Die Goldene Regel in allen Religionen


@Mara-Devi

Zitat:
Dann hätte Jesus sich nicht ständig mit den Pharisäern und Schriftgelehrten auseinandersetzen müssen.


Und wieso bitte nicht? Es war ja keineswegs die Mehrheitsmeinung.

Zitat:
Er hat ja eigentlich die vielen Untergebote, die die Schriftgelehrten aus den 10 Geboten inzwischen abgeleitet hatten, einfach auf Wesentliches reduziert.


Die Mitzwot sind nicht aus den Zehn Geboten abgeleitet, sondern finden sich im Talmud. Die Zehn Gebote gehören zu den 613 Mitzwot. Die Reduzierung des jüdischen Rechtes (auf welche Art auch immer) auf die Liebe zu Gott und zu den Menschen gab es bei einer Minderheit von Rabbinern schon. In aller Regel bedeutete das aber kein Verlassen des Bodens der Mitzwot sondern eine Begründung dieser.

Zitat:
Auch hat er mit seinen Geschichten gezeigt, dass ganz einfache Menschen und von den Thora-Auslegenden sogar verachtete, bei Gott angenommen sind und ihr Verhalten sogar vorbildlicher, als das der sogenannten Frommen ist.


Jesus betreibt doch selbst immer wieder Midrasch (religiöse Auslegung im Judentum). Er kommt eben nur zu ganz anderen Ergebnissen als der große Teil der klassischen jüdischen Gelehrten kam. Von einer Verachtung der Thora oder ihrer Auslegung kann keine Rede sein. Von was eine Rede sein kann ist eine Liberalisierung auf der einen Seite und eine extreme Verschärfung auf der Anderen.

Mit der Tempel und Priesterkritik ist Jesus übrigens auch nicht der Erste, die findet sich sogar bei orthodoxen Juden seiner Zeit.


Wenn du dich für die ganze Thematik interessierst kann ich dir die Darstellung über den historischen Jesus von Theißen und Merz empfehlen (zwei evangelische, liberale, historisch-kritische Theologen).
Hat nicht Jesus zu den Juden gesagt;" Das wichtig im Gesetzt habt beiseit gelassen ". Oder noch;" Dies Volk ehrt mich mit dem Lippen,doch ihr Herzen ist weit entfernt von mir ! "
Also man sieht hier wie sie doch der Torah verachteten,und lieber der Ehre bei Menschen hatten ?
" Vergeblich dienen sie mir,indem sie Menschen Gebot lehren ! "
" Um eure Überlieferung wille,hebt ihr Gottes Gebot,..."

Das alles in der Bibel zu lesen !

Appetit.
Lieber Appetit,

damit man diskutieren kann wäre es sehr hilfreich, wenn du auch die Verse angeben würdest, welche du hier zitierst.

Das hier:

Zitat:
Dies Volk ehrt mich mit dem Lippen,doch ihr Herzen ist weit entfernt von mir ! "


Damit meinst du wohl Mk 7,6-7:

Zitat:
6 Er aber sprach zu ihnen: Treffend hat Jesaja über euch Heuchler geweissagt, wie geschrieben steht: "Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist weit entfernt von mir. 7 Vergeblich aber verehren sie mich, indem sie als Lehren Menschengebote lehren."


Wie man dort aber bereits erkennt ist das eigentlich kein Ausspruch Jesu, sondern dort sagt der Evangelist Markus, dass Jesus aus dem Buch Jesaja zitiert habe. Nämlich den ersten Teil von Jes 29,13-14:

Zitat:
13 Und der Herr hat gesprochen: Weil dieses Volk mit seinem Mund sich naht und mit seinen Lippen mich ehrt, aber sein Herz fern von mir hält und ihre Furcht vor mir nur angelerntes Menschengebot ist; 14 darum, siehe, will ich weiterhin wunderbar mit diesem Volk handeln, wunderbar und wundersam. Und die Weisheit seiner Weisen wird verloren gehen und der Verstand seiner Verständigen sich verbergen.


Wie wir sehen ist diese Aussage die du hier als durch Jesus neu in die Welt gekommen darstellen willst eigentlich jüdischer Natur und schon weit älter. Auch geht es da nicht gegen das Gesetz, sondern gegen dessen Korrumpierung.


