Beratung - miteinander reden


Interessant, ein aufziehender Konflikt in einem Gespräch über den Umgang mit Konflikten...

Das ist wenigstens praxisnah.

LG
linde hat folgendes geschrieben:

Ja, das ist genau der Zustand in dem wir uns noch befinden. Doch wir müssen Besseres anstreben. Dass das nicht einfach ist, ist klar. Doch wir müssen/dürfen diesen Weg gehen.

Beratung in Bahai-Kremien sieht so aus, dass nicht Machtverhältnisse im Fordergrund stehen, sondern das gemeinsame Ziel die beste Lösung heraus zu finden. Da stehen wir alle noch am Anfang und es gibt noch viel zu tun.


Hier brauchen nicht mal Machtverhältnisse am Werke zu sein, da genügt bereits unterschiedliche Gewichtung des Wortes, die Gründe hierfür können enorm vielfältig sein. Exakt so vielfältig wie sich "das beste" verstehen lässt/gesehen wird in Bezug auf eine "beste" Lösung.

Wenn dann der Glaube (in Bezug auf das Beste) ins Spiel kommt, ich meine die Glaubensmodelle welche sich nicht nur nicht belegen lassen sondern auch von "andersgläubigen" vehement abgelehnt werden, so wird es gefährlich.


Auch ist es so dass einflussreiche Interessenkreise es zur Wissenschaft gebracht haben jede Politik und Strömungen zu unterlaufen/lenken welche eines Tages relevant werden könnte. Das funktioniert erfolgreich auf so vielen Eben über polyvalente, filigrane Strategien so das einem schnell schwindelig wird.

Und eine Religion welche aus der Basis heraus sich nicht mit Politik befassen soll und deren obersten Vertreter aus besagter Basis heraus stammen fragt man sich wie weit wissend man mit diesem Erfahrungshorizont zur Politik betreffend (im Sinne seiner Schriften) Einfluss zu nehmen gedenkt.

Ich sehe auf Seiten all der Religionen rein nichts was diesem Interessenkomplex auch nur in geringsten Ansätzen das Wasser reichen könne.

Wissenswertes zur Demokratieform Dr. Prof. R. Mausfeld 1:44h Thema > Die Steuerung des Volkes und Zersetzung sozialer Bewegungen https://www.youtube.com/watch?v=-hItt4cE0Pk
Intressant
Wo siehst Du, Grubi einen Konflikt aufziehen?

Wortgewichtungen finde ich ein super Schlagwort. Unsere Erlebnisse/Erfahrungen und Herkunft spielen eine unglaubliche Rolle.

Zum Thema Politik möchte ich ein lokales Beispiel geben.
Partei X schlägt eine Sitzbank für den Ortskern vor. Y lehnt mit Mehrheit ab. Jahre später: Partei Y schlägt die Sitzbank vor. Es regiert aber X und die stimmt dagegen.
Ein interessanter "Konflikt" und tatsächlich vorgefallen...
Moin

Ach... war vielleicht nur ein Echo auf meinem Radar... ist manchmal zu sensibel kalibriert

LG
Hallo Kisses,

Ein Tipp was Dir vielleicht bei der Konfliktlösung helfen könnte ist:

Siehe Wikipedia – Gewaltfreie Kommunikation

„Die Gewaltfreie Kommunikation (GFK) ist ein Handlungskonzept, das von Marshall B. Rosenberg entwickelt wurde. Es soll Menschen ermöglichen, so miteinander umzugehen, dass der Kommunikationsfluss zu mehr Vertrauen und Freude am Leben führt. GFK kann in diesem Sinne sowohl bei der Kommunikation im Alltag als auch bei der friedlichen Konfliktlösung im persönlichen, beruflichen oder politischen Bereich hilfreich sein. Im Vordergrund steht nicht, andere Menschen zu einem bestimmten Handeln zu bewegen, sondern eine wertschätzende Beziehung zu entwickeln, die mehr Kooperation und gemeinsame Kreativität im Zusammenleben ermöglicht. Manchmal werden auch die Bezeichnungen „Einfühlsame Kommunikation“, „Verbindende Kommunikation“, „Sprache des Herzens“ oder „Giraffensprache“ verwendet.

Eine kurze Erläuterung des Konzeptes:

Grundannahmen

Empathie
ist nach Rosenberg eine Grundvoraussetzung gelingender Kommunikation. Er geht davon aus, dass die Form, in der Menschen miteinander kommunizieren, einen entscheidenden Einfluss darauf hat, ob sie Empathie für ihr Gegenüber entwickeln und ihre

Bedürfnisse
erfüllen können. Außerdem nimmt er an, dass Menschen unter freien Bedingungen die empathische Verbindung zum Mitmenschen suchen. Die GFK soll helfen, sich ehrlich und klar auszudrücken und empathisch zuzuhören. Sie ist auf die Bedürfnisse und

