|
|
|
SCH Revelation 7:1 Darnach sah ich vier Engel an den vier Ecken der Erde stehen, die hielten die vier Winde der Erde, damit kein Wind wehe über die Erde noch über das Meer noch über irgend einen Baum.
2 Und ich sah einen andern Engel vom Sonnenaufgang heraufsteigen, der hatte das Siegel des lebendigen Gottes; und er rief mit lauter Stimme den vier Engeln zu, welchen Macht gegeben war, die Erde und das Meer zu schädigen,
3 und sprach: Schädiget die Erde nicht, noch das Meer noch die Bäume, bis wir die Knechte unsres Gottes auf ihren Stirnen versiegelt haben!
4 Und ich hörte die Zahl der Versiegelten: Hundertvierundvierzigtausend Versiegelte, aus allen Stämmen der Kinder Israel.
5 Aus dem Stamm Juda zwölftausend Versiegelte; aus dem Stamm Ruben zwölftausend; aus dem Stamm Gad zwölftausend;
6 aus dem Stamm Asser zwölftausend; aus dem Stamm Naphtali zwölftausend; aus dem Stamm Manasse zwölftausend;
7 aus dem Stamm Simeon zwölftausend; aus dem Stamm Levi zwölftausend; aus dem Stamm Issaschar zwölftausend;
8 aus dem Stamm Sebulon zwölftausend; aus dem Stamm Joseph zwölftausend; aus dem Stamm Benjamin zwölftausend Versiegelte.
9 Darnach sah ich, und siehe, eine große Schar, die niemand zählen konnte, aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Zungen; die standen vor dem Throne und vor dem Lamm, angetan mit weißen Kleidern, und Palmen in ihren Händen.
10 Und sie riefen mit lauter Stimme und sprachen: Das Heil steht bei unsrem Gott, der auf dem Throne sitzt, und bei dem Lamm! 11 Und alle Engel standen rings um den Thron und um die Ältesten und die vier lebendigen Wesen und fielen vor dem Thron auf ihr Angesicht und beteten Gott an
12 und sprachen: Amen! Lobpreisung und Ruhm und Weisheit und Dank und Ehre und Macht und Stärke sei unsrem Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.
13 Und einer von den Ältesten hob an und sprach zu mir: Wer sind diese, die mit weißen Kleidern angetan sind, und woher sind sie gekommen?
14 Und ich sprach zu ihm: Mein Herr, du weißt es! Und er sprach zu mir: Das sind die, welche aus der großen Trübsal kommen; und sie haben ihre Kleider gewaschen und hell gemacht im Blute des Lammes.
15 Darum sind sie vor dem Throne Gottes und dienen ihm Tag und Nacht in seinem Tempel; und der auf dem Throne sitzt, wird über ihnen wohnen.
16 Und sie werden nicht mehr hungern noch dürsten; es wird auch nicht die Sonne auf sie fallen noch irgend eine Hitze;
17 denn das Lamm, das inmitten des Thrones ist, wird sie weiden und sie leiten zu Wasserquellen des Lebens, und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen.
SCH Revelation 8:1 Und als es das siebente Siegel öffnete, entstand eine Stille im Himmel, von etwa einer halben Stunde.
2 Und ich sah die sieben Engel, die vor Gott stehen; und es wurden ihnen sieben Posaunen gegeben.
3 Und ein anderer Engel kam und stellte sich an den Altar, der hatte eine goldene Räucherpfanne; und ihm wurde viel Räucherwerk gegeben, damit er es mitsamt den Gebeten aller Heiligen auf den goldenen Altar gäbe, der vor dem Throne ist.
4 Und der Rauch des Räucherwerks stieg mit den Gebeten der Heiligen aus der Hand des Engels auf vor Gott.
5 Und der Engel nahm die Räucherpfanne und füllte sie mit Feuer vom Altar und warf sie auf die Erde; und es entstanden Stimmen und Donner und Blitze und Erdbeben.
6 Und die sieben Engel, welche die sieben Posaunen hatten, machten sich bereit zu posaunen.
|
|
|
|
Joh. E. Keller Mai 1944
Bibliothek
KB-007
Offenbarung 7 - 8,6
Inhalt: Bei allen Offenbarungen Gottes geht es um die Erfüllung seines Vorsatzes der Ewigkeiten, den er gefaßt hat in Christo Jesu, unserm Herrn
In der Offenbarung steht im Mittelpunkt, wie der dritte Abschnitt das zeigt, was nach diesem geschehen soll, das Lamm in der Mitte des Thrones und der vier lebendigen Wesen und in der Mitte der Ältesten, wie geschlachtet. Das bedeutet, daß überwunden hat der Löwe, der aus dem Stamme Juda ist, die Wurzel Davids, das Buch zu öffnen und seine sieben Siegel zu brechen. Es ist zu dieser Zeit offenbar, daß niemand, weder im Himmel, noch auf Erden, noch unter der Erde vermochte, das Buch zu öffnen und in dasselbe zu blicken. Niemand in der ganzen Schöpfung, nicht im Himmel, nicht auf der Erde und nicht unter der Erde wird würdig erfunden, dieses Geheimnis, welches das mit sieben Siegeln versiegelte Buch darstellt, kennen zu lernen. Das Öffnen dieser sieben Siegel vermittelt den Inhalt der Offenbarung durch Johannes im dritten Abschnitt, wie es von Offenbarung 6 an bis zum Schluß berichtet ist. Das ist der Hauptabschnitt der Offenbarung, die Johannes vermitteln mußte. Er mußte zuerst schreiben, was er gesehen hat; das ist im 1.Kapitel berichtet. Als zweites mußte er schreiben, was da ist; das sind die sieben Sendschreiben an die sieben Gemeinden. Der 3.Abschnitt beginnt mit den einleitenden Worten in Offenbarung 4:
„Steige hier herauf, und ich will dir zeigen, was nach diesem geschehen soll!“In Wirklichkeit ist der Inhalt des mit sieben Siegeln versiegelten Buches der Kern dieser ganzen Offenbarung, die durch Johannes übermittelt worden ist. Warum diese letzte Offenbarung gegeben wird, muß uns klar sein. Durch alle Offenbarungen hindurch, geht es immer um die Erfüllung von Gottes Vorsatzes der Ewigkeiten, den er gefaßt hat in Christo Jesu, unserm Herrn.
Die erste Offenbarung ist für das Zustandekommen des Ratschlusses Gottes grundlegend. Gott hat im Wort das Leben für die Geschöpfe offenbart. Nun muß dieses Leben nach seinem Vorsatz der Ewigkeiten, den er in Christo Jesu gefaßt hat, allen Geschöpfen vermittelt werden. Wie das geschehen muß, das ist aufeinanderfolgend in den damit verbundenen Erfahrungen gezeigt. Diese Offenbarungen zeigen, wie Gottes Vorsatz der Ewigkeiten im Lauf der Zeit schrittweise der Erfüllung näher kommt. Es ist ins Licht gestellt, daß das Zustandekommen dessen, was Gott in der Schöpfung erreichen will, nur dadurch verwirklicht wird, daß der Widerstand, den ihm die Geschöpfe in der Erfüllung seiner Absichten entgegensetzen, überwunden wird.
Darum muß man zuerst auf Grund der ersten Offenbarung begreifen, nach der Gott das im Wort offenbarte Leben für die Geschöpfe bestimmt hat, wie sich der Engelfürst in der ersten Schöpfung als vollkommener Feind der Erfüllung von Gottes Vorsatz entgegenstellt. Statt das von Gott im Wort offenbarte Leben anzuerkennen, aufzunehmen und weiterzuleiten und auf diese Weise mit dem Ratschluß Gottes in Übereinstimmung zu sein, wird dieses Geschöpf ein solcher Feind dieser Gottesoffenbarung gegenüber, wie diese Feindschaft seither in der Schöpfung vorhanden ist. Sie wird am besten daran erkannt, daß bis heute Gottes Absicht immer noch nicht erreicht worden ist.Durch das Öffnen des mit sieben Siegeln versiegelten Buches sind in der Erfüllung von Gottes Absichten drei Erfahrungsgebiete gezeigt.
Beim Öffnen des fünften Siegels wird den Seelen unter dem Altar gesagt, daß sie noch eine kleine Zeit ruhen sollen, bis auch ihre Mitknechte und Brüder vollendet sind, die auch getötet werden sollen gleichwie sie.
In Verbindung damit ist berichtet, daß die vier Winde, durch die die Erde und das Meer und die Bäume beschädigt werden sollen, von vier Engeln aufgehalten werden müssen so lange, bis 144000 Knechte Gottes an ihren Stirnen versiegelt sind, um zur Hütte Gottes zubereitet zu werden.
Das dritte Gebiet, auf dem sich der Wille Gottes auswirkt, ist die große Schar, die niemand zählen kann, aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Zungen.Das Wichtigste der drei Erfahrungsgebiete wird dem Apostel Johannes von einem Ältesten damit vorgehalten, daß ihm die Frage gestellt wird:
„Wer sind diese, mit weißen Kleidern angetan, und woher sind sie gekommen?“ (Offb.7,12)
Mit diesen beiden Fragen, wer sie sind und woher sie gekommen sind, wird es ins Licht gestellt, was in diesem mit sieben Siegeln versiegelten Buch bezeugt ist. Solange war in den Gottesoffenbarungen nur das dargestellt, wie sich die im Engelfürsten vorhandene Feindschaft auswirkte, indem das von Gott im Wort offenbarte Leben den Geschöpfen nicht vermittelt wurde. Es kam nicht zustande, wie es nach der Offenbarung Gottes von seinem Volke hätte erreicht werden sollen, daß das Allerheiligste für die Offenbarung Gottes in demselben hätte gesalbt werden können. Die darauf folgende Offenbarung der Apostel an die Gemeinde zeigt aufs Neue, daß es nicht erfüllt worden ist, daß die Gemeinde, die Kinder Gottes, die den Leib Christi bilden, die Vollkommenheit, die volle Größe des Mannes Christi erreichten und das Haus als Wohnstätte zur Offenbarung Gottes darstellten.
