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"Du wolltest es doch so!"












Moin und ein frohes Neues wünsche ich Euch!

Ich komme auch gleich zum Thema: Seit Tagen quäle ich mich mit einigen Fragen, aber um genauer darauf einzugehen, füge ich erst einen Dialog ein, welcher mich zu diesen/r/m Frage(n) und Problem(en) geführt hat. Diese Dialogpassage findet (angeblich) zwischen Gott und einem Jungen/Mann statt.

Sie ist aus dem Buch "Gespräche mit Gott - Für Jugendliche"

Zitat:

...

Paul: Warum hätte ich mir Eltern ausgesucht, die mich misshandeln?

'Gott': Jede Seele sucht sich die richtigen Menschen, Situationen und Ereignisse, um das zu verwirklichen, was die Seele erleben will. Im Einzelfall ist dies sehr unterschiedlich, und daher kann man nicht im Allgemeinen darüber sprechen.
Vielleicht möchte eine Seele die göttliche Eigenschafterfahren, die als Vergebung bekannt ist. Oder vielleicht möchte sie Mitgefühl erwerben, sodass sie später im Leben anderen Menschen helfen kann, die ebenfalls misshandelt wurden.
Es gibt unzählige Gründe dafür, warum eine Seele eine bestimmte Situation oder eine Bestimmte Person anzieht.

Paul: Es gibt also keine >>zufälligen Begegnungen<<?

'Gott': Nein, keine Begegnung ist zufällig. Kannst du dir vorstellen, dass ein Universum, das etwas so Kompliziertes und Einmaliges wie eine SChneeflocke hervorbringt, etwas entstehen lässt, das vom >>Zufall<< abhängig ist?

Paul: Ich dachte bislang, dass es im Universum ein >>Zufallsprinzip<< gibt.

'Gott': Das ist aber nicht der Fall. Alles erscheint innerhalb einer vollkommenen Ordnung. Wenn es ein >>Zufallsprinzip<< gäbe, wären die DInge nicht mehr steuerbar. Was für ein Gott würde es zulassen, dass Dinge außer Kontrolle geraten?

Paul: Du kontrollierst und erschaffst also alles, was geschieht?

'Gott': Das habe ich nicht gesagt. Ich sagte, ich lasse nicht zu, dass Dinge außer Kontrolle geraten. Aber ich erschaffe nichts. Das tut ihr.

...


Mein Problem hierbei ist, dass erstens eine gewisse Determiniertheit entsteht (:Seele will vergewaltigt werden, also kommt jemand und vergewaltigt sie. [ ]).
_ _ _
Zweitens kommt vielleicht Gleichgültigkeit auf, was ich an einem Beispiel versuche darzustellen:

Ein Vater öffnet die Kinderzimmertür und sieht, wie seine 7-jährige Tochter von ihrem Onkel sexuell missbraucht wird. Der Onkel springt erschrocken an die Seite - das kleine Mädchen rennt halb heulend, halb schreiend zu ihrem Vater und schluchzt:"Bitte hilf mir, Papa!!"
Der Vater antwortet kühl:"Aber Kleine, du wolltest es doch so!"
_ _ _
Drittens: Gibt es überhaupt Gewalt, wenn alles geplant ist???
_ _ _
Viertens: Wird der Täter nun von seiner (ich sag mal:) Sünde befreit? Ich meine, das Mädchen wollte es doch so!?
_ _ _

Hinzu kommt noch ein ganz kurzer Satz, der mir dazu aber auch schon zu schaffen macht:"Niemand kann Dir etwas vormachen!"

Im Falle des jungen Mädchens würde der Vater dann vielleicht antworten:"Du wusstest doch, dass er dich vergewaltigen wird. Also, was kommst du jetzt zu mir?"

_ _ _

So etwas kann ich momentan einfach nicht akzeptieren. Und das sind auch schon so Dinge, die mich Hass gegenüber dem (scheinbaren) Gott verspüren lassen.

Ich bring mich ja selber in einen Zwang: Gott hat das gesagt, also muss es stimmen, denn Gott lügt ja nicht - oder?? Und ich hab es zu akzeptieren. Also bleibt mir nichts anderes übrig als Leugnung...

