Baha'u'llah, Medizin und andere Fragen


hallo ziraki,


Zitat:
Jüngstens hast du geschrieben:
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
die Bahai (oder einige Bahai?) schränken den Anthropozentrismus lokal auf Terra ein und gehen von einer weiteren Evolution des Menschen aus.

nachdem ich wiederholt darauf hingewiesen habe, dass eine Entstehung des Menschen nur auf unserem Planeten nicht der Bahai-Ansicht entspricht.
Im gleichen Thread http://www.geistigenahrung.org/ftopic72468-170.html hast du auf meinen Einwand, dass ich das Gesetz bzgl. der Erneuerung von Möbeln anders verstehe, als du, geschrieben:
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Meiner Meinung nach ist das hauptsächlich Wortklauberei


ich glaub, wir mißverstehen uns wieder einmal gründlich.
Die Einschränkung des Antropozentrismus bezog sich nicht darauf, daß die Bahais die Entstehung von Leben auf anderen Planeten verneinen. Das tun sie ja nicht. Sie halten nur hier auf Terra den Antropozentrismus sozusagen als die letzte Stufe, auf der dann endlich die "vernunftbegabte
Seele zum Zuge kommt. Ich halte das für vermessen, da niemand vorhersagen kann, was so alles noch in der Evolution passieren kann und das vor allen Dingen in der Vorausschau auf eine teilweise technisch genetische Steuerung der Evolution.

Wenn ich
alle Möbel nach 19 Jahre erneuern soll, so bedeutet daß, das ich alle Möbel nach 19 Jahren zumindest stark renovieren soll. Auch das ist eine unsinnige Forderung. Sie trifft noch nicht einmal unbedingt für IKEA-Möbel zu.

Zitat:
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Meiner Meinung nach ist das hauptsächlich Wortklauberei


Sehr eindrücklich sind mir auch noch deine Erwiderungen zu Gesetzen des Kitab-i-Aqdas in diesem Thread in Erinnerung: http://www.geistigenahrung.org/ftopic9076-70.html
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Ich lege diese Sätze anders aus als du!

Auf welcher Grundlage legst du denn Sätze anders aus als ich. Sicher nicht indem du den Kontext, der eben nun mal nur in Bahai-Schriften zu sehen ist, beachtest.


Ich habe dir direkt darunter schon eine Antwort geschrieben. Ich kann allerdings nicht erkennen, daß du mit irgendeinem erklärenden Kontext
argumentiert hast. Der einzige Kontext, der mir hier bekannt ist, daß der Bahai Offenbarer viele Rechtsvorschriften als "Kann Vorschriften" aufgeführt hat. Böswillig könnte man behaupten, er war ein sehr guter Politiker.

Zitat:
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Meines Erachtens bleibt ein Hauptvorwurf gegenüber den Bahais bestehen. Trotz ihres Anspruches schaffen sie es nicht, Wissenschaft und Religion konfliktfrei zusammen zu führen (z.B. Evolution, von den neueren
genetischen Möglichkeiten ganz zu schweigen).


Ich verstehe einfach nicht, worin du da einen Widerspruch siehst. Inzwischen habe ich eine ältere Diskussion mit unter anderem dir und dem User Rahyim nachgelesen. Beziehst du dich darauf?

Nur noch zum Teil. In dieser Diskussion wurde von einigen Schreibern behauptet, die Anlage der Seele hätte von der Entstehung des Lebens gradlinig bis zum heutigen Menschen geführt, was aber schon durch die laterale Gentransfer ad absurdum geführt wird. Später wurden diese Behauptungen des Offenbarers auf die rein metaphysische Ebene gehoben, womit sie natürlich jeglicher sachlichen Kritik enthoben ist.

Mein Hauptargument ist, daß ein bisher unwidersprochener Satz der Evolutionstheorie das Nichtvorhandenseins eines Ziels ist. Dies läßt sich mit keiner monotheistischen und wahrscheinlich auch vielen anderen Religionen nicht vereinbaren (am ehesten noch mit den Formen des Buddismus).

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:


Mein Hauptargument ist, daß ein bisher unwidersprochener Satz der Evolutionstheorie das Nichtvorhandenseins eines Ziels ist. Dies läßt sich mit keiner monotheistischen und wahrscheinlich auch vielen anderen Religionen nicht vereinbaren (am ehesten noch mit den Formen des Buddismus).