Diese Offenbarungen sind klar und müssen beachtet werden, wenn es verstanden werden soll, was in dem mit sieben Siegeln versiegelten Buch mitgeteilt ist. Es ist nicht umsonst, daß sieben Siegel dieses Buch der letzten Offenbarung Gottes verschließen. Es muß auch begriffen werden, daß es festgestellt werden mußte in der ganzen Schöpfung, daß nicht ein Geschöpf, weder im Himmel, noch auf Erden, noch unter der Erde würdig war, ein Siegel von diesen sieben zu erbrechen und mit dem Inhalt dieses Buches vertraut zu werden.
Auf dem Boden der gegenwärtigen Schöpfung ist es nicht so geblieben, wie es sich in der ersten Schöpfung der Engel gestaltete. In der ersten Schöpfung hat der Feindeseinfluß des Engelfürsten gegen Gott und seine Absicht, sein Leben den Geschöpfen mitzuteilen, die ganze Engelschar bestimmt. Diesem Einfluß des Fürsten konnte sich kein Engelwesen so völlig entziehen, daß es denselben hätte überwinden können. Die Wirkung davon war, daß kein Engel das von Gott im Wort offenbarte Leben erfahren konnte. Das Gegenteil von Gottes Absicht wirkte sich durch die zur Flut gewordenen Wassereinflüsse der Engel aus. Diese Geschöpfe haben durch ihren Einfluß bewirkt, daß die ganze damalige Welt der Engelschöpfung zugrunde ging, wie es Petrus im 2.Brief im 3.Kapitel zeigt. Damit ist gar nichts anderes zum Ausdruck gebracht als das, was Gott in der gegenwärtigen Schöpfung praktisch illustriert. Der Mensch als zweites von Gott geschaffenes Werkzeug, das er gebrauchen will, um seine Absicht in der Schöpfung auszuführen, stellt nichts anderes dar, als daß die Geschöpfe die durchs Wort geschaffene Schöpfung vernichtet, zugrunde gerichtet haben. Die Geschöpfe sollen das Leben von Gott erfahren und dadurch Gott gleich sein. Statt dessen hat der Einfluß der Geschöpfe alles verderbt. Alle Gebiete in der gegenwärtigen Schöpfung stellen es dar, daß wirklich alles verderbt ist.Es kann nur Unkenntnis dieser Tatsache der Grund dafür sein, daß die Menschen nicht Gott suchen, daß die Zahl derer, die Gott gesucht haben, so gering ist, daß sie im Vergleich zu dem, was Gott für eine Absicht mit der ganzen Schöpfung hat, gar nicht als ein bestimmender Einfluß erkannt und anerkannt wird. Es wird gar nicht einmal recht gewürdigt, daß Gott seinen Vorsatz der Ewigkeiten in seinem Sohne Jesu Christi beschlossen hat, um denselben durch ihn zu erfüllen. Das ist fast wirkungslos geworden, trotzdem die Gemeindezeit nach der letzten Offenbarung Gottes in die lange Zeit von sieben Gemeinden verlängert worden ist. Es ist kaum wahrzunehmen in diesen sieben Gemeindezeiten, daß das, was Gott anstrebt, ernstlich beachtet wird. Tatsache ist, daß man Erfahrungen, die von Henoch, von Abraham, von einer Maria durchlebt wurden, aus denen heraus es sich gestaltet und verwirklicht hat, daß der Sohn Gottes der Retter der ganzen Schöpfung geworden ist, wenig gesehen und beachtet hat. Und wenn wir uns fragen, was in der Gemeinde Gottes in der langen Zeit der sieben Gemeinden erfüllt worden ist, sind es wenige Kinder Gottes, die eine Erfüllung durch Jesum Christum darin gesehen haben, daß das von ihm dargestellte Leben in der gleichen Fülle an ihnen offenbar werden sollte. Wir kennen aus dem Apostelzeugnis nur einen Hinweis auf Trankopfer, nur das wenige, was im apostolischen Zeugnis von diesen Trankopfern gesagt ist, und die Trankopfer selbst verschwinden für die klare Feststellung der Gemeinde, daß man nicht einmal mit Bestimmtheit ein einziges dieser Trankopfer nennen kann. So macht es den Eindruck, als wäre der Feindeinfluß so mächtig, daß man nicht weiß, ob man bestimmt mit der Gottesoffenbarung rechnen kann.
Die Gottesoffenbarung ist von Anfang der Schöpfung darin bekannt, daß das von Gott offenbarte Leben den Geschöpfen zuteil werden soll. Der Engelfürst hat für seine Zeit Gottes Absicht vollkommen vereitelt. In der gegenwärtigen Zeit ist dieses Gottleben von den meisten Menschen, die es empfangen haben, nur in geringer Auswirkung erlebt worden. Sie stellen alle die Erfahrung Abels mit dar. Die Lebensauswirkung in diesen göttlichen Werkzeugen ist nach verhältnismäßig kurzer Zeit durch den Tod abgebrochen worden. Bis zu Jesu sind nur Henoch, Abraham, Elias und Maria als Werkzeuge bekannt, von denen wir bestimmt wissen, daß in ihrer Erfahrung das Leben in der gottgewollten völligen Art und Weise zur Auswirkung und Darstellung gekommen ist. Durch diese Werkzeuge ist Jesus der Lebensträger und Lebensvermittler. Aber in der Gemeinde sind keine solchen Werkzeuge mehr wie Henoch, Abraham und Maria vorhanden. Es ist kein Knecht in der Gemeinde, von dem die Schrift berichtet, daß er den Tod nicht sah, keine Magd des Herrn, von der der Bericht lautet, wie es die Maria zum Ausdruck bringt: „Mir geschehe, wie du gesagt hast.“ ( vgl.Luk.1,38 ) Mögen solche Werkzeuge vorhanden sein, aber sie sind uns nicht bekannt, sie sind vollkommen in der Verborgenheit geblieben.
Nun haben wir die Offenbarung, wie sie im Anfang der Engelschöpfung vom Engelfürsten vollkommen durch seinen Einfluß wirkungslos gemacht wurde. Wir haben die Offenbarung im Volke Gottes, die uns den Lebensträger und Mittler Jesum Christum in der Erfüllung gebracht hat auf Grund weniger Werkzeuge, die ihren Teil in der Glaubenstreue dazu beigetragen haben, daß der Ratschluß Gottes in Jesu, seinem Sohn, erfüllt werden konnte. Ebenso wichtig ist die Seite im Volke Gottes, die das Zustandekommen des Allerheiligsten verhindert hat. Das gleiche Bild zeigt die Gemeinde nach dem Zeugnis der Apostel. Sicher sind Trankopfer in der Gemeinde vorhanden nach dem apostolischen Zeugnis, und zweifellos dienen diese Trankopfer der Gottesabsicht, daß das, was an den Trübsalen Christi noch fehlt, für die Gemeinde von diesen Trankopfern durch ihr Leiden am Fleisch und durch ihr Sterben ergänzt wird. Sicher ist Gottes Absicht nach dem Zeugnis der Apostel in der Gemeinde erfüllt worden, aber immerhin ist wieder der Teil, der nach dem apostolischen Zeugnis hätte zustande kommen müssen, das Haus Gottes, durch die Untreue von einem Teil der Kinder Gottes nicht zustande gekommen. Dasselbe Bild stellen bis heute die sieben Gemeindezeiten dar. Sicher sind in diesen Zeiten auch solche Trankopferwerkzeuge da. Wie viele oder wie wenige das sind, wird zu unserer Überraschung später offenbar werden. Daß der andere Teil in diesen sieben Gemeindezeiten genauso wie vordem nichts dazu beigetragen hat, daß die Hütte Gottes hätte zustande kommen können, muß beachtet werden.
Wir stehen nun vor der Tatsache, daß in der letzten Offenbarung ein Büchlein von Gott verschlossen gehalten wird. Angesichts der bestehenden Feindschaft der Geschöpfe gegen das Zustandekommen der Gottesabsicht sollen wir jetzt im Blick auf die letzte Offenbarung wirklich glauben, daß nun das zustande kommt, was Gott durch das Öffnen der sieben Siegel aus seinem bis dahin verschlossen gehaltenen Buch enthüllt. 144000 Knechte Gottes müssen zur bestimmten, genau festgelegten Zeit die Hütte Gottes darstellen. Die Zeit ist uns gezeigt, indem die sieben Siegel geöffnet werden. Dann bekommen sieben Engel sieben Posaunen. Wenn die letzten zwei Engel ihre Posaunenbotschaft ausrichten, erfolgt in der ersten Zeit das Zeugnis der zwei Zeugen, es dauert tausend zweihundert und sechzig Tage. In der zweiten Zeit wird das Weib, das den Knaben geboren hat, in der Wüste an dem Ort, den Gott zu diesem Zweck bereitet hat, ernährt. Auch das dauert tausend zweihundert und sechzig Tage. Das sind zwei genau gleich lange Zeitabschnitte von zweimal tausend zweihundert und sechzig Tagen oder zweimal dreieinhalb Zeiten, und dreieinhalb Zeiten sind auch zweiundvierzig Monate. In der zweiten Zeit von zweiundvierzig Monaten herrscht das Tier von Offenbarung 13 und wird die heilige Stadt nach Offb.11,2 zertreten.
