Zum Glauben finden


Liebe Forum-Teilnehmer,

ich bin nicht nur neu im Forum, sondern auch im Auseinandersetzen mit dem Glauben und Gott. Ich bin öfter mit der Kirche und biblischen Texten durch konfirmierte Freunde und Kirchenauftritte gestoßen, aber weil ich atheistisch aufgewachsen bin, habe ich mich nicht weiter damit auseinandergesetzt. Dennoch habe ich selber schon 2-3 Mal gebetet, wie meine Mutter, die sich für die Gesundheit der Familie bedankt.
Jetzt leide ich zum dritten Mal in meinem Leben an einer Depression mit Ängste n und Zwängen, die vor allem die Sinnsuche, die Zeit und den Tod miteinbeziehen. Nun informiere ich mich seit längerem über das Christentum und den Buddhismus und fühle mich dem Christentum sehr zugeneigt und ich würde sehr gerne an Gott glauben und zu ihm finden. Ich frage mich, aber ob es nicht zu egoistisch ist, aufgrund meiner Ängste an Gott zu glauben. Auch finde ich ziemlich viele Ungereimtheiten in der Bibel und mein Verstand hält mich vom Glauben ab, sowie mein Freund. Er ist zwar evangelisch aufgewachsen, sein Vater ist Kantor und er hält auch viel von ihm, aber nicht vom Christentum und sagt zu mir, er käme damit nicht klar, wenn ich christlich werden würde. Dabei glaube ich, dass ich viel Kraft hätte, mit meiner Krankheit klarzukommen und zu wissen, dass es nicht sinnlos ist, wie ich gerade mein Dasein friste.

Wie kann ich zum Glauben finden?

Lieben Gruß
Lillimarie
Hallo Lillimarie... herzlich Willkommen an Board.

Wahrscheinlich bin ich jetzt als Agnostiker nicht der erfolgversprechendste Kandidat der dir einen Weg zu Gott aufzeigen könnte, ich habe in der Hinsicht mehr Zweifel und offene Fragen als eine fundierte Glaubensgewissheit zu bieten...

Trotz meiner vorwiegenden Ungläubigkeit gegenüber einer göttlichen Instanz, kann ich aber wohl behaupten dass es das Leben bereichert wenn man sich mit mit Fragen über das Sein ansich beschäftigt.

Ich finde es schonmal sehr gesund wenn Du nicht aus purer Angst zum Glauben finden möchtest, denn Angst ist ein schlechter Berater...
... was die eher missionarisch motivierten Kollegen nicht davon abhalten wird Dir mit allen möglichen Glaubensannahmen und schriftlichen Belegen ein bischen Angst zu machen, weil sie anschliessend ihre Religion als Heilmittel gegen die alten und auch neu erkannten Ängste anpreisen können.
Leider funktioniert ein grosser Teil der religiösen Welt nur dadurch, dass dem Menschen seine Unvollkommenheit, Sündhaftigkeit und die Ungläubigkeit selbst als Problem vorgehalten wird.
Sicherheitshalber wirst Du am Besten esoterisch-christlich-muslimischer Bahai Yogi mit gutem Draht zum Buddhismus, dann sind alle glücklich

Glaube als Heilmittel gegen Depressionen...
Kann schon funktionieren, ich kenne aber auch tief gläubige Christen mit stark ausgeprägten Depris bis ins hohe Alter.
Man kann also auch gläubig unglücklich werden.

Wenn man sich auf die Suche macht oder in einer Glaubensgewissheit angekommen ist, folgen anschliessend auch völlig neue Kriesengebiete die man als Atheist nie betritt, weil die Glaubensannahmen bisher keine Rolle gespielt haben.

Für viele Gläubige ist es ein Problem dass sich zwischendurch auch Zweifel an metaphysischen Glaubensangelegenheiten bemerkbar machen...
Da es in Glaubensgemeinschaften aber wichtig ist trotz aller Zweifel den Glauben an Gott unbedingt mental durchzusetzen kann das zu starken inneren Kämpfen führen die einen Hang zur Depression nicht unbedingt verhindern...

Aber wie auch immer, selbst ohne festen Glauben kann man in Glaubenswelten tolle Dinge und sich selbst ein bisch erforschen, beschäftige dich ruhig mit der Materie und schau wohin es Dich führt... no risk no fun...

Gruss Grubi
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https://youtu.be/f2ROFnA4HRA
Lillimarie hat folgendes geschrieben:
Dabei glaube ich, dass ich viel Kraft hätte, mit meiner Krankheit klarzukommen und zu wissen, dass es nicht sinnlos ist, wie ich gerade mein Dasein friste.

