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Mangel an Liebe












Liebe Freunde

Wenn des Menschen Sohn, den Glauben auf Erden finden wird (vielleicht in mir), ist er dann immer noch eines Menschen Sohn?

Alles Liebe
Lieber robinson,

...der Mensch ist ein Mensch und ist ein Mensch und ist ein Mensch...und bleibt ein Mensch... unabhängig davon, ob er Weisheit, Wissen, Glauben erlangt - oder nicht. Nach den Baha`i-Schriften kann der Mensch eine Vollkommenheit erlangen; diese ist aber nur die Vollkommenheit des Menschen und nicht die Vollkommenheit Gottes - Gott ist einzigartig und kein Mensch kann und wird diese Stufe der Exixtenz erreichen. Um`s platt auszudrücken: Ein Kaiserfisch lebt wie der Wal im Meer, wird aber trotzdem nie zum Wal gewandelt...
Lieber robinson,

Zitat:
Wenn des Menschen Sohn, den Glauben auf Erden finden wird (vielleicht in mir), ist er dann immer noch eines Menschen Sohn?


Wenn Dein Glaube sich entwickelt durchs Wort gezeugt und genährt bis zur Glaubensvollendung, nach den Stufen vom Geist der Kindschaft, über den Geist der Weisheit und Offenbarung, zum Geist Christi und dem abschliessenden Wirken des Geistes des Vaters, dann wirst Du als Glied des Leiubes Christi, dessen Haupt Jesus ist, und als Baustein des Tempels Gottes mit allen anderen Bausteinen und Gliedern des Leibes Christi bei seiner Wiederkunft so offenbar, dass DEIN sterblicher Menschenleib umgewandelt wird zur UNSTERBLICHKEIT DES AUFERSTEHUNGSLEIBES JESU infolge dessen, dass Du Dich IN CHRISTO weisst und am Ende vom Geist dessen erfüllt wirst, der Jesus von den Toten auferweckt hat. Das ist es, was in der Wiederkunft Christi in denen offenbar wird, die ihm angehören bei seiner Wiederkunft. Das wird auch dann von niemandem mehr angezweifelt werden, weil es die offenbargewordene Herrlichkeit Gottes ist in den Menschen.

Diese sind die Erstlinge. Erst durch deren Offenbarwerden können dann die übrigen Menschen glauben und zu diesem Tempel kommen und vom Wasser des Lebens und vom Baum des Lebens essen und trinken.

Darum muss zuerst dieser Tempel, die Hütte Gottes bei den Menschen offenbar werden, indem Gott an ihnen beweist, dass er sich den Menschen zu seinem Bilde geschaffen hat, zu seiner Wohnung, darin er wohnen will. Erst in dieser Vollendung ist der Mensch das Bild Gottes, zu welchem Gott ihn geschaffen hat.
Liebe shoshana

Für mich ist Baha’u’llah eben die offenbargewordene Herrlichkeit Gottes bei den Menschen. Der Name bedeutet ja auch „Die Herrlichkeit Gottes.“

Du schreibst…………weil es (für Dich) die offenbargewordene Herrlichkeit Gottes ist in den Menschen.

Im geistigen Sinne meinen wir m. E. genau das Selbe. Bevor ich die Botschaft Baha’u’llahs angenommen habe, blieb mir auch nichts anderes übrig als mir (für mich) eigene „Sinnbilder“ und Erklärungen von der Bedeutung der „Wiederkunft“ zu machen. Die Erklärungen Baha’u’llahs fand ich dann doch wesentlich nahe liegender. Diese Erkenntnis wäre mir jedoch verborgen geblieben wenn ich von vornherein ausgeschlossen hätte, dass Gottes Wege eventuell anders sein könnten als meine Vorstellung es zulässt.

Alles Liebe
Joh. E. Keller Berlin, den 12. Mai 1940 N
Bibliothek
KB-138 (0829)
Joel 2,18 bis Kap.3,5
Inhalt: Das Wesen und die Wirksamkeit des Heiligen Geistes.


In diesem Wort haben wir den Hinweis auf den Frühregen und Spätregen in Verbindung damit, daß es in Joel 3,1 heißt:
„Und es soll geschehen nach diesem, da werde ich meinen Geist ausgießen über alles Fleisch“.