Die zweimal tausend zweihundert und sechzig Tage sind die Zeit der sieben Jahre als Zeit der letzten von den siebenzig Wochen, die deshalb in dieser Zeit in den zwei letzten Posaunenbotschaften in Erscheinung tritt, weil das, was in dieser letzten Woche noch geschehen muß, anschließend an die neunundsechzig Wochen nach dem Tode Jesu nicht geschehen ist. Wäre damals, in jenen sieben Jahren nach dem Tode Jesu, das geschehen, was in dieser letzten Woche geschehen muß, dann wäre damit das Haus Gottes, das Allerheiligste, im Volke Gottes vollendet, offenbar geworden. Der Herr wäre zu seinem Allerheiligsten gekommen, das Reich Gottes hätte damit seinen Anfang genommen sieben Jahre nach dem Tode Jesu. Durch das Ausbleiben dieser Tatsache ist die Gemeinde eingeschaltet worden, die in dem Zeugnis von Daniel nicht vorgesehen war, und anschließend wird diese Gemeinde um sieben Gemeinden, nach dem Zeugnis durch Johannes, verlängert. Diese Gemeindezeit liegt zwischen der neunundsechzigsten und der letzten, der siebzigsten Woche. Darum bilden diese zwei Zeitabschnitte von je tausend zweihundert und sechzig Tagen die letzte Woche in der Zeit, wenn die zwei letzten Engel ihre Posaunenbotschaften ausrichten. Das ist der Abschluß der Zeit, die in dem mit sieben Siegeln versiegelten Buch enthüllt ist. Es ist die Zeit, die die sieben Engel mit ihren sieben Posaunenbotschaften darstellen.
Wenn in den letzten beiden Posaunenbotschaften ein Zeitraum von einer Woche, von sieben Jahren, dargestellt ist, so können wir daraus nicht folgern, daß in den sieben Posaunenbotschaften genau siebenmal die Zeit gesehen werden muß, wie sie in der sechsten oder siebenten Posaune gezeigt ist. Wir können nicht die Zeit der Posaunenbotschaft als genaue Zeit des Zeugnisses der zwei Zeugen, oder als genaue Zeit, die ausgefüllt ist damit, daß das Weib tausend zweihundert und sechzig Tage ernährt wird, festlegen. Hier sind es weniger als tausend zweihundert und sechzig Tage: zweitausend dreihundert mal Abend und Morgen = tausend einhundert und fünfzig Tage. In dieser Zeit ist das Heiligtum verwüstet durch den Greuel der Verwüstung, und nach dieser Zeit wird das Heiligtum in Ordnung gebracht. Über die Zeit von tausend zweihundert und sechzig Tagen hinaus sind tausend zweihundert und neunzig Tage, dreißig Tage mehr als tausend zweihundert und sechzig Tage, und weiter tausend dreihundert und fünfunddreißig Tage, also nochmal fünfundvierzig Tage mehr als tausend zweihundert und neunzig Tage, genannt. Damit soll nur angedeutet sein, daß die Posaunenberichte mit den in dieser Zeit liegenden Zeitangaben nicht als gleiche Zeitlänge angesehen werden können.
Weiter haben wir im Blick auf die Zeit darauf zu achten, daß bei den drei letzten Posaunenbotschaften - sie sind drei Wehe genannt - nach Abschluß der fünften Posaunenbotschaft gesagt ist:
„Das erste Wehe ist vorüber, siehe, es kommen noch zwei Wehe nach diesem.“ (Offb.9,12)
Nach der sechsten Posaune heißt es:
„Das zweite Wehe ist vorüber; siehe, das dritte Wehe kommt schnell.“ (Offb.11,14)
Damit ist angedeutet, daß ein Abstand zwischen der Erfüllung der Wehe, dieser Posaunenberichte, besteht; er ist größer zwischen dem ersten und zweiten Wehe und kürzer zwischen dem zweiten und dritten. Aber gerade darin liegt der Beweis einer solchen Zwischenzeit. Wenn das schon in der Hälfte der Woche verstanden werden muß, wo von einer Zeit und zwei Zeiten und einer halben Zeit die Rede ist, dann kann man auch nicht genau festlegen, daß, wenn in der Mitte der Woche der Greuel der Verwüstung aufgerichtet wird, die beiden Hälften der Woche, die erste und die zweite, sofort zeitlich aufeinander folgen. So kann man auch die ersten vier Posaunenbotschaften nicht so ansehen, als ob von einer Posaune zur anderen nicht gewisse Unterbrechungszeiten wären, wie auch dort auf solche Unterbrechung hingewiesen ist, wenn es heißt:
„Als es das siebente Siegel öffnete, ward eine Stille im Himmel bei einer halben Stunde.“ (Offb.8,1)
Eine halbe Stunde ist gewiß im Verhältnis zu „einer Zeit“, „zwei Zeiten“ und „einer halben Zeit“ nicht sehr lang, müssen wir doch unter diesen dreieinhalb Zeiten dreieinhalb Jahre sehen; das beweist die Einteilung der letzten Woche. Eine halbe Stunde muß dementsprechend kürzer sein, als wenn in Offenbarung 17 berichtet ist, daß die zehn Hörner ihre Macht dem Tier geben für eine Stunde. In dieser Stunde, wenn das Tier und die zehn Hörner einerlei Meinung haben, so daß sie in dieser Zeit das ausführen, was Gott ihnen in ihre Herzen gegeben hat, daß sie einerlei Willen tun, so ist diese Stunde eben auch eine bestimmte Zeit, eine kürzere Zeit, als sie „eine Zeit“ - ein Jahr - „zwei Zeiten“ - zwei Jahre - und „eine halbe Zeit“ - ein halbes Jahr - darstellen.
So sind Zeitangaben vorhanden, die uns bestimmen müssen, das Posaunen der sieben Engel in dem Licht zu sehen, daß in zwei Posaunenbotschaften sieben Jahre liegen. Fünf Posaunenbotschaften gehen voraus. Wenn in zwei Posaunenbotschaften sieben Jahre liegen, dann müssen die fünf vorausgehenden Posaunenbotschaften einen bestimmten Zeitabschnitt darstellen. Ins Endlose zieht sich das Ganze nicht hin, ist es doch die Enthüllung dessen, daß nun endgültig das zustande kommen muß, was Gott in seinem Ewigkeitsratschluß vorgesehen hat. Sollten wir uns bestimmen lassen durch das, was solange nicht vollkommen verwirklicht ist, so würden wir uns auch nur von der Unvollkommenheit der Geschöpfe bestimmen lassen und nicht erfassen, was Gott in der Schöpfung endgültig offenbart.
Gott offenbart in der Schöpfung, daß sein Vorsatz erfüllt wird in der Zeit der großen Trübsal. Von der großen Trübsal sagt Jesus in Matth.24,15-27:
„Wenn ihr nun den Greuel der Verwüstung, von welchem gesagt ist durch den Propheten Daniel, werdet stehen sehen an heiliger Stätte, (wer es lieset, der merke darauf!), alsdann fliehe, wer in Judäa ist, auf die Berge; wer auf dem Dache ist, der steige nicht hinab, etwas aus seinem Hause zu holen; und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht wieder zurück, sein Kleid zu holen. Wehe aber den Schwangern und den Säugenden in denselben Tagen! Bittet aber, daß eure Flucht nicht des Winters, noch am Sabbat geschehe. Denn alsdann wird eine große Trübsal sein, wie von Anfang der Welt bis jetzt keine gewesen und auch nicht mehr kommen wird. Und wenn jene Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Fleisch gerettet werden; aber um der Auserwählten willen sollen jene Tage verkürzt werden. Wenn alsdann jemand zu euch sagen wird: Siehe, hier ist Christus oder dort! so glaubet es nicht. Denn es werden falsche Christus und falsche Propheten aufstehen und werden große Zeichen und Wunder tun, um, wo es möglich wäre, auch die Auserwählten zu verführen. Siehe, ich habe es euch vorhergesagt. Darum wenn sie euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüste! so gehet nicht hinaus; siehe, er ist in den Kammern! so glaubet es nicht. Denn wie der Blitz ausfährt vom Osten und scheint bis zum Westen, also wird auch die Zukunft des Menschensohnes sein.“In diesem Wort ist klar gesagt, wann die große Trübsal ist, und was unter dieser großen Trübsal zu verstehen ist. Die große Trübsal ist in der Zeit, nachdem in der Mitte der letzten Woche der Greuel der Verwüstung aufgerichtet ist nach Daniel 9. Der Greuel der Verwüstung wird zwischen dem Zeugnis der zwei Zeugen, der Zeit, wenn der sechste Engel posaunt, und der zweiundvierzig Monate dauernden Tierherrschaft, wenn der siebente Engel posaunt, aufgestellt.
Der Fürst, der in dieser Tierherrschaft die Macht hat, richtet den Greuel der Verwüstung auf, verwüstet das Heiligtum, stellt an die Stelle von den täglichen Morgen- und Abendopfern den Greuel, der dahin führt, daß diesem Tier ein Bild gemacht werden muß. Das Bild muß angebetet werden, und alle, die es nicht anbeten und das Malzeichen nicht auf ihre Stirne noch auf ihre Hand nehmen, werden getötet.Darin gipfelt endlich der Greuel der Verwüstung des Heiligtums. Es kommt dann nur darauf hinaus, daß zwischen Gottesanbetung und Tieranbetung unterschieden werden muß bei denen, die auf der Erde wohnen. Die auf der Erde wohnen sind diejenigen, die das Siegel Gottes nicht an ihrer Stirne tragen. Also handelt es sich hier nicht um die 144000, die im Himmel wohnen und von Gott zur Braut für den Mann, zur Hütte für die Offenbarung Gottes zubereitet werden.
