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Messianische Bewegungen












Neuzeit
Die pseudomessianischen Bewegungen hielten bis in die Neuzeit an und gefährdeten die jüdischen Gemeinden zunehmend, unter anderem bewirkten sie dadurch, dass der Messianismus immer weiter zurückgedrängt wurde. So kann man festhalten, dass im 19. Jh. keine akute Messiashoffnung mehr anzutreffen war und man den rationalen Ansatz von onides immer mehr radikalisierte. Der jüdische Monotheismus sollte zur Erfüllung einer „messianischen Heilszeit“ beitragen und die Gebete um das Kommen des Messias wurden ganz im Sinne der Rabbinen aus der Liturgie gestrichen. Die Problematik des Staates Israel kann von zwei Extrempositionen beleuchtet werden. Beiden gemeinsam ist, dass die Gründung des Staates Israel als Indiz einer bevorstehenden messianischen Zeit betrachtet wird, nur verweisen gewisse Kreise der Orthodoxie darauf, dass diese Gründung eine Aufgabe des Messias sei und dass jede menschliche Vorwegnahme eher zu einer Verzögerung führen würde. Zentraler Bestandteil ist aber immernoch die durch „die traditionellen Gebete lebendig gehaltene Hoffnung auf das Kommen eines Messias ohne konkrete zeitliche Festlegung oder Bindung an politische Entwicklungen“ und vor allem die Erwartung der messianischen Zeit, welche aber nur von Gott selbst herbeigeführt werden kann.
Im Neuen Testament
Im Neuen Testament wurde die „messianische Bewegung“ nun in eine „eschatologische Befreiungsbewegung“, mit einer von Gott her besonders geeigneten Führergestalt, transformiert. Alle, die behaupteten, Christus zu sein, und alle als falsch eingestuften Propheten (Mk 13,22 par.) wurden auf Jesu Anweisung von den Aposteln, allerdings (zum Leidwesen der Apostel) nicht von allen Gemeindegliedern abgelehnt. Es wurden aber messianische Traditionen dazu benutzt, die Einzigartigkeit Jesu hervorzuheben. Inhaltlich werden alle Kriterien der biblischen Überlieferungen einer messianischen Gestalt bzw. Bewegung erfüllt und man kann sagen, dass die Ämter des Messias eine Teilmenge der Ämter Christi sind.
Priesteramt
Dieses Amt läßt sich im Neuen Testament nur im Hebräerbrief nachweisen. Jesus ist nach der Ordnung Melchisedeks der Gottessohn und Hohepriester. Sein Opfer besteht in der freiwilligen Hingabe seines Lebens, die in den alttestamentlichen Opfern vorgebildet ist. Er nimmt als Knecht Jahwes unsere Schmerzen auf sich und wird „wie ein Lamm zur Schlachtbank geführt, ohne sich zu widersetzen. Er betet für die Übeltäter und wird wieder auferstehen“ (Ps 15,10). Jesus bahnt mit dem Opfer seines Blutes den Weg in das himmlische Heiligtum für die Seinen, und dies macht ihn zu einem messianischen Hohepriester.
Prophetenamt
Schon in der Vorstellung des Volkes wurde erkennbar, dass man den Anspruch Jesu als einen prophetischen Anspruch verstand, und somit wurde Jesus in die Kategorie der messianischen Propheten eingestuft. Das Volk sah in Jesus den wiedererstandenen Propheten Elia oder Johannes den Täufer (Mk 6,15 par.; 8,28 par.), und die eschatologische Wiederholung der Wüstenspeisung des Mose untermauerte die Vorstellung eines eschatologischen Propheten. Schon Jesaja sah ihn als einen Lehrer und Tröster des Volkes: „Er wird das geknickte Rohr nicht zerbrechen und den glimmenden Docht nicht auslöschen“ (Jes 42,3).
Königsamt
Die messianische Davidskönig-Tradition wird im Neuen Testament vor allem dadurch ersichtlich, dass Jesus als der „König Israels“ (Joh. 1,49) und an anderer Stelle als der „Davidssohn“ (Mt 12,23) betitelt wird. Als Erbe des davidischen Thrones wird er die zerfallene Hütte Davids wieder aufrichten, seinem Reich werden sich alle Völker zuwenden und in ihm sollen alle Geschlechter der Erde gesegnet werden, als „Friedensfürst“ hält er, auf einer Eselin sitzend, seinen Einzug. In der Apokalypse des Johannes wird, in Analogie zu frühjüdischen Vorbildern, von Jesus die Beseitigung der heidnischen Herrschaft bzw. die Besiegung der ischen Mächte am Ende der Tage und folglich die Errichtung der politischen Davidherrschaft über Israel und die Welt verkündet.
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