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Habe auch Angst vor dem Tod












Hallo Leute,

wenn ihr friedlich einschlaft, dann braucht ihr keine Angst vor den Tod haben, weil es schmerlos sein wird. Bei anderen Todesursachen kann man den Schmerz nicht verhindern, aber nach dem Sterben sind die Schmerzen vorbei, weil man danach nichts mehr spürt.
Hallo Freunde,
ich bin wie viele hier sehr glücklich dieses Forum gefunden zu haben. Ich bin 28 Jahre alt und seit 6 Monaten prägt mein Leben 24 Stunden am Tag der Tod. In vielen Texten die ich hier gelesen habe konnte ich mich wiedererkennen. Auch ich bekomme sehr oft Panikatacken, Schweißausbrüche, Herzrasen und Herzschmerzen und weine sogar manchmal. Ich kann es auch einfach nicht akzeptieren irgendwann einmal zu sterben, in ein Erdloch vergraben zu werden und dort zu verrotten. Alles vorbei. Ende. Das Leben geht weiter, aber ohne mich dann. Ich frage mich die ganze Zeit, so kurz also? Wenn ich nicht krank werden sollte oder nicht an einem Unfall sterben sollte, lebe ich also bestenfalls 70 vielleicht 80 Jahre und dann wars das? Die Erde dreht sich dann unendlich weiter aber ohne mich. Mein Grabstein und meine Leiche wird auch irgendwann verschwinden und irgendwann wird man sogar vergessen haben das es mich überhaupt einmal gegeben hat. Aber ich habe nicht nur panische Angst vor meinem Tod sondern auch, dass meine Eltern, meine Frau, meine Kinder sterben könnten.
Ich will das verdammt nochmal nicht akzeptieren. Ich bin eigentlich als Moslem geboren, aber ehrlich gesagt halte ich garnichts von Religionen. Ich glaube weder an das Christentum, noch an den Islam und schon garnicht an den Budhismus. Wenn es einen Gott gebe, egal ob man als Christ oder Moslem an ihn glaubt, warum lässt dieser dann soviele Gräueltaten zu? Ne danke, auf so einen Gott verzichte ich. Ich habe eine so liebe kleine Familie aufgebaut mit der ich so glücklich bin. dieses Glücksgefühl wird mir mit dem Tod einfach genommen und ich soll mich dann damit zufrieden geben das ich z.b. als Pflanze wiedergeboren werde oder als Schaf wieder auf die Welt komme und geschlachtet werde?
Als ich das gelesen gebe mit diesen Nahtoderfahrungen, also mit den Tunneln und dem Licht und das man auf die toten Verwandten stoßen würde. da hatte ich zum ersten mal wieder ein bischen Hoffnung. Andererseits sage ich mir, ich bin doch hier zufrieden auf der Welt, ich will nicht irgendwo herumschweben und in einem komischen Zustand sein. Aber das ist ja auch nicht einmal bewiesen. Ich finde auch das alle Staaten auf dieser Welt sich in erster Linie damit beschäftigen sollten, zu erforschen wann und warum der Alterungsprozess in unserem Körper eintritt und wie man diesen eventuell hinauszögern und irgendwann ganz stoppen kann. Wenn man weniger für Kriegsmaterial und anderem ausgeben würde, würde man in diesem Gebiet sicher sehr schnell Fortschritte machen können. Aber auch das tröstet mich nicht, denn so schnell wird man sowas nicht erfinden und bis sowas erfunden wird bin ich sicher schon tot und meine Eltern schon lange .
Trotz allem tat mir das gut zu lesen was ihr hier alles geschrieben habt und das ich nun weiß das ich nicht allein bin mit diesen Ängsten.
Würde mich auch sehr sehr freuen wenn ich in KOntakt mit euch allen bleibe.
Turgay turgay0504@aol.com
aus München
03.06.2006
Hallo Turgay,

Solche Phasen macht jeder einmal durch, wenn er den Tod nicht mehr verdrängt, sondern als etwas sieht, was zwangsläufig mal auf uns zukommt. Die einen verdrängen es dann wieder, die anderen versuchen Zuflucht und Trost in Religionen zu finden und wieder andere finden andere Wege. Du hast das Problem, daß dir die Religionen keine Antworten geben und du das Thema auch nicht verdrängen kannst. Dir bleibt also nur, andere Möglichkeiten zu finden, damit umzugehen.