Diese 144000 kommen nicht unter den Einfluß, daß sie gezwungen werden, das Tier anzubeten. Fragen wir, warum nicht, dann müssen wir nicht gleich für jede Frage, die uns verstandesmäßig bleibt, Antwort erwarten. Etwas, was sich Gott in seiner Entwicklung vorbehalten hat auszuführen, kann nicht immer erklärend in Worte gefaßt werden. Man muß auch diesen kommenden Ereignissen gegenüber damit zufrieden sein, daß es so geschrieben steht und so geschehen und kommen wird, wie es geschrieben steht; das genügt. Es genügt, daß es ein Unterschied ist, auf der Erde zu wohnen und im Himmel zu wohnen, wie auch Johannes, um die Ereignisse schauen zu können, im Geiste sein, hinaufsteigen mußte, um durch die geöffnete Tür im Himmel einzugehen in diese Ordnung, daß er im Geiste war.
Wenn wir nun fragen wollten: ja, was ist nun die Tür, wieviel Angeln hat sie, was hat sie für ein Schloß, und was ist das, was aufgeschlossen wird, daß sie offen ist, daß geschlossen wird, daß sie zu ist? Was sind die ausländischen Gewänder, von denen der Prophet redet? Was stellt es dar, wenn man über die Schwelle hüpft und dergleichen mehr, was Ursache zum Fragen geben kann (Zeph.1). Es sind aber meistens Fragen, die man deshalb stellt, weil man noch nicht angefangen hat in das Wesen der Sache einzugehen. Geht man in das Wesen der Sache ein, dann hat man weniger zu fragen und sich weniger für allerlei zu interessieren, als praktisch das, was man als seine Aufgabe erkannt hat, zu verwirklichen.
Es geht im ganzen ja nur darum, daß es zwei Ausrichtungen in der Stellung der Kinder Gottes gibt, und die beiden Ausrichtungen sind die, daß ein Gebiet die Erde, die Welt, was in der Welt ist, was auf Erden ist, was das Fleisch, der Menschenleib, die Glieder dieses Leibes darstellt, was sich auf diesem Boden, auf dem die Sünde herrscht, wo der Leib fleischlich unter die Sünde verkauft ist, entwickelt und auswirkt. Das andere ist das, was Gott durch Jesum getan hat, indem er den Leib der Sünde am Kreuz in den Tod gab. Er ist gestorben, begraben, er ist vergangen. An die Stelle des Alten ist ein Neues gesetzt, ein Leib, von den Toten auferweckt durch die Herrlichkeit des Vaters, zur Rechten Gottes erhöht, Wohnung für Gott. Die Kinder Gottes sollen nicht suchen, was auf Erden ist, sie sollen suchen, was droben ist, wo Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes. Das eine ist Fleisch, das andere ist Geist. Das eine ist, wenn man es sucht und sich darin aufhält, das Wohnen auf der Erde, das andere ist das Wohnen im Himmel. Man kommt dorthin, indem eine Tür im Himmel aufgeschlossen wird zur bestimmten Zeit, und durch diese Tür kann man in den Himmel gelangen und kann sich dann im Himmel aufhalten. Wenn in Offb.12 ein Zeichen im Himmel erscheint, ein Weib mit der Sonne der Gerechtigkeit bekleidet, den Mond unter ihren Füßen, auf ihrem Haupte eine Krone mit zwölf Sternen, dann ist das ein neuer Anfang auf das hin, was in Offb.21 als der neue Himmel bezeichnet ist.So wirken sich einfach nach diesen beiden Seiten die Erfahrungen der Kinder Gottes in dieser Zeit durch. Die einen, die in ihrer Stellung zu Gott treu sind, sind Gegenstand der Verführung, daß, wenn es möglich wäre, auch sie, diese Auserwählten, in den Irrtum verführt würden.
Die auf der Erde wohnen, stehen unter dem Einfluß, der in Offb.12 als Drache, alte Schlange, Teufel und Satan bezeichnet ist, der die ganze Welt verführt. Wer auf der Erde wohnt, ist nicht der Gefahr ausgesetzt, verführt zu werden, er ist verführt. Wer auf der Erde wohnt, lebt unter dem beständigen wirksamen Einfluß des Fürsten dieser Welt und muß darunter leiden. Wenn die Tage am Ende nicht verkürzt würden, dann würde kein Fleisch gerettet, dann würden auch diese im Himmel Wohnenden nicht leben können, bis die Offenbarung des Herrn erfolgt und ihr Leib der Niedrigkeit in den Leib der Herrlichkeit verwandelt wird. Das könnte nicht erreicht werden, wenn Gott nicht selbst dafür Sorge tragen würde, daß die Tage in der großen Trübsal verkürzt würden. Sie werden verkürzt, weil sie sich nicht auswirken dürfen während tausend zweihundert und sechzig, tausend zweihundert und neunzig oder gar tausend dreihundert und fünfunddreißig Tagen - sie werden verkürzt auf tausend einhundert und fünfzig Tage, so daß dann diese, das Fleisch der Kinder Gottes bedrängende Trübsalszeit zu Ende ist.Das ist nur ein kleiner Hinweis auf die Zeit, wenn der Greuel der Verwüstung aufgerichtet wird in der Mitte der letzten Woche. Die große Trübsal füllt die Zeit der letzten halben Woche so weit aus, bis tausend einhundert und fünfzig Tage vorüber sind. Das ist eine Trübsalszeit, wie die Welt keine gesehen hat, seit sie besteht, und auch keine mehr kommen wird. Diese Trübsalszeit müßte uns nach dem Urteil Jesu genug sagen, daß Kinder Gottes wissen müßten, daß in dieser Zeit alles von ihnen aufgebracht werden muß, wenn sie treu sein wollen, damit sie in dieser Zeit dem Lügeneinfluß, dem alles verführenden, durchwühlenden Verderbenseinfluß nicht zum Opfer fallen.Darüber denken wir zuerst nach! Werden wir uns darüber recht klar, was es heißt, was sich daraus ergeben muß. Es wird uns dann bewußt sein, daß man bei allem Warten, bis endlich der Ratschluß Gottes völlig erfüllt wird, doch nicht zu zweifeln braucht an der Treue Gottes und bei allem menschlichen Versagen wissen kann: am Ende geht es darum, daß Gott nicht versagt! Nur Menschen, nur die Geschöpfe versagen; die Engel, die großen Geschöpfe, die größer als die Menschen sind, versagen, die Menschen versagen im Volke Gottes, sie versagen in der Gemeinde Gottes, sie versagen in den sieben Gemeinden. Am Ende versagt Gott im Zustandebringen der 144000, im Zustandebringen seiner Hütte nicht! Da geht es nach Gott und nicht nach Geschöpfen, seien es Engel oder seien es Menschen!-.-.-.-.-.-.-.
|
|
|
|
shoshana, glaubst Du im ernst, dass jemand Diene seitenlangen Zitate liest?
Wenn Du etwas mitteilen willst, dann nehme die Essenz aus den Texten und fasse Sie in Deine Worte. Ich gebe Jivatma zu 100 % recht. Was Du mit Deinem reinkopieren erreichen wolltest, weiß ich nicht. Es ist mir auch zu mühsam, das alles durchzulesen. Und mir geht es ja bestimmt nicht als einzigem so!
Einfach reinkopieren ist eben Faulheit! Mit dieser Faulheit kannst Du von anderen nicht den Fleiß des Lesens erwarten.
|
|
|
|
Liebe shoshane,
die Bibel erhält jeder Mensch umsonst in jeder Stadtmission, in jeder Kirche. Und nachlesen, was in den Offenbarungen steht, kann auch jeder Mensch der lesen und schreiben kann. Ich gebe hier Martin H. völlig recht: Seitenlanges einkopieren bringt nix!
Mach Dir doch mal lieber Gedanken darüber, was mit den Zeitangaben in Tagen in der Offenbarung gemeint sein könnte.... ich empfehle Dir das Buch "Dieb in der Nacht" (William Sears, Baha`i-Verlag) als Hintergrundinformation...
|
|
|
|
Joh. E. Keller Mai 1944
Bibliothek
KB-005
Offenbarung 7 - 8,6
Inhalt: Durch das machtvolle Erscheinen der vier Reiter beginnen die Gerichtsauswirkungen, die zur abschließenden Entscheidung führen
Das Mahl des Herrn
Alles, was sich in dieser Zeit auswirken muß, ist so gezeigt, daß zuerst unter dem Befehl der vier lebendigen Wesen die vier Reiter erscheinen. Was diese vier Reiter darstellen, zeigt der letzte derselben, indem er selbst der Tod ist, der Engelfürst, der jetzt mit den drei anderen Reitern, so daß es vier Gerichtsmächte sind, den bestimmten Einfluß ausüben muß. Aus der Wirkung ergibt es sich, was das für ein Gerichtseinfluß ist, den diese vier Gerichtsengel darstellen. (vgl.Offb.6)
Die Wirkung ist die, daß auf der Erde der dritte Teil des vorhandenen geistigen Lebens zerstört wird, und zwar wird auf dem Boden des Volkes Gottes unter dem Einfluß dieser vier Reiter der dritte Teil des geistigen Lebens vernichtet. Auf dem Meer - der Völkerwelt - wird ebenfalls der dritte Teil des geistigen Lebens, das bisher vorhanden war, vernichtet. Wenn von Schiffen die Rede ist, ist damit auf die Meerschiffe, die das geistige Leben in der Völkerwelt vermittelt haben, hingewiesen. Auch hier wird der dritte Teil dieser bisherigen Möglichkeiten, das Wort Gottes in der Völkerwelt zu verbreiten, zerstört. Durch den dritten Teil der Flüsse und Wasserquellen wird der Tod bei denen verursacht, die von diesem bitter gewordenen Wasser trinken. Das Sonnenlicht, das Mondlicht und das Sternenlicht wird zum dritten Teil vernichtet. Beim Öffnen des fünften Siegels ist gezeigt, daß zu den bereits unter dem Altar vorhandenen Seelen, die bisher erwürgt wurden um des Wortes Gottes willen und um des Zeugnisses willen, welches sie hatten, die, die noch fehlen, in kurzer Zeit hinzugefügt werden. Im Blick darauf wird das erste Wehe sich in der Zeit von fünf Monaten auswirken an denen, die das Siegel Gottes nicht an ihren Stirnen haben. Die Sonne und die Luft werden in dieser Zeit verfinstert. Dann wird das sechste Siegel geöffnet, und die Begleiterscheinungen sind nun die vollständige Beseitigung des Lichtes der Sonne, des Mondlichtes und des Lichtes der Sterne; der ganze Himmel in seiner bisherigen geistigen Lichtordnung verschwindet.
