Meliton und der Kardinal von Sucre


Meliton, vom Volke der Inka, einer der ersten die in Bolivien Bahá'u'lláh erkannt hatten; Eine Erzählung von seinem Weg auf der Suche, die Erfüllung alter Prophezeihungen suchend:

Meliton wanderte und wanderte durch das wilde und zerklüftete Bergland der Anden, oft vollkommen erschöpft, um eine Antwort zu finden auf die uralte Prophezeihung, die sein Volk dereinst erhalten hatte. Daß weiße Männer kommen werden, lange lange nach denen die Tod, Grausamkeit, Erniedrigung und Unterdrückung gebracht hatten, Männer, die die Geschicke in die Hände dieses gequälten Volkes zurügeben würden. Irgendwann kam Meliton auf den Gedanke, daß ja der oberste Mann der gesamten Katholischen Kirche in all den unermeßlichen Weiten, der Erzbischof von Sucre, die Antwort kennen müsse. Also machte Er sich auf nach Sucre, zu Fuß, viele Tage und Nächte, verlangte beim Erzbischof Audienz die ihm auch gewährt wurde. "Der Kardinal war mit mir alleine", so erzählte er mir, "und ich betraute ihn mit meiner Frage. Der Kardinal sagte lange nichts, und blickte mich an. Und dann sagte er: Meliton, ich werde dir etwas sagen was ich noch niemals einem Menschen gesagt habe. Wir sind auf einem völlig falschen Weg. Hier findest du Gott nicht. Suche nicht nach Ihm. Ich hoffe, Gott nimmt mir diese Beichte ab, hier vor dir, und erbarmt sich meiner Seele. Gehe auf die Berge, in die Täler, dort wirst du Gott finden, aber hier, bei uns, nicht". Der Kardinal gab Meliton seinen Segen und entließ ihn.

Alles Liebe von Yojo
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"Es ist die Sehnsucht Gottes an diesem Tage, alle Menschen als eine Seele und einen Körper zu betrachten" (Bahá'u'lláh)