Neunzehntagefest, 19-Tage-Fest


Das Neunzehntagefest

Mit der Entfaltung der Baha'i-Verwaltungsordnung seit dem Heimgang Abdu'l-Bahas hat das Neunzehntagefest, das am ersten Tage eines jeden Baha'i-Monats gehalten wird, eine ganz besondere Bedeutung gewonnen, da es nicht nur für das gemeinsame Gebet und das Lesen aus den heiligen Büchern vorgesehen ist, sondern auch für die allgemeine Beratung aller laufenden Baha'i-Angelegenheiten und für den geselligen Umgang der Freunde miteinander. Dieses Fest ist die Gelegenheit, da der Geistige Rat der Gemeinde seine Berichte erstattet und sowohl zur Besprechung von Plänen als auch Anregungen für neue und bessere Wege im Glaubensdienste einlädt.
Dein Brief ist eingetroffen. Du schreibst über das Neunzehntagefest, und das erfreut mein Herz. Diese Versammlungen lassen die göttliche Tafel vom Himmel herniederkommen und ziehen die Bestätigungen des Allerbarmers an. Ich hoffe, der Odem des Heiligen Geistes weht über sie hin, und jeder Anwesende schickt sich an, in großen Versammlungen mit beredter Zunge, mit einem vor Gottesliebe überströmenden Herzen den Sonnenaufgang der Wahrheit, das Morgenlicht des die ganze Welt erleuchtenden Tagesgestirns zu verkünden.
(Abdu'l-Baha, BRIEFE UND BOTSCHAFTEN)

Was das Neunzehntagefest betrifft, so erfreut es Geist und Herz. Wird dieses Fest angemessen gefeiert, so werden sich die Freunde alle neunzehn Tage einmal geistig erneuert finden, begabt mit einer Macht, die nicht von dieser Welt ist.
(Abdu'l-Baha, BRIEFE UND BOTSCHAFTEN)

"Wahrlich, es ist euch geboten, jeden Monat ein Mahl zu geben"

Dieses Gebot ist die Grundlage des allmonatlichen Bahá'í-Festes und stiftet
damit das Neunzehntagefest. Im Arabischen Bayán fordert der Báb die
Gläubigen auf, alle neunzehn Tage zusammenzukommen, um einander Gastlichkeit und Freundschaft zu erweisen. Bahá'u'lláh bestätigt dies und betont die einheitsstiftende Wirkung solcher Veranstaltungen.
Abdu'l-Bahá und nach Ihm Shoghi Effendi haben die institutionelle Bedeutung dieses Gebotes nach und nach dargelegt. Abdu'l-Bahá betonte den spirituellen und erbaulichen Charakter dieser Versammlungen, Shoghi Effendi entwickelte die Aspekte von Andacht und Geselligkeit weiter und ergänzte sie um das administrative Element. Er führte das Neunzehntagefest systematisch ein und sorgte dafür, daß auch ein Zeitraum der Beratung über Gemeindefragen, der Information und der Übermittlung von Botschaften gewidmet ist.

Die Frage, ob dieses Gebot bindend sei, verneinte Bahá'u'lláh. In einem in seinem Auftrag geschriebenen Brief führt Shoghi Effendi dies weiter aus: "Die Anwesenheit beim Neunzehntagefest ist nicht verbindlich, aber sehr wichtig, und jeder Gläubige sollte es als eine Pflicht und ein Vorrecht ansehen, an dieser Veranstaltung teilzunehmen."

Ein Gebet

O Gott! Banne alles, was zu Zwietracht führt, und bereite uns, was Einheit
und Einigkeit fördert. O Gott! Lasse himmlische Düfte über uns wehen und
verwandle dieses Treffen in eine himmlische Versammlung. Gewähre uns
jegliche Wohltat und jegliche Speise. Gib uns die Speise der Liebe! Gib uns
die Speise der Erkenntnis! Bereite uns das Mahl himmlischer Erleuchtung!


(ABDU'L-BAHÁ - StarWest Vol.5 p.120)