Petrus hat bei seiner ersten Rede nach der Ausgießung des Heiligen Geistes auf dieses Wort von Joel hingewiesen, indem er sagte:
„Da trat Petrus auf mit den Elfen, erhob seine Stimme und sprach zu ihnen: Ihr jüdischen Männer und ihr alle, die ihr zu Jerusalem wohnet, das sei euch kundgetan und horchet auf meine Worte! Denn diese sind nicht trunken, wie ihr wähnet; denn es ist die dritte Stunde des Tages; sondern es ist das, was durch den Propheten Joel gesagt worden: „Und es wird geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, werde ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, und eure Jünglinge werden Gesichte sehen und eure Aeltesten werden Träume haben; ja auch über meine Knechte und über meine Mägde werde ich in denselben Tagen von meinem Geiste ausgießen, und sie werden weissagen. Und ich will Wunder tun oben am Himmel und Zeichen unten auf Erden, Blut und Feuer und Rauchdampf; die Sonne wird verwandelt werden in Finsternis, und der Mond in Blut, ehe der große und offenbarliche Tag des Herrn kommt. Und es soll geschehen, daß ein jeder, der den Namen des Herrn anrufen wird, errettet werde.” (Apg.2,14-21)
Was Joel anschließend noch sagt:
„. . . denn auf dem Berge Zion und zu Jerusalem wird Rettung sein, wie der Herr versprochen hat, und bei den Übergebliebenen, die der Herr beruft“ (Vers 5),
das hat Petrus weggelassen, zweifellos aus dem bestimmten Grunde, weil diese Worte einen Hinweis auf die bestimmte Zeit darstellen, die erst später erreicht sein würde, so daß diese Worte sich nicht direkt auf die Erfüllung bezogen, die Petrus bei der Ausgießung des Heiligen Geistes vor Augen hatte. Er hat nur einen Teil von dem prophetischen Zeugnis angewandt, um die Ausgießung des Heiligen Geistes mit diesem prophetischen Zeugnis von Joel zu beweisen. Wenn Joel vorher von Regengüssen, vom Frühregen und Spätregen redet, so haben wir die Anwendung dieser Worte im Brief von Jakobus. Er sagt:
„So seid nun geduldig, ihr Brüder, bis auf die Zukunft des Herrn! Siehe, der Landmann wartet auf die köstliche Frucht der Erde und hat Geduld mit ihr, bis sie den Früh- und Spätregen empfangen hat“ (Jak.5,7-.
Jakobus verbindet in diesen Worten die Ordnung des Früh- und Spätregens mit der Zukunft des Herrn. Der Frühregen und der Spätregen muß also auch in Bezug auf die Stellung des Kindes Gottes seine Bedeutung haben. Weil das in Joel in Verbindung damit ist, daß der Herr seinen Geist ausgießt über alles Fleisch, so muß dieser Frühregen und der Spätregen mit dieser Ausgießung des Heiligen Geistes über alles Fleisch eine göttliche Ordnung darstellen.
Wenn eine solche göttliche Ordnung besteht, so ist die Hauptsache, das Wichtigste in Verbindung damit, daß von seiten der Kinder Gottes zu einer solchen göttlichen Ordnung die richtige Stellung eingenommen wird. Heute ist es um so leichter, darin klar zu sehen, weil wir es hier nicht mit einer Erfahrung zu tun haben, die in der Gemeinde Gottes noch unbekannt wäre. Wir haben es vielmehr mit einer Erfahrung zu tun, die der Gemeinde Gottes schon seit Pfingsten, seit der Ausgießung des Heiligen Geistes, bekannt ist.
Dieses Prophetenwort stellt eine bestimmte Ordnung dar, nämlich die, daß die Ausgießung des Heiligen Geistes am Pfingsttag den Anfang der Wirksamkeit des Heiligen Geistes bildet. Die Zeit aber, wenn auf dem Berge Zion und zu Jerusalem Rettung sein wird, wie der Herr versprochen hat, und bei den Übergebliebenen, die der Herr beruft, stellt den Abschluß dessen dar, was durch die Ausgießung des Heiligen Geistes am Pfingsttag begonnen wurde.
In diesem Lichte können wir die Ordnung, die der Heilige Geist für die Gemeinde darstellt, vom Anfang dieser Zeit bis zum Ende derselben vor Augen haben. Dann ist diese Ordnung, die der Heilige Geist für die Gemeinde Gottes darstellt, eine solche, die von Anfang, vom Pfingsttag an für die ganze Gemeindezeit bis zum Ende dieser Zeit gilt.
Die Kinder Gottes haben demnach eine recht klare und apostolische Ordnung als Unterweisung. Sie sind nicht auf Neues, mehr oder weniger Unbekanntes angewiesen, wenn sie darüber Verständnis gewinnen müssen, was für sie, für die Gemeinde Gottes der Frühregen und der Spätregen bedeutet. Es ist uns ja nicht nur bekannt, welche Bedeutung der Heilige Geist im Zeugnis der Apostel für die Gemeinde hat, sondern auch welche Bedeutung er für jedes Kind Gottes hat. Das beweist die Stellung des Kindes Gottes, die es immer zu der Zeit bestrebt ist, einzunehmen, wenn es daran erinnert wird, wie der Heilige Geist der Gemeinde gegeben worden ist. Die Erfahrung ist diesbezüglich in der Hauptsache immer die gleiche. Das Kind Gottes wird sich immer, wenn es das Zeugnis von der Wirksamkeit des Heiligen Geistes vernimmt, mehr oder weniger seiner Unzulänglichkeit, seiner Rückständigkeit in der Ausrüstung mit dem Heiligen Geist bewußt sein.
Das kann gar nicht anders sein; denn was vom Heiligen Geist als Wirkung in Verbindung mit der Ausrüstung des Kindes Gottes bezeugt ist, umfaßt eine solche Fülle von Gnadenwirkungen, daß es wohl zu keiner Zeit je ein Kind Gottes gegeben hat, das diesem apostolischen Zeugnis von der Wirksamkeit des Heiligen Geistes im Leben der Kinder Gottes gegenüber die Überzeugung gehabt hat, daß ihm von allem, was der Heilige Geist wirkt, nichts mangle und fehle. Darum kann die Botschaft vom Heiligen Geist und dem Wirken desselben im Leben der Kinder Gottes keine andere sein, als daß das Kind Gottes von seiner mangelhaften Ausrüstung mit dem Heiligen Geist überzeugt wird.
