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Hallo Ihr Lieben,
möchte mich hiermit um die Klärung eines ( meiner Ansicht nach ) weit verbreiteten Missverständnisses, bemühen. Der Unterschied zwischen Erleuchtung und Heiligkeit.
Erleuchtung ist eine geistige Verfassung, die durch bestimmte, oft sehr Tiefgründige (geistige ) Einsichten hervorgerufen wird. Der Umstand, das diese Einsichten sehr anders ( oft Gegensätzlich ) der bis dahin gepflegten ( allgemeinen ) Vorstellungen sind, führt im ersten Moment zu einer großen Ergriffenheit, die mit vielen anderen positiven Gefühlserfahrungen, einhergeht. Es ist oft so, das es jedoch, je nach Lebensverlauf, nicht lange anhält. Für viele Menschen stellt diese Erfahrung einen Wendepunkt in ihrem Leben dar.
Die Erfahrung der Erleuchtung ist eine Sache, die man in allen Religionen und Glaubensrichtungen vorfindet. Obzwar sie alle unterschiedliche Bezeichnungen haben, deuten ihre Beschreibungen darauf hin, das es sich um Ein und Dieselbe Sache handelt. In den Monotheistischen Religionen sind es in erster Linie die Religionsstifter , Mystiker und Weise, die als Vertreter aufzuführen wären.
Wohingegen die Heiligkeit ( nach meiner Auffassung ), etwas ist, das sich grundlegend von den Erleuchteten dadurch abgrenzt, das bei Ihnen die Möglichkeit, von der Welt in irgendeiner Form, beeinflusst zu werden, nicht mehr vorhanden ist ( zeitlich unabhängig ). Heilige ( Geheilte ) haben keine Bestrebungen, Anliegen oder Identifikationen mit den Dingen, die um Sie geschehen. Sind somit untreff - und unbeeinflussbar ( es sind die eigentlichen Coolen Typen der Existenz ). Bei Ihnen fehlt sogar
das Anliegen ( was immer eine Beeinflussung darstellt ) etwas Gutes in der Welt zu erzeugen. Ihre Gegenwart, das sehr von Mitgefühl und Gleichmut geprägt ist und auf Tugendhaftigkeit und Weisheit basiert, ist die beste Art allen Wesen den Weg zu zeigen, um etwas entgültiges zu erreichen.
Bei Ihnen ist auch die Möglichkeit nicht mehr vorhanden, diesem Zustand ( was das höchste und edelste von Wesen erreichbare ist ), jemals verlustigt, zu gehen.
Im Buddhismus und den anderen Monotheistischen Religionen ist es in der heutigen Zeit so, das es z.T. sehr unterschiedliche Auffassung von der Heiligkeit herrscht. In Cylon z.B., besteht die Annahme, das es schon lange keine Heiligen mehr gibt und es sogar aufgrund der aktuellen Situation es ausgeschlossen wird, die Heiligkeit heute jemals erreichen zu können. In Thailand hingegen wird fast jeder Mönch, dem irgendwelche besonderen Fähigkeiten nachgesagt werden, als Heiliger angesehen.
Meine persönliche Meinung tendiert eher zur ersten Auffassung ( das es schon lange keine Heiligen mehr gibt ), wobei ich es nicht ausschliessen kann, das ein Mönch, der sich der Lehre gemäß bemüht, die Möglichkeit besitzt, die Heiligkeit, zu erringen.
Ich kann mir auch nicht vorstellen, das ein in einem Haus lebender, oder in einer Intiution ( z.B. Kirche ) tätiger Mensch, die Möglichkeit hat, diesen Zustand zu erreichen. Für mich ist die Heiligkeit das höchste und schwerste, das ein Wesen erringen kann und somit auch nicht eine Sache, die man mal so nebenher machen kann. Es braucht den ganzen Menschen mit all seinen geistigen Fähigkeiten.
Mit lieben Gedanken
Natha
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Hy Hatha!
Ein tolles Thema, und ich stimme in den meisten Punkten mit Dir überein.
Ich denke jedoch, daß jeder (und ich meine wirklich jeder) Mensch das Potential eines Heiligen in sich trägt. Die Frage ist nur, ob er dieses Potential durch tugendhaftes Handeln, Mitgefühl oder Nächstenliebe verwirklicht.
Es gibt viele Beispiele von Heiligen die Anfangs ein gar nicht so tugendhaftes Leben geführt hatten, durch besondere Erkenntnis oder Eisicht auf den Weg Gottes zurückgekehrt sind.
Siehe z.B. Franz von Asissi
Auch hat es im letzten Jahrhundert einige Menschen gegeben die meiner Auffassung nach das Attribut Heilig verdienen - unabhängig von einer katholische Heiligsprechung
Theresia von Konnersreuth, Pater Pio, Abdul Baha, Paramahansa Yogananda, Mahathma Gandhi, Freré Roger, Mutter Theresa.
Diese besonderen Menschen standen ohne Zweifel in ständigem Kontakt mit der eigenen Göttlichkeit und haben - jeder auf seine besondere Art - dies auch im Leben verwirklicht und tiefe Spuren hinterlassen.
