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Messianische Bewegungen












Messianische Bewegungen
Begriffsbestand
Eine ausdrückliche Nennung des Begriffs „Messias“, in der Bedeutung einer eschatologischen Rettergestalt, findet sich nirgendwo in der Tora, den ersten fünf Büchern, des so genannten (AT) Alten Testament. Vielmehr wird dieser Begriff ausschließlich immer auf Personen angewandt. Genannt werden die Könige in Israel, sechsmal der Hohepriester sowie einmal der persische König Kyros II. (Jesaja 45,1) - und zwar stets in „syntaktisch charakteristischer Construktus-Verbindung mit „Jahwe“ bzw. mit diesbezüglichen Suffix“.

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Die verschiedenen Auslegungmethoden
Neben dem fehlenden Begriff des Messias als „terminus technicus“ muss bei der weiteren Betrachtung der alttestamentlich-kanonischen Texte und der damit zusammenhängenden einschlägigen Literatur aus der heutigen Zeit, auf gewisse Besonderheiten geachtet werden. Im Wesentlichen wird nicht zwischen einer „messianischen Hoffnung“ und der sogenannten „Heilserwartung“ unterschieden und es findet auch keine ausreichende Differenzierung zwischen den Begriffen „Messias“ und „messianisch“ statt. Durch die Bezeichnung der Könige Israels als „Gesalbte Jahwes“ wurden die Könige Israels nicht nur im höchsten Maß hervorgehoben, sondern es wird unter anderem auch eine souveräne und erwählende Bindung zu Jahwe und dem davidischen Königtum forciert. In den Grundzügen wird ersichtlich, dass die Darstellung der „Messiaserwartung“ ein sehr kontroverses Thema darstellt, welches auch für die Forschung nicht uninteressant schien, denn in dieser Thematik finden sich die wichtigsten Grundentscheidungen alttestamentlicher und vor allem dann biblischer Theologie wieder. Nach landläufigen Verständnis muss die Messiasgestalt im alten Testament folgende Attribute erfüllen: Sie muss in Form einer „Königsgestalt“ erscheinen, sie muss „Heil“ bringen und mit ihr muss die „Endzeit“ anbrechen, so dass der Begriff des Messias gleichzusetzen ist mit dem „eschatologischen Heilskönig“. Die oben erwähnte Salbung des Königtums in den kanonischen Texten, wohnte zwar eine konstitutive und legitimierende Rolle inne, sie ist aber noch lange kein Beweis für die immer wieder hergestellte und ungebrochene Linie zu einer „eschatologischen Erwartung“. Nicht alles was königliche Momente aufweist ist zugleich auch „messianisch“ und nicht schon alles in die Zukunft blickende ist „eschatologisch“ zu nennen. Doch es läßt sich anhand verschiedener Texte exergetisch nachweisen, das mit jedem erneuten Handeln Jahwes, das Vertrauen auf seine universale Herrschaft zunahm und das Volk begann somit eine Zukunftsperspektive in Jahwe zu zeichnen, welche aber nicht die Konturen einer Messiasgestalt erfüllte. Insofern bietet das Alte Testament Anstoß und Vorgeschichte einer weit verzweigten Messias-Erwartung, d.h einer sich entwickelnden Messianologie, die sich im Frühjudentum wie auch im Neuen Testament herauszubilden beginnt. In der jüngsten Aufsatzsammlung zum Thema (Studien zum Messiasbild im AT, 1989) gesteht man zwar ein, wie wenig beweisbar eine durchgehende Linie in bezug auf die „Messias-Erwartung“ sei, möchte aber dennoch das „Messiasbild“ mindestens „für bestimmte Teile des Alten Testaments retten, da man gerade hier offenbar ein Herzstück biblisch-theologischer Kontinuität in Gefahr zu sehen scheint“.
Im Judentum