Nun wissen wir, weil das die Wirkung vom Zeugnis des Heiligen Geistes ist, daß sich die Kinder Gottes wohl mit diesem apostolischen Zeugnis befassen, d.h. sie befassen sich in der Hauptsache mit dem Frühregen, mit dem Zeugnis der Apostel, in dem sie die Wirkung des Heiligen Geistes als Anfangsordnung der Wirksamkeit des Heiligen Geistes verkündigt haben; das nennt der Prophet „Frühregen“. Er redet aber auch vom Spätregen. Weil von Jakobus beides mit den gleichen Worten bezeugt ist „Frühregen“ und „Spätregen“ in Verbindung mit der Stellung des Kindes Gottes zur Zukunft des Herrn, so beweist das, daß die prophetische Ordnung, die der Frühregen und der Spätregen darstellt der Gemeinde Gottes gilt, die Ordnung für die Kinder Gottes ist, die von ihnen beachtet werden soll. Wir müssen aber dieser Ordnung gegenüber feststellen, daß zwar der Anfang derselben durch das Zeugnis der Apostel in der Gemeinde Gottes beachtet worden ist, aber noch nicht, fast gar nicht das Ende dieser Ordnung, der Spätregen.
Es ist erst einige Jahrzehnte her, daß man in der Gemeinde ein neues Pfingsten verkündigt hat, und da ist man auch auf diese Anwendung der Ordnung vom Früh- und Spätregen gekommen. Wenn das verkündigte neue Pfingsten es in Wahrheit gewesen wäre, dann hätte man nicht zu Unrecht diese Ordnung vom Früh- und Spätregen damit in Verbindung gebracht. Beweist es sich aber in der Länge der Zeit, daß das Zeugnis von diesem neuen Pfingsten doch nicht die Erfüllung des Wortes Gottes darstellt, dann muß auch der Hinweis auf den Früh- und Spätregen in Verbindung damit als ein Mißgriff im Anwenden dieser Ordnung als Wirksamkeit des Heiligen Geistes angesehen werden.
Die Ordnung selbst ist natürlich bezeugt; die rechte Nutzanwendung davon muß auch für die Gemeinde Gottes erfolgen. Aber gerade diese rechte Nutzanwendung ist für die Stellung des Kindes Gottes dem Wirken des Heiligen Geistes gegenüber ausschlaggebend. Es ist da im besonderen für die Kinder Gottes wegweisend, was Petrus schon verkündigt hat, daß der Heilige Geist denen gegeben worden sei, die ihm gehorcht haben. So besteht diese klare bestimmte göttliche Ordnung, daß der Heilige Geist allezeit dem Kinde Gottes gegeben wird, das demselben gehorsam ist.
So kann nur ein solches Kind Gottes, das dem Heiligen Geist gehorsam ist, mit der Ausrüstung des Heiligen Geistes rechnen. Das setzt voraus, daß das Kind Gottes wissen muß, was der Gehorsam dem Heiligen Geist gegenüber bedeutet. Um dem Heiligen Geist gehorsam sein zu können, muß der Heilige Geist in seinem Wesen und in der Ordnung, nach der er wirkt, vom Kinde Gottes erkannt werden. Weil die Kinder Gottes das apostolische Zeugnis besitzen, das alles enthält, was das Wirken des Heiligen Geistes ausrichtet, so ist beides möglich für das Kind Gottes, den Heiligen Geist in seinem Wesen und in seiner Wirksamkeit zu erkennen. Hat ein Kind Gottes diese Erkenntnis vom Wesen und Wirken des Heiligen Geistes, dann ist es in der Lage, dem Heiligen Geist zu gehorchen. Dieser Gehorsam muß dann allezeit so wie im Anfang dazu führen, daß die gleiche Ausrüstung durch den Heiligen Geist erlangt wird.
Wenn wir ehrlich sein wollen, ist uns Pfingsten bis heute eigentlich ein Tag der Enttäuschung. Unsere Maiensträucher auf dem Tisch ersetzen die Wirksamkeit des Heiligen Geistes nicht. Der Pfingsttag ist mehr denn jeder andere ein Tag, der, wenn ein Kind Gottes ernst sein wollte, dadurch enttäuscht, weil er die Kinder Gottes überzeugen, sie mit Wehmut erfüllen müßte, weil sich von Jahr zu Jahr ihre gehegten Hoffnungen nicht verwirklichen. Das trifft für diesen Tag mehr als für jeden anderen Erinnerungstag dem gegenüber zu, was Jesus, der Sohn Gottes, durch seine Erlösung vollbracht hat und für die Kinder Gottes darstellt. Sie werden mehr Freude und Gewinn von den anderen Erinnerungstagen haben, wenn sie z.B. an die Geburt Jesu erinnert werden, oder auch an sein Sterben, an seine Auferstehung und seine Himmelfahrt. Wir werden am Pfingsttag immer die gleiche Erfahrung in der Weise machen, daß wir von Jahr zu Jahr immer wieder aufs neue angeregt werden, der Ausrüstung mit dem Heiligen Geist gegenüber eine ernste, verlangende, sehnsüchtige Stellung einzunehmen, um die Ausrüstung mit dem Heiligen Geist zu bekommen, so wie das Zeugnis der Apostel über die Wirksamkeit des Heiligen Geistes bekannt ist. Es braucht schon Ausdauer für ein Kind Gottes, daß es sich Jahr um Jahr wenigstens am Pfingsttag zu solcher Stellung anregen läßt, nachdem es vielleicht Jahrzehnte hindurch als Kind Gottes die gleiche Enttäuschung durchlebt hat. Man sollte meinen, daß nach fortgesetzter Enttäuschung, die das ganze Leben durchzieht, das Kind Gottes einmal nachsinnen und sich sagen müßte, daß irgend etwas bei solchem Erleben nicht in Ordnung sein kann.