Bei mir ist das ähnlich, aber ich habe einen Weg gefunden (oder vielmehr umgekehrt: Er hat mich gefunden. ).

> Ich kann es auch einfach nicht akzeptieren irgendwann einmal zu
> sterben, in ein Erdloch vergraben zu werden und dort zu verrotten.
> Alles vorbei. Ende. Das Leben geht weiter, aber ohne mich dann.

Du bist aber mehr als nur dein Körper. Dein Körper ist nur ein Transportmittel für diese physische Realität, das nötig ist, um das hier alles erfahrbar zu machen. Im Grunde kannst du deinen Körper wie einen Fernsehen sehen: Du brauchst ihn, um die Sendung sehen zu können. Ist er defekt, bist du immer noch da und die Sendung auch - du kannst sie nur nicht mehr sehen. Beim Sterben trennst du dich von deinem physischen Körper und lebst munter weiter, nur eben in der nichtphysischen Realität.

> Ich frage mich die ganze Zeit, so kurz also? Wenn ich nicht krank
> werden sollte oder nicht an einem Unfall sterben sollte, lebe ich also
> bestenfalls 70 vielleicht 80 Jahre und dann wars das?

Ja. Danach würde es auch langweilig werden. Die physische Realität ist eine Art Abenteuerspielplatz, auf den wir für eine begrenzte Zeit gehen, um bestimmte Erfahrungen zu sammeln und vorher festgelegte Ziele zu erreichen. Es macht daher gar keinen Sinn, endlos hier zu bleiben. Stattdessen verlassen wir den Abenteuerspielplatz und wenn wir wollen, kommen wir eben mit neuen Zielen wieder zurück.

> Die Erde dreht sich dann unendlich weiter aber ohne mich.

Unendlich sicher nicht. Irgendwann hat das System seinen Zweck erfüllt und wird nicht mehr benötigt.

> Mein Grabstein und meine Leiche wird auch irgendwann
> verschwinden und irgendwann wird man sogar vergessen haben das
> es mich überhaupt einmal gegeben hat.

Das kann und wird nicht passieren. Wir sind hier im Grunde nur auf Besuch, auf Bildungsurlaub von unserer normalen nichtphysischen Existenz. Alles, was du hier an Erfahrungen sammelst, alle deine Emotionen und Beziehungen gehen nicht verloren, die nimmst du mit. Sie sind nicht Bestandteil deines Körpers, sondern gehören zu dir. Da alle anderen, die du hier kennst, auch nur zu Besuch sind, läuft das darauf hinaus, daß wir uns alle irgendwann wieder draußen treffen. Stell es dir vor wie einen Kinobesuch - wir sind alle im Kino und schauen uns den gleichen Film an. Der eine geht früher raus, der andere später, aber wir treffen uns draußen alle wieder und da wir alle Erfahrungen und Erlebnisse aus dem Film mitgenommen haben, können wir uns zusammensetzen und über den Film klönen.

> Aber ich habe nicht nur panische Angst vor meinem Tod sondern
> auch, dass meine Eltern, meine Frau, meine Kinder sterben könnten.

Das wird irgendwann passieren, aber es ist nichts, wovor man Angst haben muß. Die Verstorbenen gehen ja nur nach draußen, um beim Bild zu bleiben. Das Problem dabei ist der persönliche Verlust, mit dem wir fertig werden müssen. Da ist plötzlich eine Lücke, die vorher jemand ausgefüllt hat. Aber wenn man weiß, daß es den Verstorbenen gut geht, läßt sich das sehr viel leichter verarbeiten.

> Ich will das verdammt nochmal nicht akzeptieren.

