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Übersetzungen im Christentum
Jehovah
Die Schreibweise Jehova oder Jehovah ist seit dem 13. Jahrhundert belegt. Sie geht auf den Dominikanermönch Raymund Martini zurück, der sie 1278 in seinem Werk "Pugio Fidei adversus Mauros et Judaeos" einführte.
Um 1518 übersetzte der Humanist Erasmus von Rotterdam den Gottesnamen erstmals so, nachdem man den Masorentext als vermeintlichen "Urtext" der Bibel wiederentdeckt hatte. Martin Luther, der sich für seine eigene Übersetzung der Hebräischen Bibel auf die Ausgabe des Erasmus stützte, folgte jedoch der Lesart des Judentums und übersetzte JHWH stets mit "der Herr".
"Jehova" findet sich dennoch in vielen alten deutschen Bibelübersetzungen wie der unrevidierten Elberfelder Bibel, den Erstauflagen der katholischen Van-Eß-Übersetzung und auch an einzelnen Stellen in der englischen King-James-Bibel. Diese Verwendung übertrug sich im deutschsprachigen Raum in Hunderte von Kircheninschriften, Kirchenlieder, Münzen und literarische Werke bis ins 20. Jahrhundert hinein.
Diese dreisilbige Namensform wird häufig wie in der jüdischen Kabbala spekulativ ausgedeutet, z.B. in Der heilige Name Gottes, St. Johannis-Druckerei, 1988, S. 13:
Im Namen Jehovah selbst sind drei Zeitformen des hebräischen Verbes „sein“ zu finden: JE = erste Silbe von Jehi = er wird sein, HOV = erste Silbe von hoveh = er ist, AH = letzte Silbe von hajah = er war. So lässt sich die Bedeutung des Namens Gottes schon erahnen. Die hebräische Übersetzung des Wortes Jehovah ist: DER EWIG DA SEIENDE.
(ausführlich dazu der Artikel Jehovah)
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Christliche Namensspekulation
Die jüdische "Kabbalistik" wurde auch von christlichen Theologen und Mystikern übernommen und mit spekulativen Erklärungen zum Namen "Jesus" (Jeschuah) verbunden. Diese Werke wurden von den jüdischen Kabbalisten jedoch meist abgelehnt.
Ein Beispiel für solche Namensspekulation bietet der christliche Okkultist "Papus". Er beschreibt in seinem Werk Die Kabbala (siehe Literatur) ausführlich die Bedeutung der Buchstaben des heiligen Tetragramms (יהוה) und erklärt sie zusammengefasst so:
Das Jod (י), das eigentlich nur als Punkt dargestellt wird, bedeutet das Prinzip, d.h. der Uranfang, aber auch das letzte Wesen der Dinge. Alle Buchstaben des hebräischen Alphabets sind nur durch verschiedene Gruppierungen des Jods entstanden. Das synthetische Studium der Natur brachte die Alten auf den Gedanken, dass es nur ein einziges Gesetz gebe, das alle Produktion der Natur beherrsche. Das Jod symbolisiert darin die Urquelle der Schöpfung. Der Anfang aller Dinge ist jedoch gleichzeitig der Urzweck am Ende aller Dinge.
An diesen Anfang aller Dinge stellt die Kabbala die absolute Bejahung des Seins durch sich selbst, das Ur-Ich, die das Iod symbolisch zum Ausdruck bringt.
Aber das Ich kann sich nur begreifen durch Gegenüberstellung des Nicht-Ichs. Kaum ist die Bejahung des Ichs vollzogen, so tritt sofort die Gegenwirkung des absoluten Ichs auf sich selbst ein, wodurch in einer Art Teilung der Einheit die Erkenntnis der eigenen Identität folgt. Dieses Prinzip ist der Ursprung der Dualität, der Gegenüberstellung, der Zweiheit, das Sinnbild des weiblichen Wesens, wie die Einheit das Sinnbild des männlichen Wesens ist.
Das He, zweiter Buchstabe des großen, heiligen Namens, symbolisiert das Passive, sowie Jod das Symbol des Aktiven ist, und ebenso das Nicht-Ich oder Du in Beziehung zum Ich, das Weib in Beziehung zum Mann.
Die Gegenüberstellung des Ich und des Nicht-Ich lässt sofort einen weiteren Faktor entstehen, eben die Beziehung zwischen diesem Nicht-Ich und Ich. Das Vau (ו), symbolisiert die Beziehung, ursprünglich einen Haken und Bindeglied in der Natur.
Außerhalb dieser Trinität (יהו (IHV), die als Gesetz betrachtet wird, existiert nichts. So bilden in Wahrheit nur drei Buchstaben den großen heiligen Namen.
Der vierte Buchstabe, das He, ist nur eine Wiederholung des Zweiten... [Er] symbolisiert den Übergang und das Werden. Dieses Symbol wird in der Kabbala verglichen mit dem Verhältnis, das zwischen einem Getreidekorn und seiner mütterlichen Ähre besteht. Die Ähre, als manifestierte Dreiheit im Jod-He-Vau, investiert ihr ganzes Wirken in die Erzeugung des Getreidekerns: der Schlußbuchstabe He.
Dieses Getreidekorn bildet der Übergang von der gebärende Mutterähre zur nächsten Generation, die dieser (weiblichen) Kraftanstrengung seine Entstehung verdankt. Die abschließende, weibliche Hieroglyphe He symbolisiert somit den ewigen Generationswechsel, der in der einzigartigen Komplexität, den wir Leben nennen, die göttliche Unsterblichkeit aller Lebewesen sicherstellt.
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Moderne Bibelübersetzungen
Die katholische Einheitsübersetzung gebraucht an etwa 120 Stellen Jahwe, schreibt an den meisten Stellen aber Herr.
Die meisten evangelischen Bibelübersetzungen schließen sich der jüdischen Tradition an und schreiben Herr. Manche unterscheiden HErr oder HERR, um darauf hinzuweisen, ob an dieser Stelle JHWH oder Adonaj im Urtext steht; für Adonaj JHWH steht dann entsprechend Herr GOTT oder "Herr HErr". In den meisten anderen Sprachen wird dies ähnlich gehandhabt.
Die Zeugen Jehovas verwenden den Namen Jehova u.a. in ihrer "Neue-Welt-Übersetzung der heiligen Schrift", sowohl im Alten Testament (6973 mal) als auch im Neuen Testament (237 mal).
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