Dreieinigkeit


Burkl hat folgendes geschrieben:
ziraki hat folgendes geschrieben:
Es gibt auch soziale Verpflichtungen, denen man sich nicht ohne anderen Menschen schwer zu schaden, entziehen kann.

Ach so - Baha'u'llah hat also die Vielehe nur rein altruistisch und im sozialen Interesse der Frauen gepflegt.

Zitat:
Gesagt habe ich: 'Abdul-Baha' gilt als Vorbild für Bahai.

Ich dachte bisher immer der Gründer der Bahai-Religion sei das ausschlaggebende Vorbild. Ich wusste nicht, dass ein anderer wichtiger ist.

Zitat:
Mir ist dazu nichts bekannt. Allerdings dürfte ein vielfach geschiedener Mensch Schwierigkeiten haben, einen zukünftigen Partner und dessen Familie zu überzeugen, dass es diesmal von Dauer sein soll. Die Zustimmung der lebenden Eltern ist bei einer Bahai-Trauung Voraussetzung.

Also kurz: Es sich es mit den Schwiegereltern in spe rechtzeitig gutstellen - dann klappt es auch nach fünften Scheidung mit der sechsten Frau.
Zitat:

Außerdem ist es ein beliebter Vorwurf von Bahai-Gegnern.

Manchmal gibt es bei beständigen Vorwürfen auch einen wahren Kern... Ich habe zumindest noch nie eine eindrucksvolle diesbezügliche Widerlegung gelesen, dass eine Bahai-Weltordnung nichts mit dieser Religion zu tun hätte. Außer generelle Aussagen wie - "spielt derzeit keine Rolle", "wird sich erst in Zukunft herausstellen" etc.

Zitat:

Was unter dem im Aqdas erwähnten 'Mal an der Stirn', zu verstehen ist wird sich erst in der Zukunft herausstellen. Das Ziel ist nicht zu erniedrigen oder zu stigmatisieren

Da haben wir es wieder - "wird sich erst in Zukunft herausstellen", der "Index-Satz", wenn es unangenehm wird.

Darf ich dir helfen? Vielleicht ist ja ein schönes modisches Stirn-Tatoo gemeint, das dem Dieb bei seiner sozialen und beruflichen Reintegration hilft, indem er besser Anschluss an Peer-Groups findet... Also auch wieder sehr sozial gedacht.

Jetzt im Ernst - kommst du dir dabei nicht selbst seltsam vor, bei diesen argumentativen Windungen?

Nein Burkl, ich komme mir nicht seltsam vor. Es sind auch keine argumentativen Windungen, sondern der Versuch eine Aussage aus einem religiösen Text - das ist das Kitab-i-Aqdas - im Kontext zu verstehen.
In einem vorherigen Post habe ich die Aussage aus dem NT " wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen" erwähnt.
Darf ich dir helfen? Vielleicht ist ja damit gemeint, dass ein Mensch mit schwerer Depression, der keinerlei Lebensmut oder -wille hat, geschweige denn die Kraft tätig zu werden, halt verhungern soll. Wir können auf Anhieb erkennen dass das falsch und absurd ist. Weil wir andere Aussagen der Bibel kennen und mit einbeziehen.
Genauso kann man einen Satz aus den Bahai-Schriften nicht wirklich ohne Kenntnis der anderen Aussagen zum Thema verstehen.

Ich habe übrigens nicht bestritten, dass die Bahai eine neue Weltordnung erwarten, und dass die mit der Religion in ganz engen Zusammenhang steht,
ob das auf ein theokratisches System hinausläuft, das bezweifle ich.
@ Ziraki

Depression ist eine schwere Krankheit, die arbeitsunfaehig macht. Gemeint ist wohl in dem Zitat aus dem NT jemand, der aus Bequemlichkeit nicht arbeitet.
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Was diese Regel anbelangt, die der Hl. Paulus im Brief an die Thessalonicher bringt - er wirbt ja nicht darum schwer kranke verhungern zu lassen, sondern ermahnt gesunde und arbeitsfähige Menschen drastisch zu ihrer Pflicht.

"Denn als wir bei euch waren, haben wir euch die Regel eingeprägt: Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen.
Wir hören aber, dass einige von euch ein unordentliches Leben führen und alles Mögliche treiben, nur nicht arbeiten.
Wir ermahnen sie und gebieten ihnen im Namen Jesu Christi, des Herrn, in Ruhe ihrer Arbeit nachzugehen und ihr selbst verdientes Brot zu essen." 2 Thess 3,10-11