Gefühle
gerichtet, die hinter Handlungen und Konflikten stehen. Sie ist weniger als eine Kommunikations-Technik zu betrachten, sondern mehr als eine Bewusstwerdung über Möglichkeiten des empathischen Kontaktes. Dabei ist es prinzipiell nicht nötig, dass beide Kommunikationspartner GFK anwenden – auch wenn es, gerade für Anfänger oder in privaten menschlichen Beziehungen, sehr hilfreich ist, wenn beide wissen, wie viel Potenzial in der einfühlsamen Verbindung steckt. In der GFK ist die Empathie unter zwei Gesichtspunkten bedeutsam. Neben der Einfühlung in eine andere Person ist auch die Selbstempathie wichtig, um Klarheit in einer Situation zu erhalten und damit zu ermöglichen, Strategien zu finden, die der Bedürfniserfüllung auf allen Seiten dienen.
Rosenberg nimmt an, dass jeder Mensch gern bereit sei, etwas für einen anderen Menschen zu tun, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind (z. B. die Anfrage als Bitte formuliert ist und nicht als Forderung, er nicht den Eindruck hat, dadurch eine Pflicht abzuarbeiten oder den anderen in eine Pflicht zu setzen und so weiter). Dieses Menschenbild geht auf die der humanistischen Psychologie entlehnte Haltung zurück, in einer schädigenden Aktion eines Individuums nicht den Ausdruck des inneren Wesens zu sehen, sondern die „fehlgeleitete“ Strategie eines eigentlich lebensdienlichen Impulses. Rosenberg bezieht sich besonders auf Carl Rogers. So nennt Rosenberg jede Form von Gewalt einen tragischen Ausdruck eines unerfüllten Bedürfnisses.
.……………….
……………….. etc. „

Übungsgruppen siehe: https://www.gewaltfrei.de/gk802/ugruppen.php

Wünsche Dir viel Erfolg.
Liebe Grüße
Karin
Meine Kalibrierung ist durchaus auch sensibel eingestellt. Potential ist da

Mit GFK werde ich mich mal beschäftigen - das klingt echt gut.

Der Haken ist natürlich die Empathie des Gegenübers. Wir redeten zuvor schon von Respekt.
Genau das habe ich wiederholt in den extremen Konflikten vermisst. Das Gegenüber bezeichnet sich als "impulsiv".
Ich bin von kleinauf gewohnt, dass ich in Gesichtern lese.
Die krassesten "Konflikte" sind vollkommen aus heiterem Himmel, unberechenbar und ich möchte es auch als verhältnislos bezeichnen, was mir entgegenschmettert.

Aber genau das führt mich zu der Annahme, dass ich mich ändern muss.

Ich lese gerade in einer Zeitschrift.
Trump warf wohl Obama vor, er sei kein Patriot.
Obama entgegnete "Für mich ich Patriotismus, dass man sich füreinander einsetzt".

Das finde ich eine schöne Antwort - sachlich, friedlich, konsequent.
Den Vorwurf finde ich sehr bedenkenswert und ähnlich einigen meiner Situationen. Man soll so sein, wie der Andere, da man sonst falsch ist. Er ist das Maß der Dinge. Es gibt nur ein "richtig", aber es widerspricht meinem Verstand. Nebenbei - wie oben erwähnt ist das "richtig" nicht mal abschätzbar. Ich will das aber auch gar nicht erfüllen.

Was mich am meisten stört ist eigentlich, dass mein Gegenüber keine Rücksicht auf das Umfeld nimmt. Da stehen Kinder und/oder mein Schatz dabei. Es entwickeln sich Loyalitäten und Loyalitätskonflikte. Da ist dann meine Empathie, die mich noch für das Umfeld stellvertretend weinen lässt.
Wahrscheinlich ist das auch mein Dilemma - ich möchte dem Umfeld nicht auch noch bedrückende Taten zumuten.
Hallo,

heute in der Wartezeit auf dem Zahnarztstuhl habe ich etwas gelesen, das mir sehr wichtig ist.
Es geht in dem Kapitel um 'bewusste Entscheidungen'.
"Umso wichtiger ist aber die neue Erkenntnis, dass wir unsere Gedanken, unsere Gefühle, unser Reagieren und agieren selbst entscheiden. Davon wollen auch heute noch die meisten nichts wissen, weil sie in diesem Fall für all ihr Tun verantwortlich wären."
(Erika Blumenthal, Zur geistigen Wandlung des Einzelnen)

Na dann werde ich mal die Verantwortung für mich übernehmen *grins* und ja, auch der "impulsive Mensch", der mir ab und zu begegnet darf gesagt bekommen, dass er etwas ändern kann - wenn er will :o) Aber bei mir fängt es an - glasklar!

Das Buch ist genau passend. Irgendwie dachte ich bis jetzt, dass ich meine Gedanken ändern kann, aber an Gefühlen bin ich wohl vorbei geschliddert.
Hallo Kisses,
Toll. Freue mich für Dich.
Ist ja schon irre wie oft man hört, dass einem im richigen Augenblick ein Buch, Zeitungsartikel, Spruch etc. über 'den Weg läuft' das einem weiterhilft.
Sei gegrüßt
Karin
Hallo Kisses, Gratulation, dass Du auf dieses Buch gestoßen bist. Hab es auch schon gelesen und kann es nur empfehlen.

Schon vor über 40 Jahren habe ich das erste mal ein Buch von Erik Blumenthal gelesen und seitdem alles was er geschrieben hat.

Das 2. das ich damals las war >Verstehen und verstanden werden<
Die neue Art des Zusammenlebens.

Das hat mir besonders gut gefallen.

Liebe Grüße Linde

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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh