meditation - selbstwertgefühl


Hallo,

ich habe eine Frage, mich würde eure Erfahrungen dazu interessieren.

ich stelle fest, seit ich meditiere sinkt mein selbstwertgefühl, ich liebe es zu meditieren und es tut mir unheimlich gut, es ist für mich ein Gefühl wo ich mich gerne befinde. Seit ich meditiere gehe ich auch nicht mehr so in den Ausgang, vieles hat sich positiv geändert! Doch meide ich, mich lange an Orten aufzuhalten wo Alkohol und viel geraucht wird, ich vertrage es nicht mehr! Doch das ist nicht mein Problem.

Ich merke einfach, in der Schule oder auf der Arbeit, wenn ich vor vielen oder ein paar Leuten mich vorstellen oder etwas präsentieren muss, dass ich extrem nervös werde.. Ich habe wirklich probleme ruhig zu bleiben und etwas zu präsentieren.

Das hatte ich früher NIE!!
Dann möchte ich am liebsten im Boden versinken... ich denke es muss etwas mit der meditation zu tun haben.. Oder damit das ich seit ich meditiere anders denke und bin..

Wer hat Erfahrung oder hat soetwas auch schon erlebt oder tips??

Würde mich sehr darüber freuen, dankeeeee!!

LG
Hallo Samayama,

das erstaunt mich jetzt ein wenig; diese Erfahrung kenne ich nicht. Aber es kann sein,
dass Du ein anderen System verwendest, oder auch - wie lange meditierst Du bereits?
Ich könnte mir vorstellen, dass der Abbau von Vorurteilen, der ja häufig mit Meditation
einhergeht, auch [angenehme] Vorurteile über sich selbst abbaut, und so [zumindest
eine Zeitlang] Selbstzweifel begünstigt - wäre evtl. ein denkbarer Mechanismus...

Zitat:
Früher, da ich unerfahren
und noch jünger war als heute,
hatten meine höchste Achtung
andere Leute...

Später traf ich auf der Weide
außer mir noch and're Kälber,
und nun schätz' ich sozusagen
erst mich selber.
[Wilhelm Busch]
Hallo Wu,

mich erstaunt es ja auch, eigentlich sollte doch das gegenteil der fall sein..
aber bei mir ists dev. nicht so..
ich meditiere 2 x täg. seit januar 05.

hmm..

danke & grüsse
Hm ja, es könnte sein dass der o.a. Mechanismus da eine Rolle spielt -
das sollte sich aber, denke ich, mit der Zeit legen...
Sonst fällt mir nicht recht was ein, da ich ja auch weder Dich noch Deine
Methode der Meditation kenne (und da gibt's zwischen Yoga und Zen
doch Unterschiede, soviel ich weiß...)
Hallo Samayama!

Ich hab da so eine Idee was es sein könnte. Durch Meditation, verkleinert sich das Ego - oder besser, es erhält einen anderen Platz im gesamten System. Die Meditation fördert, dass Du Dich Selbst gut wahrnimmst und genau spürst, was gut für Dich ist.

Es könnte von daher sein, dass Du es einfach als ungewohnt empfindest, bei Vorträgen oder Vorstellungen nicht mehr so auf das Hilfsmittel Ego zugreifen zu können. Das kann bestimmt sich betstimmt auch etwas "hilflos" anfühlen - könnte ich mir vorstellen.

Es verunsichert bestimmt - daher geht mit regelmäßiger Meditation auch eine Veränderung im Verhalten bzw. im Ungang mit den Dingen - also eine Veränderung im Aussen einher.

LG Daniela
Hallo Danielle,

danke für deine Antwort..!
Das beruhigt mich ja ein klein bisschen.. Das kann sehr gut sein, mein Ego hat sich im letzten Jahr, vorallem in letzter Zeit extrem geändert.. Vieles hat sich bei mir geändert..
Eigentlich hätte ich überhaupt kein Grund das mein Selbstwertgefühl nicht grad so hoch ist... Aber im moment kann ich da wohl nicht viel ändern.. Lieber bin ich für mich, in der Natur, oder im Göttliche sein, am meditieren..

Mal schauen was in nächster Zeit noch alles abgeht...

Wie habt ihr das den, oder wie könnt ihr mit dem umgehen?

Danke & Alles Liebe!

