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Hallo zusammen,
mal wieder eine frage:
der sinn meiner meditation ist zu erkennen. erkenne dein ego und beobachte es. ich erkenne mein ego und beobachte es genau, ich erkenne, dass meine gedanken und gefühle alle aus meinem ego stammen und mein verstand sich dort "einklinkt". nur schaffe ich es trotzdem nicht, mich vom verstand und vom ego zu lösen. die theorie ist einfach - die praxis für mich kaum durchführbar. ich erkenne die tricks des egos und des verstandes und dennoch bin ich damit identifiziert. dass das erkennen auch gleichzeitig eine auflösung des selben mitsichbringen soll, habe ich noch nicht erlebt.
mein ego macht mich krank. es schickt mir gedanken, welche ich nicht denken will, denn sie treiben mich in den wahnsinn.
wie kann ich mein selbst stärken um nicht immer wieder in diese fallen des verstandes und des egos hineinzutappen?
majong (die lernende )
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Ihr Lieben,
Zitat von Majong :
| Zitat: |
mein ego macht mich krank. es schickt mir gedanken, welche ich nicht denken will, denn sie treiben mich in den wahnsinn.
wie kann ich mein selbst stärken um nicht immer wieder in diese fallen des verstandes und des egos hineinzutappen? |
Lieber Majong, ich denke es ist das Ergebnis zu einseitiger Meditation. Die Durchschauung woraus letztendlich die Weisheit erwächst, ist eine Disziplin, die sehr wichtig ist. Es gibt jedoch Grundvorraussetzungen, um hierbei nicht in
emotional negative Situationen zu kommen.
Eines dieser Grundvorraussetzungen ist die Tugend. Die Tugend ( Einhaltung von moralisch, ethischen Regeln ) führt zu einer ruhigeren, lieben und Vorwurfsfreien Gemütshaltung. Es verhindert letztendlich, das
man überhaupt in geistig unzufriedene Situationen kommt. Es ist wie Netz eines Akrobaten, der sich sicher sein kann, das Ihm nichts geschieht, auch wenn er Fehler in der Ausführung seines Kunststückes, machen sollte. Die Tugend ( Reinheit des Herzens ) ist auf jedem ( ganz gleich welchem)Weg des Geistigen Aufstrebens, eine unerlässliche Sache.
Da du von Meditation sprichst und auch hinsichtlich der Achtsamkeit schon
Erfahrungen hast, gibt es im Buddhismus 5 zusätzliche Meditationsmethoden,von denen ich dir die ersten drei vortragen möchte. Diese sind je nach Charakterbeschaffenheit und Situation, anzuwenden.
Die erste wäre : die, unheilsame und unerwünschte Gedanken durch heilsame und erwünschte, zu ersetzen.
In der Praxis sehe dies folgendermassen aus : Wenn sich in mir z.B. gegenüber anderen Menschen Gefühle wie Neid oder Missgunst auftun, so stelle ich mir in diesem Moment vor, wie anders z.B. Engelswesen oder andere höhere Wesen, in dieser Situation denken würden. Bei diesen herrscht einträchtiges Wohlwollen und Mitfreude. Da ich ja auch so werden
will, ersetze ich einfach dieses Gefühl und versuche diese zu leben.
Also, wenn du achtsam bist, und merkst, wie negative Gefühle aufkommen, so gewöhne dir an, es ähnlich wie oben beschrieben, anzugehen.
Sollte die Vorstellung des grösseren, edleren Wohles nicht geholfen haben, dann Versuch dir ( 2`tens ) über die üblen Folgen von schlechtem Denken bewusst zu werden. Du musst dir darüber im klaren sein, das diese weder dir, noch einem anderem etwas gutes bringen. Somit allen Beteiligten ( dich inklusive ) schlechter machen.
Als Folgen der üblen Gedanken, welches immer ein Vorläufer von entsprechenden Taten ist, kann ich mir vor Augen führen: " Die anderen werden traurig oder gar zornig sein und zu meinen Feinden werden. Meine
( guten ) Freunde werden mich nicht mehr mögen, mich alleine lassen. Statt der Harmonie, Vertrauen und Wohlwollen, säe ich Zwietracht und Disharmonie etc.
Wenn man sich über diese Konsequenzen bewusst wird, braucht es nicht mehr viel , um hierbei erfolgreich zu sein.
Falls auch diese zweite Meditationsform nicht wirken sollte, dann sollte man ( drittens ) Versuchen sich abzulenken. Dabei ist es nicht so wichtig mit Was.
Es kann eine Tätigkeit im Haushalt oder Sport sein. Hauptsache der Geist wird von diesen Üblen Gedanken weggebracht.Wenn du z.B. im Bett liegst, dann solltest du Aufstehen und dich mit etwas anderem beschäftigen.
Es wird bildlich mit einem Menschen verglichen, der die Möglichkeit hat, wenn er etwas nicht sehen will, entweder die Augen zu schliessen, oder einfach wegzublicken.
Wichtig ist jedoch, das man immer zuerst die erste Methode angeht und nur im Falle, das diese nicht wirken sollte, man zur nächsten übergeht.
Denn die ersten beiden Meditationen schlagen 2 Fliegen mit einer Klappe.
Zum einen verhindern sie üble Gedanken ( geist. Abfallen ) und zum Anderen verhelfen sie zu edlerem (geist. Aufstieg ).
Während die dritte Meditationsform lediglich verhindert, das man zu sehr verliert.
Ich wünsche dir alles Gute und verbleibe mit lieben Gedanken
Natha
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Liebe Majong,
| Zitat: |
| wie kann ich mein selbst stärken um nicht immer wieder in diese fallen des verstandes und des egos hineinzutappen? |
hm - wenn Du Dein Selbst stärken und der Falle des Ego entgehen willst - was ist dann
dieses Du Wenn es nicht mit dem Selbst und nicht mit dem Ego identisch ist,
ist es dann etwas Drittes? Das ist die Frage, der ich zuerst mal nachgehen würde...
| Natha hat folgendes geschrieben: |
Eines dieser Grundvorraussetzungen ist die Tugend. Die Tugend
führt zu einer ruhigeren, lieben und Vorwurfsfreien Gemütshaltung. |
möchte ich unbedingt unterschreiben - wenn das noch nötig sein sollte
Die Sache mit dem Verändern der Gedanken mag hilfreich sein - mir persönlich scheint sie
eher ein - vielleicht manchmal notwendiger, aber nichtsdestoweniger ein Umweg - so wie
der dritte Patriarch des Zen sagt (hier):
| Zitat: |
Den Geist mit dem Geist erfassen (wollen),
ist das nicht große Verwirrung?
Irrtum gebiert Ruhe und Unruhe,
Erleuchtung (aber) weder Liebe noch Hass.
Das Eine zerschneiden in zwei Teile
ist Selbstbetrug. |
- wenn die Sache mit dem Ego einmal gelöst ist, sollte der Selbstbetrug eigentlich
weggefallen sein...
Konkret - wenn 'ich' einmal erkannt habe, dass 'ich' vom 'Anderen' letztlich nicht
getrennt bin, wie könnte 'ich' dann negativ zu 'ihm' eingestellt sein?
Mit freundlichem Gruß
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Moin Wu!
Auch wenn das mit dem Thread an sich nicht mehr viel gemein hat möchte ich dich dennoch etwas fragen, was mich doch irgendwie interessiert:
| Zitat: |
Den Geist mit dem Geist erfassen (wollen),
ist das nicht große Verwirrung?
Irrtum gebiert Ruhe und Unruhe,
Erleuchtung (aber) weder Liebe noch Hass.
Das Eine zerschneiden in zwei Teile
ist Selbstbetrug. |
Was soll denn dieses Eine sein (zwischen Liebe und Hass)? Gleichgültigkeit
Liebe Grüße
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Hallo der_ding,
ich kann natürlich nicht mit Sicherheit behaupten dass ich wüsste, was Seng-ts'an
genau damit gemeint hat - aber für mich ist kein konkreter Begriff damit verbunden,
sondern eine allgemeine Aussage: Sobald man anfängt ein Ganzes in verschiedene
Aspekte aufzuteilen und die gesondert zu betrachten, ist damit schon Parteiung -
und damit Einseitigkeit verbunden...
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