Verständlich, aber so funktioniert das System hier. Du hast dich aus freien Stücken für den Besuch hier entschieden, auch wenn du dich daran im Moment nicht mehr erinnern kannst. Im Grunde bist du wie jemand, der in einem guten Kinofilm sitzt, von dem er völlig eingenommen ist und der während des Films langsam merkt, daß der Film irgendwann fertig sein wird. Wir im Kino hast du auch hier keine Möglichkeit, etwas daran zu ändern, aber wenn du weißt, daß das Ende des Films nicht das Ende deiner Existenz ist, kannst du dich im Grunde entspannt zurücklehnen und den Film weiter genießen.

> Ich bin eigentlich als Moslem geboren, aber ehrlich gesagt halte
> ich garnichts von Religionen.

Gratuliere, du bist aufgewacht. Irgendwann merken wir alle, daß Religionen uns nur vorgefertigte Denkmuster liefern, die uns vor allem daran hindern, selbst zu denken. Wie es Deschner mal so schön ausdrückte: "Religionen sind Fertighäuser für arme Seelen".

> Wenn es einen Gott gebe, egal ob man als Christ oder Moslem
> an ihn glaubt, warum lässt dieser dann soviele Gräueltaten zu?

Religionen haben aber mit Gott nichts zu tun, das sind zwei getrennte Dinge. Das, was gemeinhin Gott genannt wird, existiert durchaus, aber es ist sicher nicht das, was die Religionen üblicherweise daraus machen. Letztendlich sind wir alle Teile von einem großen Ganzen, das man als Gott bezeichnen könnte - das merken wir aber erst nach dem Tod, denn die Erde wurde bewußt so angelegt, daß wir sie isoliert als Individuum erfahren können. Das macht sie als Lernsystem auch so wertvoll.

Um beim Bild zu bleiben: Gott ist vielleicht Besitzer des Abenteuerspielplatzes, aber er schreibt nicht vor, welche Erfahrungen wir darin machen können und sollen. Wenn wir uns gegenseitig mit einer Latte verdreschen, dann ist auch das eine Erfahrung, die uns weiterbringt - wenn auch eine unschöne. Aber an denen lernen wir am schnellsten. Und nur darum geht es. Die Gräueltaten sind so gesehen Programm und da uns im Grunde nichts passieren kann, außer daß wir aus dem Spielplatz rausfliegen und draußen warten müssen, gibt es auch keinen Grund, das System zu ändern. Tatsächlich sind die unschönen Erlebnisse Absicht, denn eins der Ziele, die wir haben, ist Liebe in allen Varianten zu erfahren und zu geben. Das lernen wir am ehesten und schnellsten durch unangenehme Erfahrungen. Die Gräueltaten gehören also zum Programm.

> Ich habe eine so liebe kleine Familie aufgebaut mit der ich
> so glücklich bin. dieses Glücksgefühl wird mir mit dem Tod
> einfach genommen

Nein, das nimmst du mit, genauso wie du es auch aus vergangenen Leben immer mitgenommen hast. Vermutlich hast du mit den Mitgliedern deiner Familie auch schon unterschiedliche Leben in verschiedensten Konstellationen gelebt - man trifft sich immer wieder und plant immer neue Leben.

> und ich soll mich dann damit zufrieden geben das ich z.b. als
> Pflanze wiedergeboren werde oder als Schaf wieder auf die Welt
> komme und geschlachtet werde?

Beides ist nach meinen Erfahrungen nicht möglich.

> Als ich das gelesen gebe mit diesen Nahtoderfahrungen, also
> mit den Tunneln und dem Licht und das man auf die toten
> Verwandten stoßen würde. da hatte ich zum ersten mal wieder
> ein bischen Hoffnung.

So hat es bei mir auch angefangen. Nur daß das, was danach kommt, weit mehr ist, als diese Nahtoderfahrungen, die ja immer nur den Übergang beschreiben aber nicht wie es danach weitergeht. Die Nahtoderlebnisse sind wie die Berichte von Leuten, die aus dem Kino gehen wollten, schon die Tür geöffnet hatten und es sich dann doch anders überlegt hatten. Noch völlig gefangen vom dem Film berichten sie, daß es da eine Tür gibt und dahinter ein helles Licht.

> Andererseits sage ich mir, ich bin doch hier zufrieden auf der
> Welt, ich will nicht irgendwo herumschweben und in einem
> komischen Zustand sein.