Nun ist aber auch in Verbindung damit gesagt, daß der große Tag gekommen ist und der Zorn des Lammes. Wenn in dieser Zeit ein Drittel der Menschen getötet wird, tun die übrigen zwei Drittel nicht Buße. Nachdem zwei Zeugen ihr Zeugnis tausend zweihundert und sechzig Tage ausgerichtet haben, werden auch sie getötet, daß sie als Leichname auf der Straße der großen Stadt liegen.In Verbindung mit dem Öffnen des letzten, des siebenten Siegels, durch das nun der ganze Inhalt des Buches enthüllt ist, ist nur gesagt, daß eine Stille im Himmel bei einer halben Stunde sein wird. Und während die sieben Engel, die vor Gott stehen, ihre sieben Posaunen bekommen, wird durch einen Engel viel Räuchwerk für die Gebete aller Heiligen auf den goldenen Altar gebracht, der vor dem Throne ist, so daß der Rauch des Räuchwerks vor Gott für die Gebete der Heiligen aufsteigt aus der Hand dieses Engels. Dadurch, daß er dann in seinem Rauchfaß Feuer vom Altar nimmt und es auf die Erde wirft, geschehen die Stimmen, Donner, Blitze, das Erdbeben, wovon bereits in Offenbarung 4 die Rede ist, daß diese Stimmen, Donner und Blitze vom Thron ausgehen, was also diese Zeit herbeibringt, auf die die Ereignisse beim Öffnen des siebenten Siegels hinweisen. Das ist dann in der Posaunenbotschaft des siebenten Engels von Offb.11,15 an bis zum Schluß der Offenbarung beschrieben. Also von der Zeit, wenn das Wichtigste die Gebete der Heiligen darstellt, ist der Bericht gegeben, der die Hälfte dieses Buches der Offenbarung umfaßt. Von Offenbarung 6 bis 11,14 ist das Öffnen der sieben Siegel und das Posaunen der ersten sechs Posaunenengel mit ihren Botschaften dargelegt. Der Rest des Buches, der Inhalt der Ereignisse, die sich auf die siebente Posaunenbotschaft beziehen, enthält alles, von Offb.11,15 an bis Schluß. Das sollte die Wichtigkeit dieser Zeit, wenn der siebente Engel posaunt, zeigen. In dieser Zeit fällt die Entscheidung!Nun ist der Drache, die alte Schlange, der Teufel und der Satan, der Träger dieser vier Namen in dem gezeigt, was er anstrebt und erreichen will. Bisher ist sein Wirken zuerst unter den vier Reitern als der Tod und wirksam vom Abgrund aus als der König des Abgrundes gezeigt. Nun wird alles von ihm ins Licht gestellt, was seine besonderen Namen sagen, nach denen sein Einfluß beurteilt werden muß.Als Drache will er den Knaben, nachdem derselbe vom Weibe geboren ist, verschlingen. Als Schlange speit er den Strom Wasser hinter dem Weibe her, das den Knaben geboren hat. Seine Kraft, seinen Thron und große Macht gibt der Drache dem Tier. Das Tier ist der Machtfaktor in dieser Zeit, der Träger dieser Herrschaft, die sich über alle Geschlechter, Völker, Zungen und Nationen erstreckt. Diese Tiermacht soll die Entscheidung bewirken dadurch, daß die Anbetung des Tieres erfolgen muß. Alle Tieranbeter müssen aufhören Gottesanbeter zu sein. Darin liegt die Entscheidung, die in dieser Zeit dadurch erfolgen soll, daß auf das Kommando der vier lebendigen Wesen die vier Reiter ihren Einfluß auszuüben beginnen. Was ist das Ende davon? Die beiden Tiere werden lebendig in den Feuersee geworfen, und der Drache wird von einem Engel mit einer großen Kette gebunden, in den Abgrund geworfen, versiegelt, damit er die Völker für die kommenden tausend Jahre nicht mehr verführen kann. Das ist das Ende von dem so machtvoll in Erscheinung tretenden Anfang, dem Auftreten der vier Reiter. Das ist die eine Seite.Auf der anderen Seite ist das erste Ergebnis von dem Einfluß dieser vier Reiter, daß zu den Seelen unter dem Altar die noch ausstehende Zahl hinzukommt. Wie die Früheren um des Wortes Gottes und um des Zeugnisses willen, das sie hatten, erwürgt wurden, so ist in Offb.13,15 gesagt, daß alle getötet werden sollen, die das Tier nicht anbeten. Und in Offb.20,4 ist bezeugt, daß diese, die das Tier nicht angebetet haben, lebendig werden und mit Christo tausend Jahre regieren. So sind sie also wirklich nach dem, wie es in Offenbarung 13.Kapitel gesagt ist, durch das Tier getötet worden.
144000 werden dann mit dem Siegel des lebendigen Gottes versiegelt, die wir nach dem Bericht von Offenbarung 14 vereint mit dem Lamm auf dem Berge Zion sehen. Sie folgen dem Lamme nach als ihm ergebene Jungfrauen, wohin es geht, ist im Bericht gesagt. Wir finden sie als Weib für die Hochzeit bereit nach Offb.19,7. Dieses Weib ist nach Offb.21,9 das Weib, die Braut des Lammes. Somit sind diese Jungfrauen, die dem Lamme nachfolgen, wohin es geht, ihm bis zur Hochzeit des Lammes nachgefolgt. Wenn die Hochzeit des Lammes erfolgt, sind sie als Weib für die Hochzeit des Lammes zubereitet. Dieses Weib ist nach Offb.21,2 die heilige Stadt, das neue Jerusalem; nach Vers 10 ist es die Stadt, das heilige Jerusalem. In dieser Stadt ist nach Offb.22,2 der Baum des Lebens, der zwölfmal Früchte trägt, jeglichen Monat gibt er seine Frucht, und die Blätter dieses Baumes dienen zur Heilung der Völker. Wenn es dann heißt:
„Und nichts Verbanntes wird mehr sein, und der Thron Gottes und des Lammes wird darinnen sein, und seine Knechte werden ihm dienen; und sie werden sein Angesicht sehen, und sein Name wird auf ihren Stirnen sein. Und es wird keine Nacht mehr sein, und sie bedürfen nicht des Lichtes eines Leuchters, noch des Sonnenscheines; denn Gott der Herr erleuchtet sie, und sie werden herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit.“ (Offb.22,3-5),
dann sind diese Knechte wieder die für die Hochzeit des Lammes zubereitete Braut, das Weib, die Braut des Lammes, und nach Offb.21,3 sind diese 144000 die Hütte Gottes. Die Hütte Gottes ist das Allerheiligste, das nach Dan.9,24 am Ende der siebenzig Wochen im Volke Gottes gesalbt werden sollte. Das Allerheiligste ist der Teil des Hauses Gottes, der hinter dem Vorhang ist nach Hebräer 9, der in der Gemeinde Gottes nach dem Zeugnis der Apostel in der Zeit, als die Apostel die Gemeinde unterwiesen haben, zustande kommen sollte. Am Ende der sieben Gemeindezeiten ist diese Hütte Gottes bei den Menschen. Gott wohnt in dieser Hütte dann bei seinem Volke, er wischt alle Tränen von ihren Augen ab. Der Tod ist nun nicht mehr, noch Leid, noch Geschrei, noch Schmerz, das Erste ist vergangen. Das ist in dieser letzten Offenbarung der gezeigte vollendete Ratschluß Gottes.