Ich will damit nicht sagen das Jesus nichts neues gelehrt hat oder das sein Kommen nicht notwendig war, doch man sollte es tunlich lassen Jesus Theologie aus dem 20. Jahrhundert in den Mund zu legen. Jesus war weder Katholik, noch Protestant. Vielmehr war er ein apokalyptischer Prediger, der statt einen politischen Umsturz einen ethisch-religiösen beabsichtigte. Seine messianischen Ansprüche verließen den Boden des Judentums an sich nicht, ebenso wie seine Ankündigung des Reiches Gottes. Tatsächlich finden sich bei den Evangelisten sogar nur spärliche Hinweise auf die Universalität Jesu über das Judentum hinaus. (Diese will ich nicht abstreiten.) Um was es mir eigentlich geht: Die Abneigung gegen jegliche religiösen Gebote oder Gesetze ebenso wie die Bedeutungslosigkeit von Taten der protestantischen Theologie sind kaum jesuanisch.

Jesus stand im Konflikt zu dem damals aktuellen jüdischen Religionsrecht der Mehrheit. Er stand jedoch nicht im Konflikt mit dem Judentum oder der Thora selbst. Er hatte eben eine radikal andere Auslegung, verknüpft mit einem radikalen Anspruch: Der Messias zu sein und das Reich Gottes zu verkündigen.


Liebe Grüße,
Tobias
Habe ich behauptet,es sei Jesus Worte,ein Neue Lehre ?
Nein,solltset du nachlesen;" Hat nicht Jesus gesagt..." Und er hat es doch gesagt,oder nicht ? Auch wenn es von einem Propheten,wie Jesaja,geweissagt wurde.
Habe nur so zittiert,weil du so sprach,sie hätten damals das Gesetzt nicht verleugnet,was Jesus klar wiederspricht.
Die eingegebenen Bibel stellen dienen dazu zu erkennen,was damals abging in der beziehung zu Gott und die Torah.

Appetit.
Lieber Appetit,

das war zwar eine Offenbarung von Jesaja, aber in dem Sinne noch keine Prophezeiungen. Jesus sagt ja nicht das es erfüllt ist, Er zitiert es einfach.

Worum es geht: Jesus kritisiert weder die Thora noch das Gesetz selbst. Vielmehr verweist er auf sie, legt sie aus und erfüllt sie. Die protestantische Gesetzesfeindlichkeit findet erst bei Paulus ihren Halt.

Nicht umsonst hatte ja der Römerbrief auf Luther und Barth so einen großen Einfluss, nicht die Evangelien. Calvin der sich eher auf das Alte Testament und die Evangelien stützte setze dagegen eher auf Gebote.


Liebe Grüße,
Tobias
Es ist doch schön, wenn die goldenen Regeln zeigen, dass alle Religionen dasselbe Ziel verfolgen. Es muss eigentlich viel mehr über die Gemeinsamkeit der Religionen herausgefunden werden, vor allem muss man als Mensch dafür offen sein.
AlexandraM

"Es m u s s
eigentlich viel mehr über die Gemeinsamkeit der Religionen herausgefunden werden,
vor allem m u s s
man als Mensch dafür offen sein" !

"Eben an dem kleinen Wörtchen muss, schetert alles..

Weil der Mensch die Freiheit mitbekommen hat und die Fehigkeit Göttliches-die Schöpfung zu erkennen
-dazu gehört auch Erziehung duch Vorbilder, Interesse,
und die Entscheidungsfreiheit.. die Ihm vom Schöpfung her mitgegeben worden ist!
Deshalb kann Zwang-Drohung-Angst..keinen Dauererfolg erzielen.
-nur die Freiwillige Erkenntnis und Liebe ,führen zu dem Ziel und Erkenntniss das viele verschiedene
Arten der Schöpfung gibt..und das alle "richtig" sind ..
@all

"Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!" fehlt mir in der Aufzählung.

Alles Liebe

Erich
_________________
Es leitet mich die reine Liebe, die frei von Ego und frei von Konditionierungen ist!
leuthner

zum Glück ist die Aufzählung unvollkommen-
wie alles..unvolkommen erschaffen worden ist,
so kannst du wie jeder andere e r g ä n z e n d ¨ mit...machen-schreiben., s e in ..
@akasha

Dann muss ich wohl ein glücklicher Mensch sein, weil ich noch etwas zu sagen habe.

Alles Liebe

Erich
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