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Sündenfall
aus Wikipedia
Sündenfall ist ein Begriff der christlichen Theologie. Er benennt und wertet zugleich das dritte Kapitel der Genesis, das von der Vertreibung des ersten Menschenpaares aus dem Garten in Eden erzählt, in christlicher Tradition. Die Tradition des antiken und derzeitigen Judentums, welche diese Schriften notierte, versteht die Vertreibung aus dem Garten in Eden anders und macht sie nicht zu einem Zentrum ihrer religiösen und intellektuellen Traditionen.
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Interpretation
Es gibt verschiedene Versuche, den Sündenfall zu deuten:
In Kapitel 2 der Genesis „pflanzt“ Gott den Garten Eden, in diesem Garten werden auch zwei besondere Bäume gesetzt: der Baum des Lebens und der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse (Gen. 2,9). Von diesen Bäumen wird in der Folge (Gen. 2-3) nur mehr der Baum der Erkenntnis genannt. Da die Folgen des Sündenfalls (Vertreibung aus dem Garten Eden und damit Sterblichkeit und Erkenntnis der eigenen Unzulänglichkeit) aber mit beiden Bäumen zusammenhängen ist die Meinung der historisch-kritischen Exegese weit verbreitet, dass die beiden Bäume in einer späteren Tradition zu einem zusammengefasst worden.
Demnach wollte der Mensch durch das Essen der verbotenen Früchte, gottgleich (unsterblich und allwissend) werden.
In einer kulturgeschichtlichen Interpretation ist der Sündenfall ein Gleichnis zur Beschreibung des Wechsels vom Jäger und Sammler zur seßhaften Lebensweise mit Ackerbau und Viehzucht. Das einfache Leben von der Hand in den Mund wird aufgegeben, und ersetzt durch harte Feldarbeit.
Der Preis der Erkenntnis und Innovation sind die Mühen der Arbeit.
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Andere Deutungen
Neben diesen Deutungnen gibt es in der Exegese auch allegorische oder historisierende Deutungen.
Auch die Psychologie hat diese Bibelstellen untersucht und eigene Deutungen gefunden. (vgl. dazu: Archetyp vom Baum)
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Zitate
Die ganze Geschichte der Menschheit wurde irregeführt, bekam einen Bruch wegen Adams falscher Gottesvorstellung. Er wollte wie Gott werden. Ich hoffe, dass ihr niemals die Sünde Adams hierin saht... Hatte Gott ihn nicht dazu eingeladen? Adam hat sich nur im Vorbild getäuscht. Er glaubte, Gott sei ein unabhängiges, autonomes, sich selbst genügendes Wesen; und um wie er zu werden, hat er sich aufgelehnt und Ungehorsam gezeigt. Aber als Gott sich offenbarte, als Gott sich erweisen wollte, wer er war, erschien er als Liebe, Zärtlichkeit, als Ausströmen seiner selbst, unendliches Wohlgefallen in einem anderen. Zuneigung, Abhängigkeit. Gott zeigte sich gehorsam, gehorsam bis zum Tode. Im Glauben, Gott zu werden, wich Adam völlig von ihm ab. Er zog sich in die Einsamkeit zurück, und Gott war doch Gemeinschaft. Louis Evely, Manifest der Liebe, Das Vaterunser, Freiburg 1961, 26, vgl. Y. Congar, Wege des lebendigen Gottes, Freiburg 1964, 93.
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