Diverse religiöse Ansichten zu diversen Lebensthemen


Da wir im Thread Bahai-Lehre vom Thema abgekommen sind und Minou sich die Rückkehr zum Strang-Titel gewünscht hat, habe ich folgendes Zitat von Bukl hierher kopiert:


Burkl hat folgendes geschrieben:
Elem.Luft hat folgendes geschrieben:

Nur das auch homosexuelle Menschen unter Liebe die komplette Annahme ihrer selbst verstehen.

Die Sünde gehört ja nicht zum Menschen, gerade Sie zerstört und entstellt sein Wesen. Indem der Mensch geliebt wird und gleichzeitig sein sündiges Verhalten gehasst wird, wird er recht verstanden angenommen und in seinem Menschsein gestärkt.
Zitat:

Du machst keinen Unterschied zwischen einer angeborenen oder vielleicht auch durch Prägung erworbenen Eigenschaft und einem Verbrechen wie Mord.

Unter dem Aspekt dass eine schwere Sünde, egal gegen welches Gebot, vom Himmelreich ausschließt nicht.

Zitat:
Du sprichst einem Homosexuellen die Fähigkeit zur übernatürlichen Tugend ab?

Ein Getaufter, der die Homosexualität praktiziert und damit schwer sündigt und in diesem Zustand ohne Reue und Umkehr verharrt verliert, so wie jeder schwere Sünder die übernatürliche Tugend der Liebe. Es gibt ja drei übernatürliche Tugenden, auch "eingegossene" Tugenden genannt, weil sie nicht auf menschliches Verdienst, sondern auf die Taufgnade zurückgehen. Die schwere Sünde bedeutet in einer grundlegenden Sache etwas Anderes mehr zu lieben als Gott. Der Glaube und die Hoffnung bleiben auch dem schweren Sünder. Der einzige Weg die Liebe wiederzuerlangen ist die Umkehr und die Beichte.

Zitat:
Dann sprichst du sie jedem Menschen ab, denn wir alle wurden in die Materie geworfen und sind in unserem diesseitigen Dasein getrennt von Gott – also Sünder.

Richtig - kein Ungetaufter hat die übernatürlichen Tugenden.

Zitat:
Was ist denn dann die Unterdrückung von Sexualität?

Unterdrückung der Sexualität und Prüderie ist etwas Seltsames und zutiefst Schlechtes.

Bei der Tugend der Keuschheit geht es um positive Bejahung der Sexualität als Folge zweier Minuszeichen. Und aus diesen wird ja bekanntlich ein Plus. Abgelehnt wird vom Keuschen die negative Verzerrung der Sexualität durch die Sünde und so die eigentlich menschliche Sexualität freudig bejaht.

Zitat:

Ich habe doch die Notwendigkeit der Mäßigung eingeräumt. Ich weiß nicht, welches Sexualverhalten du vor Augen hast, wenn du von der Ego-Liebe in Abgrenzung zur Gottesliebe sprichst.

Grenzen wir es positiv ein: Der gottgewollte Ort für Sexualität ist in der Ehe und der eheliche Akt muss für die Weitergabe des Lebens offen sein. Jede andere Form der sexuellen Befriedigung in und außerhalb der Ehe ist Sünde.

Zitat:
Deshalb nochmal die bisher unbeantwortete Frage: Könntest du damit leben, wenn sich jemand das Leben nimmt, weil du ihm das Gefühl gibst, so wie er ist und empfindet, gehört er nicht dazu?

Ich glaube nicht, dass ein Mensch, der Liebe erfährt sich deshalb das Leben nehmen wird. Und ich versuche meine Mitmenschen zu lieben. Wenn sich jemand dadurch in den Freitod treiben lässt, dass ich ihr oder ihm die Lehre der Kirche zur Sexualität darlege, dann müsste ich das hinnehmen. Ich halte das allerdings für einen de facto konstruierten Fall. Suizid ist niemals monokausal. Und wenn etwas zum Tod führt ist es die Sünde. Insofern ist der beste Beitrag zum Leben die Sünde bekämpfen und den Sünder zu lieben. Uns das bedeutet zuallererst Behutsamkeit und menschliche Nähe.

