basieren auf dem Artikel Charisma aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Als religiöser Begriff
Im Neuen Testament und älteren Christentum bezeichnet Charisma die Gaben des Heiligen Geistes an die Christen. Dazu zählen Weisheit, Erkenntnis, Glaube, Prophetie, Krankenheilungen, Wundertaten, Geisterunterscheidung, Zungenrede und Auslegung der Zungenrede. Unter besonderer Betonung einiger dieser Charismen (auch: Charísmata) entstanden in der Neuzeit geistliche Aufbruchsbewegungen, wie die charismatische Bewegung, oder die Pfingstbewegung. Grundsätzlich dazu: Kurt E. Becker, "Charisma. Der Weg aus der Krise", Lübbe, 1996

Als sozialwissenschaftlicher Begriff
In der Soziologie nutzte Max Weber den Begriff "Charisma", um eine der von ihm unterschiedenen drei Formen der Herrschaft zu bezeichnen (neben "traditionaler" und "rationaler" Herrschaft). (Vgl. auch den Noah-Effekt). Über Webers "Charisma"-Begriff s. Kurt E. Becker, "Der römische Cäsar mit Christi Seele" (1988).In der Wirtschaftspsychologie findet sich ein Ansatz, der Charismaaffinität und die Wahrnehmung von Charisma in die Nähe des Narzissmus' stellt. Wichtig dabei ist, wie sich "Stigma" und "Charisma" zueinander stellen (vgl. auch Wolfgang Lipp), und die Möglichkeit der sozialen Reversion bzw. Dramatisierung prototypischer Attribute. Dieses Wechselspiel lässt sich sozial-kognitiv und psychodynamisch-interaktiv erklären (dazu Steyrer (1995): Charisma in Organisationen).

Umgangssprachlich
Im weiteren Sinne versteht man heute (bis in die Sprache der Werbung hinein) unter "Charisma" die besondere Ausstrahlungskraft eines Menschen.
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