Der Glaube kann dir auf jeden Fall für alle Lebenslagen viel Kraft und Sinn geben. Gleichzeitig solltest du aber auch in Betracht ziehen, dass Gott dir durch die Ärzte helfen will. Es hätte keinen Sinn auf Wunder zu hoffen und das Naheliegende nicht zu tun. Der heilige Franz von Sales hat einmal gesagt: Bete so als ob alles von Gott abhinge und handle so als ob alles von dir abhinge. Ich glaube in der Formel steckt viel drinnen.

Noch eine andere Sache - das Kind von einem atheistischen Freund, ein neunjähriger Bub hat mich einmal von sich aus auf das Thema Jesus und Taufe angesprochen. Ich habe ihn gefragt, was er denn glaube, was die Taufe für ihn bewirken könne. Darauf hat er geantwortet: Ich glaube der Jesus könnte helfen, dass meine Wutanfälle nicht mehr so stark sind.

Ja - Kinder haben eine gute Intuition. Gott kann überall dort heilend eingreifen, wo wir aus eigener Kraft nicht weiter können, keinen Sinn sehen, an existenzielle Grenzen stoßen. Aber der Glaube ist gleichzeitig auch fordernd - er ist kein Ticket für ein Leben ohne Schwierigkeiten, aber gleichzeitig sichert Jesus zu, dass es mit ihm gemeinsam keine Sackgassen gibt - dass auf seinem Weg das Ziel erreichbar ist, nämlich das wahre Glück hier schon als Vorgeschmack zu haben und im Himmel zu besitzen.

Zitat:

Wie kann ich zum Glauben finden?

Der Glaube muss in gewisser Weise auch dich finden. Ein guter Tipp ist sicherlich eine Zeit lang das zu tun, was gläubige Menschen tun, also z.B. den ersten und letzten Gedanken des Tages Gott zu schenken, oder sich jeden Tag fünfzehn Minuten Zeit nehmen, um in der Kirche mit dem Herrn zu sprechen, zum Beispiel ein Zitat aus der Bibel zu erwägen und sich zu fragen, was Gott mir durch diese Aussage mitteilen will. Und dann solltest du dich mit der Taufe auseinandersetzen. Denn sie ist es, die uns den Glauben als übernatürliche Tugend eingießt. Der Glaube ist zuallererst Geschenk und nicht Leistung.
Hallo Lillimarie,

Wie kann ich zum Glauben finden?
Den Glauben an einen Gott kann man NICHT finden!
Aber man kann SUCHEN!
So steht schon in der Bibel: „Suchet und ihr werdet finden“.

Deine Aufgabe besteht darin, das zu finden, was Du auch SELBST VERSTEHST!
Also, nicht wie die Massen BLIND glauben, was andere sagen oder auch glauben.
Sondern - DENK SELBST!

Jetzt ist es so, daß kein Mensch die religiösen Schriften sofort versteht. Man versteht (wenn man anfängt) zunächst immer nur einen Teil.
Dann lebt man ernsthaft nach dem, was man SELBST als wahr und richtig erkannt hat.
Wenn man ernsthaft danach lebt, erkennt man nach und nach immer mehr.
So macht man geistige Fortschritte – und was man als wahr und richtig erkannt hat, das GLAUBT man dann auch Selbst!
Nur so findest Du wahren Glauben aus Dir Selbst. Also, SELBST DENKEN!

Ich habe auf meiner HP die wichtigsten Religionen zum lesen: http://www.demetrius-degen.de/religionen/religion.htm
Und auch als Download: http://www.demetrius-degen.de/daten/down.htm

Ich persönlich würde Dir zum Anfang die Bhagavad Gita (Hinduismus) empfehlen, weil sie für meine Begriffe am einfachsten zu verstehen ist. http://www.demetrius-degen.de/relig.....nduismus/bhagavadgita.htm

Hier (im Forum) geht es um die Baha'i-Religion, da wird es auch einige geben, welche Dir weiter helfen.

Grüße,
© Demetrius
_________________
Auf der Erde gibt es seit jeher den Kampf zwischen Egoismus und Selbstlosigkeit.
Die Egoisten werden reich, die Selbstlosen schaffen große Werke.
www.demetrius-degen.de
Hallo Lillimarie,

zuerst mal herzlich willkommen hier im Forum!

Demetrius hat folgendes geschrieben:
Hier (im Forum) geht es um die Baha'i-Religion, da wird es auch einige geben, welche Dir weiter helfen.


Ja, gerne möchte ich Dir die Baha'i-Religion vorstellen:

http://www.geistigenahrung.org/ftopic118.html

da findest Du für's erste das Wichtigste. Viel Freude bei Deiner Suche!

Wenn Du Fragen dazu hast, wende Dich an Sören, Linde oder mich.
Gerne antworten wir Dir!