Zitat:
Selbstliebe jedenfalls schließt für mich die Gottesliebe nicht aus.

Die richtig verstandene Selbstliebe ist sogar essentiell. Es heißt ja "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst."
Sündhaftes Verhalten bedeutet ein Geschöpf (im weitesten Sinne - also etwas Anderes als Gott) mehr zu lieben als den Schöpfer. Also beispielsweise die sexuelle Lust, die Macht, das Geld etc.

Zitat:

Eine sexuelles Vergehen ist meinem Verständnis nach aber nicht die körperliche Liebe ohne Trauschein oder gar die, die aus purer Lust, ohne Absicht ein Kind zu zeugen, stattfindet,

Der Mensch besteht aus Leib und Geistseele. Rein körperliche Liebe kann es daher nicht geben. Und zum anderen ist auch der sündhafte sexuelle Akt niemals von wahrer Liebe beseelt.

Die "pure Lust" als Selbstzweck anzustreben ist die Definition der Unkeuschheit.

Das Ziel der christlichen Religion ist nicht die Minderung der Sexualität, sondern sie zu ihrer eigentlichen und ganzen Größe zu führen - das gelingt dadurch, dass sie dem Plan des Schöpfers - also der Sorge um das Wohl des Ehepartners und der Offenheit für das neue Leben - untergeordnet wird. Durch dieses Bemühen um den Verzicht auf egoistisches Luststreben, gelangt die Sexualität zu ihrer eigentlichen Größe. Die Echtheit der Liebe erfordert Treue und Aufrichtigkeit in allen ehelichen Beziehungen.

Der heilige Thomas von Aquin bemerkt dazu:

"Gott hat jeder Funktion des menschlichen Lebens einen Genuss, eine Befriedigung zugeordnet. Dieser Genuss und diese Befriedigung sind folglich gut. Der Mensch verkehrt aber die rechte Ordnung der Dinge, wenn er diese Befriedigung als letzten Wert sucht und das Ziel verachtet, dem sie verbunden und untergeordnet ist: dann lässt er sie entarten und macht sie zu einer Sünde oder zum Anlass zur Sünde."

(Thomas von Aquin, Summa Theologica I-II, qq. 31 et 141)

Die Sexlust haben zu wollen und dabei die Fruchtbarkeit bewusst und vollständig manipulativ auszuschließen (=coitus interruptus, künstliche Verhütung etc.) kann man also im Sinne von Thomas von Aquin durchaus vergleichen mit sich aus reiner Lust am Essen vollzuessen und dabei die Ernährungsfunktion auszuschließen, indem man gleich wieder erbricht. Nur die reine Lust außerhalb des entsprechenden Sinnzusammenhanges - liebende Vereinigung der Eheleute und Offenheit für das Leben - zu suchen macht aus etwas Gutem etwas Abstoßendes, Sündhaftes. Das ist die Definition von Perversion, Verdrehung des Guten, sodass es etwas Schlechtes wird.

Zitat:

Nur das mit dem Kirchenaustritt ist neu und unsinnig.
Kirche – Gemeinschaft der Gläubigen -, wer will einem Menschen vorschreiben, in welcher Glaubensgemeinschaft – und sei es die der nicht organisierten Agnostiker – er seinen Weg zu Gott beschreitet? Kirchenaustritt, was soll das sein? Und nur am Rande, sei die Frage gestellt was das erste Gebot mit dem Austritt aus der Kirche zu tun hat.

Die Kirche ist nach katholischem Glauben das Ursakrament. Also das wirksame Heilszeichen, das Gott bis zum Ende der Zeit in diese Welt unauslöschlich eingründet. Der Glaube an die Heilsnotwendigkeit der von Christus gestifteten Kirche, die nach dem Scheiden seines irdischen Leibes aus dieser Welt seinen übernatürlichen Leib bildet ist daher aufs Engste mit dem Gebot des Glaubens an Gott verwoben. Die Kirche grundsätzlich oder in ihren wesentlichen Lehren abzulehnen bedeutet Gott abzulehnen.

