Zehn Gebote


Zehn Gebote
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Die Zehn Gebote, auch Dekalog (v. griech.: δεκα deka = zehn + λoγoς logos = Wort), werden von Gläubigen als Forderungen Gottes an die Lebensweise des Menschen angesehen und haben im Judentum und Christentum eine grundlegend wichtige Bedeutung.

Die Zehn Gebote sind zweifach im Alten Testament (Exodus 20, 2-17; Deuteronomium 5, 6-21) überliefert und gelten gläubigen Menschen als direkte Niederschrift Gottes (Ex 31,1 auf den zwei Gesetzestafeln bzw. als ein Diktat Gottes an Mose.

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Bedeutung
Für die religiöse Ethik nehmen die zehn Gebote im Judentum und Christentum eine zentrale Stellung ein. Im Christentum geschieht dies allerdings mit Modifikationen des Textes einerseits und der (verringerten) Heilsbedeutung der Gebote andererseits. Eine größere Rolle spielt das Doppelgebot von Gottesliebe und Nächstenliebe (Mt 22, 37-40). Es wird von einigen als Kurzfassung der Zehn Gebote verstanden: Gebote 1 bis 3 fordern zur Gottesliebe auf, Gebote 4 bis 10 zur Nächstenliebe.

Auch außerhalb der christlichen Kirchen werden die zehn Gebote in Europa häufig als "ethisches Minimum" begriffen, wobei diese Einordnung eher an die auf den Mitmenschen bezogenen Gebote der rechten Tafel (ab 4. Gebot) anknüpft als an die Gebote der linken Tafel mit ihrem speziellen Gottesbezug. Zudem kann die Kenntnis des Wortlautes der Gebote nur noch bei einer Minderheit in der westeuropäischen Bevölkerung vorausgesetzt werden, während die US-Amerikaner und Christen in der Diaspora diesbezüglich bessere Kenntnisse haben.

Korrekterweise heißt die Übersetzung aus dem hebräischen "Die zehn Worte". Das Wort Gebot impliziert, man kann, muss aber nicht dem geschriebenen Wort folgen. Im hebräischen sind es klare Aussagen wie nicht morden und nicht etwa du sollst nicht töten. Diese Worte sind im Originaltext eindeutige Weisungen, die grundsätzlich nicht an die Entscheidung des Einzelnen gebunden sind. Demnach kann der Einzelne über sein Handeln entscheiden, muss dann aber die daraus resultierenden Konsequenzen tragen.
Aufteilung und Zählungen
Bei der Nummerierung der Gebote gibt es unterschiedliche Traditionen. Die Zählweise der jüdischen Tora behandelt die Selbstvorstellung Gottes als eigenständiges erstes Gebot. Die Zählweise (A) der orthodoxen und reformierten Kirche trennt Monotheismusgebot und Bilderverbot. Die Zählweise (B) der katholischen und lutherischen Kirche unterscheidet dagegen zwei Neidgebote.

Inhaltlich unterscheiden sich die beiden Fassungen in Exodus und Deuteronomium hauptsächlich in der Begründung des Sabbatgebots: Das Ruhen Gottes nach der Schöpfung am siebten Tag in Exodus bzw. die Herausführung der Juden aus der Sklaverei, der Auszug aus Ägypten, im Deuteronomium. In der deuteronomistischen Fassung steht anders als in Exodus als erst "Frau", dann "Haus". Die Zählweise (B) orientiert sich an der Reihenfolge in Exodus.