Pjotr Kala


Und eben dieses Argument erscheint mir längstens nicht so stark, wie du es empfindest.
Wenn du ein bisschen unter den Stichwörtern Feinabstimmung und anthropisches Prinzip nachliest, wird schnell klar dass sich metaphysische Annahmen eben nicht durch naturwissenschaftliche Argumente widerlegen lassen (beweisen auch nicht).
Versteh mich nicht falsch, ich möchte dich jetzt von nichts überzeugen. Ich halte mich selbst für eine Person, der es sehr schwer fällt zu einer eindeutigen Überzeugung zu kommen und habe viel Sympathie für Menschen , die etwas nicht glauben.
Aber nur weil biologische Prozesse eindeutig nicht zielgerichtet sind, sagt das eben nichts über die physikalischen Grundlagen aus, die solche Prozesse ermöglichen und als extrem unwahrscheinlich zu sehen sind.

Eigentlich hätte ich gerne einen Artikel von Florian Freistetter auf scienceblogs.de zum Thema anthropisches Prinzip verlinkt, aber das geht nicht durch den Spamfilter. Mit den angegebenen Stichwörtern solltest du ihn bei Interesse aber schnell finden
Hallo ziraki,
gg 2. Versuch einer Antwort, vieleicht klappts ja diesmal.

Zitat:
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:


Mein Hauptargument ist, daß ein bisher unwidersprochener Satz der Evolutionstheorie das Nichtvorhandenseins eines Ziels ist. Dies läßt sich mit keiner monotheistischen und wahrscheinlich auch vielen anderen Religionen nicht vereinbaren (am ehesten noch mit den Formen des Buddismus).

Pjotr Kala


Und eben dieses Argument erscheint mir längstens nicht so stark, wie du es empfindest.
Wenn du ein bisschen unter den Stichwörtern Feinabstimmung und anthropisches Prinzip nachliest, wird schnell klar dass sich metaphysische Annahmen eben nicht durch naturwissenschaftliche Argumente widerlegen lassen (beweisen auch nicht).


gg, metaphysische Annahmen lassen sich grundsätzlich nicht beweisen. Das Witzige ist nur, daß einige Aussagen in den "heiligen Schriften" erst zu rein metaphysischen Aussagen erklärt wurden, nachdem die Wissenschaft sie als nicht zutreffend erklärt hat (z.B. die Genesis oder das geozentrische Weltbild). Da wurde dann flugs über 1000 Jahre gelehrte Geschichte als nicht mehr relevant betrachtet. Wenn jemand heute Adam und Eva als historische Personen betrachtet, so kann ich ihm das wohl kaum widerlegen. Aber das Verknüpfen von inzwischen bekannten Fakten und die Logik lassen die Wahrscheinlichkeit gegen Null tendieren.

Zitat:
Versteh mich nicht falsch, ich möchte dich jetzt von nichts überzeugen. Ich halte mich selbst für eine Person, der es sehr schwer fällt zu einer eindeutigen Überzeugung zu kommen und habe viel Sympathie für Menschen , die etwas nicht glauben.
Aber nur weil biologische Prozesse eindeutig nicht zielgerichtet sind, sagt das eben nichts über die physikalischen Grundlagen aus, die solche Prozesse ermöglichen und als extrem unwahrscheinlich zu sehen sind.


Ich denke, wir beide wollen durch Argumente überzeugen und keinesfalls den anderen durch eigene nicht belegbare Interpretationen beeinflussen.
Aber dazu gehört auch, daß man die Argumente bis zur Penetranz immer wieder wiederholt, wenn man oder solange man von der Richtigkeit der eigenen Argumente überzeugt ist. Gerade Religionsangehörige neigen dazu, ihnen unbequeme Wahrheiten herunter zu spielen oder sie gar nicht erst bis in den logischen Verstand vordringen zu lassen. (Hier sei als Beispiel nur die Diskussion um die sexuellen Randgruppen genannt).