"Wer euch hört, der hört mich, und wer euch ablehnt, der lehnt mich ab; wer aber mich ablehnt, der lehnt den ab, der mich gesandt hat." (Lk 10,16)

Zitat:
Taufe ist kein magisches Ritual, das einen Menschen zum Gutsein befähigt oder einen automatisch zu einem Kind Gottes macht. Taufe ist auch keine Eintrittskarte in den Himmel.

So wie jedes Sakrament wird auch die Taufe nur dann wirksam, wenn der Mensch eine gewisse Offenheit und Mitwirkung für die Gnade einbringt. Also mit der Gnade mitarbeitet. "Magie" würde bedeuteten, dass der Mensch überhaupt nichts beitragen muss zu seiner gnadenhaften Verwandlung. Genau das sind die Sakramente nicht. Die Taufe bewirkt die Eingießung der göttlichen Tugenden, wie oben dargelegt. Diese können nicht durch menschliche Bemühungen erworben werden. Sie beflügeln, stärken und erhöhen auch die menschlichen Tugenden - Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit, Maß etc.

Zitat:

Es wäre ungerecht, wenn ein „getaufter" Mörder ewiges Leben bekäme, weil er getauft ist, ein guter Mensch aber nicht, weil er nicht „getauft“ ist

Das wäre tatsächlich ungerecht. Das lehrt die Kirche aber auch nicht.

Zitat:
Die Taufe ist Folge der Erkenntnis, etwas ändern zu müssen und das symbolische Reinwaschen soll helfen einen Neubeginn zu wagen. Sie ist der Zuspruch, dass es noch Sinn ergibt, sich zu ändern.

Rein menschliche Umkehr ist auch ein Aspekt der Taufe. Es geht aber um wesentlich mehr - eben um die sakramentale Gnade. Wäre die menschliche Bemühung um Umkehr und Besserung schon alles, so wäre der Auftrag des auferstandenen Christus alle Menschen zur Taufe zu führen sinnlos.

Zitat:

Ich halte das für magisches Denken bzw. für eine Fehlinterpretation der symbolischen Worte Jesu beim letzten Abendessen mit seinen Schülern.

Das habe ich zu akzeptieren. Die Eucharistie ist Gegenstand des Glaubens und nicht wissenschaftlich beweisbar. Aber vergiss nicht neben den Einsetzungsworten beim Abendmahl die Brotrede bei Johannes, in der Jesus davon spricht sein Fleisch zu essen und sein Blut zu trinken - und zwar nicht symbolisch. Daran erkennbar, dass das die Zuhörer absurd und skandalös fanden und viele "nicht mitkonnten" (was bei bloßer symbolischer Rede wohl kaum der Fall gewesen wäre, Jesus gebraucht an anderer Stelle symbolisch ähnlich drastische Bilder - Auge ausreissen etc.). So ist das heute auch - viele evangelische Christen können da teilweise oder ganz nicht mit. Das ist schade, weil Jesus will, dass er uns ganz nahe ist (eine Einverleibung ist noch näheres Beisammensein als sexuelle Vereinigung) aber es ist zu akzeptieren, weil dieser Glaube wirklich viel abverlangt - aber einmal verinnerlicht eine enorme Tiefe und Größe hat und Quelle und Höhepunkt des christlichen Lebens ist.


Die meisten deiner Äußerungen entsprechen nicht meiner Meinung. Als allererstes ist die katholische Kirche nicht die Kirche, sondern hält sich nur dafür. Diesen Anspruch konstruiert sie in nicht nachvollziehbarer Weise aus Bibeltexten, für deren Zusammenstellung sie obendrein allein verantwortlich ist. Kaum etwas, was Jesus gelehrt hat, ist der katholischen Kirche zu finden.
Jede Begründung bleibt also ein Zirkelschluss und nicht etwa von Gott eingegebene, objektive und damit für alle verbindliche Wahrheit. Die Zirkelschlüsse werden umso fataler, je mehr sie sich auf innerkatholische Zusatzlehren oder sogenannte Auslegungen stützen.
Die katholische Kirche abzulehnen, bedeutet nicht Gott abzulehnen. Eine solche Aussage ist gegenüber Andersgläubigen eine verleumderische Unterstellung.
Zitat:
Egal wie visionär und schön Botschaften von durch politische Ordnung zu erreichenden bzw. abzusichernden Weltfrieden auch scheinen mögen - sie sind gefährlich. Ein "Paradies auf Erden" haben zu wollen birgt die Gefahr der Hölle.

