Altjuedische Gottesvorstellungen


Hallo,

ja Demetrius, wir machen halt den Fehler unsere Schwächen nach außen abzugeben. Immer sind andere Schuld ...
dabei ist es unser innerer kleiner/großer (je nach Reife) Teufel. Dieser Teufel möchte immer wieder genährt werden.
Jeden neuen Tag werden wir damit konfrontiert ... das ist halt immer sehr viel Arbeit ... da macht man es sich gerne einfach und macht den Teufel/Satan dafür verantwortlich der von außen auf einen einwirkt ...

dabei haben wir das alles in uns selber. Bei manchen hilft beten, meditieren, in einer religiösen Gemeinschaft um Beistand bitten ...
solange es verdrängt wird dass man diesen Teufel in sich selber hat wird sich nicht viel ändern ...

da hilft nur - auf sein Herz hören und danach handeln,

Rose
_________________
"Die ganze Mannigfaltigkeit, der ganze Reiz und die ganze Schönheit des Lebens setzen sich aus Licht und Schatten zusammen".

*Leo Nikolajewitsch Graf Tolstoi*
Rosenrot hat folgendes geschrieben:
dabei haben wir das alles in uns selber. Bei manchen hilft beten, meditieren, in einer religiösen Gemeinschaft um Beistand bitten ...
solange es verdrängt wird dass man diesen Teufel in sich selber hat wird sich nicht viel ändern ...

Das klingt sehr nach "Selfmade"-Mentalität. Es würde demnach alles am Einzelnen und seinem Bemühen liegen - "Jeder ist seines Glückes Schmied." Den Ansatz findet man bei der Thematik des Lebensglücks eigentlich in fast jeder Philosophie und Anthropologie sowie auch oftmals im religiösen Kontext.

Ich glaube, dass genau diese Logik - und jetzt versuche ich den Bogen zum Thema "altjüdisches Gottesbild" zu spannen - eben der biblischen Heilsgeschichte gerade nicht zugrunde liegt. Gott führt ein "störrisches Volk" aus der Gefangenschaft heraus. Er verlangt etwas, oder besser wirbt um etwas, das nicht als Leistung messbar ist - nämlich, dass sein Volk den Schöpfer mehr liebt als das Geschaffene. Dafür reibt nicht der Mensch, sondern Gott sich auf.
Rosenrot hat folgendes geschrieben:
Hallo,

ja Demetrius, wir machen halt den Fehler unsere Schwächen nach außen abzugeben. Immer sind andere Schuld ...
dabei ist es unser innerer kleiner/großer (je nach Reife) Teufel. Dieser Teufel möchte immer wieder genährt werden.
Jeden neuen Tag werden wir damit konfrontiert ... das ist halt immer sehr viel Arbeit ... da macht man es sich gerne einfach und macht den Teufel/Satan dafür verantwortlich der von außen auf einen einwirkt ...

dabei haben wir das alles in uns selber. Bei manchen hilft beten, meditieren, in einer religiösen Gemeinschaft um Beistand bitten ...
solange es verdrängt wird dass man diesen Teufel in sich selber hat wird sich nicht viel ändern ...

da hilft nur - auf sein Herz hören und danach handeln,

Rose

Hallo Rosenrot,

es freut mich, daß Du meine kurzen Ausführungen richtig verstanden hast.
Ansonsten hast Du recht – der Weg zur Vollendung (den Satan besiegen, und das Begehren – den Eigennutz, das Ego – überwinden – ist „VERTEUFELT“ schwer!

Grüße,
Demetrius
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Auf der Erde gibt es seit jeher den Kampf zwischen Egoismus und Selbstlosigkeit.
Die Egoisten werden reich, die Selbstlosen schaffen große Werke.
www.demetrius-degen.de
Burkl hat folgendes geschrieben:
Rosenrot hat folgendes geschrieben:
dabei haben wir das alles in uns selber. Bei manchen hilft beten, meditieren, in einer religiösen Gemeinschaft um Beistand bitten ...
solange es verdrängt wird dass man diesen Teufel in sich selber hat wird sich nicht viel ändern ...

Das klingt sehr nach "Selfmade"-Mentalität. Es würde demnach alles am Einzelnen und seinem Bemühen liegen - "Jeder ist seines Glückes Schmied." Den Ansatz findet man bei der Thematik des Lebensglücks eigentlich in fast jeder Philosophie und Anthropologie sowie auch oftmals im religiösen Kontext.

Ich glaube, dass genau diese Logik - und jetzt versuche ich den Bogen zum Thema "altjüdisches Gottesbild" zu spannen - eben der biblischen Heilsgeschichte gerade nicht zugrunde liegt. Gott führt ein "störrisches Volk" aus der Gefangenschaft heraus. Er verlangt etwas, oder besser wirbt um etwas, das nicht als Leistung messbar ist - nämlich, dass sein Volk den Schöpfer mehr liebt als das Geschaffene. Dafür reibt nicht der Mensch, sondern Gott sich auf.

