Religionen/Philosophien/Weltanschauungen - wann gefaehrlich?


Wo habe ich seine Aussagen als "unverstehbar" bezeichnet?
Hallo Minou,
Zitat:
Geistes:

Wir haben schon früher erklärt, daß der Geist des Menschen nicht im Körper ist, weil er von Eintreten und Ausgehen als körperlichen Vorgängen frei und geheiligt ist. Die Verbindung des Geistes mit dem Körper ist wie die der Sonne mit dem Spiegel. Kurz, der menschliche Geist ist in einheitlichem Zustand; er wird weder durch die Krankheit des Körpers krank noch durch dessen Gesundheit geheilt; er wird weder verdorben noch schwach oder elend, weder mager noch leicht oder klein. Das heißt, er wird durch die Schwächen des Körpers nicht beeinträchtigt und zeigt keinerlei Wirkung, auch wenn der Körper schwach wird oder Gehör und Gesicht verliert, oder gar Hände und Füße und Zunge abgenommen werden. Es ist also klar und gewiß, daß der Geist etwas anderes ist als der Körper und daß sein Fortleben von dem des Körpers unabhängig ist; der Geist herrscht im Gegenteil mit größter Erhabenheit über die Welt des Körpers, und seine Macht und sein Einfluß sind wie die Gaben der Sonne im Spiegel sichtbar und offenkundig. Doch wenn der Spiegel staubig wird oder zerbricht, hört er auf, die Strahlen der Sonne zurückzuwerfen.
aus "Beantwortete Fragen"


Das hebt die Seele in den rein metaphysischen Bereich. Wie sollen dann Wechselwirkungen zwischen Leib und Seele zustande kommen?
Meistens kommt dann als Antwort: "Bei Gott ist kein Ding unmöglich".

Betrachtet man diese Welt mit der Logik des Verstandes, herrscht da kein Geist über die Welt des Körpers, und schon gar nicht ist seine Macht und sein Einfluß offenkundig.



Zitat:
Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten


Ich sehe das anders.
Nur wenn du es schaffst, deinen Nächsten wie dich selbst zu lieben, wirst du Zugang zu deinem persönlichen Gott (welcher Vorstellung auch immer)
voll und ganz erhalten.
Und ich gestehe ganz offen, mir ist es noch nicht gelungen, meinen Nächsten voll und ganz zu lieben.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Das hebt die Seele in den rein metaphysischen Bereich. Wie sollen dann Wechselwirkungen zwischen Leib und Seele zustande kommen?
Meistens kommt dann als Antwort: "Bei Gott ist kein Ding unmöglich".


Hallo Pjotr,

Es heißt: Die Seele ist mit dem Körper verbunden wie die Sonne mit dem Spiegel. Ich sehe da schon eine Wechselwirkung zwischen Leib und Seele.

Zitat:
Ich sehe das anders.
Nur wenn du es schaffst, deinen Nächsten wie dich selbst zu lieben, wirst du Zugang zu deinem persönlichen Gott (welcher Vorstellung auch immer)
voll und ganz erhalten.
Und ich gestehe ganz offen, mir ist es noch nicht gelungen, meinen Nächsten voll und ganz zu lieben.


Die beiden Gebote hat übrigens Jesus gegeben.
Ich gebe zu, dass das nicht einfach ist. Baha'u'llah sagt, dass man seine Taten zum Wohle aller Menschen tun soll. Du musst also nicht jeden Einzelnen umarmen , sondern Deine Handlungen auf das Wohl der gesamten Menschheit ausrichten. Es soll uns z.B. nicht egal sein, dass Menschen/Kinder verhungern auf dieser Welt, wir sollten da einen Beitrag leisten, der zur Abhilfe dieses Wahnsinns führt.
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Templer hat folgendes geschrieben:
Wo habe ich seine Aussagen als "unverstehbar" bezeichnet?

Das, muss ich einräumen, hast du so nicht gesagt. Du hast aber immer wieder aufgefordert selbst zu forschen, ob man in sich eine Seele entdecken kann, die unabhängig vom "Körper-Geist" besteht. Dass die Nichtwahrnehmung einer Seele für deren Nichtexistenz spricht, scheint mir im Widerspruch zu stehen mit der Aussage aus Matth. 10;28: Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, und die Seele nicht können töten; fürchtet euch aber vielmehr vor dem, der Leib und Seele verderben kann in der Hölle

