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Suche nicht, du wirst gefunden.












Hallo Kiki,

dass Suche allein nicht genügt ist m.E. eine andere Aussage als die Aufforderung
nicht zu suchen - aber sie hängt eng mit dieser zusammen. Viele Menschen sind
'auf der Suche' (was an sich ja nicht schlecht ist) - aber sie haben schon ganz genaue
Vorstellungen, wie das was sie suchen auszusehen hat und wo man es finden kann -
und verbauen sich ebendadurch die Möglichkeit zu finden - oder gefunden zu werden...
Ihr Lieben,

nehmen wir das Suchen nach der Antwort auf die Frage aller Fragen, dann sagt Bahá'u'lláh dazu:

Zitat:
O Mein Bruder! Wenn ein wahrer Sucher sich entschließt, mit forschendem Schritt den Pfad zu betreten, der zur Erkenntnis des Altehrwürdigen der Tage führt, muß er vor allem sein Herz, den Sitz der Offenbarung der inneren Geheimnisse Gottes, vom trübenden Staub allen erworbenen Wissens und von den Andeutungen der Verkörperungen teuflischer Wahngebilde reinigen. Er muß seine Brust, das Heiligtum der immerwährenden Liebe des Geliebten, von jeder Befleckung läutern und seine Seele von allem heiligen, was dem Wasser und dem Lehm zugehört, von allen schattenhaften, flüchtigen Verhaftungen. Er muß sein Herz so läutern, daß kein Rest von Liebe oder Haß darin zurückbleibt, damit weder Liebe ihn blind zum Irrtum leite noch Haß ihn von der Wahrheit scheuche. Denn wie du an diesem Tage siehst, sind die meisten Menschen solcher Liebe und solchen Hasses wegen des unsterblichen Antlitzes beraubt, sind von den Verkörperungen der göttlichen Geheimnisse weit abgeirrt und streifen hirtenlos durch die Wildnis des Vergessens und des Irrtums. (Baha'u'llah, Aehrenlese 152:1)


Es darf also keine feste Vorstellung vom Ergebnis des Suchens existieren, und alle vorgefaßten Andeutungen darauf müssen verbannt werden, sowie Vorlieben des Herzens, die sich in Liebe (Hingezogenheit) und Haß (Ablehnung) äußern. Sonst würden diese Vorstellungen, wie Wu treffend schreibt, das finden der Antwort unter Umständen verbauen können.

Es ist hier jedoch mit dem Suchen nicht getan, sondern bedarf der Sucher andererseits der Führung, der Bestätigung, was der Autor des Satzes zum Thema vielleicht mit "gefunden werden" meint.

Die Suche muß also sehr ernsthaft sein was das Objekt des Suchens anbelangt, aber auch völlig frei von jedweder Erwartung, und am Ende ist es die Bestätigung Gottes, die wirklich finden läßt. Denn was wir suchen, bedarf, daß wir mit einem neuen Auge ausgestattet werden, es zu sehen:

Zitat:
Erst wenn die Lampe des Suchens, des ernsten Strebens, des sehnlichen Verlangens, der leidenschaftlichen Ergebung, der glühenden Liebe, der Begeisterung und Verzückung im Herzen des Suchers entzündet ist und der Hauch der Gnade Gottes über seine Seele weht, wird die Dunkelheit des Irrtums vertrieben, werden die Nebel des Zweifels und der Ängste zerstreut, und die Lichter der Erkenntnis und Gewißheit werden sein Wesen einhüllen. Zu dieser Stunde wird der mystische Herold mit der Freudenbotschaft des Geistes strahlend wie der Morgen aus der Stadt Gottes aufleuchten und mit dem Posaunenstoß der Erkenntnis Herz, Seele und Geist aus dem Schlummer der Achtlosigkeit erwecken. Dann werden die mannigfachen Gunstbeweise und die Gnadenströme des heiligen, ewigen Geistes dem Sucher solch neues Leben verleihen, daß er sich mit einem neuen Auge, einem neuen Ohr, einem neuen Herzen und einem neuen Gemüte beschenkt sieht. Er wird über die offenbaren Zeichen des Weltalls nachsinnen und die verborgenen Geheimnisse der Seele durchdringen. Er wird mit dem Auge Gottes schauen und in jedem Atom ein Tor erblicken, das ihn zu den Stufen völliger Gewißheit führt. In allen Dingen wird er die Geheimnisse göttlicher Offenbarung und die Beweise ewiger Verkündung entdecken. (Baha'u'llah, Aehrenlese 125:6)


Im Sinne von "keinerlei Anstrengung unternehmen" führt der Satz
"Suche nicht, du wirst gefunden", jedoch sicherlich in der Regel zu nichts. Und der Ausruf "hier bin ich" sollte auf jedenfall erfolgen, um das "gefunden werden" zu ermöglichen. Und dieser Ruf "hier bin ich" erfolgt in der Welt des Herzens, und artikuliert sich durch gute Gedanken, mutiges Handeln und edle Taten, und der Grad der Sehnsucht mag der Lautstärke vergleichbar sein, mit der gerufen wird.