Das gilt genauso für religiöse Ordnungen, die die Menschen nach ihren Vorstellungen verbiegen wollen, notfalls mit Gewalt, sei sie physischer oder psychischer Natur und dieses Vorgehen mit dem Wortmantel der Liebe überdecken und rechtfertigen. Der Vorteil der katholischen Kirche gegenüber der Politik ist, dass sie nichts belegen muss, egal wie alles aus dem Ruder läuft, sondern sie beruft sich immer auf die Eingebung des Hl. Geistes über die sie die Deutungshoheit beansprucht.
Du würdest es hinnehmen, wenn sich ein Homosexueller umbringen würde, mit der Begründung, dass seine Sexualität ohnehin in den Tod führe. Ich empfinde deine Haltung als hartherzig. Ich muss Homosexualität nicht gut finden, aber ich muss sie auch nicht bekämpfen. Darüber hinaus ist es Selbstmord, der tatsächlich den Weg ins Himmelreich verschließen kann und Menschen vom Heil trennt und in ungute, jenseitige Gefilde führt. Es ist verantwortungslos, in Kauf zu nehmen, dass jemand dorthin getrieben wird, weil man nicht damit umgehen kann, dass es homosexuelle Menschen gibt.
Du bist in der Sekte der katholischen Kirche gefangen und ich sehe, dass du momentan Argumenten nicht zugänglich bist. Je mehr du hier die z.T. vernunftswidersprechenden Aussagen dieser Kirche verteidigen musst, desto mehr überzeugst du dich immer wieder selber von deren vermeintlicher Richtigkeit und nimmst die Haltung eines Märtyrer an, in dem Glauben es richtig zu machen und von Gott dafür belohnt zu werden. Dies wirst du vermutlich verneinen, denn es wäre nicht demütig.
Aber hast du einmal darüber nachgedacht, was wäre, wenn du dich irrst? Welche Opfer würden deinen Weg pflastern, weil du vielleicht selber an dieser oder jener Stelle gespürt hast, dass das was du sagst nicht mit deinem Gewissen übereinstimmt, du es aber trotzdem verfochten hast, weil die Lehrsätze deiner Organisation es so sagen?
Wenn Menschen etwas vehement bekämpfen, wie du jede Form der Sexualität, die nicht in einer Ehe stattfindet, dann bekämpfen sie oft sich selber. Auch ist schon vorgekommen, dass die größten Feinde der Homosexualität eigentlich nur ihre eigene Neigung bekämpfen.
Ich halte viel von Treue und bin der Meinung, dass ohne sie die Basis für eine erfüllende Partnerschaft fehlt. Ich halte auch viel von der Ehe, aus romantischen Gründen, aus Gründen emotionaler und gesellschaftlicher Stabilität und aus der Erfahrung heraus, wie schön es ist, sich voll und ganz auf jemanden verlassen zu können in guten und in schlechten Zeiten.
Ich halte die Ehe für ein Stück Himmel auf Erden, aber nicht für die Voraussetzung in den Himmel zu kommen. Wer nicht heiraten möchte, ist nicht vom ewigen Leben ausgeschlossen, er schließt sich vielleicht selber hier auf Erden von einer guten Sache aus, aber dafür gibt es viele Gründe. Es gibt Menschen, die nicht den richtigen Partner finden oder zu hohe Erwartungen an Menschen haben, es gibt Leute, die haben die Vorzüge der Ehe nicht vorgelebt bekommen, es gibt Menschen, die können sich nicht binden, weil sie ein seelisches Problem haben und es gibt Menschen, die enttäuscht wurden und nicht vertrauen können. Anstatt all diese Faktoren zu berücksichtigen und zu bearbeiten geht die Kirche nun hin und verurteilt diese Leute und spricht ihnen das Heil ab. Zudem vermittelst du den Eindruck als würdest du glauben, dass gleich jede Beziehung keine echte Liebe wäre, nur weil der Trauschein fehlt. Man kann Menschen nicht zwingen, sich der Lebensform zu unterwerfen, die du und die Kirche für die einzig legitime haltet. Hilfsangebote ohne den gleichzeitigen Druck, dass am Ende auch eine Ehe dabei herauskommt, wären hilfreicher als der ständig erhobene Zeigefinger, sei er auch mit noch so vielen Herzchen bemalt.
Man kann immer einen besseren Weg aufzeigen, wobei dabei sicher nicht verkehrt wäre, auch den Erfolg dieses Weges nachweisen zu können. Das, was Menschen anzieht, weil es gut ist, muss nicht zwangsverordnet werden. Im schlimmsten Fall bestrafen sich Leute selber, in dem sie unvernünftig leben, da bedarf es keiner Verdammung durch Gott. Wenn ich als Frau meine, erst ein Kind in die Welt setzen zu müssen, um dann das Nachsehen zu haben, wenn "er" sich dann vom Acker macht, habe ich Schlamassel genug und wenn ich als Mann meine, mich in meiner Jungend vom einen Lager aufs andere sinken zu lassen und nur den oberflächlichen Genuss mitnehme, dann bin ich im Alter allein und sterbe vielleicht früh, weil niemand fürsorglich auf mich achtet. Was droht die Kirche da noch mit der Hölle? Völlig obsolet. Soziologie, Psychologie, Pädagogik, Medizin, Verstand und Beobachtungsgabe sind heute gut in der Lage Menschen zu erklären, warum eine Ehe gut ist, da muss nicht mehr die Kirche mit ihren alten Erziehungsformen der Drohung und Zwangsverordnung herhalten, um Menschen in ihr Heil zu führen. Nicht beim Thema Sex, Partnerschaft und Familie. Dein Herumreiten auf diesem Themenblock ist irritierend. In die Hölle führen wohl ganz andere Vergehen als Sex mit dem Liebsten/der Liebsten.