Alles Liebe,
Minou
_________________
»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Lillimarie,
ein Glauben ist erst dann wirklich ein Glauben,
wenn er nicht auf dem Fußt, was andere Dir vorgeben.

Ein wirklicher Glaube ruht auf dem Erleben und nicht auf dem Lesen.

Du schreibst hier - oder sonst wo - Du möchtest zum Glauben finden.
Und schon wollen Dich Leute von ihrem Glauben überzeugen.

Warum wohl?
Sie glauben an ihren Gewinn, an ihr Seelenheil für diese gute Missions-Tat.

Eine Glauben finden braucht eine Bedingung:
Gottessehnsucht.
Du kannst es ebenfalls Sehnsucht nach Erkenntnis nennen.
_________________
Sind wir denn wirklich die heiligsten Wesen auf Erden?
>HIER KLICKEN<
Hallo, liebe Lillimarie, erst mal ganz herzlich willkommen hier im Forum. <3

Du schreibst:
Zitat:
Nun informiere ich mich seit längerem über das Christentum und den Buddhismus


Das ist super und eine ganz wichtige Vorraussetzung. Um zum Glauben zu finden müssen wir selbstständig suchen und nicht blind irgend jemandem folgen oder nachahmen.

Denn der Glaube eines Menschen kann nur von ihm selbst abhängen. (Bahai-Schriften, ÄL 75:1)

Steht nicht auch irgendwo in der Bibel: "Suchet alles und das Beste behaltet" oder so ähnlich

Im Islam steht geschrieben: "Es soll kein Zwang sein im Glauben" (Sure 2, 256)

"Besser als 100 Jahre mit verwerflichem Tun ohne Meditation verbracht, ist ein einziger Tag in Tugend gelebt und in tiefer Meditation" hab ich in den Schriften des Buddhismus gelesen (Dhammapada)

Du hast gefragt wie Du zum Glauben finden kannst. Ja ich denke, dass die selbstständige Suche das Allerwichtigste ist.

Dabei kann sicherlich auch die Meditation sehr hilfreich sein, wie im Buddhismus beschrieben. (Muss ja nicht gleich ein ganzer Tag sein )
Und das Gebet, die aufrichtige Bitte darum.

Alles Liebe für Dich
Linde
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
PapaLoooo hat folgendes geschrieben:
Sie glauben an ihren Gewinn, an ihr Seelenheil für diese gute Missions-Tat.


Dagegen möchte ich mich verwahren!
Ich habe nur Infos gepostet, damit sie überhaupt ungefähr weiß, worum es in der Baha'i-Religion geht, die ja doch noch nicht allgemein bekannt ist.

Ansonsten bin ich ganz bei Dir: es muss die Sehnsucht nach der Wahrheit vorhanden sein, die Sehnsucht nach Gott, und nur die selbstständige Suche bringt den Menschen zum Glauben.
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Liebe Lillimarie! Ich denke, dieses Zeugnis, das eine nach meinem Verständnis vom Heiligen Geist erfüllte Person hier gibt, kann dir viel helfen! https://youtu.be/zia5mWPjdik
Hallo Lillimarie,

du schreibst:
Zitat:
.... Auch finde ich ziemlich viele Ungereimtheiten in der Bibel und mein Verstand hält mich vom Glauben ab, sowie mein Freund. ....

...Dabei glaube ich, dass ich viel Kraft hätte, mit meiner Krankheit klarzukommen und zu wissen, dass es nicht sinnlos ist, wie ich gerade mein Dasein friste.


Gerade bei einer Depression sollte man vorsichtig sein, sich einen neuen Glauben zu suchen. Das gilt besonders dann, wenn der Verstand schon gegen diese Religion Vorbehalte hat. Sonst kann es sein, daß man noch tiefer in die Depression hinein gleitet. Dein Freund sollte allerdings tolerant genug sein, dich deinen Weg gehen zu lassen.

Eine Depression kann einem das ganze Leben verleiden. Deswegen ist die erste Hilfe sicher eine gute Einstellung der Depression mit Hilfe von Medikamenten. Nur dann ist die schwarze Nacht soweit aufgehellt, daß der Verstand überhaupt zusätzliches Licht in das Dunkel bringen kann.

Statt eine neuen Religion zu suchen, bei der der Verstand gleich oder später doch irgendwelche Vorbehalte hat, wären auch zur Selbstfindung autogenes Training, Meditation oder auch Yoga empfehlenswert. Mir haben früher viele Kirchenbesuche geholfen, nicht weil ich dadurch gläubiger geworden wäre, sondern weil sie eine gute Stätte sind, um in der Stille seine Gedanken zu ordnen oder zu meditieren.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!