Hallo Burkl,

es gibt die Aussage in der Bibel: „Fleisch gesinnt wird zu Fleisch, und Geist gesinnt wird zum Geist“!
http://bibeltext.com/romans/8-5.htm

Das bedeutet also, daß die geistige Vorstellung des Menschen (entsprechend der Gesinnung) zur Wirklichkeit wird.
Daher stimmt es, daß „Jeder seinen Glückes Schmied ist“. Genau so wie das PRINZIP des positiven Denkens auch richtig ist!
NUR! Diese Gesinnung ist eigennützig (voller Begehren), und betrifft die Person und den Körper. Also ist es eine „fleischliche“ Gesinnung, und keine geistige Gesinnung, und führt daher auch nicht zur Befreiung des Geistes vom Körper.

Das höchste Wissen in der Bhagavad Gita (Der Gott sagt - frei zitiert): „Gib alle Arten von Religion auf. Gib Dich mir einfach hin – und mache mich zu Deinem EINZIGEN Ziel“!

Was ja gleichzusetzen ist mit dem ersten Gebot Gottes aus der Bibel!

Wer sICH also seinem Gott hingibt, und als einziges Ziel kennt – oder wer seinen Gott aus ganzem Herzen (und nichts Anderes) Liebt, der kann keinerlei irdisches BEGEHREN mehr haben!

Was bei Lao – Tse einfach „Tun ohne Tun“ genannt wird (das nur selten erreicht wird)!
Denn Tun ohne Tun, bedeutet in seinem Handeln kein (persönliches) Eigeninteresse.

So weit erst einmal!

Grüße,
© Demetrius

P.S. Um das auch klar zu stellen: Diese geistige Weiterentwicklung bis zur Befreiung, nimmt uns KEIN GOTT ab! Das muß der Mensch gefälligst SELBST erledigen.
Denn das göttliche PRINZIP ist doch ganz einfach! Wonach Du Dich sehnst, dahin kommst Du!
Gott IST DAS PRINZIP!
http://www.demetrius-degen.de/zeit-themen/mensch44.htm
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Auf der Erde gibt es seit jeher den Kampf zwischen Egoismus und Selbstlosigkeit.
Die Egoisten werden reich, die Selbstlosen schaffen große Werke.
www.demetrius-degen.de
Achtung HUMOR :

"Wer den Monotheismus nicht vom Teufel lernt, ist ein Ketzer."
* Ghazzali

Wir sind unsere eigenen Teufel,
wir vertreiben uns ständig selbst
aus dem Paradies.
*Johann Wolfgang von Goethe

"Ich hasste den Teufel und ärgerte mich über seine Versuchungen und Quälereien; und ich konnte nicht sagen, warum seine Stimme bei den Abschiedsworten so süß war, dass ich ihn nur ungern zurückwies, wenn er jeweils wiederkehrte und sich mir anbot. Dann entdeckte ich, dass es Krishna bei Seinen Streichen war, und mein Hass wandelte sich in Lachen."
*Sri Aurobindo

"Zieht Gott mich dem Himmel zu, dann muß ich, auch wenn Seine andere Hand mich in der Hölle festhalten will, mich dennoch nach oben kämpfen."
"Gräme ich mich über Mißgeschick und nenne es schlecht, oder bin ich kleinmütig und enttäuscht, dann weiß ich, der ewige Tor ist wieder in mir erwacht"
*Sri Aurobindo

Frage: Ihre Meinung über die Konfrontation Gottes mit dem Teufel?
Michael Laitmans Antwort:
Gewöhnlich berühre ich diese Frage nicht, deshalb möchte ich nur anmerken, dass im ganzen Universum nur eine wirkende Kraft existiert – nämlich der Schöpfer, aus Dem alles und alle uns erscheinenden, entgegengesetzten Kräfte und Einwirkungen ausgehen.

Alle einander entgegengesetzten, abgestimmten Handlungen dieser Kräfte stammen aus einer Kraft, der Kraft des Schöpfers. Sie alle wirken nach einem einheitlichen Programm, um die Menschen zu einem Ziel, zu der vollkommenen Enthüllung des Schöpfers in ihnen selbst zu führen und sie dadurch der Ähnlichkeit mit Ihm näherzubringen.

Um diese Ähnlichkeit mit dem Schöpfer zu erreichen, wird Sein Einfluss auf uns in jede Menge verschiedener und entgegengesetzter Einwirkungen unterteilt. Der Unterschied dieser Kräfte wird von uns als Existenz verschiedener, einander widersprechender Kräfte wahrgenommen.

