Dreieinigkeit


Die Dreieinigkeitslehre der Kirche(n) ist ein als Dogma verkündetes theologisches Konstrukt, das erst in der Zeit vom 4. bis 7. nachchristlichen Jahrhundert entwickelt wurde und letztlich unbiblisch ist. Der Glaube an dieses Dogma ist weder eine Garantie oder Voraussetzung für die Aufnahme in den "Himmel" bzw. das "Neue Jerusalem", noch hat die Ablehnung dieses Dogmas eine ewige Höllenstrafe zur Folge.
Templer hat folgendes geschrieben:
Die Dreieinigkeitslehre der Kirche(n) ist ein als Dogma verkündetes theologisches Konstrukt, das erst in der Zeit vom 4. bis 7. nachchristlichen Jahrhundert entwickelt wurde und letztlich unbiblisch ist. Der Glaube an dieses Dogma ist weder eine Garantie oder Voraussetzung für die Aufnahme in den "Himmel" bzw. das "Neue Jerusalem", noch hat die Ablehnung dieses Dogmas eine ewige Höllenstrafe zur Folge.

Das kommt darauf an, warum das Dogma abgelehnt wird - und inwieweit mit der Ablehnung auch sittliche Irrtümer einhergehen. Zu beobachten war bisher in der Geschichte, dass dogmatische Verirrungen in den jeweiligen Gruppierungen auch immer zu Irrtümern in der Sittenlehre geführt haben. Und eines sagt Jesus schon klar: Wer das kirchliche Lehramt in seinem Hochmut bewusst ablehnt, der stellt sich gegen Gott (vgl. Lk 10,16).

Gott verzeiht also den Unglauben aus menschlicher Schwäche bzw. Unmöglichkeit von der Lehre der Kirche Kenntnis zu erlangen, wenn im Herzen des Menschen das ehrliche Bemühen um und die Sehnsucht nach der Wahrheit vorhanden ist - sog. "Begierdetaufe".
Den verfestigten dogmatischen bzw. sittlichen Irrtum, der aus dem hartherzigen und vermessenen Hochmut kommt, sich selbst über die Kirche zu stellen, den verzeiht Er nicht. Umkehr und Empfang des Bußsakraments sind während dieses Lebens selbstverständlich auch bei dieser Sünde gegen das erste Gebot jederzeit möglich.
Burkl hat folgendes geschrieben:
Zu beobachten war bisher in der Geschichte, dass dogmatische Verirrungen in den jeweiligen Gruppierungen auch immer zu Irrtümern in der Sittenlehre geführt haben.


Zu was für Irrtümern in der Sittenlehre kam es?
ziraki hat folgendes geschrieben:
Burkl hat folgendes geschrieben:
Zu beobachten war bisher in der Geschichte, dass dogmatische Verirrungen in den jeweiligen Gruppierungen auch immer zu Irrtümern in der Sittenlehre geführt haben.


Zu was für Irrtümern in der Sittenlehre kam es?

Nehmen wir als erstes Beispiel die Katharer. Sie lehnten generell die Zeugung von Kindern ab (Antinatalismus), da Adam und Eva ursprünglich ohne Sexualität gelebt hätten und vom Teufel zur Sünde der Reproduktion verführt worden seien. Ein einziges Kind pro Ehepaar wurde als gerade noch zu vergebende Sünde gesehen.

Oder den Rückfall in die Polygamie der Mormonen.

Als frühes Beispiel die Gnostiker - die auf der einen Seite eine rigide leibfeindliche Parteiung hervorbrachte, die alles Leibliche für Teufelswerk hielten (Jesus hatte ihrer Lehre zur Folge nur einen "Scheinleib") und auf der anderen Seite gnostische Gruppen, die Ausschweifung und Exzess lebten - als Beispiel die Nikolaiten, die in der Offenbarung des Johannes vorkommen.

Oder auch im Protestantismus - auf der einen Seite die Lüsternheit eines Luthers - er erklärte die Ehe zum "weltlich Ding" und heiratete als einer, der Gott den Zölibat versprochen hatte, eine Nonne - Spruch hinsichtlich der optimalen Frequenz des Koitus überliefert: "In der Woche zwie schadet nie!". Kommentar dazu, dass viele Frauen seiner Zeit beim Kinderkriegen starben: "Aber dafür sind sie ja da!" und auf der anderen Seite der schmallippige und lustfeindliche Puritanismus eines Calvin. Die Zeugen Jehovas wären auch in diesem Eck der angstvollen Lustvermeidung angesiedelt.

Irrlehren in der Dogmatik scheinen also immer auch zu Irrwegen in der Sittenlehre, oft sogar zu einseitigen Extremen, zu führen - weil die religiöse Wahrheit eben nicht teilbar ist. Gehe ich in einem Bereich in die Irre, ist der andere immer mitbetrofffen.
hallo ziraki,

vielleicht meint Burkl ja die sittliche Verfehlung, daß es ca im 6. Jahrhundert bei der Festlegung des Inhalts der Bibel zur Vernichtung aller anders lautenden Schriften kam und nur noch die der offiziellen Lehrmeinung genehmen Schriften in die Bibel aufgenommen wurden.