Wie bereits angedeutet, hat man in den letzten Jahrzehnten ein neues Pfingsten verkündigt. Viele Kinder Gottes in der ganzen Welt sind auf dieses Zeugnis eingegangen und glaubten wirklich, das längst Ersehnte, die Befriedigung ihrer Sehnsucht, nun erlangt zu haben. Andere Kinder Gottes aber konnten einem solchen Zeugnis trotz einer gewissen Erfahrung, die die Kinder Gottes als Bestätigung ihrer Erwartungen darstellen, nicht folgen.
Man hat mit diesem neuen Pfingsten hauptsächlich die Lehre gebracht, daß man auf Grund von Jesu Tod, Grab und Auferstehung durch das Wirken dieses sogenannten neuen Geistes so in Jesu mitgestorben und mitbegraben und mitauferstanden sei, daß man dadurch so leben könne, wie Jesus ohne Sünde hier im Fleisch unter den Menschen gelebt hat. So hat man das Wirken des Heiligen Geistes in Begleitung mit allerlei Zeichen und Wundern und Träumen, Gesichten und dergleichen, wie man darin besonders das Joel-Zeugnis erfüllt sehen wollte, gelehrt
Wir wissen heute gut, daß wir dieser Lehrrichtung nicht folgen können, weil wir sie nicht als durch den Geist gewirkt betrachten können, wie der Heilige Geist die Apostel in ihrem Lehrzeugnis geleitet hat. Die Apostel haben der Gemeinde ein anderes Zeugnis gegeben, nachdem sie durch die Ausrüstung mit dem Heiligen Geist nicht zu solcher Erfahrung kommen, wie Jesus im sündlosen Leben unter den Menschen gelebt hat als Vorbedingung dafür, daß er nach seinem Tode nur durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt werden konnte. Die Ausrüstung mit dem Heiligen Geist im Zeugnis der Apostel weist vielmehr dahin, daß eine klare Ordnung über die Ausrüstung mit dem Heiligen Geist in Verbindung mit einem klaren Ziel, das den Kindern Gottes nach dieser Ordnung der Ausrüstung und Wirksamkeit mit dem Heiligen Geiste gegeben ist, von den Kindern Gottes erreicht werden soll.
Diese Ausrüstung mit dem Heiligen Geist in der ganzen Ordnung bezeugt der Apostel Paulus in Epheser 1 und 3. Im 1. Kapitel zeigt er die erste Wirksamkeit im Leben des Kindes Gottes, wenn es versiegelt wird mit dem Heiligen Geist der Verheißung. Die folgende Wirksamkeit zeigt er in der zweiten Hälfte dieses Kapitels, indem das Kind Gottes den Geist der Weisheit und Offenbarung erlangen muß, mit dem es erleuchtete Augen des Herzens bekommt, d.h. Erleuchtung seiner Herzensaugen, daß es die Hoffnung seines Berufes, den Reichtum seiner Herrlichkeit an den Heiligen und die überwältigende Größe seiner Macht, die an den Kindern Gottes wirksam werden soll, erkennt. Im 3. Kapitel ist das dritte Wirken des Heiligen Geistes darin gezeigt, daß der Geist Gottes den inwendigen Menschen des Kindes Gottes, den Geist des Kindes Gottes mit Kraft ausrüstet. Das ist dann die Erfahrung, daß Christus durch den Glauben im Herzen des Kindes Gottes wohnt, daß es, in der Liebe gewurzelt und gegründet, mit allen Heiligen zu begreifen vermag, welches die Länge, die Breite, die Tiefe und die Höhe sei, und die Liebe Christi erkennt, die doch alle Erkenntnis übertrifft, und erfüllt wird. Wenn Paulus hinzufügt: „Bis daß es ganz von Gott erfüllet ist“, dann ist das die vierte Ausrüstung mit dem Heiligen Geist.
