Meine Kinder brauchen mich


Ein Kind.
Verstohlen hat es seine kleine Hand
in meine Hand geschoben,
und Kinderaugen sagen:
Ich vertraue dir.

Nur ein Stück weit kann ich dich begleiten,
Kind,
nur ein Stück weit Schutz gewähren,
nur ein Stück weit Zuflucht sein.
Doch sei getrost,
es ruhen unser beider Hände
in der Hand des Vaters.

O Gott,
ich wäre meinen Kindern
so gerne eine gute Mutter.

Ich bin so bestürzt
über all mein Versagen.
Du kennst meinen Mangel an Geduld.
Du weißt , wie schnell ich
die Beherrschung verliere
und sie beschimpfe,
statt das Gespräch zu suchen.

Manchmal werden mir
ihre Streitereien so lästig,
dass ich am liebsten
davonlaufen würde .
Ich fühle mich mich so verplant, Herr,
so überfordert
von all ihren Bedürftigkeiten,
von ihrem unersättlichen Hunger nach Zuwendung.

Ich bin so selten
fröhlich und ausgeglichen.
Die Kinder spiegeln
meine innere Zerrissenheit.

Wie gern würde ich ihnen
eine Atmosphäre schaffen,
in der ihre Seelen sich entfalten können,
und wie wenig gelingt mir das.

Ich habe so viel falsch gemacht.
Ich bleibe ihnen so viel schuldig.
Ich bitte dich:
Heile in ihnen,
was ich ungewollt verletzt habe.
Fülle sie mit deiner Liebe,
wo meine Liebe
an ihre Grenzen kommt.


Gib mir wieder Mut, Herr,
Mutter zu sein,
nicht aus meiner,
sondern aus deiner Kraft

(aus: Du hast mein Dunkel geteilt von Antje S. Naegeli)
Herr bitte,
brich diesen Panzer auf, der sich um dieses Herz gelegt hat.
Laß es nicht zu dass er sie mir weiter entfremdet.
Gott bitte, ich möchte meine Kinder wieder !
Öffne dieses verstockte Herz, er weiß nicht, was er unseren Kindern damit antut.
Amen