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Dreieinigkeit












Das Athanasische Glaubensbekenntnis: "Ein Gott, drei Personen"

Erst im 6. Jahrhundert entstand dann, vermutlich im Westen, das nach Athanasius von Alexandria bezeichnete -- aber nicht von ihm verfasste -- Athanasische Glaubensbekenntnis, das die heute bekannte Formulierung der Dreinigkeitslehre enthält. Die Theologie dieses Glaubensbekenntnisses basiert stark auf den typisch westlichen Gedanken der Kirchenväter Ambrosius (gest. 397) und Augustinus (gest.430).

Zitat:
Dies aber ist der rechte Glaube, dass wir einen einigen Gott in drei Personen und drei Personen in einer Gottheit ehren. Und nicht die Personen ineinander mengen, noch das göttliche Wesen zertrennen. Eine andere Person ist der Vater, eine andere der Sohn, eine andere der Heilige Geist. Aber der Vater und Sohn und Heiliger Geist ist ein einiger Gott, gleich in der Herrlichkeit, gleich in ewiger Majestät. Welcherlei der Vater ist, solcherlei ist der Sohn, solcherlei ist auch der Heilige Geist. Wer daher selig werden will, muss dies von der heiligsten Dreifaltigkeit glauben.[...]Das ist nun der rechte Glaube: Wir müssen glauben und bekennen, dass unser Herr Jesus Christus, der Sohn Gottes, Gott und Mensch ist. Gott ist er aus der Wesenheit des Vaters von Ewigkeit gezeugt, und Mensch ist er aus der Wesenheit der Mutter in der Zeit geboren. Vollkommener Gott, vollkommener Mensch [...]Dies ist der katholische Glaube! Wer ihn nicht treu und fest glaubt, kann nicht selig werden.


Während sowohl die östliche und die westliche Tradition der Kirche die Trinität seit dem Konzil von Konstantinopel als festen Bestandteil ihrer Lehre sehen, gibt es doch Unterschiede: In der östlichen Tradition wird noch etwas mehr Wert auf die drei Personen gelegt, die westliche Tradition betont eher die Einheit. Die unterschiedliche Auffassung führte schließlich zum Filioque-Streit, der eine der Ursachen für das Morgenländische Schisma war und bis heute nicht beigelegt ist.

Unter den Germanen, Goten und Langobarden hielt sich der Arianismus noch über 300 Jahre. So konnte Leander von Sevilla erst 589 den arianischen König der Westgoten mit allen Adeligen und Geistlichen in die römische Kirche aufnehmen.

Die katholische Kirche formuliert die Trinitätslehre in der 11. Synode von Toledo 675 als Dogma, bestätigt das im 4. Laterankonzil 1215 und stellt sie auch danach nie in Frage.

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Das Dogma in neuerer Zeit

Von lutheranischen und baptistischen Reformatoren wurde die Trinität im Gegensatz zu anderen Dogmen der römisch-katholischen Kirche (z.B. Fegefeuer) übernommen und als Teil der allgemeinen christlichen Lehre vertreten. Sie ist auch in allen seither verfassten evangelischen Bekenntnissen aufgeführt.

Ebenso ist die Trinität (wie auch die Gottheit von Jesus Christus) in der Verfassung des ökumenischen Rats der Kirchen aufgeführt.

In der Kirchengeschichte sind aber auch immer wieder Theologen (z.B. K.-H. Ohlig) und kleinere Gemeinschaften aufgetreten, die die Trinitätslehre ablehnen. 1548 - 1574 entstanden in Polen antitrinitarische Gemeinden, auch Unitarier genannt, die in ganz Europa verfolgt wurden. Auch der in der Aufklärung aufkommende Deismus lehnte die Trinität ab. Im 17. Jh. bildeten sich auch in England und ab dem 18. Jh. in den späteren USA unitarische Gemeinden. Einige der frühen Staatsmänner und Präsidenten der USA waren bekennende Unitarier. Die heutigen amerikanischen "Unitarian Universalists", die daraus entstanden, aber heute eher Universalisten (siehe ebenfalls unter Unitarier) als Christen sind, kann man damit nicht mehr gleichsetzen. Nichttrinitarische Gruppen waren oder sind die Adventisten, die Christian Science, teilweise die Quäker, die Unitarier, The Way International, die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ("Mormonen"), die Zeugen Jehovas und die Christadelphian-Gemeinden .
Zugangsmodelle

Analogien zur Trinität, die von Kirchenvätern verwendet wurden, meist mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass sie nur ganz unvolkommene Bilder sind:

Tertullian gebrauchte für die Trinität die Bilder eines Baums: Wurzeln, Stamm und Zweige und des Wassers, das von der Quelle zum Bach und dann zum Fluss fließt.
Gregor Thaumatourgos und Augustinus von Hippo verglichen die Trinität mit der dreifachen Stufung der Natur des Menschen in Körper, Seele und Geist.
Basilius von Caesarea verglich das Konzept der Trinität mit dem Regenbogen: Sonne, Sonnenlicht und Farben.
Ebenfalls bei den Kirchenvätern findet sich das Bild von drei dicht aneinandergestellten Kerzen oder Fackeln, die mit einer einzigen Flamme brennen.
Aus neuerer Zeit gibt es die Analogie von Clive Staples Lewis, der die Trinität mit einem Würfel in seinen drei Dimensionen verglich.
Der Theologe David Clemens verglich die Trinität mit dem mathematischen Konzept von 1 x 1 x 1 = 1.
Andere Bilder sind die Sonne, ihr Licht und ihre Kraft oder die drei Aggregatzustände des Wassers: als kühlendes Eis, als erfrischendes Wasser, als wärmender Dampf.
Eine weitere Vorstellungsmöglichkeit ist die Gottheit in drei Personen, die von daher Liebe, Gemeinschaft und Kommunikation inhärent als unverzichtbaren Teil ihres Wesens hat.
Graphisch dargestellter Unterschied zwischen Dreifaltigkeit und Dreieinigkeit

Die in der Grafik erkennbaren geometrischen Anordnungen finden sich häufig als sog. Maßwerk (also schmückende ornamentale Formen) in der gotischen und neugotischen Baukunst. Beide im folgenden erklärten Formen des Maßwerkes findet man in vielfach ausgeschmückter und auch unterschiedlich gedrehter Ausrichtung.

Das blau dargestellte Dreiblatt soll den einem Blattgewächs nachempfundenen Begriff der dreigliedrigen Ausfaltung der Aspekte Gottes darstellen: die Dreifaltigkeit. Das nach unten zeigende Blatt symbolisiert nach vereinzelten Quellen beispielsweise Jesus als "Ausfaltung" aus dem Wesen Gottes, somit als "Ausdruck Gottes" auf Erden. Diese Idee findet sich ausführlicher diskutiert bei Cusanus.

Im türkisen Dreipass mit Kreisen dagegen, deren Berührungspunkte mit dem gemeinsamen Umkreis ein gleichseitiges Dreieck bilden, sollen die die sich gegenseitig umfassenden Aspekte des Gottesbegriffes der Dreieinigkeit dargestellt sein.

Im Sprachgebrauch wird zwischen Dreieinigkeit (Dreipass) und Dreifaltigkeit (Dreiblatt) meist nicht unterschieden, obwohl es theologische Diskussionen um dem Unterschied der beiden Begriffe gibt.



Dreieinigkeit/Dreifaltigkeit (blau: Dreifaltigkeit, türkis: Dreieinigkeit, grün: Monotheismus)
Verschiedene nichttrinitarische Vorstellungen in der Kirchengeschichte

Die klassische Lehre von der Trinität von "drei Personen in einer einzigen göttlichen Wesenheit", wurde aufgrund der unklaren Formulierung in verschiedenen Richtungen verstanden, die nicht zur Orthodoxie gehörten:

Die Sicht von drei Göttern, die manche in der Lehre beschrieben sehen (Tritheismus). Es gibt sogar Extreme einer Art Vier-Gott-Vorstellung: Gott als "eigentlicher" Gott UND als Vater UND als Sohn UND als Geist. Gewisse Randerscheinungen des Katholizismus erheben Maria teilweise zu einer Art vierten Person der Trinität. Dies ist aber in keiner Form vereinbar mit der offiziellen katholischen Lehre.
Das Verständnis von den drei Formen, Masken, oder Erscheinungsweisen ("modi") des einen Gottes, hinter denen er sich den Menschen zeigt. Modalismus wurde vertreten vom Sabellianismus, Patripassionalismus, heute z.B. von den Oneness-Pfingstlern.
Der Adoptionismus vertreten z.B. durch Paulus von Samosata ging davon aus, dass Jesus ein normaler Mensch war, auf den Gottes Geist herabgestiegen war.

Dreifaltigkeitsfest

Das Fest der Heiligen Dreifaltigkeit wird in der Westkirche zu Trinitatis, am Sonntag nach Pfingsten gefeiert. In der Ostkirche gilt das Pfingstfest selbst als Fest der Dreifaltigkeit.
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