Zuerst sollte dieses Allerheiligste im Volke Gottes zustande kommen, dann in der ersten Zeit der Gemeinde, der Zeit der Apostel. Nach der Offenbarung durch Johannes kommt die Hütte Gottes durch diese 144000 Knechte Gottes, die an ihren Stirnen mit dem Siegel des lebendigen Gottes versiegelt werden, am Ende der sieben Gemeindezeiten zustande, - und das in der Zeit, wenn der Engelfürst mit seinen Gehilfen auf den Plan treten muß, um von der Erdoberfläche alles vorhandene geistige Leben wegzufegen, um sich endgültig gegen diesen Einfluß zu sichern. Das, was er erreichen möchte, erreicht er nicht, aber das Gegenteil kommt zustande.Der Drache will den Knaben, wenn die Geburt vom Weibe erfolgt ist, verschlingen. Warum das? Durch diesen Knaben muß es erfüllt werden, was der Engel Gabriel der Maria nach dem Bericht von Lukas 1 mitgeteilt hat, indem er ihr nicht nur sagte, daß das Kind, das von ihr geboren werden würde, groß sein und des Höchsten Sohn genannt werden würde. Es soll auch Wirklichkeit werden, daß Gott der Herr ihm den Thron seines Vaters David gibt und daß er regiert über das Haus Jakobs in Ewigkeit und daß seines Reiches kein Ende sein wird. Dieses Zeugnis vom Engel Gabriel an die Maria ist nicht neu. Was weiß man schon davon? Man weiß, daß bereits in Daniel 2 in Verbindung mit der Offenbarung über den Traum, den der König Nebukadnezar über die kommenden vier Weltreiche hatte, dasselbe gesagt ist. Es heißt da:
„Aber in den Tagen jener Könige wird der Gott des Himmels ein Reich aufrichten, das ewiglich nie untergehen wird, und sein Reich wird auf kein anderes Volk übergehen. Es wird alle jene Königreiche zermalmen und ihnen ein Ende machen, es selbst aber wird ewiglich bestehen, - ganz so wie du gesehen hast einen Stein sich von dem Berge loslösen ohne Handanlegung, der das Eisen, das Erz, den Ton, das Silber und das Gold zermalmte. So hat der große Gott dem König kundgetan, was nach diesem geschehen wird. Das ist wahrhaftig der Traum und sicherlich seine Bedeutung!“ (Dan.2,44-45)Dann ist in Daniel 7 eine Erklärung gegeben wieder in Verbindung mit den vier Weltreichen, die Daniel im Bild von vier Tieren gesehen hat. Wenn das vierte Tier gerichtet ist, dann erfüllt es sich folgendermaßen:
„Ich sah in den Gesichten der Nacht und siehe, es kam einer in den Wolken des Himmels wie eines Menschen Sohn; der gelangte bis zu dem Hochbetagten und wurde vor ihn gebracht. Und ihm ward Gewalt, Ehre und königliche Würde verliehen, daß ihm alle Völker, Stämme und Zungen dienen sollten; seine Gewalt ist eine ewige Gewalt, die nicht vergeht, und sein Königreich wird nie vernichtet werden.“ (Dan.7,13-14)
In Vers 22 heißt es:
„ … bis daß der Hochbetagte kam und den Heiligen des Allerhöchsten Recht verschafft wurde und die Zeit eintrat, da die Heiligen zur Königsherrschaft kamen.“Zum dritten Mal heißt es in Vers 27:
„Aber die Herrschaft, Gewalt und Macht der Königreiche unter dem ganzen Himmel wird dem heiligen Volke des Allerhöchsten gegeben werden; sein Reich ist ein ewiges Reich, und alle Mächte werden ihm dienen und gehorchen!“In Daniel 8 muß der Engel Gabriel wieder den Zusammenbruch dieser letzten Macht des vierten Reiches zeigen, in der gleichen Weise nach dem Bericht in Daniel 9. In Daniel 12 heißt es dann noch zum Schluß dieses Buches:
„Zu jener Zeit wird der große Fürst Michael sich erheben, der über den Kindern deines Volkes steht; denn es wird eine Zeit der Not sein, wie noch keine war, seitdem ein Volk besteht, bis zu dieser Zeit. Aber zu der Zeit soll dein Volk gerettet werden, alle, die man im Buche eingeschrieben findet. Und viele von denen, die im Erdenstaube schlafen, werden aufwachen: die einen zu ewigem Leben, die andern zu ewiger Schmach und Schande.“ (Dan.12,1-2)Darauf haben wir bereits in Jesaja 26 hingewiesen. Wir sehen, daß diese Botschaft, die der Engel Gabriel der Maria bringt, nicht neu ist. Diese kommende Königsherrschaft des Sohnes Gottes hat Gott den Propheten seines Volkes schon in alter Zeit offenbart. Aber die Art und Weise, wie diese Königsherrschaft zustande kommt, ergibt sich erst aus dem Zeugnis der Offenbarung, und zwar daraus, daß in Psalm 2 erklärt ist:
„Warum toben die Heiden und brüten die Völker eitle Pläne? Die Könige der Erde stehen zusammen, und die Fürsten verabreden sich wider den Herrn und wider seinen Gesalbten: ‘Wir wollen ihre Bande zerreißen und ihre Fesseln von uns werfen’!“ (Ps.2,1-3)Das geschieht im Auftreten der vier Reiter, wenn die ersten vier Siegel geöffnet werden. Dann heißt es weiter:
„‘Ich habe meinen König eingesetzt auf meinem heiligen Berg Zion!’ Berichten will ich von einer Verordnung; Jehova hat zu mir gesprochen: ‘Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt. Heische von mir, so will ich dir Völker zum Erbe geben und Enden der Erde zu deinem Eigentum. Du sollst sie mit eisernem Scepter zerschmettern, sie zerschmeißen wie Töpfergeschirr’!“ (Ps.2,6-9)Was in Offb.2,26-28 berichtet ist, erklärt, wie diese Königsherrschaft aufgerichtet wird. Da heißt es:
„ … wer überwindet und meine Werke bis ans Ende bewahrt, dem will ich Macht geben über die Heiden. Und er wird sie mit eisernem Stabe weiden, wie Tongeschirr sie zerschlagen; wie auch ich von meinem Vater empfangen habe. Und ich will ihm geben den Morgenstern.“Mit diesen Worten ist ausgesprochen, daß der Herr diese Königsherrschaft über die Heiden vom Vater bekommen hat, und daß er sie dem gibt, der überwindet und seine Werke bis ans Ende bewahrt. Das geschieht, indem in Offb.12,5 von dem Knaben, der vom Weibe geboren wird, gesagt ist, daß er alle Völker weiden soll mit eisernem Stab. Mit dem Hinweis:
„Ich bin die Wurzel und der Sproß Davids, der glänzende Morgenstern“ (Offb,22,16),
und indem in Offb.2,28 gesagt ist:
„ … ich will ihm geben den Morgenstern“,
ist damit die Übertragung der Königsherrschaft vom Herrn auf den Überwinder und dieser Vorgang als das Morgenstern-Licht bezeichnet. Das ist als verwirklicht bestätigt, indem es heißt:
„Nun ist das Heil und die Kraft und das Reich unseres Gottes, und die Macht seines Gesalbten gekommen!“ (Offb,12,10),
nachdem der Knabe, vom Weibe geboren, vom Drachen nicht verschlungen werden konnte, weil das Kind entrückt wurde zu Gott und zu seinem Thron. Es ergibt sich durch diese Entrückung zu Gott und zu seinem Thron die Erfüllung, daß nun das Heil und die Kraft und das Reich Gottes und die Macht seines Gesalbten gekommen ist. Damit ist erfüllt, wie es bezeugt ist:
„Die Königsherrschaft über die Welt ist unserem Herrn und seinem Gesalbten zuteil geworden, und er wird herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit!“ (Offb,11,15),
und daß die vierundzwanzig Ältesten bekennen, daß der Herr, unser Gott, der Allmächtige, der da ist und der da war, seine große Macht angenommen hat und König geworden ist. Dieser so zustande gekommenen Königsherrschaft gilt
der Tiereinfluß.
Es soll durch diese beiden Tiere verhindert werden, daß, nachdem die Königsherrschaft zustande gekommen ist, es auch noch verwirklicht wird, was in Offb.19,6 gesagt ist, daß der Herr, unser Gott, der Allmächtige, König geworden ist, und daß die Hochzeit des Lammes gekommen ist und sein Weib sich bereitet hat, daß ihr gegeben wurde, sich zu kleiden in feine Leinwand, rein und glänzend; die Leinwand ist die Gerechtigkeit der Heiligen.