Die beiden letzten Ordnungen, daß durch das Wirken des Geistes Gottes das Kind Gottes gestärkt wird am inwendigen Menschen und Christus in seinem Herzen wohnt und es dann ganz von Gott erfüllt wird, weisen einen Unterschied auf. Derselbe ist in Römer 8 gezeigt, indem darauf hingewiesen ist, daß, wenn Christus und damit auch sein Geist, der Geist Christi, im Kinde Gottes wohnt, es dann Leben im Geiste hat, der Leib aber tot ist um der Sünde willen. Andererseits, wenn der Geist dessen, der Christum von den Toten auferweckt hat, das ist der Geist des Vaters, - nach dem Wort von Petrus „der Geist der Herrlichkeit und Gottes“, - im Kinde Gottes wohnt, dann wird dadurch, daß dieser Geist im Kinde Gottes wohnt, vom Vater, der Christus von den Toten auferweckt hat, der sterbliche Leib des Kindes Gottes lebendig gemacht, d.h. es wird dann nicht entkleidet sondern überkleidet, indem das Sterbliche auf diese Weise vom Leben verschlungen wird.
So ist vom Anfang bis zum Ende der Wirksamkeit des Heiligen Geistes nach dieser vierfachen Art gezeigt, wie der Heilige Geist zuerst durch Versiegelung, dann durch Erleuchtung und als drittes durch Kraftausrüstung wirkt und als viertes durch Vollendung dieser Kraftausrüstung das erreicht wird am Kinde Gottes, daß es in die gleiche Unsterblichkeit seines Leibes gelangt, die Jesus durch seine Auferstehung von den Toten bekommen hat.
Es ist also falsch, wenn man heute das Wirken der Heiligen Geistes so bezeugt, daß die Kinder Gottes durch dasselbe im Alltagsleben so sündlos werden, wie Jesus hier im Fleische auf Erden sündlos gelebt hat. Weil die Apostel das nicht verkündigt haben, sie auch das Ziel für das Kind Gottes, was der Heilige Geist wirkt, in der Leibesverwandlung gezeigt haben und nicht im sündlosen Leben der Kinder Gottes, so muß ein solches Darstellen von Früh- und Spätregen in der Gemeinde als unbiblisch abgelehnt werden. Die Ordnung des Früh- und Spätregens bleibt jedoch bestehen. Und weil es außer der Ordnung, wie der Heilige Geist wirkt, nicht möglich ist für die Kinder Gottes, dem Heiligen Geist gehorsam zu sein, die Kinder Gottes aber, die dem Heiligen Geist nicht gehorsam sind, auch nicht mit dem Heiligen Geist ausgerüstet werden können, darum bleibt die Bedeutung und Wichtigkeit für die Gemeinde und für jedes Kind Gottes bestehen, daß es die Ordnung vom Früh- und Spätregen kennen lernen und richtig verstehen muß.
Nun ist es natürlich sehr einfach, die Ordnung vom Früh- und Spätregen kennen zu lernen, wenn man in der Ordnung vom Frühregen als der Wirksamkeit des Heiligen Geistes die Ordnung sehen muß, wie Kinder Gottes schon im Anfang dem Heiligen Geist gehorsam wurden und als Folge davon mit demselben ausgerüstet worden sind. Folglich ist die Ordnung vorhanden. Wenn nach dieser Ordnung die Kinder Gottes mit dem Heiligen Geist ausgerüstet worden sind auf Grund ihres Gehorsams, kann diese Ordnung zu keiner Zeit eine andere sein, denn zu keiner Zeit kann der Gehorsam des Kindes Gottes zum Heiligen Geist zweierlei sein. Es gibt nur einen Heiligen Geist. Darum kann es auch nur einen Gehorsam dem Heiligen Geist gegenüber geben. Er muß derselbe sein, wie am Anfang, so am Ende der Gemeindezeit.
Wenn wir nun über diese Ordnung, das Wesen und das Wirken des Heiligen Geistes ins Klare kommen müssen, so wird es uns leicht verständlich, was man im Beachten dieser Ordnung meistens außer acht gelassen hat. Man hat mehr an das Wirken des Heiligen Geistes gedacht als an das Wesen desselben. Man hat die Ausgießung des Heiligen Geistes einfach leichthin als eine geschichtliche Tatsache hingenommen. So hat man sich wenig oder gar nicht näher mit der Ausgießung des Heiligen Geistes beschäftigt und ist einfach nur dazu übergegangen, das Wirken des Heiligen Geistes zu beachten. Daß man auch das Wirken des Heiligen Geistes sehr mangelhaft beachtet hat, beweist der ganze Werdegang der Gemeinde. Der Grund mag darin liegen, weil als erstes in der Wirksamkeit des Heiligen Geistes Kraft bezeugt ist. Kinder Gottes aber sind sich am allermeisten des Mangels an Kraft in ihrem Leben bewußt. Das führt natürlich dazu, daß ihr erstes Verlangen eben dieser Kraft gilt. Sie sehen gewöhnlich ihre Kraftlosigkeit in ihren Versuchungen und Anfechtungen. Sie sehen es eben so, daß, wenn sie genügend Kraft hätten, sie den Versuchungen leichter widerstehen könnten. Darum ist meistens ihr Verlangen nur auf diese Kraft gerichtet. Deshalb ist man zweifellos mit der Zeit auch dahin gekommen, daß man die Kraftausrüstung mit dem Heiligen Geist so gelehrt hat, daß sich daraus ein sündenfreies Leben des Kindes Gottes ergebe. Menschlich ist das eigentlich verständlich, biblisch aber ist es vollständig unrichtig.