Damals war der Zusammenhang zwischen der Arbeit und dem Nahrungsangebot sehr offenkundig und direkt. Wenn in einem Dorf von 100 arbeitsfähigen Einwohnern nur 50 auf das Feld gegangen wären, dann hätten alle nicht genug zu essen gehabt. Es gibt also diese sehr ernste sittliche Pflicht zu arbeiten. Die gibt es auch noch heute, wo dieser Zusammenhang des 100-Einwohner-Dorfes nicht mehr so rasch und direkt erkennbar wird.
Aktuell führen wir in Österreich eine Diskussion in der Sozialpolitik, weil es Familien gibt, die im derzeitigen System auf 5000-8000 Euro netto monatlich an Mindestsicherung (entspricht Arbeitslosengeld II in Deutschland) kommen. Ein System, das extrem ungerecht ist und diesem biblischen Grundsatz sicherlich widerspricht. Es kann auch ein Zuviel an sozialer Zuwendung geben, das letztlich alle schädigt - die Starken und die Schwachen. Es soll zwar niemand verhungern müssen, schon gar nicht kranke und hilflose Menschen (die Bibel ist voll von Aufforderungen Armen, Fremden, Witwen und Waisen zu helfen) - aber reich werden zu können mit Nichtstun ist eine große Ungerechtigkeit und muss ein Sozialsystem irgendwann zum Zusammenbruch bringen.
Burkl hat folgendes geschrieben:
aber reich werden zu können mit Nichtstun ist eine große Ungerechtigkeit und muss ein Sozialsystem irgendwann zum Zusammenbruch bringen.


Weswegen es im Christlichen Glauben auf dem anderen Extrem auch mal ein Zinsverbot gab
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"Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da." Sophokles: Antigone, Vers 523
Burkl hat folgendes geschrieben:
Was diese Regel anbelangt, die der Hl. Paulus im Brief an die Thessalonicher bringt - er wirbt ja nicht darum schwer kranke verhungern zu lassen, sondern ermahnt gesunde und arbeitsfähige Menschen drastisch zu ihrer Pflicht.


Trotzdem gibt es ja genug Menschen, die den entsprechenden Vers genau dahingehend auslegen, dass jegliche Form der Armenfürsorge oder des sozialen Ausgleichs zu verwerfen sei und wer nichts hat eben auch noch das genommen bekommen soll, was er hat. Webers Analyse des Zusammenhangs zwischen protestantischer Arbeitsethik und Kapitalismus hat an der Stelle durchaus was für sich.
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"Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da." Sophokles: Antigone, Vers 523
Minou hat folgendes geschrieben:
@ Ziraki

Depression ist eine schwere Krankheit, die arbeitsunfaehig macht. Gemeint ist wohl in dem Zitat aus dem NT jemand, der aus Bequemlichkeit nicht arbeitet.

Das würde ich auch so sehen. Ich habe ja auch eine Interpretation des Zitats, die Arbeitsunfähigkeit durch Krankheit als zu strafendes Fehlverhalten beurteilt, als unsinnig bezeichnet.
Du kannst die Unsinnigkeit einer solchen Interpretation aber nicht direkt aus dem zitierten Satz ableiten. Sondern die zumindest ungefähre Kenntnis der Gesamtaussagen der Bibel führt zu diesem Schluss.
Burkl hat folgendes geschrieben:


Zitat:

Was unter dem im Aqdas erwähnten 'Mal an der Stirn', zu verstehen ist wird sich erst in der Zukunft herausstellen. Das Ziel ist nicht zu erniedrigen oder zu stigmatisieren

Da haben wir es wieder - "wird sich erst in Zukunft herausstellen", der "Index-Satz", wenn es unangenehm wird.

Darf ich dir helfen? Vielleicht ist ja ein schönes modisches Stirn-Tatoo gemeint, das dem Dieb bei seiner sozialen und beruflichen Reintegration hilft, indem er besser Anschluss an Peer-Groups findet... Also auch wieder sehr sozial gedacht.

Jetzt im Ernst - kommst du dir dabei nicht selbst seltsam vor, bei diesen argumentativen Windungen?

In Deutschland gibt es es bei den meisten Einrichtungen der Jugend- und Erziehungshilfen die Pflicht jährlich ein Führungszeugnis vorzulegen.
Wenn der Bewerber oder Mitarbeiter einen Eintrag wegen einer Verurteilung bzgl. pädophiler Straftaten hat, wird das Beschäftigungsverhältnis nicht zustande kommen, oder beendet.

Ist das jetzt aus deiner Sicht als Stigmatisierung zu werten?
ziraki hat folgendes geschrieben:
Burkl hat folgendes geschrieben:


Zitat:

Was unter dem im Aqdas erwähnten 'Mal an der Stirn', zu verstehen ist wird sich erst in der Zukunft herausstellen. Das Ziel ist nicht zu erniedrigen oder zu stigmatisieren

Da haben wir es wieder - "wird sich erst in Zukunft herausstellen", der "Index-Satz", wenn es unangenehm wird.

