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Messianische Juden
aus Wikipedia
Als Messianische Juden bezeichnet man eine Bewegung, die Rabbi Jeshua (Jesus Christus) als den versprochenen Messias für das Volk Israel ansieht. Sie begreift sich selbst als Teil des Judentums, ein Selbstverständnis, das allerdings von praktisch sämtlichen übrigen jüdischen Glaubensrichtungen als irrig abgelehnt wird.
Die messianische Bewegung entstand in den 1970er Jahren in den Vereinigten Staaten von Amerika, breitete sich von dort jedoch rasch nach Europa und Israel aus. Heute gibt es auf der ganzen Welt messianische Gemeinden.
Messianische Juden feiern grundsätzlich alle jüdischen Feste des Tenach (von Christen als Altes Testament bezeichnet): Pessach, Sukkot, Schawuot, etc. sowie den Sabbat.
Gemeinden von messianischen Juden, manchmal auch als messianische jüdische Synagogen bezeichnet, halten den Hauptgottesdienst am Sabbat ab. Zum Gottesdienst gehören davidianische Musik, Tanz und andere jüdische Traditionen.
Die Mitgliedschaft in einer messianisch jüdischen Gemeinde ist gemäß dem Neuen Testament (B'rit Hadasha) sowohl für Juden als auch für Nichtjuden möglich.
Theologisch stehen die messianischen Juden den evangelikalen Christen nahe. Doch gibt es gerade in Israel einige messianische Juden, die von der katholischen Kirche unterstützt werden. Seit dem Jahr 2004 verfügen diese messianischen Juden über einen eigenen Bischof als Ansprechpartner, was für einige Irritationen im Verhältnis des Staates Israel zum Vatikanstaat sorgte.
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Selbstverständnis der messianischen Juden
Messianische Juden sehen sich selbst als Juden, sie bekennen sich zu ihren jüdischen Traditionen, halten den Schabbat und lehnen im Gegensatz zu Christen die speziellen Vorschriften des Tenach nicht ab. Jedoch sehen sie in Rabbi Jeschua (Jesus Christus) den versprochenen Messias des Volkes Israel. Dieser nicht unwesentliche Unterschied zu herkömmlichen jüdischen theologischen Vorstellungen, in denen "Messias" sowie Erlösungsgedanke eine recht verschiedene Rolle spielen, macht sie nach ihrem Selbstverständnis jedoch nicht zu Christen im allgemeinen Sinne. Die Tatsache, dass sie die jüdische Kultur pflegen, jüdische Feste feiern und ihre Kinder in jüdischer Tradition erziehen, spricht dafür, dass messianische Juden zwar einen Sonderweg innerhalb des Judentums gehen, sich damit jedoch nicht vom Judentum losgesagt haben. Stattdessen sehen sie sich in gewisser Weise in der Tradition der Jerusalemer Urgemeinde, die zunächst ausschließlich aus Juden bestand, die in Jesus den Messias sahen.
Typisch für die Messianischen Juden ist auch ihr eigener Sprachgebrauch. Die gängigen Namen wie Jesus und Paulus, die sich durch die griechische und lateinische Sprache im Christentum durchgesetzt haben, werden von ihnen abgelehnt, sie verwenden durchgehend die hebräischen Namensformen: Jeschua, Scha'ul, usw. So existieren auch Hebräische "Rück"-Übersetzungen des Neuen Testaments, oder deutsche, bzw englische oder russische Exemplare mit ausschließlich hebräischen Namensformen.
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Differenzierung: messianische Juden/Judenchristen
Messianische Juden werden oft fälschlicherweise auch als Judenchristen bezeichnet. Diesen Begriff lehnen sie jedoch ab. Der Grund dafür ist, dass der Begriff Judenchristen ein historischer Begriff ist, der für das Urchristentum, ausgehend von der Jerusalemer Urgemeinde, verwendet wird. Judenchristen sind somit Juden aus dem 1. Jahrhundert, die Jesus Christus als den versprochenen Messias gesehen haben. Da diese Gruppe ab dem 2. Jahrhundert mit der zunehmenden Christianisierung im römischen Reich immer mehr an Bedeutung verlor, lässt sich keine Tradition von an Jesus glaubende Juden über die Jahrhunderte feststellen. Messianische Juden hingegen sind eine relativ neue religiöse Bewegung aus dem 20. Jahrhundert. Darüberhinaus sehen sie im Begriff "Christen" eine irreführende Fremdbezeichnung. Also auch wenn sie von Christen als Glaubensbrüder und -schwestern anerkannt werden, lehnen sie es oft kategorisch ab, sich als "Christen" zu bezeichnen, oder bezeichnen zu lassen.
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Kontroversen
Vom theologischen Glaubensgehalt her betrachtet ist sehr schwer nachzuvollziehen, inwiefern sich messianische Juden überhaupt von Christen unterscheiden sollen.
Traditionelle Juden werfen den messianischen Juden daher vor, sich durch den Glauben an Jesus Christus als Messias vom Judentum gelöst zu haben, und sehen sie nicht als Juden, sondern als Christen an.
Messianische Juden versuchen, gemäß der Bibel auch andere Juden für den Glauben an Jesus Christus zu gewinnen. Von Seiten traditioneller Juden wird ihnen aggressive Missionstäigkeit an anderen Juden vorgeworfen.
Kontroversen gibt es auch mit den christlichen Großkirchen. Speziell die evangelischen Kirchen in Deutschland erkennen heute mehrheitlich zwei gleichberechtigte Heilswege, einen jüdischen und einen christlichen an. Die von den messianischen Juden betriebene Judenmission stößt deshalb auf Kritik.
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