Zwischen diesem Zeugnis und dem Zeugnis von Offb.11,15 liegen zweiundvierzig Monate der Herrschaftszeit der beiden Tiere. Aber in dieser Zeit ist durch die Ausübung dieser Tiermacht erreicht worden, daß die Letzten, die noch getötet werden mußten, mit den Seelen unter dem Altar vereinigt wurden. Die Versiegelung der 144000 Knechte Gottes ist erfolgt, und die Vollendung dieser Versiegelten, daß sie die Hütte Gottes darstellen, damit Gott bei seinem Volke dann wohnen kann, konnte der Tiermachteinfluß nicht verhindern.Nun kommt zu diesen beiden Seiten, den Seelen unter dem Altar und den 144000 Versiegelten, als Drittes eine große Schar hinzu, die niemand zählen kann, aus allen Nationen, Stämmen, Völkern und Zungen. Johannes sieht sie vor dem Thron Gottes und dem Lamme, angetan mit weißen Kleidern und Palmen in ihren Händen. Mit lauter Stimme rufen sie:
„Das Heil sei unserem Gott, der auf dem Throne sitzt und dem Lamm! Und alle Engel standen rings um den Thron und um die Aeltesten und die vier lebendigen Wesen und fielen vor dem Throne auf ihr Angesicht und beteten Gott an und sprachen: Amen! Lobpreisung und Ruhm und Weisheit und Dank und Ehre und Macht und Stärke sei unserem Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit!“ (Offb.7,10-12)
Daß einer von den Ältesten sagt:
„Wer sind diese, mit weißen Kleidern angetan, und woher sind sie gekommen?“ (Offb.7,13,
zeigt, daß diese Schar nicht von geringer Bedeutung ist. Die beiden Fragen: „Wer sind diese“ und: „Woher sind sie gekommen“ stellen das Wichtige in ihrer Darstellung dar. Wer sind sie? Johannes hat immer die rechte Antwort bekommen, wenn er etwas nicht gewußt hat. Einmal weint er, weil er über das, was er erleben muß, traurig ist und bekommt dann Antwort. Und hier sagt er einfach auf die Frage: „Mein Herr, du weißt es,“ und er bekommt Antwort:
„Das sind die, welche aus der großen Trübsal kommen.“ Was ist die große Trübsal? Ist irgendwo in der Schrift von einer großen Trübsal die Rede? In Matth.24,21-22:
„Denn alsdann wird eine große Trübsal sein, wie von Anfang der Welt bis jetzt keine gewesen und auch nicht mehr kommen wird. Und wenn jene Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Fleisch gerettet werden; aber um der Auserwählten willen sollen jene Tage verkürzt werden.“
Das ist ein klares Zeugnis. Was ist das nun für eine Zeit, wenn diese große Trübsal kommt, eine solche Trübsalszeit, die zu beachten wichtig genug ist, weil es noch keine solche gab seit dem Anfang der Welt und keine mehr sein wird. Diese große Trübsal ist das Schlimmste, was seit Anfang der Welt, was überhaupt in dieser Welt durchlebt werden muß. Wann ist diese große Trübsal? In den letzten dreieinhalb Jahren. Dazu heißt es:
„Wenn ihr nun den Greuel der Verwüstung, von welchem gesagt ist durch den Propheten Daniel, werdet stehen sehen an heiliger Stätte, (wer es lieset, der merke darauf!) …“ (Matth.24,15)
Hier ist das Kennzeichen dafür, in welcher Zeit die große Trübsal ist. Dieses Wort in Matth.24,15 weist auf Daniel 9 hin; da ist berichtet, daß der Greuel der Verwüstung in der Mitte der letzten Woche aufgerichtet wird. In Dan.8,14 ist gesagt, daß durch den Greuel der Verwüstung das Heiligtum während zweitausend und dreihundertmal Abend und Morgen verwüstet ist und dann in Ordnung gebracht wird. In Dan.7,25 sind dreieinhalb Zeiten genannt, die in Dan.12,7 als die Zeit bezeichnet sind, in der die Macht des heiligen Volkes zerstreut wird. Diese dreieinhalb Zeiten sind in Offb.12,14 als die Zeit bezeichnet, in der das Weib nach der erfolgten Geburt des Knaben in der Wüste an dem von Gott bereiteten Ort ernährt wird, und im 6.Vers ist diese Zeit als tausend zweihundert und sechzig Tage bezeichnet. Dann ist in Dan.12,11 gesagt, daß von der Zeit an, wenn der Greuel der Verwüstung aufgerichtet wird, tausend zweihundert und neunzig Tage sind, und in Vers 12 heißt es:
„Wohl dem, der ausharrt und erreicht tausend dreihundert und fünfunddreißig Tage!“
So ist die Zeit von der Mitte gekennzeichnet durch das Aufstellen des Greuels der Verwüstung als eine Zeit von zweitausend dreihundertmal Abend und Morgen = tausend einhundert und fünfzig Tage. Die Zeit der dreieinhalb Zeiten ist tausend zweihundert und sechzig Tage, das sind hundertzehn Tage mehr, dann folgen tausend zweihundert und neunzig Tage, das sind wieder dreißig Tage mehr, dann tausend dreihundert und fünfunddreißig Tage, das sind nochmals fünfundvierzig Tage mehr. So ist, wenn das Heiligtum in Ordnung gebracht wird, noch die Zeit von einhundertfünfundachtzig Tagen, bis das Ausharren belohnt wird, bis die Not vorbei ist in dieser Zeit. Die Tage der großen Trübsal werden verkürzt, sonst könnte kein Fleisch gerettet werden. Um der Auserwählten willen werden diese Tage verkürzt. Die Verkürzung dieser Zeit ist in der Zeit, wenn das Heiligtum in Ordnung gebracht wird, bis tausendzweihundert und sechzig, tausend zweihundert und neunzig, tausend dreihundert und fünfunddreißig Tage erfüllt sind. Die Zeit wird dadurch verkürzt, daß das Südreich den letzten Krieg beginnt. Bis zu der Zeit muß die Auswirkung der großen Trübsal erfolgen, die sich zweifellos darin auswirkt, daß das Tier angebetet werden muß, daß die getötet werden, die es nicht anbeten. Diese vom Tier verursachte große Trübsal wird dadurch aufhören, daß vom Südreich aus der letzte Krieg begonnen wird.
Wenn wir diese Trübsalszeit nicht kennen würden, wenn wir nicht wüßten, in welcher Zeit diese große Trübsal liegt, könnten wir das, was die große Schar bedeutet, gar nicht feststellen. Weil wir die Zeit nun kennen, daß diese große Trübsal die Tier-Zeit ist, - nicht die vollen zweiundvierzig Monate der Tierherrschaft, aber eintausend einhundert und fünfzig Tage von diesen zweiundvierzig Monaten der Tierherrschaft, so wissen wir, daß aus dieser Zeit eine große Schar kommt, die niemand zählen kann, aus allen Nationen, Stämmen, Völkern und Zungen. Gibt es eine so große Schar, die gar nicht zu zählen ist? 144000 können gezählt werden, so viel hat man in der Schule gelernt. Wie groß muß wohl die Schar sein, daß man für sie keine Zählmöglichkeit mehr findet? Kann das so verstanden werden, daß die Zahl so groß ist, daß man gar nicht so weit zu zählen vermag? Man weiß ja ungefähr, wie groß die ganze Weltbevölkerung ist, das stellt man auch durch Zählung fest. Nun kommt die große Schar aus dieser Weltbevölkerung heraus, sie muß also doch etwas kleiner sein als die ganze Weltbevölkerung. Wenn man die ganze Weltbevölkerung zählen kann, muß man doch auch die große Schar, die aus der Weltbevölkerung kommt, noch zählen können.
Warum heißt es hier: „die niemand zählen kann“? Das ist sehr einfach. Diese Schar ist vorhanden in dieser Zeit der großen Trübsal, sie kommt aus allen Nationen, Stämmen, Völkern und Zungen. Es ist scheinbar auf Gottes Erdboden nicht ein Volk, eine Nation, ein Stamm, sei es das Volk Gottes, seien es alle übrigen Völker, die nicht zu dieser großen Schar etwas beitragen. Es muß also eine große Schar sein, und zwar besteht sie aus solchen, die mit weißen Kleidern angetan sind. Sie sind darum mit weißen Kleidern angetan, weil sie ihre Kleider im Blute des Lammes gewaschen und helle gemacht haben, mit anderen Worten, es sind Menschen, die sich in dieser großen Trübsal zu Gott und dem Lamm, gerade zu dieser Gottesordnung gestellt haben, die der Engelfürst mit seinem großen Einfluß vom Erdboden wegfegen wollte. Diese große Trübsal ist die größte Missionsstunde, die die Christenheit bisher kennt. Noch nie hat sich in so kurzer Zeit eine so große Schar zu Gott und zu seinem Werk, das er in Christo Jesu zustande gebracht hat, gestellt, bekehrt, - aber anders, als man Bekehrungen sonst gern in großem Umfang nach Menschenart und -weise gemacht hat, wofür man die Bezeichnung „Strohfeuer“ erfunden hat, weil im großen ganzen viel Geschrei und wenig Wolle vorhanden war. Wenn diese große Schar vorhanden ist, dann ist jedes, das dieser Schar angehört, echt bekehrt. Sie haben dann nicht nur ihre Kleider im Blute des Lammes gewaschen, sie haben ihre Kleider auch helle gemacht, daß sie tatsächlich vor dem Thron Gottes und dem Lamm in hellen Kleidern sind. So können wir es verstehen, daß es eine Schar ist, die man nicht zählen kann, weil es zweifellos in dieser Zeit niemand gibt, der weiß, wo überall diese sind, die sich in dieser großen Trübsal zu Gott, zu dem Heil, das Christus ist, gestellt haben. Da ist von seiten des Teufels wieder einmal die Rechnung ohne den Wirt gemacht worden. Er will alles erreichen, und was er schafft, ist: viel Frucht für Gott!
Man ist gewöhnlich so leicht mit dem Ausspruch bei der Hand, die Gnadenzeit sei vorbei. Statt dessen ist diese große Trübsalszeit gerade eine Gnadenzeit, wie überhaupt noch keine war, seit Menschen bestehen. Wenn es eine Trübsal ist, wie noch keine war seit Anfang der Welt, dann ist in dieser Trübsalszeit die Gnade Gottes wirksam wie noch nie in der Welt. Der Beweis dafür ist die große Schar, nicht nur groß in dem Sinn, daß diese Schar sich nun einmal der menschlichen Beurteilung entzieht, daß niemand sagen kann in dieser Zeit: es haben sich so und so viele bekehrt, daß man weder augenblicklich noch zukünftig damit Reklame machen könnte, wie man es so gern gewohnt war. Hier kann niemand die Größe der Zahl feststellen. Scheinbar ist das nicht das Wichtigste, daß man weiß, wie viele sich in der Zeit bekehrt haben. Die Tatsache ist anscheinend wichtiger, daß einer von den vierundzwanzig Ältesten darauf hinweisen kann, daß ihre Bekehrung grundecht ist, daß die Wirkung des Blutes des Lammes bei dieser großen Schar jedenfalls an Gründlichkeit alles bedeutend übertrifft, was in der ganzen Christenheit durch Bekehrung und Stellungnahme zu Gott und dem Lamm jemals erreicht worden ist. Das ist es, was hier eine solche große Schar als Ergebnis der großen Trübsal predigt!