Frühjudentum
Im nachbiblischen Judentum gibt es weder eine zentrale noch eine einheitliche Vorstellung eines Messias. Man könnte am ehesten von einem priesterlichen Messias als dem Mittler des endzeitlichen Heils sprechen. Die ersten ausgeprägten messianischen Erwartungen finden sich erst ab dem 1. Jh. v. Chr. in den Psalmen Salomos und in Qumran. Hier tritt auch zum ersten mal die Bezeichnung Messias bzw. Maschiach, christos, usw. in Erscheinung. An dieser Stelle ist auch keine einheitliche Linie vorzufinden, jedoch ist die Erwartung eines priesterlichen Messias, mehrfach mit einem Messias Israels verbunden. Doch bleibt auch der Gedanke an das Erscheinen von zwei Messiassen (priesterlich und königlich) präsent, denn offenbar wird in den Psalmen von Qumran der Priester und dann der Fürst gesegnet. „Eine direkte Verknüpfung des Menschensohn mit dem traditionellen Messiasbild erfolgt schließlich in der Erlösergestalt, des aus dem Meer aufsteigenden Menschen in IV Esr 13, das jedoch den Begriff Messias nicht verwendet“.
Rabbinische Zeit
Im Allgemeinen kann man sagen, dass die rabbinische Zeit dadurch geprägt ist, dass in ihr die Apokalyptik weitergeführt wird. Der messianischen Zeit geht demnach eine Leidenszeit voraus, an anderer Stelle spricht man auch von den „Geburtswehen des Messias“. Diese Tatsache hat gerade in für Juden katastrophalen Zeiten und Situationen den Glauben an einen Messias immer wieder neu entbrannt. Als Zeitpunkt der Ankunft der messianischen Zeit gilt: 4000 Jahre nach der Erschaffung der Welt oder 400 Jahre nach der Zerstörung des Tempels. In anderen Quellen wiederum wird davon ausgegangen, dass Handlungen der Menschen, wie z.B. Buße tun einen direkten Einfluss auf das Erscheinen des Messias hätten, spätestens tritt der Erlöser jedoch in Erscheinung, wenn das Maß des Leidens Israels voll ist. Der krank auf seine Sendung wartende, und somit zum Schluß noch selbst leidende Messias ist den klassischen rabbinischen Texten eher fremd, zwar gibt es einige Texte in denen ein schwer leidender Messias erwähnt wird, welcher alle Sünden auf sich nimmt, um das Volk Israel zum Lichte zu führen, doch sind diese nicht datierbar. Vielmehr betonen die Rabbinen die Sinnlosigkeit jeglichen Aktivismus und sie verachten sogar das vorzeitige Wecken des Erlösers. Es ist allein der Wille Gottes, der den Messias herbeiholen kann, damit mit diesem eine messianische Zeit anbrechen kann, in welcher paradiesische Zustände herrschen werden.
Mittelalter
Die Zeit des Mittelalters ist eine Zeit, die viele messianische Bewegungen hervorgebracht hat. Unter diesem Gesichtspunkt ist es nicht verwunderlich, dass es zu einer entsprechend hohen Anzahl an Messiassen und Pseudomessiassen kommen musste. Verständlicherweise suchten viele Menschen damals nach gewissen Unterscheidungsmerkmalen, die den wahren Messias erkennen lassen würden. onides gehörte nicht zu denen, die eine Messias-Kriterien-Liste aufstellten, er behielt eher die traditionelle Messiashoffnung bei, betonte jedoch, dass die messianische Zeit keine Veränderung in der Ordnung der Natur bringen, sondern lediglich Israel von jeder Fremdherrschaft befreien werde. Er sah darin ein ideales Zeitalter der Vernunft verwirklicht, in dem „die Könige aus dem Hause Davids in Jerusalem herrschen, wo auch der Tempel wieder errichtet wird“.5 In der esoterischen Tradition des Judentums waren messianische Vorstellungen lange Zeit nur eine Randerscheinung, doch seit dem 13. Jh. konzentrieren sich diese vermehrt in der Kabbala. Die Wiederherstellung der anfänglichen Einheit, durch die Erfüllung der Gebote und miteinander vereinbare Absichten in mystischen Gebeten, werden zur Aufgabe eines Jeden gemacht. Diese Vorstellungen vereinigten sich in „Sabbatai Zwi“ und die Person Sabbatai wurde von „Natan von Gaza“ in die lurianische Lehre miteinbezogen. Die jüdische Messiasvorstellung beinhaltete von Anfang an gesetzes-kritische Elemente und diese wurden durch den Sabbatianismus extrem weiterentwickelt und führten letztlich die messianische Torakritik wie auch den Messianismus generell in die Krise.
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