Alles Liebe von Yojo
Hallo zusammen,

@Roger,

Ich würde es für mein Verständnis nicht so Wort wörtlich nehmen mit dem "Suche nicht". Ich würde es auch nicht so verstehen wollen dass ich in dem einen Fall untätig da sitze, weil es ja heißt → "Suche nicht", im anderen Fall ich aber auch nicht im wörtlichen Sinn, angespannt suchend durch die Welt laufe um → was ← auch immer zu finden, dass dürfte das andere Kapitel sein.

Auch verstehe ich den 2. Teil des Zitates nicht so, dass jetzt irgendwer oder irgendwelche Menschen auf mich zukommen u. sagen: "Haben wir Dich jetzt gefunden".

@ All,

Ich wage mal, (natürlich durch meine Sichtbrille u. will auch niemanden hier von etwas überzeuigen) das Zitat so zu interpretieren.

Jeder Mensch besitzt eine Ausstrahlung u. wirkt auf irgendeine Art auf seine Mitmenschen.
Je nachdem welche Interessen ich habe, mit was ich mich beschäftige, ja auch wie meine Einstellung zum Leben ist, zu meinen Mitmenschen, zur Welt, zu Gott u. welche Begabungen ich habe od. nicht habe u. kann ich Liebe geben u. zeigen od. nicht, u. so habe ich es schon erlebt dass ich Gleichgesinnte treffe. Und jetzt kommt der Beitrag von Kiki60 wieder ins Spiel.
Nach meiner Überzeugung hängt es auch maßgeblich davon ab ob ich offenen Herzens mein Leben lebe od. lebe ich verschlossen im Bezug zur meiner Umwelt u. in der Rolle die Umwelt zu mir(soll heißen, ich lasse nichts zu mir rein u. von mir nichts raus).
Wäre ich verschlossen dann werde ich wohl kaum gefunden werden können, dann kann ich logischerweise auch kein Suchender sein. Hier tun sich noch mehr Fragen auf, z.B. will ich Suchender sein od. nicht, will ich gefunden werden od. nicht. Insofern ist es tatsächlich ein interessantes u. zugleich für meine Begriffe ein tiefsinniges Theama bei dem man es sich garnicht einfach machen kann.

Nun wäre ja auch noch die Frage, was auch schon von Krabby_g angesprochen wurde auf was sich das Zitat bezieht. Auch hier sind wohl den Gedanken u. der Phantasie der Leser keine Grenzen gesetzt.

Muss ich es so verstehen dass sich das "Suchen" u. " Gefunden werden" auf ein Kriterium bezieht od. sehe ich es hier wieder als Ganzheit, dann muss ich es auf alles beziehen. Liebe, Leben, Religion, Gott u. die Welt, Tod u. Sterben,usw. Deshalb möchte ich persönlich das Zitat auch nicht in der Form wie es Roger am Anfang sagt darauf auslegen:

Roger schrieb,
Zitat:
Damit will ich sagen, dass wir uns nicht einzig und allein darauf verlassen können gefunden zu werden. Denn wenn das jeder Mensch erwartet, kann dies ja nicht aufgehen.
Desshalb ziehe ich daraus die schlussfolgerung, dass man suchen muss, um gefunden zu werden.


Erwartet dass wirklich jeder, gibt es nicht auch bewusst od. unbewusst zurückgezogene, in sich Gekehrte, Verschlossene, Nicht Suchende?

Klar, ohne irgendwie zu agieren u. zu reagieren, ohne eine gewisse Anstrengung geht aber im Leben sowieso nichts, natürlch muss ich schon Mitwirkender sein, so ist die Welt. Aber wenn mich z. B. primär nur nur ein bestimmtes Theama interessiert, od. sagen wir mal ich ein ganz spezielles Verhalten hätte womit ich niemanden sonst begeistere, dann werde ich wohl nie gefunden werden können, denke ich, denn dann dürfte ich schon so von mir selber darauf ausgerichtet sein, dass ich garnicht zu weiteren Lebensabläufen u. sich damit befassende Mitmenschen entdeckt, geschweige denn gefunden werden kann. Vielleicht bin ich auch auf dem Holzweg, aber dass ist zumindest mal eine Sichtmöglichkeit.

In diesem Sinne,
Lieben Gruß
Heinz.N
eine sehr überzeugende und intelligente ansicht, wirklicht.
Nun natürlich kommt es darauf an, wonach gesucht, oder wonach gehofft wird zu finden. Jedoch ist meine Auassage auf das Ganze zu beziehen. und dabei ist deine meinung ein sehr guter standpunkt.


Die Frage, die ich mir in dem Zusammenhang zwangsläufig stelle, ist dann immer: VON WEM werde ich gefunden?
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