Doch, willst du. Aber solange wir hier sind, sind wir so gefangen von der physichen Realität, daß wir uns gar nicht vorstellen können, daß das hier aus einer anderen Perspektive nicht wirklich real ist.

> Aber das ist ja auch nicht einmal bewiesen.

Das kann man sich selbst durchaus beweisen. Die Wissenschaft tut sich damit naturgemäß sehr schwer, weil das nichts meßbares ist. Aber die Quantenphysik zeigt schon recht deutlich, daß unsere Realität nicht unbedingt das ist, was sie zu sein scheint.

> Ich finde auch das alle Staaten auf dieser Welt sich in erster Linie
> damit beschäftigen sollten, zu erforschen wann und warum der
> Alterungsprozess in unserem Körper eintritt und wie man
> diesen eventuell hinauszögern und irgendwann ganz stoppen kann.

Und dann? Wie lange würde es dauern, bis dir das Leben hier zum Hals heraushängt und du dich vor Langeweile nach dem Tod sehnst?

Viel wichtiger wäre mehr Geld für die Information der Bevölkerung über Krankheitsursachen auszugeben, denn das Problem ist ja nicht der Tod, sondern die Tatsache, daß wir rund ein Drittel unseres Lebens mit Krankheiten und deren Behandlung verbringen. Demnächst werden es fünfzig Prozent sein, Tendenz steigend.
Hallo, bin froh, dass es echt menschen gibt, denen es wohl so geht wie mir! Der Gedanke, dass ich oder meine Lieben sterben müssen, macht mich fast verrückt! Schon nach der Geburt meiner Tochter vor 4 Jahren hatte ich mal so eine Phase! Jetzt nach der Geburt meines Sohnes fängt das ganze schon wieder an! Die Tatsache, dass wir alle mal sterben müssen und nicht wissen, wann es soweit ist, macht mich fertig. Den ganzen Tag denke ich an nicht anderes mehr! Jetzt mussten wir auch noch vor zwei Tagen unseren Hund einschläfern lassen und das hat mir wieder deutlich gemacht, wie vergänglich unser Leben ist! Morgens hat er noch gelebt und Abends haben wir ihn scon beerdigt und jetzt ist er einfach nicht mehr da! Und so wird es mit mir auch mal sein, man ist einfach nicht mehr da und das Leben geht für die anderen doch weiter! Habe keine Angst vorm Tod sondern vorm Verlust meines Lebens und meiner Lieben! Habe auch Angst davor, was ich vielleicht noch alles für schlimme Schicksalsschläge erleiden muss, denn man weiss ja nicht, was das Schicksal mit einem vor hat! Wie gesagt, mich macht die Tatsache fertig, dass wir alle irgendwann sterben müssen und nicht gefragt werden, ob wir wollen! Ich bin 32 und habe Angst davor, jung sterben zu müssen! Noch schlimmer ist für mich der Gedanke, meinen Kindern würde was passieren! Wünsche mir, mit meinem Mann und meinen Kindern noch die Goldene Hochzeit feiern zu können! Jetzt wäre ich froh, wenn ich mal einen Tag verbringen könnte, ohne daran denken zu müssen, dass es der letzte sein könnte! Denn das zieht einen so nach unten und raubt richtig Lebensqualität! Vielleicht kann mir jemand von euch ein bisschen helfen und Mut machen! Alleine die Beiträge zu lesen, hat mir schon ein wenig geholfen! LG Melanie
>> Wenn es einen Gott gebe, egal ob man als Christ oder Moslem
> an ihn glaubt, warum lässt dieser dann soviele Gräueltaten zu?
ICh glaube darüber finden wir keine Erklärung, aber würdet ihr nicht eure Kinder mal an einer Herdplatte die Finger verbrennen lassen, damit es das nie wieder tut?
Vielleicht ist es genauso, vielleicht ist es einfach so, dass Gott uns aus unseren Fehlern lernen lassen will, und vielleicht deswegen weil er weiß dass alle Opfer zu ihm kommen und bei ihm in sicherheit sind.
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