den Verstand abschalten - und dennoch mit ihm arbeiten?


Hallo,

erst mal an alle ein liebes hallo. ich bin gaaanz neu hier und beschäftige mich seit einigen tagen erst mit der meditation. eine frage taucht dabei immer wieder auf:

wie kann ich mich auf der einen seite vom verstand "lösen" - sprich gedanken vorbeifliessen lassen, ohne sie zu halten oder die umgebung aus der wahrnehmung herausnehmen etc. und gleichzeitig eine konzentrationsübung machen? nutze ich da nicht den verstand in höchstem masse?

bistimmt wurde dazu hier schon einiges geschrieben, habe aber beim überblättern noch keine antwort gefunden...........oder ich hab sie nicht verstanden

lieben dank für einen tip

majong
Hallo Majong -

eine gute Frage - mein erster Zen-Lehrer sagte, ZaZen (die Meditation des Zen)
sei eigentlich keine Konzentration, sondern eine Dezentration - nicht ein Verbeißen
in eine Sache, sondern ein Erweitern des geistigen Blickwinkels...
Das ist zwar m.E. eine starke Vereinfachung der Sache, aber als schnelle Antwort
mag es von Nutzen sein...
Hallo Wu,

aber auch das "erweitern" geschieht durch meinen verstand........oder nicht? ist es das selbst, was dort blickt? oder ist es der verstand, den ich nutze um zu blicken?
Ihr Lieben,

Majong schrieb:
Zitat:
wie kann ich mich auf der einen seite vom verstand "lösen" - sprich gedanken vorbeifliessen lassen, ohne sie zu halten oder die umgebung aus der wahrnehmung herausnehmen etc. und gleichzeitig eine konzentrationsübung machen? nutze ich da nicht den verstand in höchstem masse


Die beste Methode ( die bei mir gewirkt hat ) ist die Meditation der Atembetrachtung. Du musst zunächst lernen zu verstehen, das Gedanken oder die Wahrnehmung deiner Umgebung nicht Schuld daran sind, dich von der Welt der Sinneseindrücke zu lösen. Es ist das gewohnte geistige
Denkweise, die zu dieser Zerstreutheit führt.

Ich will es nicht unnötig in die Länge ziehen und gebe dir einfach mal den praktischen Tip, wie es bei mir gewirkt hat.
Setz dich einfach zu einer Zeit, in der du, für einige Stunden ( am besten für einen ganzen Tag ) an keine Verpflichtung gebunden bist, hin und versuche folgendes.
Betrachte einfach deinen Atem und versuche deine ganze Konzentration bei ihr zu lassen. Wenn sich Gedanken einstellen, ist es sehr wichtig, diese
nicht negativ anzugehen. Dies führt zu zusätzlichem Konzentrationsverlust. Einfach wieder zurück zu deinem Atem und weiter machen. Beobachte wie dein Atem sich entwickelt ( ob es länger, kürzer, heftiger oder sanfter wird ) . Versuche auch von der Vorstellung, das Du es bist, der atmet, wegzukommen. Es ist der Körper, der Aufgrund von entsprechenden Voraussetzungen atmet. Nicht mehr oder weniger.
Der Rest ergibt sich eigentlich von Selbst.
Sicherlich ist es zu Beginn nicht einfach. Aber wie der Spruch es ja schon andeutet, macht die Übung den Meister.

Mit lieben Gedanken
Natha
_________________
"Es ist gut wenn uns die Zeit, die vergeht,
nicht als etwas erscheint was uns verrinnt,
sondern als etwas daß uns vollendet "
Hallo Majong,
Zitat:
aber auch das "erweitern" geschieht durch meinen verstand........oder nicht? ist es das selbst, was dort blickt? oder ist es der verstand, den ich nutze um zu blicken?

Ja, das ist so - solange Du erweiterst - das 'Erweitern' sollte 'von selbst' kommen -
die Methode die Natha hier angibt ist altbewährt - ich wüsste keine bessere...
Liebe Natha, lieber Wu,

ich versuche das mit der atemübung ständig, nur atme ich so langsam, dass mir die zeit zwischen den atemzügen wie minuten vorkommen. in diese leere schummeln sich dann gedanken. wie kann ich diese leere füllen? mit bildern? ich könnte auch auf meinen atem achten und noch zwischendurch rechenaufgaben lösen. oder ich kann auf meinen atem achten und gleichzeitig hier tippen. ich spüre meinen atem genau, wo der anfängt, wo er hingleitet, seine kühle, wie er ausströmt........aber deshalb sind meine gedanken immer noch mit was anderem beschäftigt. und wenn diese leere zwischen dem atmen da ist, dann versucht der verstand diese direkt auszufüllen.......

gibt es da einen tip?

majong (die atmende)
Liebe Majong -

hm - ich denke da musst Du schon sehr langsam atmen - oder sehr unkonzentriert
beobachten...
Viel kann ich da per 'Ferndiagnose' auch nicht sagen - eine einfachere Form dieser
Übung ist, konzentriert die Atemzüge zu zählen; aber wenn die so langsam sind...

Es gibt Methoden, die 'Affenherde im Kopf' zu beschäftigen, so dass sie Ruhe gibt -
aber damit habe ich mich wenig beschäftigt, weil ich's im Prinzip für einen Umweg
halte und deshalb eher vermieden habe - aber auch das ist eine Sache, die besser
ein 'handfester' Lehrer anpacken sollte als ein 'körperloses Phantom im Internet'

P.S. Ich habe gerade gesehen, dass das 'nicht negativ Angehen' von Gedanken
von Natha kommt - ohne ihm vorgreifen zu wollen würde ich sagen, dass gerade
destruktive Gedanken sicher nicht herzlich willkommen geheißen werden sollten;
Gedanken wachsen im Gehirn, wie das Gras auf der Wiese - und wenn Unkraut
dabei ist, ist das keine Katastrophe; man wird es aber nicht besonders beachten -
und schon gar nicht extra gießen und düngen...

liebe Grüße
Hallo Wu,

gibt es eine meditation, mit der ich lernen kann, anstatt das unkraut die rosen zu betrachten? mein problem ist, dass ich positive gedanken kaum fassen kann, sagen wir mal, mir fallen keine ein. denke ich an schöne dinge, dann habe ich das gefühl, als wenn sie irreal sind, alle negativen gedanken aber halte ich (oder mein verstand) als sehr real. das ist eine angewohnheit. der tip, sich eine schöne blume vorzustellen bringt mich genauso weiter wie die vorstellung eines blauen elefanten. es erscheint mir gradezu widersinnig darüber zu meditieren. meine negativität (die ihren ursprung in meiner angststörung hat) ist so stark, dass manchmal "einfache" schöne bilder nicht ausreichen, um mich abzulenken. hingegen ich ein meister darin bin, das "Unkraut" zu hegen und zu pflegen..........


majong (die gärtnerin)
PS: ich habe mal meine atempausen gezählt: es sind ganze 5 sekunden, in denen ich nicht atme. und die können verdammt lang werden, wenn man nicht geübt ist, in der stille zu verweilen

majong (die atmende)
liebe majong
wie wäre es mit etwas geduld und übung einen 30 kg schweren stein wirst du sicherlich auch nicht so ohne weiteres aufheben können aber wenn du ein paar wochen übst je nach ausgangslage . eine anleitung wäre nicht schlecht wenn du mit der atemmethode nicht weiter kommst
liebe grüsse zaro
mir hat das monotone- om mani padme hum -geholfen also aus vielen gedanken wenige machen und zum schluss gar keinen mehr