Bahá'u'lláh


Zitat:
Als Bahá'u'lláh noch ein Kind war, hatte der Wesir, Sein Vater, einen Traum. Bahá'u'lláh erschien ihm, in einem großen, grenzenlosen Meer schwimmend. Sein Leib leuchtete über den Wassern mit einem Glanz, der das Meer erhellte. Um Sein Haupt, das man deutlich über den Wassern sehen konnte, strahlten nach allen Richtungen Seine langen, schwarzen Locken, in reicher Fülle auf den Wogen flutend. In seinem Traum sammelte sich eine Menge von Fischen um ihn her, von denen sich jeder am Ende eines Haares festhielt. Vom Leuchten Seines Antlitzes verzaubert, folgten sie ihm, in welcher Richtung Er auch schwamm. So groß ihre Zahl auch war und so fest sie sich auch immer an Seine Locken hängten, so schien sich doch kein einziges Haar von Seinem Haupt gelöst zu haben, noch geschah ihm selbst das geringste Leid. Frei und uneingeschränkt bewegte Er sich im Wasser, und alle folgten ihm.

Der Wesir war tief beeindruckt von diesem Traum. Er ließ einen weitberühmten Traumdeuter kommen und bat ihn, ihm diesen Traum auszulegen. Dieser Mann, der wie von einer Vorahnung des künftigen Ruhmes von Bahá'u'lláh inspiriert schien, erklärte: »Der grenzenlose Ozean, den du in deinem Traum gesehen hast, o Wesir, ist nichts anderes als die Welt des Seins. Ganz von sich aus und ohne äußere Hilfe wird dein Sohn höchste Macht über sie gewinnen. Was immer ihm beliebt, wird Er ungehindert vollbringen. Keiner wird Seinen Gang aufhalten und niemand wird Seinen Erfolg verhindern. Die Menge der Fische bedeutet die Unruhe, die Er unter den Völkern und Geschlechtern der Erde hervorrufen wird. Um Ihn werden sie sich scharen und ihm werden sie anhängen. In der Gewißheit des unfehlbaren Schutzes des Allmächtigen wird ihm jedoch durch diesen Aufruhr kein Leid geschehen, noch wird Seine Einsamkeit auf dem Meer des Lebens Seine Sicherheit gefährden.«

Man führte hierauf den Traumdeuter zu Bahá'u'lláh. Er betrachtete aufmerksam Sein Angesicht und prüfte sorgsam Seine Züge. Er war hingerissen von Seiner Erscheinung und pries jeden Zug Seines Antlitzes. Jeder Ausdruck in Seinem Angesicht offenbarte seinen Augen ein Zeichen Seiner verborgenen Herrlichkeit. Seine Bewundcrung war so groß, und er pries Bahá'u'lláh so überschwenglich, daß der Wesir von jenem Tag an seinen Sohn noch herzlicher liebgewann. Die Worte, die der Traumdeuter sprach, trugen dazu bei, seine Hoffnungen und sein Vertrauen zu Ihm zu vertiefen. Gleich Jakob war es sein ganzer Wunsch, das Wohl seines geliebten Josef zu sichern und ihn mit seinem liebevollen Schutz zu umgeben.

(Nabil, Shoghi Effendi / Nabils Bericht)

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"Es ist die Sehnsucht Gottes an diesem Tage, alle Menschen als eine Seele und einen Körper zu betrachten" (Bahá'u'lláh)
Merci Yoyo, das ist sehr schön.

Gute Nacht, friend