Die Kabbala führt alles auf “Es gibt Niemanden außer Ihm” zurück. Genau diese Bestrebung, alles in der Welt, einschließlich sich selbst mit verschiedenen Verlangen, Gedanken, Taten, zur einheitlichen Quelle, zum Ursprung zurückzuführen, ist die Hauptbemühung des Menschen. Innerhalb dieser Bemühung enthüllt er den Schöpfer und offenbart, dass nur eine Kraft des Gebens und der Liebe in der Welt existiert.
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http://azmuto.blogspot.de
Demetrius hat folgendes geschrieben:

Das bedeutet also, daß die geistige Vorstellung des Menschen (entsprechend der Gesinnung) zur Wirklichkeit wird.
Daher stimmt es, daß „Jeder seinen Glückes Schmied ist“. Genau so wie das PRINZIP des positiven Denkens auch richtig ist!

Der richtige Optimismus ist sicherlich ein wesentlicher Schlüssel zum gelingenden Leben. Dieser wurzelt im christlichen Glauben allerdings vornehmlich im Bewusstsein der Gotteskindschaft. Es geht darum, sich Gott vorbehaltlos anzuvertrauen. Das ist ein Loslassen - aber nicht um, wie du es im Rahmen deiner fernöstlich inspirierten Privatreligion lehrst, jedes Begehren zu verlieren. Das Begehren gehört zum Leben dazu, ohne ihm wären wir so eine Art Hülle aus Pappmaché und nicht lebendig. Es geht um die Läuterung des Begehrens. Begehrt werden soll nur Gott, der eben "hinter" und "über" allen Personen, Dingen und Ereignissen steht. Sie alle gibt es im Lichte des Glaubens nur, um zu Gott hinzuführen.
AZMUTO hat folgendes geschrieben:

Die Kabbala führt alles auf “Es gibt Niemanden außer Ihm” zurück. Genau diese Bestrebung, alles in der Welt, einschließlich sich selbst mit verschiedenen Verlangen, Gedanken, Taten, zur einheitlichen Quelle, zum Ursprung zurückzuführen, ist die Hauptbemühung des Menschen. Innerhalb dieser Bemühung enthüllt er den Schöpfer und offenbart, dass nur eine Kraft des Gebens und der Liebe in der Welt existiert.

Demetrius hat folgendes geschrieben:
P.S. Um das auch klar zu stellen: Diese geistige Weiterentwicklung bis zur Befreiung, nimmt uns KEIN GOTT ab! Das muß der Mensch gefälligst SELBST erledigen.

Darin unterscheidet sich eben das Christentum von den anderen großen Religionen. Die Erlösung wurzelt nach unserem Glauben nicht im Handeln des Menschen, sondern in demjenigen Gottes. Er macht das Entscheidende, bzw. ist es auf Golgatha schon geschehen und durch alle Zeiten hindurch wirksam und gegenwärtig. Insofern ist es auch eine sehr große Entlastung das Entscheidende nicht selbst vollbringen zu müssen, sondern es als Geschenk annehmen zu dürfen.
Es steht in der Genesis, dass Gott den Menschen nach Seinem Bilde geschaffen habe (1 Mo 1,27). Aber wie kann man mit Sicherheit sagen, wo der Mensch endet und wo in ihm das Göttliche beginnt? Das ist unmöglich! Die menschliche und die göttliche Natur sind so eng verbunden und greifen so ineinander, dass man sie nicht abgrenzen kann. Das Göttliche wohnt in allen Menschen; bei den gewöhnlichsten Leuten ebenso, wie bei den Eingeweihten. Der Unterschied zwischen ihnen besteht nur im Bewusstsein. Diejenigen, die nicht begreifen und fühlen können, dass das Göttliche in ihnen wohnt, hindern Es daran, sich zu manifestieren. Genau das geschieht mit Menschen und Orten, denen die göttliche Gegenwart fehlt, weil sie sie nicht annehmen, nicht akzeptieren. Gott existiert in jedem von uns, und Er möchte sich in all Seiner Fülle, Schönheit und Macht, in all Seinem Licht und Seiner Liebe offenbaren. Aber zuerst müssen wir uns dieser Anwesenheit bewusst werden, um Ihm zu erlauben, sich kundzutun und zu wirken.*Omraam Mikhael Aivanhov
AZMUTO hat folgendes geschrieben:
Das Göttliche wohnt in allen Menschen; bei den gewöhnlichsten Leuten ebenso, wie bei den Eingeweihten.

Sagen wir es so: Die menschliche Seele hat die Fähigkeit "Wohnung Gottes", "Tempel des Heiligen Geistes" zu sein. Die Sünde beeinträchtigt das jedoch - die schwere Sünde bringt das göttliche Leben ganz zum Erlöschen.
Man kann also das göttliche Leben mehr oder weniger besitzen - und es auch ganz verlieren.

Zitat:
Der Unterschied zwischen ihnen besteht nur im Bewusstsein.

Der Unterschied besteht im Grad der Entsprechung der Gnade Gottes. Mehr oder weniger Entsprechung bedeutet mehr oder weniger Einwohnung des Heiligen Geistes in der Seele. Mehr oder weniger Anteil an Gott.
Mögen wir alle aufhören, Sklaven des Begehrens zu sein. Mögen wir alle beginnen Sklaven der Selbstlosigkeit und Liebe zu sein.
*Azmuto

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