Allerdings ist es der kath. Kirche nicht vollständige gelungen, alle Schriften zu vernichten, bzw. tauchen immer wieder mal Teilstücke davon auf oder wird der Inhalt der Bibel durch Zusammenarbeit verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen in Frage gestellt.

Wer hier wohl einen dogmatischen Irrtum begeht, steht für mich außer Frage.

Pjotr Kala
_________________
Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
vielleicht meint Burkl ja die sittliche Verfehlung, daß es ca im 6. Jahrhundert bei der Festlegung des Inhalts der Bibel zur Vernichtung aller anders lautenden Schriften kam und nur noch die der offiziellen Lehrmeinung genehmen Schriften in die Bibel aufgenommen wurden.

Allerdings ist es der kath. Kirche nicht vollständige gelungen, alle Schriften zu vernichten, bzw. tauchen immer wieder mal Teilstücke davon auf oder wird der Inhalt der Bibel durch Zusammenarbeit verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen in Frage gestellt.

Hast du da seriöse Quellen über die angebliche Vernichtung bzw. Manipulation der Originaltexte der Bibel durch die katholische Kirche? Bitte nicht den Koran, der das ohne einen einzigen Beleg dafür zu liefern behauptet, um seine der Bibel diametral entgegengesetzte Christologie zu erklären - sondern echte und breit anerkannte wissenschaftliche Nachweise.
@Burkl

Danke für deine Antwort. Sehr interessant, aber ich denke ich habe meine Frage nicht präzise genug gestellt. Speziell der Zusammenhang zwischen Ablehnung der Trinitätslehre und sittlichen Irrtümern interessiert mich. So hatte ich eigentlich auch deinen Hinweis auf einen Zusammenhang verstanden.

Waren Katharer und Gnostiker Nichttrinitarier? Bei Protestanten würde ich das ausschließen.
zufällig gestern im ZDF Info Kanal eine Dokumentation über die Bibel und dihre Schriften gesehen.
Dort wurde festgestellt, daß eine bestimmte alte Schrift unten abgeschnitten wurde, wahrscheinlich, weil der Inhalt nicht mit offiziellen kath. Lehre konform ging.
Insgesamt ging es darum, daß Jesus wahrscheinlich mit Maria Magdala verheiratet war und auch 2 Söhne hatte. Hier wurde dann auch gesagt, daß ein Bischof im 6. Jahrhundert angeordnet hatte, daß sämtliche Schriften, die nicht der offiziellen Lehre entsprachen vernichtet werden sollten.
Die Beweisführung war sicher nicht vollständig, aber wesentlich logischer in der Aufklärung vieler in der Bibel vorkommener Diskrepanzen.

Die moderne historische Bibelforschung wird noch viel ans Tageslicht bringen, was die offizielle Kirchenlehre arg in Bedrängnis bringen wird.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
ziraki hat folgendes geschrieben:
@Burkl

Danke für deine Antwort. Sehr interessant, aber ich denke ich habe meine Frage nicht präzise genug gestellt. Speziell der Zusammenhang zwischen Ablehnung der Trinitätslehre und sittlichen Irrtümern interessiert mich. So hatte ich eigentlich auch deinen Hinweis auf einen Zusammenhang verstanden.

Waren Katharer und Gnostiker Nichttrinitarier? Bei Protestanten würde ich das ausschließen.

Die Katharer und Gnostiker würde ich mit ihrem Dualismus - wonach Gott sowohl gut als auch böse wäre - und ihrer unklaren Christologie (Christus als "Scheinmensch" etc.) wohl als Nichttrinitarier einordnen.

Worauf ich generell hinauswollte ist, dass schwere und grundlegende dogmatische Irrtümer - und speziell Abweichungen von der katholischen Lehre in der Christologie gehören dazu - immer auch Irrtümer in der Sittenlehre nach sich ziehen. Aber selbstverständlich gibt es die auch zu Hauf in den nichtchristlichen Religionen, z.B. die Vielehe und die "Ehe auf Zeit" (mit der "Seitensprünge" beliebig legitimiert werden können) im Islam oder die übertriebenen quasi zum Zentrum der Heilslehre erhobenen Speisegesetze im Hinduismus.
Wenn der dogmatisch irrtumsfreie Christus nicht vorhanden ist, bleibt auch die sittliche Wahrheit mehr oder weniger verdunkelt. Darum ist eben nur die katholische Sittenlehre diejenige, die alles Heilsnotwendige ohne Beimischung eines Irrtums enthält.

"Der Mensch stößt beim Erkennen Gottes mit dem bloßen Licht der Vernunft auf viele Schwierigkeiten. Außerdem kann er nicht von allein ins Innerste des göttlichen Mysteriums eintreten. Deshalb wollte Gott ihn mit seiner Offenbarung erleuchten, und zwar nicht nur über Wahrheiten, die das menschliche Verständnis übersteigen, sondern auch über religiöse und sittliche Wahrheiten, die der Vernunft an sich zugänglich sind, aber so von allen ohne Schwierigkeit, mit sicherer Gewissheit und ohne Beimischung eines Irrtums erkannt werden können."

Katechismus, Kompendium Punkt 4
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:

zufällig gestern im ZDF Info Kanal eine Dokumentation über die Bibel und dihre Schriften gesehen.

Das ZDF als zuverlässige wissenschaftliche Quelle?