Aber gut, möglicherweise existiert Gott nichtmal. Zweifel an seiner Existenz habe ich und die werden (hoffentlich) auch noch bestehen bleiben.

Oder sind die ganzen genannten Probleme vielleicht nur Scheinprobleme?

Okay, jetzt hab ich genug unverständliche Zeilen geschrieben - habe auch keinen Bock, den Beitrag nochmal durchzugehen - vielleicht versteht ja trotzdem jemand, was ich ausdrücken möchte.

(Falls es jemanden stört, dass ich immer die Vergewaltigung als Beispiel nehme, dann bitte ich um Toleranz, denn gerade dieser Punkt ist mir sehr wichtig.)
Hallo der_ding,
Zitat:
Ich bring mich ja selber in einen Zwang: Gott hat das gesagt, also muss es stimmen,
denn Gott lügt ja nicht - oder??
Und ich hab es zu akzeptieren. Also bleibt mir nichts anderes übrig als Leugnung...

Nein. Das hat eben nicht Gott gesagt, sondern ein phantasiebegabter Autor, der meinte
dass Gott das sagen würde - insofern ist's wirklich ein Scheinproblem

Aber das eigentliche Thema, das Du hier anschneidest, ist sicher nicht in ein paar
Sätzen abgetan - das geht an die Substanz...
Liebe Freunde

Die Bahai-Schriften besagen, dass es zwei Arten von Schicksal gibt.

1. Ein feststehendes Schicksal: z. B. unsere Geburt, unsere körperliche Beschaffenheit, unser Tod usw. An diesen Dingen können wir nichts ändern, haben also keinen Einfluss darauf. Mir scheint der Begriff „Rahmenbedingungen“ passend.

2. Ein schwebendes Schicksal: das wir sehr wohl durch unsere Bemühungen, Gebete, gute Taten usw. ……..aber genau so auch durch Fehler „Sünden“ Unterlassungen …….. kurz gesagt Tugenden und Untugenden beeinflussen können.

Dieses Erklärungsmodell erscheint mir auch ganz gut nachvollziehbar. Einerseits bekommt Gott hier nicht für Alles und Jedes den schwarzen Peter. Wir Menschen können und sollen uns andererseits auch nicht aus der Verantwortung stehlen, sondern möglichst bewusst handeln und dabei den Blick auf das Wohl der ganzen Menschheit richten. Also genau das was uns alle Religionen lehren.

Um bei dem Beispiel des missbrauchten Mädchens zu bleiben, hätte also weder Gott und schon gar nicht das Mädchen es sich eben so ausgesucht. Die böse Tat muss also eindeutig dem Täter zugeschrieben werden.

Alles Liebe
Lieber der Ding,

Es hat mich schon fast erschreckt, wie Du nun auf Grund eines Buches mit dem Namen 'Gespräche mit Gott', zu dem Glauben gekommen bist, dass das was in dem Buch steht, 'Gottes Wort' sei.

Es ist so, wie Wu es sagt! Es ist ein kluger aber nur ein menschlicher Autor, der das Buch ausgedacht und geschrieben hat.

Wenn ein Autor sehr beliebt und berühmt wird und ein begehrter Referent, so ist das kein Beweis dafür, dass auch alles wahr ist, was er schreibt und sagt, es ist in diesem Fall höchstens ein Beweis der Orientierungslosigkeit der Menschen unserer Zeit.

Das 'Wort Gottes' kannst Du in der Bibel studieren, - davon wird man nicht dümmer, im Gegenteil, ganz im Gegenteil! Wenn Du dazu fragen hast, - vielleicht finde ich die rechte Antwort.
Hi!

Ich danke Euch für eure Antworten und danke dir shoshana herzlichst dafür, dass Du mir Fragen aus der Bibel beantworten möchtest.
Ich bin allerdings der Meinung, dass der Glaube an Gott keine Rolle in meinem Leben spielen sollte. Bisher hat er mir/hab ich mir dadurch (:durch den Glauben) nur Probleme eingehandelt. Das ist schon eine richtige Behinderung...