Wenn man auf die Akzeptanz von wissenschaftlichen Ergebnissen auch für die Religionen fordert, kann man nicht Teile der Evolutionstheorie einfach negieren. Sie besagt schlicht und ergreifend, daß der heutige Mensch auch nur eine Zwischenstufe ist und früher oder später durch Nachfolgemodelle ersetzt wird oder ausstirbt. Das Problem wird noch dadurch verstärkt, daß der Mensch wahrscheinlich in Zukunft große Teile der natürlichen Evolution durch den Eingriff in die Genome aller Pflanzen und Tiere inclusive des Menschen abändert.
Die grundsätzlichen physikalischen Grundlagen dieses Universums können heute zwar nur näherungsweise durch Modelle beschrieben werden und sind lückenhaft und werden wahrscheinlich immer irgendwelche Lücken aufweisen.
Allerdings kann ich nicht erkennen, daß irgendein physikalisches Gesetz oder ein Modell einen Hinweis darauf gibt, daß ein "Gott" so wie er in den meisten Religionen beschrieben wird" erforderlich zur Erklärung des Universums ist. Die ganze Entwicklungsgeschichte des Universums macht ihn meines Erachtens sogar extrem unwahrscheinlich. Er ist ein Konstrukt der Religionen.
Von Florian Freistetter kenne ich die meisten Blogs. Eigentlich habe ich noch nie irgendetwas von ihm gelesen, dem ich nicht zustimmen würde.

Pjotr Kala
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In weiten Teilen stimme ich zu. Anzumerken hätte ich folgendes:

Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Sie besagt schlicht und ergreifend, daß der heutige Mensch auch nur eine Zwischenstufe ist und früher oder später durch Nachfolgemodelle ersetzt wird oder ausstirbt. Das Problem wird noch dadurch verstärkt, daß der Mensch wahrscheinlich in Zukunft große Teile der natürlichen Evolution durch den Eingriff in die Genome aller Pflanzen und Tiere inclusive des Menschen abändert.


Das Problem das Du beschreibst weist darauf hin das wir an der Spitze der Evolution angekommen sind. Und zwar weil wir derweil befähigt wurden die Evolution selbst in die Hand zu nehmen. Und das nicht für kommende Generationen sondern an jedem bereits lebenden Menschen. Dafür muss man sich nur auf diesem Gebiet best möglichst informieren. Natürlich wollen diese Möglichkeiten vor allem Angehörige der Religionen nicht nutzen und sie werden ja auch gerne auf ihrem Level stehen bleiben dürfen.
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Hallo FriededemLand,

die meisten Religionsangehörigen beschäftigen sich nicht mit diesen Aufgaben, weil sie damit Teile ihres fixierten Glaubeninhalts aufgeben müßten.
Also werden sich zunächst einmal Humanisten und Ethikkomissionen mit den
damit verbundenen neuen Wertevorstellungen beschäftigen (und die "Moraltheologen" wundern sich dann, daß der Inhalt ihrer Lehre kaum noch neue Anhänger begeistern kann).

Pjotr Kala
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Mich "begeistern" weder Moraltheologen noch Leute, die am Genom bzw. den Genomen herumfummeln.
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:

gg, metaphysische Annahmen lassen sich grundsätzlich nicht beweisen. Das Witzige ist nur, daß einige Aussagen in den "heiligen Schriften" erst zu rein metaphysischen Aussagen erklärt wurden, nachdem die Wissenschaft sie als nicht zutreffend erklärt hat (z.B. die Genesis oder das geozentrische Weltbild). Da wurde dann flugs über 1000 Jahre gelehrte Geschichte als nicht mehr relevant betrachtet. Wenn jemand heute Adam und Eva als historische Personen betrachtet, so kann ich ihm das wohl kaum widerlegen. Aber das Verknüpfen von inzwischen bekannten Fakten und die Logik lassen die Wahrscheinlichkeit gegen Null tendieren.



Nur dass das hier eben niemand tut. Natürlich haben Menschen eben irgendetwas geglaubt, solange nicht erforscht war, wie es zur Entstehung des Lebens kam. Die Alternativen waren eben nicht ein wissenschaftliches Weltbild oder wörtlich das zu glauben, was in der Bibel steht. Sondern die Auswahl, wenn überhaupt vorhanden, war auf unterschiedliche Mythen beschränkt.
Schon Laura Clifford Barney zitiert Abdul-Baha in Beantwortete Fragen:
Laura Clifford Barney hat folgendes geschrieben:
Wenn wir diese Geschichte nach der äußeren Bedeutung ihrer Worte nehmen, wie es allgemein üblich ist, klingt sie höchst seltsam. Der Verstand kann sie nicht annehmen, bestätigen oder sich vorstellen; denn solche Geschehnisse, Einzelheiten, Gespräche und Vorwürfe stehen vernünftigen Menschen fern, um wieviel mehr Gott, Der dieses unendliche Weltall in der vollkommensten Gestalt und seine unzähligen Bewohner mit unübertrefflicher Ordnung, Kraft und Vollendung eingerichtet hat.