Wir müssen uns zuerst darüber klar werden, was der Heilige Geist ist. Über das Wesen des Heiligen Geistes müssen wir Klarheit erlangen. Nach den Worten Jesu im Ev.Joh. muß das, was der Heilige Geist im Wesen ist, von den Kindern Gottes erkannt werden. Jesus sagt in Joh.14,15-18:
„Wenn ihr mich liebet, so haltet meine Gebote! 16. Und ich will den Vater bitten, und er wird euch einen andern Beistand geben, daß er bei euch bleibe in Ewigkeit, den Geist der Wahrheit, welchen die Welt nicht kann empfangen; denn sie siehet ihn nicht und kennt ihn nicht; ihr aber kennet ihn; denn er bleibt bei euch und wird in euch sein. 18. Ich lasse euch nicht als Waisen zurück, ich komme zu euch.“
Es ist wohl nicht möglich, daß ein Kind Gottes diese Worte mißverstehen kann. Wenn Jesus den Geist „einen andern Beistand“, als er den Jüngern bis dahin Beistand war, nennt, nämlich den Geist der Wahrheit, und er dann im Blick auf das Ausgerüstetwerden des Kindes Gottes mit diesem andern Beistand, sein Kommen zum Kind Gottes und Bleiben im Kind Gottes mit den Worten:
„Ich lasse euch nicht als Waisen zurück, ich komme zu euch“,
bezeugt, so sagt er doch mit diesen Worten, daß dieser andere Beistand, der Geist der Wahrheit, für das Kind Gottes nichts anderes und niemand anders ist als ihr Herr und Meister selbst, der nur in der Gestalt, wie sie ihn bis dahin als Mensch, unter ihnen wandelnd, kannten, in der Folgezeit ihnen gegenüber verändert sein würde. Er ist dann nicht mehr in dieser Gestalt ihres fleischlichen Leibes, sondern in der Geistgestalt als Geist der Wahrheit bei ihnen und in ihnen. Bis jetzt konnte er nur in dem, wie der Geist als der Vater selbst in ihm wohnte und wirkte, bei ihnen sein. Und wie wenig er sie nach dieser Ordnung zu beeinflussen vermochte, erklärt er ihnen mit den Worten:
„Noch vieles hätte ich euch zu sagen; aber ihr könnet es jetzt nicht tragen“ (Joh.16,12).
Er konnte also nicht wirken von diesem Boden aus, auf dem er mit ihnen war; sie hatten das Fassungsvermögen für das alles, was er ihnen hätte sagen können, nicht. Er mußte warten bis auf spätere Zeit. Er sagt in Joh.16, 7-15:
„Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch gut, daß ich hingehe; denn wenn ich nicht hingehe, so kommt der Beistand nicht zu euch; wenn ich aber hingegangen bin, will ich ihn zu euch senden. Und wenn derselbige kommt, so wird er die Welt überzeugen von der Sünde und von der Gerechtigkeit und von dem Gericht; von der Sünde, daß sie nicht glauben an mich; von der Gerechtigkeit aber, daß ich zu meinem Vater gehe, und ihr mich hinfort nicht mehr sehet; von dem Gericht, daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Noch vieles hätte ich euch zu sagen; aber ihr könnet es jetzt nicht tragen; wann aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, so wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Derselbe wird mich verherrlichen; denn von dem Meinen wird er nehmen und euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, das ist mein; darum habe ich gesagt, daß er von dem Meinen nehmen und euch verkündigen werde.“
Die Erklärung ist unmißverständlich. Jesus mußte warten bis auf die Zeit, wo er, nachdem er das Opfer am Kreuz dargebracht hatte, gestorben war am Kreuz und begraben wurde und Gott ihn von den Toten auferweckt und zu seiner Rechten erhöht hatte. Er mußte warten, bis es erfüllt war, daß der Vater ihm die Herrlichkeit, die er bei ihm hatte, ehe die Welt war, wieder gegeben hatte, nachdem er von den Toten auferweckt war. Darauf mußte er warten, bis er hingekommen war zum Vater. Dann konnte er den Vater bitten und der Vater sandte dann den Jüngern, der Gemeinde, den andern Beistand, den Geist der Wahrheit, eben den Heiligen Geist, der am Pfingsttag über die Gemeinde ausgegossen wurde. Dann erfüllte es sich, was Jesus ihnen sagte: „Ich komme zu euch“.
So kam Jesus dann als der Geist der Wahrheit zu ihnen. Und was das für sie bedeutet, daß er der Geist der Wahrheit ist, das sagte er ihnen mit den Worten, daß dieser Geist der Wahrheit sie in die ganz Wahrheit leiten würde, indem er ihnen sich selbst und somit auch das, was er in seinem Opfer vollbracht hat, verherrlichen werde, indem er von dem Seinen nimmt und es den Kindern Gottes verkündigt. Auf diese Weise wird ihnen „Sünde, Gerechtigkeit und Gericht“ erklärt. Die Sünde, - nicht daß sie das Gesetz übertreten, sondern daß sie nicht glauben an ihn.
