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Habe auch Angst vor dem Tod












Hallo Sucher,

Zitat:
Als ich dann aber 4 Stunden hilflos auf dem Fussboden lag und ich den "Atem des Todes" quasi gerochen habe, war die Angst riesengross und grauenhaft. Damals war ich wohl noch nicht bereit, zu gehen. Vielleicht ist das heute oder in 10 oder in 20 Jahren anders.


Das ist genau was ich meine! Die Angst vor dem Sterben!

Es ist ja nun mal so, das unsere Fähigkeit zu denken und unser Empfinden nicht nur selbstbestimmt sind. Wir sind zu einem Großteil von äußeren Einflüssen abhängig! Und gerade im sterben, werden diese äußeren Faktoren übermächtig! Hilflos, ist das Schlüsselwort! Ich muß alle irdische Macht loslassen und gehe von dieser Welt, so wie ich gekommen bin, Hilflos und Machtlos!

Ich habe es selbst auch schon erlebt, das mich die Angst, trotz aller verstandesmäßiger Kontrolle, übermannte! Das war beim tauchen, Druck, Dunkelheit und plötzlich auftretende Kälte (Sprungschicht)! Die Panik ist einfach da, man kann nichts machen! Gott hilft da wirklich! Der Gedanke, das er der Allmächtige mich in meiner Ohnmacht schützt, hilft, um mich trotz Angst und Panik richtig (überlegt) zu verhalten! (Ist ja gerade beim Tauchen lebenswichtig).

Gruß Heiko
Guten Morgen, Heiko,

ich denke, diese Angst ist zunächst einmal auch etwas sehr kreatürliches, das hast Du ja bei diesem Tauch"unfall" (vielleicht das falsche Wort, aber ich bin kein Taucher und weiss nicht, was "Sprungschicht" ist) gut beschrieben: Die Panik ist einfach da. Und es ist GUT, dass sie da ist, weil dann alle Kräfte mobilisiert werden, einer Gefahr auszuweichen. Das findet sich ja auch bei Tieren.

Die Hilflosigkeit ist enorm. Mir war ja voll bewusst, dass ich einen Infarkt erlitten hatte, aber ich konnte nicht um Hilfe rufen, weil ich das Gefühl hatte, ein LKW stünde auf meinem Brustkorb. Ich konnte mich nicht bewegen, ohne dass ich das Gefühl hatte, ein glühendes Messer weidet meinen Brustkorb aus. Um Hilfe rufen konnte ich nicht, weil mein "Stimmchen" kaum hörbar war, da es an Atem fehlte. Zu WISSEN, man kann nun nur abwarten, bis endlich jemand ins Wohnzimmer kommt (nachts um 3 Uhr!), und man weiss nicht, ob man diese Zeitspanne schafft... Das wünsche ich NIEMANDEM.

Aber eines war auch da: Ab einem gewissen Punkt (so nach 3 Stunden) fühlte ich mich gehalten. Keine Ahnung, ob das "Gott" war, der "eingriff" (ich habe ja meine Probleme damit, an Gott zu glauben) oder ob es einfach ein Adrenalinstoss war, der mich gnädigerweise "gehalten" fühlen liess, ich weiss es nicht. Ich lasse das offen. Auf jedenfall aber hat seit dieser Erfahrung mein Nickname seinen Sinn bekommen

Liebe Grüsse

Sucher
Hallo Sucher,

OT, grad mal zur erklärung: Im Wasser bilden sich thermische Schichen, wirst du vielleicht vom schwimmen in stehenden Gewässern kennen! Da kann es durchaus schon mal um 5 °C oder mehr plötzlich rauf oder runter gehen! Kälte (und Dunkelheit) erzeugt Angst. Druck (10m = 1 Atmosphere) hat den Effekt daß das Gehirn nicht mehr so toll funktioniert! In 30m tiefe braucht man selbst für die einfachsten Matheaufgaben wesentlich länger wie unter Normaldruck.

Zitat:
Die Panik ist einfach da. Und es ist GUT, dass sie da ist, weil dann alle Kräfte mobilisiert werden, einer Gefahr auszuweichen.


Das ist so! Aber in diesem Fall, wie auch in deinem, ist die Gefahr nicht real, bzw. die Angst ist kontraproduktiv! Genau genommen ist sie das eigentlich immer! Selbst in Gefechtssituationen ist Angst nur hinderlich!

Angstbewältigung ist eine der größten Fragen unserer Zeit! Und die Angst vor dem Tod ist der Schlüssel! Ein Mensch der nicht lernt mit seiner Angst umzugehen, wird niemals Freiheit erleben! Frei sein heißt, frei sein von Angst!

Oder so! Wenn ich Unsinn rede sagt es mir!

Gruß Heiko
Hallo, Heiko,

danke für die Tauch-Erklärung...

>Ein Mensch der nicht lernt mit seiner Angst umzugehen,
>wird niemals Freiheit erleben! Frei sein heißt, frei sein
>von Angst!

VOLLE Zustimmung, so sehe ich das auch. Das, was ich mit der Nützlichkeit meinte, ist eher Furcht, was ja etwas anderes als Angst ist.

Liebe Grüsse

Sucher
> Ein Mensch der nicht lernt mit seiner Angst
> umzugehen, wird niemals Freiheit erleben! Frei sein
> heißt, frei sein von Angst!

Schon. Aber was nützt dir das, wenn du furchtlos über die Straße läufst und vom nächsten LKW überrollt wirst? Angst hat einen ganz sinnvollen Hintergrund - sie sorgt dafür, daß wir länger leben. Sie ist integraler Bestandteil unserer Existenz und sorgt dafür, daß wir in gefährlichen Situationen vorsichtig handeln. Wir haben nicht umsonst einen sehr starken Überlebensinstinkt mitbekommen.

Leider wird dieser Überlebensinstinkt und Angstmechanismus heute gerne ausgenutzt, um Produkte zu verkaufen. Die Pharmaunternehmen und Ärzte verdienen ihr Geld bspw. primär durch das Erzeugen von Ängsten: Impfen schützt vor Krankheit, Früherkennung vor Krebs. Kondome schützen vor AIDS, Käfighaltung schützt vor Vogelgrippe... Aber auch andere argumentieren gerne mehr oder weniger versteckt mit der Angst - "wenn sie keine Versicherung abschließen, stehen sie im Schadensfall ganz arm da", oder "Ohne Milch keine gute Kalziumversorgung". Wir leben in einem Netz von Lügen und Ängsten und diese 'hausgemachten' Ängste sollten wir in der Tat überwinden. Auch die Angst vor dem Tod gehört dazu, denn sie basiert - wie die o.g. Ängst auch, vor allem auf Unwissenheit.
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