Das pfingstliche (Pfingstbewegung), charismatische (charismatische Bewegung), evangelikale oder freikirchliche Christentum tendiert dazu, die Zehn Gebote komplett so zu übernehmen wie sie überliefert wurden, d.h. ohne die biblische Übermittlung zu kürzen.
Tora A B Text
1. Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus dem Diensthause, geführt habe. (Ex 20,2 und Dtn 5,6)
2. 1. 1. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben. (Ex 20,3)
Du sollst keine andern Götter haben vor mir. (Dtn 5,7)
2. 2. 1. Du sollst dir kein Bildnis noch irgend ein Gleichnis machen, weder des, das oben im Himmel, noch des, das unten auf Erden, oder des, das im Wasser unter der Erde ist. Bete sie nicht an und diene ihnen nicht. Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifriger Gott, der da heimsucht der Väter Missetat an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied, die mich hassen; und tue Barmherzigkeit an vielen Tausenden, die mich liebhaben und meine Gebote halten. (Ex 20,4-6 und Dtn 5,8-10)
3. 3. 2. Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht. (Ex 20,7 und Dtn 5,11)
4. 4. 3. Gedenke des Sabbattags, dass Du ihn heiligest. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Dinge beschicken, aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes; da sollst du kein Werk tun noch dein Sohn noch deine Tochter noch dein Knecht noch deine Magd noch dein Vieh noch dein Fremdling, der in deinen Toren ist. Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn. (Ex 20,8-11)
Den Sabbattag sollst du halten, dass du ihn heiligest, wie dir der HERR, dein Gott, geboten hat. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun noch dein Sohn noch deine Tochter noch dein Knecht noch deine Magd noch dein Ochse noch dein Esel noch all dein Vieh noch dein Fremdling, der in deinen Toren ist, auf dass dein Knecht und deine Magd ruhe wie du. Denn du sollst gedenken, dass du auch Knecht in Ägyptenland warst und der HERR, dein Gott, dich von dort ausgeführt hat mit einer mächtigen Hand und mit ausgerecktem Arm. Darum hat dir der HERR, dein Gott, geboten, dass du den Sabbattag halten sollst. (Dtn 5,12-15)
5. 5. 4. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass du lange lebest in dem Lande, dass dir der HERR, dein Gott, gibt. (Ex 20,12)
Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, wie dir der HERR, dein Gott, geboten hat, auf dass du lange lebest und dass dir's wohl gehe in dem Lande, das dir der HERR, dein Gott, geben wird. (Dtn 5,16)
6. 6. 5. Du sollst nicht töten (morden). (Ex 20,13)
7. 7. 6. Du sollst nicht ehebrechen. (Ex 20,14 und Dtn 5,17)
8. 8. 7. Du sollst nicht stehlen. (Ex 20,15 und Dtn 5,17)
9. 9. 8. Du sollst kein falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten. (Ex 20,16 und Dtn 5,17)
10. 10. 9. Lass dich nicht gelüsten deines Nächsten Hauses. (Ex 20,17a)
Lass dich nicht gelüsten deines Nächsten Weibes. (Dtn 5,18a)
10. 10. 10. Lass dich nicht gelüsten deines Nächsten Weibes, noch seines Knechtes noch seiner Magd, noch seines Ochsen noch seines Esels, noch alles, was dein Nächster hat. (Ex 20,17b)
Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus, Acker, Knecht, Magd, Ochsen, Esel noch alles, was sein ist. (Dtn 5,18b)
Vergleichbare Ethikregeln
In allen abrahamitischen Religionen haben die ersten zwei (drei) Gebote eine zentrale Bedeutung. Sie legen den Einen Gott, der mit Abraham den Bund einging, als zentralen Glaubensinhalt fest. Für nicht-abrahamitische Religionen sind diese dagegen bedeutungslos. Ähnliches gilt für das Shabbat-Gebot, das eine (Glaubens-)gemeinschaftsfördernde äußere Tradition begründet.

Anders ist es bei den restlichen Geboten. Sie legen Grundregeln für das menschliche Zusammenleben fest, die in ähnlicher Form auch in anderen Religionen und Kulturen anzutreffen sind.
Islam
Der Islam ist die dritte große abrahamitische Religion. Der Koran bezieht sich in der 17. Sure "Die nächtliche Reise/Die Kinder Israel" direkt auf die Zehn Gebote Mose: "Wir gaben Moses die Schrift und machten sie zu einer Führung für die Kinder Israels". Die Zehn Gebote selbst, in der äußeren Form des mosaischen Dekalogs, spielen im Koran keine Rolle. Dennoch lassen sich für alle Zehn Gebote inhaltliche Entsprechungen finden:

Monotheismusgebot (3:89; 7:138; 17:22; 39:1-15; 112:2-4). Ein explizites Bilderverbot gibt es nicht. Es wird aus dem häufig wiederholten Verbot der Bilderverehrung abgeleitet.
Namen Gottes nicht missbrauchen (11:18; 39:32; 39:60)
Der Freitag ist kein arbeitsfreier Feiertag, sondern nur ein Tag für ein gemeinsames Gebet. (62:9-11)
Achtung der Kinder gegenüber ihren Eltern (6:151, 17:23, 29:8, 31:14, 46:15), aber auch Verantwortung der Eltern gegenüber ihrern Kindern (6:15)
Tötungsverbot, mit Ausnahmeregelung (6:151, 17:32, 25:6
Eheliche Treue (4:29; 5:38; 17,32)
Nicht stehlen (4:29, 5:3
Nicht lügen (17:36; 24:4)
(4:32)
(113:5)
Die Zehnzahl findet sich in den Geboten der 17. Sure wieder:

"Setze neben Allah keinen anderen Gott, …" (17:22) (Monotheismusgebot)
"… erweist den Eltern Güte" (17:23)
"Und gib dem Verwandten, … und ebenso dem Armen und dem Sohn des Weges" (17:26)
"Und tötet eure Kinder nicht aus Furcht vor Armut, …" (17:31)
"Und kommt der Unzucht nicht nahe, …" (17:32)
"Und tötet nicht das Leben, … es sei denn zu Recht." (17:33)
"Und tastet nicht das Gut der Waise an, es sei denn zu ihrem Besten, bis sie die Reife erreicht hat." (17:34)
"Und gebt volles Maß, wenn ihr meßt, und wägt mit richtiger Waage; …" (17:35)
"Und verfolge nicht das, wovon du keine Kenntnis hast." (17:36)
"Und wandle nicht in Übermut auf der Erde, …" (17:37)
Nicht-abrahamitische Religionen und Philosophien
Grundlage des Buddhismus ist die Sittlichkeit. Für alle praktizierenden Buddhisten verbindlich sind die Fünf Silas. Für Novizen und Mönche gelten noch weitere Regeln, die teilweise auch von Laien praktiziert werden. Im Gegensatz zu den Zehn Geboten sollten sie nicht aus Glaubensgehorsam befolgt werden, sondern aus der Einsicht, dass sie eine heilsame Lebensgrundlage für sich selbst und andere schaffen. Für die Fünf Silas gibt es zahlreiche Formulierungen und Kommentare. Sie richten sich gegen Mord, Diebstahl, Ehebruch, Lüge und Rauschmittel. Positiv formuliert, lehren sie achtsamen Umgang mit Leben, Eigentum, ualität, Kommunikation und Konsum.

In der Philosophie des Yoga gibt es die Yamas/Niyamas.
Formale Parallelen
Die Zehn Gebote der Jungpioniere waren der Verhaltenskodex der Jungen Pioniere in der DDR. Sie knüpfen formal an die Zehn Gebote der Bibel an, um ethische Verhaltensweisen der Pioniere im Sinne des Sozialismus zu fördern.
Hier mal entgegengestellt:
Die 10 Humanistischen Gebote (nach Schmidt-Salomon)

1. Diene weder fremden noch heimischen „Göttern", sondern dem großen Ideal der Ethik, das Leid in der Welt zu mindern!
2. Verhalte dich fair gegenüber deinem Nächsten und deinem Fernsten!
3. Habe keine Angst vor Autoritäten, sondern den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!
4. Du sollst nicht lügen, betrügen, stehlen, töten – es sei denn, es gibt im Notfall keine anderen Möglichkeiten, die Ideale der Humanität durchzusetzen!
5. Befreie dich von der Unart des Moralisierens!
6. Immunisiere dich nicht gegen Kritik!
7. Sei dir deiner Sache nicht allzu sicher!
8. Überwinde die Neigung zur Traditionsblindheit, indem du dich gründlich nach allen Seiten hin informierst, bevor du eine Entscheidung triffst!
9. Genieße dein Leben, denn dir ist höchstwahrscheinlich nur dieses eine gegeben!
10. Stelle dein Leben in den Dienst einer „größeren Sache", werde Teil der Tradition derer, die die Welt zu einem besseren, lebenswerteren Ort machen wollen!
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