Wenn man also als Wirkung des Heiligen Geistes heute verkündigt, daß das Kind Gottes kein Gesetz mehr übertrete, dann wird ja das Kind Gottes nicht auf Erlösungsboden durch den Heiligen Geist gestellt, sondern unter das Gesetz, also nicht auf den Boden der Gnade, sondern auf den Boden, den das Gesetz als eine bestehende Ordnung von Geboten und Satzungen darstellt. Paulus nennt diese Ordnung der Gesetze und Gebote in Satzungen in Epheser 2 „die Scheidewand“, die zwischen Juden und Heiden steht und unter den Völkern die Feindschaft darstellt. Diese Feindschaft hat Jesus weggetan, indem er diese Scheidewand hinwegtat zwischen dem Volk Gottes und den übrigen Völkern. Er hat sie als Feindschaft im Fleisch weggetan, indem er die beiden in einem Leibe zu einem neuen Menschen geschaffen hat. Er hat sie in dem einen, seinem eigenen Leib am Kreuz versöhnt, hat durch Tod, Grab und Auferstehung die durch Satzungen nach der Ordnung des Fleisches auf dem Boden der Gebote getrennten Menschen zu einem neuen Menschen durch Tod, Grab und Auferstehung von den Toten geschaffen. Die Ordnung des Fleisches, für die Gott die Ordnung der Gebote und Satzungen gegeben hat, ist dadurch von Jesus aufgehoben. An die Stelle dieser Ordnung der Gebote ist die Ordnung der Gnade getreten. Die Gnade mußte die Ordnung der göttlichen Gebote ersetzen, weil, wie es in Röm.8 steht, diese Ordnung der göttlichen Gebote durch das Fleisch geschwächt wurde. Es heißt von dem Menschen, der fleischlich gesinnt ist, daß er dem Gesetz Gottes nicht Untertan ist, er das auch nicht kann. „Die im Fleische sind, können Gott nicht gefallen“ aus dem Grund, weil das Fleisch unter die Sünde verkauft ist, weil in dem Fleisch nichts Gutes wohnt.
Wenn man nun die Wirkung des Heiligen Geistes dahingehend erklärt, daß durch die Kraft des Heiligen Geistes das Fleisch nicht mehr in diesem von der Sünde beherrschten Zustand sei, es nicht mehr durch die Sünde die Wirkung der Gebote Gottes unmöglich mache, dann setzt man an die Stelle der Erlösung das Wirken des Heiligen Geistes in dem Fleisch der Kinder Gottes, das von den Aposteln als „unter die Sünde verkauft!“ bezeichnet ist. Daß Jesus das Fleisch in den Tod gab, damit es von Gott aus den Toten auferweckt würde im unsterblichen, neuen Zustand, so daß die beiden, Juden und Heiden, ein neuer Mensch sind in Christo, diese Erlösung als Offenbarung der Gnade Gottes hebt man dann auf. Sollte der Heilige Geist aber diesen Zustand, daß das Fleisch unter die Sünde verkauft ist, beseitigen, dann war das Sterben Jesu am Kreuz überflüssig. Dann war es nicht notwendig, daß Jesus am Kreuz starb; um dadurch das Fleisch, in dem die Sünde wohnt, zu beseitigen. Es hätte dann für die Menschen nichts anderes bedurft, als daß Gott eben diesen Geist, seinen Geist, den Menschen gegeben hätte. -
Nun ist aber dieser Geist der Geist der Wahrheit. Die Wahrheit ist aber nicht die, daß der Mensch, nachdem er vorher gesündigt hat, durch den Einfluß des Heiligen Geistes nicht mehr sündigt. Die Wahrheit ist die, wie sie Jesus darstellt, indem er an dem, was er litt, den Gehorsam gelernt hat und gehorsam war bis in den Tod am Kreuz. Dadurch ging er diesen Weg der Wahrheit, so daß Gott die Kraft als ewiges Leben dadurch offenbarte, daß er Jesum aus den Toten auferweckt hat kraft seiner Herrlichkeit. Das ist die Wahrheit, und von dieser Wahrheit kann sich der Geist der Wahrheit nicht trennen. Er kann nichts anderes darstellen als Geist der Wahrheit, als daß er den Sohn Gottes in dem Werk der vollbrachten Erlösung dadurch verherrlicht, daß er von dem Seinen nimmt und es den Kindern Gottes verkündigt. Durch dieses Wirken in den Kindern Gottes, daß er bei ihnen ist und in denselben wohnt, bekommen sie dann auch die Fähigkeit, das zu fassen, was Jesus vollbracht hat, was sie auf die Worte hin, die Jesus ihnen sagen mußte, nicht fassen konnten.
Jesus hat ihnen ja auch sein zukünftiges Sterben und seine nach drei Tagen erfolgende Auferstehung wiederholt bezeugt. Aber jedesmal, wenn er ihnen davon sagte, haben sie es nicht verstanden. Selbst zu der Zeit, als er, der Auferstandene, bei ihnen war, hatten sie das Verständnis für dieses Zeugnis, das er ihnen vorher gesagt hatte, wie er sterben und auferstehen würde nach drei Tagen, noch nicht. So besteht für die Kinder Gottes unter der Wirksamkeit des Heiligen Geistes die Ordnung, daß sie die Zeit unter dem Gesetz und die Zeit unter der Gnade in ihrer praktischen Erfahrung als Kinder Gottes unterscheiden müssen. In der Zeit, in der das Kind Gottes unter dem Gesetz lebt, ist es zwar versiegelt mit dem Heiligen Geist der Verheißung, aber die Erleuchtung durch den Geist der Weisheit und Offenbarung fehlt ihm. Wenn man heute durch einen sogenannten neu ausgegossenen Pfingstgeist gerade diese beiden Ordnungen, wie sie die Apostel bezeugt haben, aufhebt, dann kann ein solcher Geist niemals eine Wiederholung des früher gegebenen Heiligen Geistes am Pfingsttag sein.