Wir müssen überlegen: Wenn die wörtliche Bedeutung dieser Geschichte einem klugen Menschen zugeschrieben würde, würden zweifellos alle folgerichtig urteilen, daß diese Anordnung, diese Erdichtung nicht von einem intelligenten Wesen herrühren könne. Diese Geschichte von Adam und Eva, die vom Baum der Erkenntnis aßen, und von ihrer Vertreibung aus dem Paradies muß deshalb einfach als Gleichnis verstanden werden. Sie enthält göttliche Geheimnisse und umfassende Bedeutungen und steht wunderbaren Erklärungen offen.



Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Ich denke, wir beide wollen durch Argumente überzeugen und keinesfalls den anderen durch eigene nicht belegbare Interpretationen beeinflussen.
Aber dazu gehört auch, daß man die Argumente bis zur Penetranz immer wieder wiederholt, wenn man oder solange man von der Richtigkeit der eigenen Argumente überzeugt ist.

Das klingt aber bei dir schon oft so, als ob man nur einer Religion angehören kann, wenn man die Evolutionstheorie entweder nicht verstanden hat oder ablehnt. Das entspricht einfach nicht den Tatsachen.

Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Die grundsätzlichen physikalischen Grundlagen dieses Universums können heute zwar nur näherungsweise durch Modelle beschrieben werden und sind lückenhaft und werden wahrscheinlich immer irgendwelche Lücken aufweisen.
Allerdings kann ich nicht erkennen, daß irgendein physikalisches Gesetz oder ein Modell einen Hinweis darauf gibt, daß ein "Gott" so wie er in den meisten Religionen beschrieben wird" erforderlich zur Erklärung des Universums ist. Die ganze Entwicklungsgeschichte des Universums macht ihn meines Erachtens sogar extrem unwahrscheinlich. Er ist ein Konstrukt der Religionen.
Von Florian Freistetter kenne ich die meisten Blogs. Eigentlich habe ich noch nie irgendetwas von ihm gelesen, dem ich nicht zustimmen würde.


Mir ging es jetzt aber nicht darum, ob die Blogs von Florian Freistetter gut findest, obwohl ich da deiner Meinung bin.
Es geht mir speziell um die Themen anthropisches Prinzip und Feinabstimmung.
Die Gesetzmäßigkeiten des Universums sind wohl so angelegt, dass Leben, auch menschenähnliches Leben, entstehen muss.
Dafür spielt es keine Rolle, wie die Entwicklung auf einem einzelnen Planeten, zB unserem, stattfand und ob das auch hätte anders verlaufen können.
Wenn nun alles darauf hindeutet, dass eine Art von intelligentem und selbstreflektierendem Leben entstehen muss, spricht nichts dagegen, davon auszugehen, dass das gewollt ist.

Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
die meisten Religionsangehörigen beschäftigen sich nicht mit diesen Aufgaben, weil sie damit Teile ihres fixierten Glaubeninhalts aufgeben müßten.
Also werden sich zunächst einmal Humanisten und Ethikkomissionen mit den
damit verbundenen neuen Wertevorstellungen beschäftigen (und die "Moraltheologen" wundern sich dann, daß der Inhalt ihrer Lehre kaum noch neue Anhänger begeistern kann).


Na ja, das behauptest du jetzt mal so. Ich behaupte, dass sich die Baha'i Religion ganz intensiv mit der Ethik im Anthropozän auseinandersetzt.
Viele Zitate, die hier immer wieder gepostet werden, sagen aus, dass wir nicht mehr regional oder national begrenzt denken können und dass Religion allein keine Lösung ist, sondern zu Falschannahmen führt, wenn sie nicht mit der Wissenschaft übereinstimmt.
Templer hat folgendes geschrieben:
Mich "begeistern" weder Moraltheologen noch Leute, die am Genom bzw. den Genomen herumfummeln.


