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Salam!

Also ich werd's mir kritisch ansehen, aber bei solchen Dingen hab' ich meine Zweifel...
Vor Jahren war ich mal dabei, wie eine Fernsehjournalistin eine Doku über ein
buddhistisches Zentrum machte - sehr nett, sie hat sogar ein wenig von der Materie
verstanden - was aber dann tatsächlich im TV gesendet wurde, war nur mehr Verriss,
gesprochen von jemand ganz anderem... Ich fürchte, die sind irgendwie gehalten,
der 'gesunden Volksmeinung' nicht allzu deutlich zu widersprechen...
Hmmm - würde mich interessieren, was Ihr von diesem Film haltet...

Mir schien er gut gemeint und gut gemacht, und teilweise auch recht interessant,
aber einigermaßen oberflächlich - wie soll jemand einen Zugang zu einer 'anderen'
Religion finden, der überhaupt keinen Zugang zu Religion hat? Als Agnostikerin und
Einzelkind aus einer vermögenden, liberalen Familie hätte sie wahrscheinlich in
30 Tagen bei einer kinderreichen erzkatholischen Familie in Bayern recht ähnliche
Erfahrungen gemacht... Manche Aussagen von ihr - wie z.B. dass sie sich nicht
vorstellen könnte, auf Dauer einen Hijab zu tragen, weil sie sich dann nicht mehr
'sexy' fühlen würde - scheinen mir zu zeigen, dass sie nur wenig begriffen hatte,
worum es eigentlich dabei eigentlich geht. Was sie an positiven Erfahrungen
gemacht hat, liegt doch mehr an der Situation in der traditionellen Großfamilie
und weniger am Islam, zu dem sie (schien mir) einen Zugang hatte wie zu etwas
'Exotischem', das man sich 'halt mal ansieht', das aber im Prinzip doch fremd bleibt...

Die Wirkung des Films ist aber doch wohl eher positiv, wenn er das Verständnis
- nicht in der Tiefe, aber das für 'den muslimischen Nachbarn als ganz normalen
Menschen' ein wenig hebt
Liebe Leute,

also, mit "30 Tage als Muslima leben" ist das so eine Sache... Natürlich, die Menschen die eine solche Dokumentation sehen, können schnell erkennen, das Muslime genauso Menschen sind, wie Christen oder Baha`i - aber wer vorurteilsfrei durch`s Leben geht, kann das auch so.

Das Problem ist ein anderes: In den dreissig Tagen kann man die religiösen Vorschriften der Prophet unter Anleitung erfahren, erlernen - die Bedeutung und Tiefe des Islam und des Qur`an kann man in der kurzen Zeit vielleicht fühlen, aber nicht wirklich verstehen.
Lieber Thomas -

kann man das denn in 30 Jahren wirklich
Vom Islam weiß ich' nicht aus eigener Erfahrung, aber die Bedeutung und
Tiefe des Christentums oder des Buddhismus lässt sich auch in dieser Zeit
nicht ausloten...

Aber darum ging's ja auch gar nicht - der Frau war ja von Anfang an klar,
dass sie weder mit dem Islam noch sonst einer Religion viel am Hut hatte -
sie wollte eben nur die Atmosphäre, den gesellschaftlichen Hintergrund
ausleuchten - und das ohne überhaupt einen Sinn für Religion zu haben -
das war's ja genau was ich bemängelt habe...

Liebe Grüße
Hallo zusammen,

vielleicht hat der Eine oder Andere Interesse an dem Interview mit "Steffi", welches nach den 30 Tagen- Muslima erfolgte:

http://www.islam.de/4480.php

Liebe Grüsse
Umay
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