Wir haben also die eine Klarheit, daß der Geist der Wahrheit der Heilige Geist ist und als der Geist der Wahrheit muß er sich den Kindern Gottes im Mitteilen der Wahrheit der Erlösung, die Jesus vollbracht hat, beweisen. Weiter ist dieser Geist der Wahrheit Jesus selbst; denn er sagt Joh.14,18:
„Ich lasse euch nicht als Waisen zurück; ich komme zu euch“,
eben als der andere Beistand, der Geist der Wahrheit. So sehen wir, wie Jesus sich vom Heiligen Geist für die Kinder Gottes nur in der Art und Weise, sich zu offenbaren, unterscheidet. Als Menschensohn, um die Erlösung zu vollbringen, konnten sie ihn mit ihren Augen sehen, mit ihren Händen betasten und so das Wort des Lebens bei ihnen wahrnehmen. Aber als solches „Wort, das im Anfang war, das bei Gott war, das Gott war, das ins Fleisch kam und als ewiges Leben den Menschen erschienen ist“, konnten sie ihn erst dann bezeugen, nachdem er als der Geist der Wahrheit zu ihnen gekommen war, nachdem er die Erlösung vollbracht hatte, nachdem sein Vater ihn von den Toten auferweckt und zu seiner Rechten erhöht hatte.
Erst vom Pfingsttage ab, nachdem die Jünger mit dem Heiligen Geist, dem Geist der Wahrheit, dem andern Beistand, ausgerüstet waren, konnten sie ihr Zeugnis ablegen. Sie konnten dann das Wirken des Heiligen Geistes in der vierfachen Art, bis sich unter seiner Wirkung die Leibesverwandlung auswirkt, bezeugen.
Dieses apostolische Zeugnis ist nun klar. Das Wesen des Heiligen Geistes ist dadurch ins Licht gestellt, daß Paulus den Korinthern schreibt 2.Kor.3,17:
„Der Herr ist der Geist; wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit“.
Aber auch wie der Heilige Geist wirkt und was er wirkt, ist nicht minder klar von den Aposteln bezeugt, von der Gemeinde aber bis heute noch nicht verwirklicht. Denn als das Ziel handgreiflich nahe war, als der Engel der ersten Gemeinde im Besitz der ersten Liebe nur noch hätte in dieser Stellung beharren müssen, um so essen zu können vom Baum des Lebens, der im Paradiese Gottes ist, da kam der Feind dazwischen. Da wirkte es sich aus, wie Jesus es den Jüngern vorher schon gesagt hatte, daß der Satan begehrt, sie zu sieben. Und so stellte sich dasselbe Wirken Satans wieder in der Gemeinde ein. Als das der Gemeinde durch den Heiligen Geist in Aussicht gestellte Ziel beinahe erreicht war, da stellte sich dieser Feind Gottes und seines Werkes, das Jesus Christus vollbracht hatte, das in der Gemeinde Gottes zur vollen Darstellung kommen muß, ein. Und dieses Auftreten Satans in der Gemeinde Gottes, der Einfluß, der von Satan ausgehen durfte, hat es bis zur gegenwärtigen Stunde verhindern Können, daß das, was der Heilige Geist wirkt, in der Gemeinde Gottes hätte erfüllt werden können.
Darum redet das prophetische Zeugnis nebst einem Frühregen noch von einem Spätregen. Wenn der Spätregen kommt, muß er eine Wiederholung dessen sein, was durch den Frühregen der Gemeinde Gottes gegeben worden ist. Sieht man den Spätregen in einer falschen Geistwirkung, dann geht es der Gemeinde Gottes genau so mit diesem falschen Zeugnis über das Wirken des Heiligen Geistes, wie falsche Christusse und falsche Propheten am Ende auftreten, ja wie ein Mensch der Sünde, ein Sohn des Verderbens, ein Widersacher, sich zuletzt in den Tempel Gottes, in die Gemeinde, setzt und vorgibt, er sei Gott.
Zuerst wird ein falscher Spätregen, ein falsches Pfingsten, in der Gemeinde propagiert und nachher wird ein ebenso falscher zur Gemeinde gekommener Christus dargestellt. Es ist immer dasselbe, daß dem Wahren das Falsche als Lüge, als Täuschung, als irreführender Einfluß vorausgeht.
Darum gilt es, auf der Hut zu sein. Ein Kind Gottes kann nur dadurch auf der Hut sein, daß es dafür Sorge trägt, daß es das Wort recht versteht. Wer diese Fürsorge für seine Stellung nicht hat, daß er das Wort Gottes recht verstehen will, ist für ein Mitwirken an der Erfüllung des Ratschlusses Gottes untauglich.
-.-.-.-.-.-.-.
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