Dabei war bei keinem dieser Menschen die eigene Konfession wichtig, sondern Gottes Plan auf dieser Welt zu verwirklichen zum Wohle der gesamten Menschheit.
| Zitat: |
"Demut bedeutet beharrliches Mühen im Dienst an der Menschheit. Gott ist immer im Dienst."
Mahatma Gandhi |
| Zitat: |
"Wenn Sie einmal die Existenz Gottes annehmen, dann ist die Notwendigkeit des Gebets unbezweifelbar."
Mahatma Gandhi |
Liebe Grüße
Mukunda
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Lieber Natha,
da möchte ich Dir erstmal recht geben - die sog. 'Erleuchtung' (ich verwende dieses Wort höchst ungern, weil es mit so vielen Missverständnissen behaftet ist) hat primär wenig mit Heiligkeit zu tun. Es hat (leider) zu viele Erleuchtete gegeben, die höchst Unheiliges von sich gegeben oder gar getan haben... (Aber auch umgekehrt ) Allerdings ist auch das Wort 'Heilige' gerade im christlichen Westen missverständlich - bezeichnet es doch hier i.A. Menschen, die für ihre Haltung und ihren Lebenswandel von Gott in eine spezielle 'Kategorie' aufgenommen worden sind - und das ist m.E. im Buddhismus nicht der Fall... In diesem Fall schätze ich auch die Haltung der mit Heiligen 'erfahrenen' katholischen Kirche - da muss jemand, bevor er heiliggesprochen wird, erst mal einige Zeit tot sein - deshalb gibt es ja auch Diskussionen, weil viele Anhänger des eben verstorbenen Papstes diesen schon als Heiligen sehen wollen
Ich würde ebenfalls denken, dass irgendeinen Menschen schon zu Lebzeiten als Heiligen zu betrachten verfehlt ist - niemand kann ausschließen, dass er sich ändert... Dazu wäre jetzt ein Text von einem Freund in Japan interessant - der sollte aber in ein paar Tagen auch auf Deutsch im Netz stehen...
Sarva mangalam
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Hallo Ihr Lieben,
denke, ich konnte mich nicht deutlich ausdrücken, welchen Unterschied ich zwischen dem Heiligen aller anderen Religionen und dem
Heiligen im Buddhismus, gemeint habe.
Der Ausschlaggebende Punkt hierfür liegt, in der prinzipiell unterschiedlichen Einstellung, hinsichtlich der Existen schlecht hin. Während die Monotheistischen Glaubensbekenner von etwas ewigem ( ewiges Paradies, ewiges Leben etc.), ausgehen, wird im Buddhismus die Existenz etwas ewigen, sich unveränderndem, ausgeschlossen. Sicherlich hat man auch im Buddhismus aufgrund der Tugend, welches der anderen Religionen ähnelt, die Möglichkeit in eine Himmlische ( Göttliche ) Welt, zu gelangen. Jedoch wird dies wegen ihres vorläufigen Charakters, nicht als ein entgültiger Ausweg angesehen.
Jeder ist ,nachdem das gute Karma aufgebraucht ist (oft nach hunderten millionen von Jahren ), gezwungen, sich im Existenzkreislauf, erneut zu behaupten. Man muss sich erneut um Tugend und Reinheit mühen, um nicht abzufallen ( so wie wir alle es Tag für Tag tun müssen ).
Die 4 edlen Wahrheiten und der edle achtfache Pfad dienen letztendlich nur dem Zwecke, diesen entgültigen Ausweg zu zeigen, wobei die Tugend ( Gebote ) und die ganze Lehre hierbei nur Mittel zum Zweck ist ( s.Gleichniss vom Floss, welches Wu in einem anderen Thread erwähnt hat ), während sie in den anderen Religionen im Mittelpunkt stehen.
Die Mönche, die dieses ( für Buddhisten ) höchste Ziel zu Lebzeiten verwirklicht haben, werden als Heilige bezeichnet. Bildlich wird dies mit einem Menschen verdeutlicht, der den Weg aus dem Wasser auf ein festen Untergrund gefunden hat, während alle anderen ( inkl. den Göttern ( Engel ) und Brahma ( Gott)), noch darin verweilen.
Von einem Heiligen im Buddhismus heist es dann, das er das Ziel erreicht und es für Ihn nichts mehr zu Tun gibt, wohingegen man dies ( aus der buddhistischer Perspektive gesehen ), von einem Heiligen aller anderen Glaubensauffassungen, nicht behaupten kann. Diese hätten dann lediglich das Gute verwirklicht, um sich für eine bestimmte Zeit, auf der Sonnenseite der Existenz aufhalten zu dürfen.
Man könnte sich das ganze auch, sinnbildlich, mit einer Autobahn vergleichen. Während die Laien im Buddhismus und alle anderen die Ausfahrten ( je nach Grad ihrer Reinheit ) nehmen, sind Heilige die Wesen, die alle Ausfahrten gemieden und bis ans Ziel, weitergefahren sind.
Mit lieben Gedanken
Natha
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Hallo Natha,
danke für die Klarstellung des Begriffs, der ich nichts hinzuzufügen habe.
Auch Deine Sichtweise von Gott/Brahma wird dadurch klarer. Mit dem
'Heiligen' ist der Arhat gemeint - oder bereits der Strom-Eingetretene?
Sarva mangalam
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