Ich frage ja nur, weil du andeutest, dass du Möglichkeiten/Fähigkeiten hast, die biblische Botschaft in einem Ausmaß zu verstehen, die anderen nicht zugänglich ist.
Das ist ein Irrtum. Ich habe weder mehr Möglichkeiten noch mehr Fähigkeiten alsjedeR andere, die Botschaft des Jeschua zu verstehen.
Wenn J. ein Wort verwendet, dessen griechische Übersetzung dem deutschen Wort "Seele" nahekommt, dann wird er wissen, was er tut. Wenn du wissen willst, was er damit gemeint hat, mache dich auf die Forschungsreise in die jüdischen und neutestamentarischen Überlieferungen.
Ich bin weder spiritueller Lehrer noch Missionar.
Ich habe nur darauf hingewiesen, dass hier das Wort "Seele" verwendet wird, ohne dass klar ist, was damit gemeint ist und ebenso unklar, ob alle dasselbe darunter verstehen. JedeR macht sich irgendeinen erfreulichen Reim darauf, der mehr dem Wunsch als der Erfahrung zu entspringen scheint. Ich kann mich täuschen, aber so kommt es mir vor.
"Seele" scheint mir aber jedenfalls etwas zu sein, was viele einfach gerne hätten, warum auch immer, sollen sie sich doch selber fragen. Ich will es niemandem weder absprechen noch ausreden.
Ich empfehle in dieser und allen anderen Themen, sich auf die Suche nach eigenen Erfahrungen zu machen. Nachquatschen, was Jeschua, irgendein Offenbarer oder Profet, spiritueller Lehrer, Buddha oder sonstwer geschrieben oder gesagt hat bzw. haben soll, ist nicht meine Sache.
Templer hat folgendes geschrieben:
Es könnte sein, dass schon allein die Religion bzw. Religionsgründung per se eine gefahr ist, nämlich die Gefahr einer Abgrenzung und des damit implizierten Gewaltpotentials. Jesus (und nicht nur er) hat neben anderen Inhalten die Entgrenzung gelehrt und keine Religion gegründet, auch wenn er in der Folgezeit bis heute als Religionsstifter missverstanden wurde.


Das hat rein gar nichts mit Religion im Besonderen zu tun -- es liegt in der menschlichen Natur, eine Gruppe als "wir" zu definieren und sich nach außen abzugrenzen.

Dazu kann man Religion benutzen, aber auch Nation, Rasse, Geschlecht, Klasse, Herkunft, Abstammung, Sprache, politische Ideologie, etc pp.

Wenn Religion dazu nicht benutzt wird, wird irgendein anderes Unterscheidungsmerkmal benutzt werden. Religion "abzuschaffen" wäre also völlig sinnlos.


Die Frage ist eher, wie kann man dafür sorgen, dass die Identifikation mit einer Gruppe (die Identität) moderat gehalten wird, das heißt nicht so weit getrieben wird, dass man andere Gruppen abwertet?
Wer keine Religion hat, hat schon mal ein Problem weniger.
Templer hat folgendes geschrieben:
Wer keine Religion hat, hat schon mal ein Problem weniger.


Das würden viele verfolgte Minderheiten in den Staaten des ehemaligen Ostblocks, deren "Staatsreligion" der Atheismus war, sicher anders sehen...

Denen hat die Vernichtung der Religion überhaupt nicht geholfen - weder den Juden noch den Krimtataren. Der Unterschied war im Fall der Juden, dass wenigstens einige engagierte Christen eine religiöse Begründung für ihren Widerstand gegen die Vernichtungspolitik der Nazis finden konnten, die Sowjets hingegen haben die Juden auch ohne religiöse Basis als "Führungselite des Kapitalismus" erbittert bekämpft und in Pogromen ermordet.
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"Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da." Sophokles: Antigone, Vers 523
Hallo Sören,

ich glaube nicht, daß Templer hier meint, eine Religion durch eine andere zu ersetzen, auch wenn sie sich dann als "Atheismus" tarnt.

Ihm geht es wohl vorwiegend um die nüchterne Abwägung von Vor- und Nachteilen jedweder Ideologie oder Religion.

Zitat:
Denen hat die Vernichtung der Religion überhaupt nicht geholfen - weder den Juden noch den Krimtataren. Der Unterschied war im Fall der Juden, dass wenigstens einige engagierte Christen eine religiöse Begründung für ihren Widerstand gegen die Vernichtungspolitik der Nazis finden konnten, die Sowjets hingegen haben die Juden auch ohne religiöse Basis als "Führungselite des Kapitalismus" erbittert bekämpft und in Pogromen ermordet.

Judenhass hat es in sehr vielen Staaten oder Kulturen gegeben. Die Ursachen sind vielfältig. Nicht zuletzt war es wohl auch vielfach Neid auf den Besitz bzw die bessere Bildung.
Die Wiederzuulassung der russisch-orthodoxen Religion in Russland hat nicht zu mehr Toleranz und Weitsicht, sondern eher zu Engstirnigkeit, Nationalismus und Intoleranz geführt.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Templer hat folgendes geschrieben:
Wer keine Religion hat, hat schon mal ein Problem weniger.


Gefährlich wird es wohl dann, wenn man von der eigenen Auffassung absolut setzt und dann selbst noch darauf stolz ist und andere Anschauungen oder Dinge abwertet, da man meint das die mangende Hinterfragung eine Stärke sei.