Ok, dann komme ich mal zum Thema zurück. Ich weiss garnicht wirklich, wie ich es angehen soll - da ja schon der Glaube bei der Sache eine klare Rolle spielt.
Ich versuch es einfach mal mit lautem Denken über meine erste Frage/mein erstes Problem.

Zitat:
Mein Problem hierbei ist, dass erstens eine gewisse Determiniertheit entsteht (:Seele will vergewaltigt werden, also kommt jemand und vergewaltigt sie. [ ]).


Erstmal schau ich mir die Vergewaltigung genau an. Was tut das Opfer? (Ich gehe jetzt von dem Psychologiesatz "Wir tun, was wir wollen!" aus.)
Es gibt viele Möglichkeiten, wie sich das Opfer verhalten könnte:
-Es wehrt sich verbal und/oder gewalttätig
-Es bewegt sich überhaupt nicht (tut nichts!?)
-Es gefällt ihr/ihm (keine Ahnung, was es dann tut...)
-Es ist bewegungsunfähig (zB. ohnmächtig[tut nichts!?])
-usw.

Das Wichtige hierbei ist mir: Vergewaltigt werden tun gibt es nicht.

(Der Shit ist allerdings:
Zitat:
Jede Seele sucht sich die richtigen Menschen, Situationen und Ereignisse, um das zu verwirklichen, was die Seele erleben will.
)

Wie kann sich eine Person allerdings ein(e) Ereignis/Situation aussuchen?
In dem Buch steht:"Auf einer bestimmten Ebene ist alles bewusst.". Das Problem ist ja nicht unbedingt, dass Gott das gesagt hat oder nicht, sondern einige Psychologen das Gleiche meinen(:"In Wirklichkeit wollen wir, was uns passiert.") Voll der Sche**!! Schon durch soeine Aussage bekomme ich nach längerem darüber nachdenken (im Bezug auf mich) psychische Störungen.

Egal, weiter gehts: Die Person sucht sich also die richtigen Menschen, Situationen und Ereignisse aus. Wie kann das möglich sein? Es muss eine Verbindung/Beziehung zur richtigen Person bestehen. Die suchen sich jetzt also zusammen diese Situation und das Ereignis aus!? Wenn ein Mädchen, ungefähr in meinem Alter, durch die Stadt geht und von einem Typen dumm angepöbelt wird, dann wusste sie es also schon vorher- auf einer hohen Ebene? Ungefähr so:

Die "Hohe-Ebene-Abmachung"

(Wir befinden uns im spirituellen Raum-Zeit-Kontinuum und es ist 14:38 Uhr:)

Mädchen:"He Du!"

Typ:"Wer? Ich?"

Mädchen:"Ja Du, ich brauche unbedingt jemanden, der mich dumm anpöbelt- ich will nämlich eine Erfahrung machen, die mich im Leben fördert. Und ich suche jetzt schon den ganzen Tag, nach so nem Kerl.

Typ:"Das ist ja n Ding, ich suche nämlich auch schon die ganze Zeit nach einem Mädchen, welches ich anpöbeln kann- denn weisst Du, ich bin heute echt mies drauf."

Mädchen:"Das ist super! Dann treffen wir uns um 5 Uhr in der Stadt, denn momentan schlafe ich noch."

Typ:"Ja klar, kein Problem, da passt es mir am Besten!"

Mädchen:"Okay, bis später!"

Typ:"Ja gut und nicht vergessen: es passiert alles mit der besten Absicht!"

_ _ _

Diese Geschichte ist allerdings auch schon unlogisch, denn
Zitat:
Mädchen:"He Du!"

Typ:"Wer? Ich?"


würde ja bedeuten, dass der Typ nicht wusste, dass sie sich treffen würden, er muss es aber wissen.

Naja, mir war aber grad danach, einen Dialog zu schreiben...

_ _ _

Jetzt hör ich erstmal auf zu schreiben, sonst liest den Beitrag sowieso niemand. Vielleicht will ja noch jemand etwas hinzufügen, korrigieren oder was weiss ich.

Bis dann!
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