Imam


Imam

Arab. „Meister“, „Führer“, die von Gott erwählten Nachfolger aus der Nachkommenschaft des Propheten Muhammad. Der hier verwandte Begriff „Imam“ ist nicht zu verwechseln mit dem des ebenso genannten Vorbeters im sunnitischen Islam. Baha'u'llah nennt die Imame „die Offenbarungen der Macht Gottes, die Quellen Seiner Befehlsgewalt, die Schatzkammern Seines Wissens und die Aufgangsorte Seiner Gebote“. Shoghi Effendi nennt das Imamat eine „göttlich verordnete Einrichtung“, den „Verwahrungsort eines der beiden kostbarsten Vermächtnisse des Islam“. Die Zeit göttlicher Führung des Imamats gibt Shoghi Effendi mit 260 Jahren an. Der erste Imam war 'Ali, der Vetter und Schwiegersohn des Propheten und vierte Kalif. Im Jahre 260 islamischer Zeitrechnung ist der elfte Imam, Hassan al-'Askari, gestorben. Auf das Erscheinen des zwölften Imam, der danach durch vier Personen, „Tore“ genannt, wirkte „kleine Verborgenheit“, an die sich die „große Verborgenheit“ anschloß, warten die Anhänger des Shi'ah-Islam noch heute. Als der Bab im Jahr 1260 d.H. den Titel „das Tor“ annahm, glaubten viele, Er beanspruche, das fünfte Tor zu dem verborgenen Imam zu sein, während Er Sich selbst als das „Tor“ zu Baha'u'llah verstand. Er erklärte, daß er der Qa'im sei und daß die Verheißungen über den erwarteten zwölften Imam in Seiner Sendung ihre Erfüllung finden. Zugleich erhob Er den Anspruch, der Stifter einer neuen, unabhängigen Religion und darüber hinaus der Herold Dessen zu sein, „den Gott offenbaren wird“.