Nun, die Moraltheologen wird man auf gewisse Weise noch ignorieren können. Die Genetik, Nanotechnologie sowie Synthetic-Biology wird jedoch in ganz naher Zukunft befähigt masiv auf das Leben -wie wir es kennen- einzuwirken.

Vor der Zweischneidigkeit dieses Schwertes wird bereits aus den eigenen Fachkreisen ausdrücklich gewarnt. Wenn das "Bürgertum" sich auch hier (wie die Religionen) nicht massiv einzumischen gedenkt so werden die Menschen (einjeder welcher nicht in entsprechender Position ist, wie heute schon zu etlichen anderen Problematiken eben auch) mit dem Leben müssen was der Mammon gedenkt mit damit zu tun. So wird das laufen.

Du kannst es Dir nun aussuchen. Aber wer nicht weis oder wissen will [wie viele] welche diversität und grad an Irrwitzigkeit in wahrhaft relativer Kürze möglich wird, dem wird das auch nicht beschäftigen. Wie heißt es doch: "Die Blinden fürchten keine Schlange"
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Hallo ziraki,


Zitat:
Die Alternativen waren eben nicht ein wissenschaftliches Weltbild oder wörtlich das zu glauben, was in der Bibel steht. Sondern die Auswahl, wenn überhaupt vorhanden, war auf unterschiedliche Mythen beschränkt.


Ja, nur daß diese Mythen wortwörtlich geglaubt wurden und sogar heute noch in einigen Sekten geglaubt werden. Und jede monotheistische Religion glaubt heute noch an den Mythos einer für alle Menschen festgelegten sexuellen Identität.


Zitat:
Laura Clifford Barney hat folgendes geschrieben:
Wenn wir diese Geschichte nach der äußeren Bedeutung ihrer Worte nehmen, wie es allgemein üblich ist, klingt sie höchst seltsam. Der Verstand kann sie nicht annehmen, bestätigen oder sich vorstellen; denn solche Geschehnisse, Einzelheiten, Gespräche und Vorwürfe stehen vernünftigen Menschen fern, um wieviel mehr Gott, Der dieses unendliche Weltall in der vollkommensten Gestalt und seine unzähligen Bewohner mit unübertrefflicher Ordnung, Kraft und Vollendung eingerichtet hat.

Wir müssen überlegen: Wenn die wörtliche Bedeutung dieser Geschichte einem klugen Menschen zugeschrieben würde, würden zweifellos alle folgerichtig urteilen, daß diese Anordnung, diese Erdichtung nicht von einem intelligenten Wesen herrühren könne. Diese Geschichte von Adam und Eva, die vom Baum der Erkenntnis aßen, und von ihrer Vertreibung aus dem Paradies muß deshalb einfach als Gleichnis verstanden werden. Sie enthält göttliche Geheimnisse und umfassende Bedeutungen und steht wunderbaren Erklärungen offen.


Entschuldigung, aber das sind bedeutungslose Phrasen!
Sie setzen voraus, daß es einen Gott gibt und im Umkehrschluß wird dann gefolgert, daß damit auch die mythologischen Aussagen einen Sinn haben.
Es sind Sätze, die du in ähnlicher Paraphrasierung in vielen kath. Enzykliken finden kannst (Worte wie "göttliche Geheimnisse, wunderbare Erklärungen, umfassende Bedeutung, vollkommenste Gestalt, unübertreffliche Ordnung usw. Alles Begriffe ohne irgendeinen wirklich faßbaren Inhalt).


Zitat:
Das klingt aber bei dir schon oft so, als ob man nur einer Religion angehören kann, wenn man die Evolutionstheorie entweder nicht verstanden hat oder ablehnt. Das entspricht einfach nicht den Tatsachen.

gg, wie bekommt man doch so oft von Religionsanhängern zu hören?
"Glaube ist mehr als Wissen"!
Das kann auch jeder meines Erachtens für sich selbst entscheiden. Voraussetzung dafür ist aber, daß er die Widersprüche zwischen seiner Religion und der Wissenschaft und Logik nicht einfach unter den Tisch kehrt, sondern sie als Widerspruch akzeptiert und auch anerkennt, daß seine Religion dafür keine Lösung anbietet.