musste mein Nick ändern... Danke!
Hallo Ihr Lieben,

lieber chill, es ist alles in bester Ordnung. Diese Veränderung die du in dir
wahrnimmst, zeugt von der guten Qualtität deiner Meditation. Es hat nichts mit deinem Selbstwertgefühl zu tun. Diese geistige Veränderungen die du angesprochen hast deuten darauf hin, das du vom charakter her wieder auf dem Rückweg zu Unschuld ( zum göttlichen, Edlen, himmlischen ) bist. Es gibt im Buddhismus zwei sehr hochgeschätzte Charakter-Merkmale, die als Hüter der geistigen ( herzlichen ) Ordnung angesehen werden, weil diese Eigenschaften, je nach Grad ihres Vorhandenseins, die Menschen davor bewahren charakterlich abzufallen. Es sind " Scham " und " Zurückhaltung ".
Es gibt viele Aspekte des Seins, die zeigen, warum diese beiden Eigenschaften so wichtig sind.
Es ist nicht dein Selbstwertgefühl, der sinkt, sondern das Gefühl sich als Jemand im Mittelpunkt ( besonderes ) stehend, nicht wohl zu fühlen. Da sich deine Wertmasstäbe hinsichtlich dessen was gut und schlecht ist mit verändern.
Ich kann es gut nachvollziehen, da es mir zeitweise ähnlich geht. Als Kind hatte ich es noch viel intensiver. Ich war ein ziemlich schüchterner, zurückhaltender, ruhiger, lieber Junge. Mit den Jahren und der Anpassung an die hiesige Gesellschaft, veränderte sich meine Haltung. Ich wurde immer " "Selbsbewusster", redete immer lauter, sagte immer öfters meine Meinung, stand immer öfters im Mittelpunkt und fing an dieses " immer mehr, im Mittelpunkt zu stehen" zu geniessen. Doch eines Tages merkte ich, das mir während dieser Entwicklung etwas abhanden gekommen war. Mein Ego, hatte ganz unmerklich die ganzen guten Eigenschaften wie Zurückhaltung,Respekt,Ruhe, Bescheidenheit und Gestilltheit, überschattet. Ganz unmerklich war ich zu Jemandem geworden, der ich nicht sein wollte. Ich fühlte mich in dieser Rolle nicht wohl und sehnte mich danach, so zu werden, wie ich als Kind war. Die Suche nach einem Weg hierzu, gepaart mit der Suche nach dem Sinn des Lebens, brachte mich auf den Weg der Tugend und Meditation. Und nach vielen Jahren der Übung, freue ich mich immer wieder, über diese liebe, kindliche Unschuld in mir, die sich nach Zeiten der intensiveren Arbeit ( Meditation ) am Herzen, zeigt. Auch ich gehe in diesen Phasen öfters alleine im Wald spazieren und fühle mich wohl, ohne irgendetwas zu missen.
Aber die Tugend ist nur ein Teilaspekt meiner Meditation ist. Ein anderer Aspekt ist die Förderung der Weisheit. Weisheit bedeutet die Sicht über die Dinge zu bekommen, wie sie in letzter Instanz sind. Und dieser Punkt ist es, der dir dann auch die Zusammenhänge zwischen emotionaler Veränderung und Geistige Einsicht, aufzeigt.
Z.B. habe Ich mich als Kind immer geschämt, wenn es nach dem Turnen oder Fussballspielen zum Duschen ging. Deshalb zog ich es vor, lieber Zuhause für mich alleine zu Duschen. Im laufe der Jahre, verflüchtigte sich dieser Scham und ich gewöhnte mich daran. Heute wiederrum, könnte ich ebenfalls nicht mit anderen unter die Dusche gehen, da im Zuge der geistigen Aufhellung , sich die Einstellung zum Körper verändert hat. Im Buddhismus heist es, das die Göttlichen Wesen ( für die Monotheistischen Rel. : Engel ) nur ungern und nur mit zögern sich der Menschenwelt zuwenden. Da für diese , der menschliche Körper vom Geruch ( Schweiss ) und Beschaffenheit ( Grob, Derb ) als abstoßend empfunden wird. Wenn ein Wesen sich in geistiger Hinsicht zum Reineren, Edlerem entwickelt, wird ihm aufgrund des geistigen Wohles, dieser Körperliche Eindruck zunehmend derber und uninteressanter werden. Die Selbstverliebtheit ( Trieb ) hinsichtlich des Körpers schwindet und schafft die Grundlage nicht mehr in einer menschlichen Welt, wiedergeboren zu werden.
Wie du sehen kannst, ist alles in bester Ordnung. Ich würde sagen.... einfach weiter machen.

Mit lieben Gedanken,in geistiger Verbundenheit

Natha
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"Es ist gut wenn uns die Zeit, die vergeht,
nicht als etwas erscheint was uns verrinnt,
sondern als etwas daß uns vollendet "
Lieber Natha,

danke vielmals für deine antwort! Das tut sehr gut zu hören & stimmt mein herz zuversichtlich..

Es tut gut zu hören, da dies für mich sehr neu ist! Früher in der schulzeit war ich einer der anführer, frech und zum teil gemein zu meinen mitschülern.. jetzt, fast 10 jahre später bin ich das puure gegenteil von allem was ich vor 10 jahren war.. ! Vor knapp 3 jahren habe ich mit einer weiterbildung angefangen, die nun noch 2 jahre geht.. gerade in dem letzten jahr hat sich so vieles geändert, ich weiss eigentlich jetzt schon das ich diesen beruf nicht lange machen werde, weil es mich im herzen nicht richtig befriedigt.. aber vor 3 jahren habe ich noch ganz anders gedacht..

und eben neu ist jetzt auch, also seit ca 3 monaten das ich mich scheue mich vorzustellen, geschweige den was vorzutragen, und das ist nicht sehr angenehm in meiner jetztigen lage, weil ich noch so manchen vortrag vor mir habe..

in der freizeit mach ich dann die dinge, die mir besonders gut tun.. natur/sport/meditation/yoga/und sattwische nahrung essen...

ich danke dir nochmals für deine/eure mühe, es tut sehr gut dies zu lesen!

Auch in lieben Gedanken & in geistiger Verbundenheit..

Chill