Religionen/Philosophien/Weltanschauungen - wann gefaehrlich?


Nun hat Jeschua aber schon etliches über die Seele gesagt. War das Seelenspekulation? (ich beziehe mich hier auf die biblische Überlieferung, die du wahrscheinlich auch als Quelle nutzt.)
Ich glaube, ich muss dir die Bibelstellen nicht zitieren. Du kennst sie vermutlich.
Hat er sich geirrt, weil das eigentlich belanglos ist?
Wenn du suchst, und eine/deine Seele findest: prima.
Wenn du suchst, und den Ewigen findes: besser.
Wenn du keine Lust hast, zu suchen: ok.
Wovon Jeschua gesprochen hat, wenn in den Evangelien "Seele" steht, ist unbekannt. Wir haben nur eine griechische Übersetzung. Wir können forschen und versuchen, auch wenn wir das griechische Wort in seinen Bedeutungsebenen heranziehen, im Zusammenhang zu erschließen, worum es geht. Wenn J. von etwas spricht, so ist damit nicht immer ein konkretes Ding gemeint, oft ist es nur ein Bild oder ein Gleichnis.
Wenn J. sagt "Ich bin das Licht der Welt", so meint er sicher nicht damit, dass er eine Glühbirne ist.
Eine "Seele" gibt es in dem Sinne, dass es das Wort gibt, die Frage wäre, ob wir auch darauf kommen würden, wenn uns nicht davon erzählt worden wäre und eine gewisse Bedeutung mitgegeben wurde.
Du musst untersuchen, was J. seinen Zuhörern vermittteln wollte, wenn er dieses oder jenes Wort verwendete.
Und vor allem: höre nicht auf das, was ich dir sage.
Hallo Ziraki,

Zitat:
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:

Hast du bedacht, daß ich von metaphysischen Inhalten schrieb? (Die ganze "Seelengeschichte" hält zur Zeit einer logischen und an Fakten orientierten Betrachtung nicht stand, und ich bezweifle, daß das in Zukunft anders sein wird).

Du antwortest:
Ich erinnere mich, dass du an anderer Stelle geschrieben hast, dass sich metaphysische Inhalte der Beweisbarkeit oder Widerlegbarkeit entziehen.

Von Bahai-Seite aus wurde auch bestätigt, dass die Seele nicht erklärbar ist (zur Enttäuschung von Templer).


Da habe ich mich wahrscheinlich doch nicht so deutlich ausgedrückt, wie ich es gemeint habe. Ich versuch es mal mit einem Beispiel:

1. These 1
Gott existiert und das kann bewiesen werden.
Wenn das geschehen würde, wäre Gott ein Gegenstand der Wissenschaft und der physikalischen Gesetzmäßigkeiten und nicht mehr "Gott".
Gott darf also gar nicht beweisbar sein.

2. These 2
Gott existiert nicht.
Hier gibt es schon in dem Versuch einer Beweisführung einen logischen Bruch. Man kann nichts beweisen, was nicht existiert.

Was man allerdings machen kann, ist, zu überprüfen, ob sich einzelne metaphysische Inhalte noch mit bekannten und wissenschaftlich belegbaren Fakten in Übereinstimmung bringen lassen.
Halte ich zB die Evolutionstheorie in ihren Kernaussagen für stimmig, sind etliche metaphysische Aussagen logisch nicht mehr stimmig.
Man kann sich aber nicht aus belegbaren Fakten nur diejenigen heraussuchen, die zur eigenen Religion passen, und die Teile, die nicht passen, einfach übergehen. Da wird Religion dann falsch.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Templer hat folgendes geschrieben:

Wovon Jeschua gesprochen hat, wenn in den Evangelien "Seele" steht, ist unbekannt. Wir haben nur eine griechische Übersetzung. Wir können forschen und versuchen, auch wenn wir das griechische Wort in seinen Bedeutungsebenen heranziehen, im Zusammenhang zu erschließen, worum es geht. Wenn J. von etwas spricht, so ist damit nicht immer ein konkretes Ding gemeint, oft ist es nur ein Bild oder ein Gleichnis.
Wenn J. sagt "Ich bin das Licht der Welt", so meint er sicher nicht damit, dass er eine Glühbirne ist.

Ja schon, allerdings hatte ich bisher nicht den Eindruck, dass sich die Schreiber hier über die Maße, Gewicht oder Aussehen der Seele unterhalten haben.
Und du kannst ihnen eigentlich nicht vorwerfen, dass sie die gleiche Wortwahl wie Jeschua benutzen, wenn du dich gleichzeitig auf ihn beziehst.

Ich kann kein Griechisch, deine Ansichten würde mich interessieren.

Persönlich denke ich, dass mit Seele eine prozesshafte Entwicklung gemeint ist, die beeinflussbar ist und über den körperlichen Tod hinausgeht.
Hallo ziraki,

Zitat:
Persönlich denke ich, dass mit Seele eine prozesshafte Entwicklung gemeint ist, die beeinflussbar ist und über den körperlichen Tod hinausgeht.


Nichts an Fakten spricht für einen solchen Prozeß. Wenn es ihn gäbe, wäre es eine maßlose Ungerechtigkeit denen gegenüber, die in frühem Kindesalter, durch Unfalltod, retrograde Amnesie, Demenz, Alzheimer usw keine Entwicklung durchgemacht haben oder deren Entwicklung plötzlich oder langsam gestoppt wird.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Pjotr, ich habe beschrieben, wie ich den Begriff Seele verstehe. Nicht woran ich glaube.
Aber ich denke es ist ein Fehler ihn mit psychischer Entwicklung gleichzusetzen, die natürlich von physischen Faktoren beeinflusst ist. Ein entsprechendes Zitat aus Bahai-Sicht kam im Verlauf der Diskussion schon mal.
Hallo ziraki,

der Haken an der Geschichte ist, daß man schon physische und psychische Entwicklung nicht trennen kann. Soll die Seele dann ein virtueller Speicher unseres Lebens sein, womöglich sogar mit unterschiedlicher Gewichtung einzelner Lebensabschnitte mit der Löschung durch einen einzigen Satz "Deine Sünden sind dir vergeben"?

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Ziraki, was Jesus konkret gesagt hat, wissen wir nur durch Übersetzungen ins Griechische, und auch die gebrauchten griechischen Worte sind nicht eindeutig. Nimm aus unserer Zeit einmaal das englische Wort "soul", das nicht wirklich 100prozentig deckungsgleich mit dem deutschen Wort "Seele" ist.
Auch die Christen sind sich nicht über den Begriff "Seele" einig.
(Interessant übrigens auch die Entstehungsgeschichte der Vorstellungen von "Seele)
Insofern sage ich, und nicht nur ich, dass wir den Sinn dessen, was uns von Jeschua überliefert ist, nur im Zusammenhang erschließen können, und zwar aus dem Zusammenhang mit anderen Aussagen von ihm selbst und im Zusammenhang mit dem Judentum.
Und wir müssen, um dem jeweiligen wort gerecht zu werden, auch wissen, wie das Wort zur Entstehungszeit des jeweiligen Zitats verwendet und verstanden wurde und dürfen es nicht einfach in unsere heutige Wortbedeutung übernehmen. Da kannst du zum Beispiel mal, von mir aus in wikipedia, unter "pneuma" und "Seele" nachschauen.
Ich wiederhole es noch einmal, dann ist mir das Thema aber wirklich langsam leid:
Forsche in dir nach, und wenn du eine "Seele" findest, die über deinen Wunsch, deine Fantasie, deine Vorstellung usw. hinausgeht und also nicht Bestandteil deines Körpergeistes is, nicht einfach übernommen von irgendjemandes Lehre, dann herzlichen Glückwunsch.
Wenn nichts zu finden ist, neu überlegen.
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Nichts an Fakten spricht für einen solchen Prozeß. Wenn es ihn gäbe, wäre es eine maßlose Ungerechtigkeit denen gegenüber, die in frühem Kindesalter, durch Unfalltod, retrograde Amnesie, Demenz, Alzheimer usw keine Entwicklung durchgemacht haben oder deren Entwicklung plötzlich oder langsam gestoppt wird.


Hallo Pjotr,

Abdu'l Baha unterscheidet zwischen körperlichen Gebrechen und der Entwicklung des Geistes:

Wir haben schon früher erklärt, daß der Geist des Menschen nicht im Körper ist, weil er von Eintreten und Ausgehen als körperlichen Vorgängen frei und geheiligt ist. Die Verbindung des Geistes mit dem Körper ist wie die der Sonne mit dem Spiegel. Kurz, der menschliche Geist ist in einheitlichem Zustand; er wird weder durch die Krankheit des Körpers krank noch durch dessen Gesundheit geheilt; er wird weder verdorben noch schwach oder elend, weder mager noch leicht oder klein. Das heißt, er wird durch die Schwächen des Körpers nicht beeinträchtigt und zeigt keinerlei Wirkung, auch wenn der Körper schwach wird oder Gehör und Gesicht verliert, oder gar Hände und Füße und Zunge abgenommen werden. Es ist also klar und gewiß, daß der Geist etwas anderes ist als der Körper und daß sein Fortleben von dem des Körpers unabhängig ist; der Geist herrscht im Gegenteil mit größter Erhabenheit über die Welt des Körpers, und seine Macht und sein Einfluß sind wie die Gaben der Sonne im Spiegel sichtbar und offenkundig. Doch wenn der Spiegel staubig wird oder zerbricht, hört er auf, die Strahlen der Sonne zurückzuwerfen.
aus "Beantwortete Fragen"
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
@Templer
Nein, ich finde keine Seele in mir. Das war aber auch nicht der Grund, meiner Beteiligung an dieser Diskussion.
Sondern meine Verwunderung darüber, dass du Jesus als ultimativen Erklärer akzeptierst, obwohl du seine Aussagen als unverstehbar bezeichnest.