Zitat:
Es geht mir speziell um die Themen anthropisches Prinzip und Feinabstimmung.
Die Gesetzmäßigkeiten des Universums sind wohl so angelegt, dass Leben, auch menschenähnliches Leben, entstehen muss.


Diese Ansicht ist für mich nichts neues. Deswegen bin ich gar nicht auf die
Idee gekommen, daß du das als etwas Besonderes empfindest.
Wenn die Umgebungsvariablen stimmen, werden sich auf anderen Planeten intelligente Lebewesen entwicklen. Und sie werden höchstwahrscheinlich auch menschenähnlich aussehen, da dies den Gebrauch von Werkzeugen doch sehr förderlich ist. Sie könnten sich allerdings auch über weitere Umwege zb. aus Kaltblütern entwickeln, denen dann durch die Evolution ein anderes System der Wärmeerzeugung und der Sauerstoffversorgung zur Verfügung gestellt wird.
Außerdem muß es nicht unbedingt eine Kohlenstoffwelt sein, es könnte sich zB auch eine Welt auf Schwefelbasis entwickeln.

Zitat:
Wenn nun alles darauf hindeutet, dass eine Art von intelligentem und selbstreflektierendem Leben entstehen muss, spricht nichts dagegen, davon auszugehen, dass das gewollt ist.


gg, genau das ist der falsche Schluß! Du gehst hier von einem "Willen" aus, der von Menschen definiert wird. Daß dieser "Wille" ubiquitär gültig ist, geht aus keiner Wissenschaft und keiner Logik hervor.
Nichtsdestotrotz bietet dieses Universum natürlich Massen an Wundern, über die man immer wieder nur staunen kann.

Zitat:
Viele Zitate, die hier immer wieder gepostet werden, sagen aus, dass wir nicht mehr regional oder national begrenzt denken können und dass Religion allein keine Lösung ist, sondern zu Falschannahmen führt, wenn sie nicht mit der Wissenschaft übereinstimmt.


Habe ich jemals dagegen angeschrieben? Die Bahais haben den Vorteil, daß sie viele Fehler der Vorgängerreligionen erkannt und nicht mehr wiederholt haben. Allerdings sind sie in einigen Bereichen eben sehr stark auf arabische Verhältnisse fixiert geblieben und in manchen Bereichen ist ihnen der große Wurf auch nicht gelungen.
Aber was schreibe ich da, wenn selbst für die Durchführung des Grundgesetzes in allen Bereichen schon 70 Jahre gebraucht wurden (gg, und das muß sich nicht mit den unfehlbaren Aussagen eines Offenbarers rumschlagen).

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Hallo Pjotr,

die Aussagen von Abdul-Baha mögen dir wie Phrasen vorkommen. Das will ich jetzt nicht diskutieren. Sie beinhalten aber ganz klar, dass ein wörtliches Verständnis der biblischen Schöpfungsgeschichte auszuschließen ist. Wenn du nun allen Religionsanhängern vorwirfst, dass das aber in der Vergangenheit wörtlich verstanden wurde und vereinzelt auch noch heute von einzelnen Gruppen so verstanden wird, finde ich das genauso undifferenziert und jedem Dialog abträglich, wie wenn ich in jedem Austausch mit dir auf Fehler hinweisen würde, die von Atheisten begangen wurden.
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:

Zitat:
Es geht mir speziell um die Themen anthropisches Prinzip und Feinabstimmung.
Die Gesetzmäßigkeiten des Universums sind wohl so angelegt, dass Leben, auch menschenähnliches Leben, entstehen muss.


Diese Ansicht ist für mich nichts neues. Deswegen bin ich gar nicht auf die
Idee gekommen, daß du das als etwas Besonderes empfindest.

Nicht weil ich das als etwas so Besonderes empfinde, habe ich darauf hingewiesen. Dass die Evolution nicht zielgerichtet ist, ist ja nun auch nicht gerade das Neueste, trotzdem weist du mit großer Regelmäßigkeit darauf hin und bist dir sicher, dass du daraus weltanschaulich gültige Deutungen ableiten kannst.
Ich denke nicht, dass naturwissenschaftliche Forschung einen Glauben an Gott beweisen oder widerlegen kann.

Liebe Grüße!