Aber das ist ja nur der Anfang von dem, was werden muß. Denn soll diese große Schar nun an dem Platz gesehen werden, wo man diese große Schar sehen muß, dann ist ein Kennzeichen gegeben, indem zum Schluß dieses Berichtes gesagt ist, daß Gott abwischen wird alle Tränen von ihren Augen. Die gleichen Worte: „Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen“ sind in Offenbarung 21 von dem Volke Gottes gebraucht, wo es heißt, daß, nachdem die Hütte Gottes bei den Menschen ist:
„sie werden sein Volk sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein, ihr Gott.“ (vgl.Offb.21,3-4)
Weil die gleichen Worte, wie sie bei der großen Schar gebraucht sind, auch hier wieder angewendet werden, so ist das der gleiche Vorgang. Gott behandelt die große Schar ebenso wie er sein Volk behandelt, wenn er bei seinem Volke in seiner Hütte wohnt. Folglich muß ein großer Teil von dieser großen Schar das gereinigte, sich zu Gott zurückgefundene Volk Gottes darstellen. Das Volk Gottes ist nun aber auf dem Boden, auf dem sie die zwölf Stämme darstellen, die wieder in engster Verbindung mit den zwölf Toren der heiligen Stadt sind, die genannt sind nach den zwölf Stämmen des Volkes Gottes. Und von dieser heiligen Stadt sind die Grundfesten, deren Baumeister Gott ist, die zwölf Apostel des Lammes, zwölf Apostel aus den zwölf Stämmen des Volkes Gottes. Dann ist noch gesagt:
„Selig sind, die ihre Kleider waschen, auf daß sie Macht erlangen über den Baum des Lebens und durch die Tore eingehen in die Stadt.“ (Offb.22,14)
Diese große Schar sind Kinder Gottes geworden in der großen Trübsal; dadurch, daß sie ihre Kleider gewaschen und helle gemacht haben im Blute des Lammes, ist ihnen nun der Weg zum Baum des Lebens im Paradiese Gottes frei, daß sie essen können vom Baum des Lebens und die Unsterblichkeit erlangen. Die getötet werden, kommen als Seelen unter den Altar. Die ihre Kleider helle machen, sind solche, die nicht zu den Seelen unter dem Altar kommen, sondern in erster Linie den Überrest der zwölf Stämme - außer den übrigen Völkern - darstellen, der sich zu Gott bekehrt trotz der Tierherrschaft, welche unter denen, die auf Erden wohnen, die tötet, die das Tier nicht anbeten. Gerade unter dem sich auswirkenden Einfluß der Tiermacht kommt die große Schar zustande, die ihre Kleider im Blute des Lammes wäscht. Alle diese sich auswirkenden Vorgänge unter der Tierherrschaft leitet diese große Schar zu Gott zurück. Sie sind eben nicht so dem Tiereinfluß ausgesetzt wie diejenigen, die das Tier direkt anbeten müssen. Sie bekehren sich erst jetzt in dieser Zeit, während die anderen längst bekehrt sind, längst gläubig sind, und als Gläubige lange genug untreu gewesen sind in ihrem Hin- und Herpendeln zwischen denen, die versiegelt werden, und denen, die auf der Erde wohnen. Sie sind bei denen geblieben, die auf der Erde wohnen und haben das Siegel Gottes nicht auf ihre Stirne bekommen. Nun müssen sie endgültig die Entscheidung treffen, ob sie das Tier anbeten oder nicht. Beten sie es an, dann fallen sie ab. Beten sie es nicht an, dann werden sie zu den Seelen unter dem Altar vereinigt, aber nicht zur großen Schar, die dann den Überrest des Volkes Gottes und einen Teil aus allen übrigen Völkern darstellt. Wenn diese große Schar vorhanden ist, dann ist auch der Tiereinfluß ausgelöscht; er dauert nur so lange, wie dem Tier zweiundvierzig Monate Zeit zur Machtausübung gegeben ist. Die Zeit geht ja vorüber.
Das Mahl des Herrn
(1.Kor.11,23-32)
Ob man das Mahl würdig genießt oder unwürdig, das wird zuletzt an dem offenbar, ob man den Tod des Herrn verkündigen kann, bis daß er kommt, oder aus dem Grunde, weil man zu diesen Seelen unter dem Altar hinzukommt, man den Tod des Herrn nicht so lange verkündigen kann, bis daß er kommt. Kinder Gottes, die sterben müssen, können den Tod des Herrn nicht mehr verkündigen. Dabei ist jedoch zu unterscheiden zwischen denen, die als Trankopfer durch den Tod geführt werden, und denen, die sterben müssen, die der Herr darum richtet, weil sie das Mahl unwürdig genossen haben.
Wie kann man das Mahl würdig genießen? Wie kann man den Tod des Herrn verkündigen? - ohne Worte, einfach durch Genießen des Mahles, durch Essen von einem Brot und Trinken aus einem Kelch? Wie genießt man auf diese Weise das Mahl würdig? Indem man den Tod des Herrn verkündigt, d.h., daß Jesus das Opfer geworden ist. Deshalb ist auch das Mahl das Gedächtnis von diesem Opfer Jesu. Man kann den Tod des Herrn nur dadurch verkündigen, daß man es darstellt, daß man mitgestorben ist. Stellt ein Kind Gottes es nicht dar, daß es mit Christo gestorben ist, dann kann es das Mahl nicht so genießen, daß der Genuß des Mahles eine Verkündigung von dem ist, daß Jesus gestorben ist. Wenn Jesus gestorben ist und ich lebe, dann kann ich das Mahl alle Tage genießen, und ich genieße es jedesmal unwürdig. Darum heißt es in 2.Kor.5,14-17:
„Denn die Liebe Christi hält uns fest, die wir dafür halten, wenn einer für alle gestorben ist, so sind sie alle gestorben, und er ist darum für alle gestorben, auf daß die, so da leben, nicht mehr sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferwecket ist. So kennen wir denn von nun an niemanden mehr nach dem Fleische, obgleich wir auch Christum nach dem Fleische gekannt haben, so kennen wir ihn doch nicht mehr so. Darum, ist jemand in Christo, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden!“
Was heißt das, zu wissen, daß man in dem einmal Gestorbenen am Kreuz mitgestorben ist, daß man nicht mehr sich selbst lebt, niemand nach dem Fleische kennt, weder sich noch irgend jemand anders, anders als niemand verurteilen, niemand richten, über niemand den Stab brechen, auf niemand mit Fingern zeigen, weil sie Fehler machen, unvollkommen sind, nicht nur das. Sonst könnte Paulus nicht sagen „auch nicht Christus“; denn bei Christo kommt das ja nicht vor, daß man sich an seinen Fehlern stoßen könnte. Also kommt es einfach nur darauf an, daß man auf Grund des Opfers Jesu Christi erkennt und anerkennen muß, daß die Ordnung des Fleisches durch die Ordnung des Neuen, das Gott aus den Toten auferweckt hat, ergänzt ist. Nicht das hat Jesus durch seinen Tod beseitigt, was im praktischen Leben als Schwachheit, Fehler, Versündigungen in Erscheinung tritt. Was er in seinem Opfer beseitigt hat, ist der Leib, den Gott von Erde gebildet hat. Dieser von Erde gebildete Leib im Zustand der Sterblichkeit, Verweslichkeit, Vergänglichkeit ist nicht mehr vorhanden, nachdem Jesus denselben in seinem Leibe für alle Menschen am Kreuz in den Tod gegeben hat, er begraben wurde und Gott diesen Leib, frei von dem Einfluß des Fürsten dieser Welt, nicht mehr im Zustand der Sterblichkeit, der Verweslichkeit, sondern im Zustand der Herrlichkeit der Unsterblichkeit, von den Toten auferweckt, zur Rechten Gottes erhöht hat, wo er Wohnung Gottes ist. Das muß durch das würdige Genießen des Mahles verkündigt werden. Man kann nur das Mahl würdig genießen durch das Erkennen, daß man nicht im Fleische, sondern im Geiste, daß man in Christo Jesu ist. Und wenn Kinder Gottes in ihrer Unmündigkeit diese Einsicht, Erkenntnis und Fähigkeit, diese Stellung einzunehmen, nicht haben, dann können sie das Mahl nicht anders würdig genießen, als daß sie ihre Verbundenheit als Kind mit dem Vater, die in der Zeugung verankert ist, kennen und in dieser Verbundenheit und Hinkehr als Kind zum Vater, in der Gemeinschaft mit dem Vater, mit dem es auf Grund dieser Zeugung verbunden ist, in der Lage sind, das Mahl in dieser Zusammengehörigkeit doch würdig zu genießen, wenn auch die persönliche Reife und Selbständigkeit der Stellung in Christo noch fehlt.
Das muß gründlich verstanden werden. Es sollte nicht in der althergebrachten Oberflächlichkeit und Leichtfertigkeit das Mahl genossen werden. Zuletzt kommt es doch auf das hinaus, daß das beständige unwürdige Genießen des Mahles dahin führt, daß Kinder Gottes sterben müssen, und nur das würdige Genießen des Mahles führt endlich dahin, daß ein Kind Gottes so lange den Tod des Herrn verkündigt, bis der Herr kommt und es mit ihm in Herrlichkeit offenbar wird als Folge davon, daß es immer dafür gesorgt hat, daß es das Mahl würdig genießen konnte. Das liegt in des Kindes Gottes Hand. Es ist in seine Hand gelegt, sich selbst zu richten und zu prüfen. „Wer sich selbst richtet, wird vom Herrn nicht gerichtet“. Wer sich selbst richtet, nimmt das Mahl würdig. Wer die Selbstprüfung und das Selbstgericht versäumt, der wird vom Herrn gerichtet, der hat das Mahl unwürdig genossen, und deshalb muß der Herr richtend eingreifen.
-.-.-.-.-.-.-.
|
|
|