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Paulinismus












Paulinismus
aus Wikipedia

Als paulinische Lehre oder paulinische Theologie werden gemeinhin jene Anschauungen des heilig gesprochenen Predigers Paulus von Tarsus bezeichnet, die grundlegend und richtungsweisend für das gesamte Christentum wurden. Eine Schlüsselrolle spielen die Paulusbriefe, aber auch Luthers Rechtfertigungslehre.

Im Besonderen aber verwenden vor allem Gnostiker und Modernisten den Begriff Paulinismus als Kampfbegriff - alternativ für offizielle christlichen Dogmen im Unterschied zur Jerusalemer Urkirche der Judenchristen um Jesu Bruder Jakobus und die Desposyni.

Ihrer Ansicht nach habe Paulus eigenmächtig Jesus vergöttlicht und mit Wundern ausgeschmückt, um während der Heidenmission (Heidenchristen) gegenüber anderen alten und orientalischen Religionen erfolgreich auftrumpfen zu können. Paulus sei darüber mit Jakobus in Streit geraten, die heute existierenden Formen des Christentums eine erfundene Überhöhung und somit Verfälschung der ursprünglichen Lehre des historischen Jesus, so die Kritik. Als eine weitgehende Erfindung bzw. griechisch geprägte Doktrin des Paulus verdiene diese Ideologie nicht den Namen der Religion Jesu, müsse also Paulinismus bzw. paulinisches Christentum statt Christentum heißen.

"Man muß sich stets vergegenwärtigen, daß Paulus im Grunde der erste christliche Häretiker war und daß seine Lehren - die ja das Fundament für das spätere Christentum werden - eine entscheidende Abweichung von der originären und reinen Form waren, die die Führung in Jerusalem lobpreisend hochhielt. Ganz gleich, ob Jakobus, der Bruder des Herrn, nun ein Blutsverwandtler war oder nicht, er hat auf jeden Fall aber Jesus persönlich gekannt. Paulus hingegen konnte auf diese Bekanntschaft mit der Person, die er als seinen Erlöser anzusehen begonnen hatte, niemals wirklich zurückgreifen, sondern nur auf sein mystisches Erlebnis in der Wüste und die Worte der Geisterstimme berufen. Zudem hat er diese Grundlage dazu benutzt, Jesu Lehre im höchsten Maße zu verdrehen - er hat daraus nicht anderes gemacht, als seine persönliche, idiosynkratische Theologie formuliert und sie dadurch zu legitimieren versucht, daß er sie fälschlicherweise Jesus zuschrieb. Paulus jedoch schiebt letztlich Gott beiseite und setzt an seine Stelle zum ersten Mal die Anbetung Jesu - Jesus als Gegenstück zu Adonis, Tammuz, Attis oder irgendeinen anderen all jener Götter, die in jenen Tagen im Nahen Osten populär waren. Jesus sollte, um mit diesen seinen Rivalen fertig zu werden, sie Punkt für Punkt, Wunder für Wunder ausstechen. Auf dieser Stufe der Entwicklung wird Jesu Leben denn auch mit so vielen wundertätigen Geschehnissen in Verbindung gebracht. Aller Wahrscheinlichkeit gehört in diesen Umkreis auch seine angebliche Geburt aus seiner Jungfrau und seine Auferstehung von den Toten. Sie sind im wesentlichen Erfindungen des Paulus, die oft der reinen Lehre, die Jakobus und die Gemeinde in Jerusalem verkündeten, eklatant widersprechen." (Baigent, S. 229f)
"Ein Problem bestand darin, daß Saulus (Paulus) seine Bekehrung derartig traumatisch erfahren hatte, daß er Jesus nicht nur als irdischen Messias mit einer erhebenden sozialen Botschaft betrachtete, sondern als den fleischgewordenen Sohn Gottes. Seine dramatisch veränderte Version der Frohen Botschaft war die von einem ehrfurchtgebietenden Retter, der in Bälde ein weltweites Regime vollkommener Gerechtigkeit etablieren würde. Durch die phantasievollen Predigten des Paulus tauchte bald ein gänzlich anderes Kozenpt von Jesus auf. Während Jakob und Petrus ihre weniger einfallsreichen Botschaften predigten, war Paulus in das unbegrenzte Reich der Phantasie abgewandert. er erfand unerklärliche Mythen und äußerte selbsterfundene Prophezeiungen, die sich freilich nie erfüllten. Trotzdem dominiert Paulus den Großteil des Neuen Testaments, wenn man von den Evangelien einmal absieht. Sein Einfluß war so groß, daß der dienende Jesus der Evangelien zu einem Teil des Allmächtigen Gottes selbst wurde. Seiner Darstellung nach reichte die Verehrung und bedingungslose Anbetung Jesu, um Vergebung und Eintritt in das Himmlische Königreich zu erlangen. Alle sozialen Fragen und Werte, für die Jesus und seine Botschaft standen, ignorierte er vollständig in dem Bemühen, mit anderen, heidnischen Glaubenssytemen zu konkurrieren. Der Gerechtigkeit halber muß man Paulus zugestehen, daß er sich auf seiner Mission mit Problem auseinanderzusetzen hatte, die Jakob und Jesus in ihrer Heimat nie begegnet waren. Sein Rezept bestand darin, Jesus in einer Weise zu präsentieren, die selbst die übernatürlichen Götzen der Heiden und ihre Fähigkeiten in den Schatten stellte. Dennoch war es dieser von Paulus erfundene, transzendente Jesus, der schließlich zum Jesus des orthodoxen Christentums wurde." (Gardner, S. 177ff)
"Dieser Paulus tat alles, was er konnte, um die Christen in die Irre zu führen; bevor er konvertierte, brachte er sogar viele Christen um. Ich habe den sehr starken Verdacht, daß der Jesus bei Paulus ein anderer Jesus ist, der auch der Sohn einer Maria war und wegen seiner messianischen Ansprüche etwa 100 Jahre vor Christus an einen Baum gehängt worden war. Denn es ist in der Tat so, daß die Briefe des Paulus in der Form, in der sie uns vorliegen, eine große Anzahl von Lehrsätzen enthalten, die sowohl dem Geist des Alten Testaments als auch dem ehrwürdigen Propheten von Nazareth völlig zuwiderlaufen. Paulus war ein fanatischer Pharisäer und Advokat. Nachdem er zum Christentum übergetreten war, entwickelte er offensichtlich noch mehr Fanatismus als es schon vorher der Fall war... Zu behaupten, daß Paulus sich aus Gründen der Bescheidenheit nicht selbst loben wollte, ist einfach eine falsche Darstellung des Paulus´. Er rühmt sich, Petrus hart zurecht gewiesen zu haben, und seine Epistel sind voller Selbstdarstellungen, die einen sicherlich zu der Überzeugung bringen, daß Paulus keineswegs demütig oder bescheiden war." (Benjamin, S.40 und S.78)

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