Darf ich dir helfen? Vielleicht ist ja ein schönes modisches Stirn-Tatoo gemeint, das dem Dieb bei seiner sozialen und beruflichen Reintegration hilft, indem er besser Anschluss an Peer-Groups findet... Also auch wieder sehr sozial gedacht.

Jetzt im Ernst - kommst du dir dabei nicht selbst seltsam vor, bei diesen argumentativen Windungen?

In Deutschland gibt es es bei den meisten Einrichtungen der Jugend- und Erziehungshilfen die Pflicht jährlich ein Führungszeugnis vorzulegen.
Wenn der Bewerber oder Mitarbeiter einen Eintrag wegen einer Verurteilung bzgl. pädophiler Straftaten hat, wird das Beschäftigungsverhältnis nicht zustande kommen, oder beendet.

Ist das jetzt aus deiner Sicht als Stigmatisierung zu werten?

Ja. Die Gesellschaft hat sicherlich ein Recht sich zu schützen.

Aber das ist eine moderate Maßnahme, die zudem sehr gezielt eingesetzt wird - nur der Arbeitgeber darf das abfragen und hat den Datenschutz zu beachten.

Das Mal an der Stirn ist einerseits eine körperliche Misshandlung und als solche nach dem zivilisatorischen Konsens der Menschenrechte erniedrigend und daher abzulehnen - und zum Anderen ist sie nicht zielgerichtet und überschießend - sie grenzt den Täter generell und undifferenziert aus der Gesellschaft aus und nimmt ihm die Chance auf Wiedereingliederung. Einträge in Strafregistern erlöschen zudem auch irgendwann - Narben von körperlicher Misshandlung im Gesicht werden wohl das ganze Leben sichtbar bleiben. Dieser Strafe fehlt also auch etwas Wesentliches, das Gott hat - Barmherzigkeit und Vergebungsbereitschaft.
Burkl hat folgendes geschrieben:

Ja. Die Gesellschaft hat sicherlich ein Recht sich zu schützen.

Aber das ist eine moderate Maßnahme, die zudem sehr gezielt eingesetzt wird - nur der Arbeitgeber darf das abfragen und hat den Datenschutz zu beachten.

Das Mal an der Stirn ist einerseits eine körperliche Misshandlung und als solche nach dem zivilisatorischen Konsens der Menschenrechte erniedrigend und daher abzulehnen - und zum Anderen ist sie nicht zielgerichtet und überschießend - sie grenzt den Täter generell und undifferenziert aus der Gesellschaft aus und nimmt ihm die Chance auf Wiedereingliederung. Einträge in Strafregistern erlöschen zudem auch irgendwann - Narben von körperlicher Misshandlung im Gesicht werden wohl das ganze Leben sichtbar bleiben. Dieser Strafe fehlt also auch etwas Wesentliches, das Gott hat - Barmherzigkeit und Vergebungsbereitschaft.


Burkl, ich widerspreche dir nicht in deiner Beurteilung. Die Grundannahme, dass es sich bei dem Mal an der Stirn um eine Tätowierung handeln wird, teile ich nicht.
Einige Gründe dafür:

1. Der Begriff 'Malzeichen an der Stirn' ist aus der Offenbarung des Johannes bekannt, sowohl im negativen wie im positiven Sinn. Offb.13,17 und Offb. 14,1. Gibt es irgendwelche Gründe bei diesen Stellen von einem Tattoo auszugehen?

2. Auf die Stirn geschrieben, wird sowohl in religiösen Texten, als auch im Alltag für etwas gebraucht, was offensichtlich oder leicht erkennbar ist, ohne dass damit eine Veränderung des Hautbilds gemeint ist.

3. Es käme mir wenig intelligent vor. Das Ziel soll ja sein die Gesellschaft zu schützen. Nun würde man aber nur eine Dermatologin oder einen fähigen Kosmetiker benötigen, um diese Funktion außer Kraft zu setzen.
Dagegen haben wir heute schon Mittel, wie das Führungszeugnis, die weitaus weniger anfällig für Manipulation sind.
Hallo ziraki,



Zitat:
3. Es käme mir wenig intelligent vor. Das Ziel soll ja sein die Gesellschaft zu schützen. Nun würde man aber nur eine Dermatologin oder einen fähigen Kosmetiker benötigen, um diese Funktion außer Kraft zu setzen.
Dagegen haben wir heute schon Mittel, wie das Führungszeugnis, die weitaus weniger anfällig für Manipulation sind.


gg, das ist eine "an den Haaren herbei" gezogene Begründung.
Zur Zeit der Entstehung des Textes gab es wohl kaum Dermatologinnen und Sinn und Zweck des Vorgangs war, jemand in der Öffentlichkeit als Dieb unveränderlich für alle Zeiten zu kennzeichnen.
In welchen Fällen, ob und wie es überhaupt angewandt wurde, muß die Geschichtsschreibung klären. Ich würde mich auf keinen Fall auf Aussagen der Bahai verlassen.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!