An den Unterschieden zwischen den Gesellschaftsschichten kann man gut sehen, welchen Einfluss Prägung, Erziehung und Bildung auf den Menschen hat. Liebesfähigkeit, Tugend und Toleranz kommen nicht durch Besprenkelung mit besprochenem oder gesegnetem Wasser in den Menschen. Das wäre toll. Dann könntest du einfach mit einem Eimer Weihwasser losziehen und jeden den Kopf eintauche lassen, der bereit dazu ist und ich glaube, das wären nicht wenige. Die meisten Menschen wissen um ihre Misere, aber können da nicht raus.
Den paradiesischen Zustand des Menschen kann man nicht erzwingen oder durch Willensentscheidung hervorrufen - auch nicht durch Rituale, die vermeintlich übernatürliche Tugenden in einen hineinschwemmen und auch nicht durch Terror.
Nicht dass ich nicht an die Kraft eines ernsthaften Gebets glauben würde, nicht dass mir nicht schon übernatürliche Hilfe zuteil geworden wäre, aber um von dieser Quelle zu trinken, sind Dogmen die denkbar schlechteste Voraussetzung, denn der Buchstabe tötet.
Das Schwerste ist, die Liebe zu leben und zu geben, weil die Vielen, die keine haben, selbst die nicht dankbar annehmen können und daher auch nicht sofort mitmachen. So leicht ist das mit der Ansteckung nicht, man bekommt Verachtung zurück, Respektlosigkeit, Hohn und Unverständnis und verliert dabei selber seine Ideale. Manchmal kann man auch selber einfach nicht mehr oder braucht im Moment für sich etwas anderes, um sich wohl zu fühlen. Doch im Grunde ist das die Kernbotschaft dessen, was Jesus gelehrt hat. Lieben. Alles andere sind nur Erziehungstipps auf antik.
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Locker bleiben, Maß halten (frei nach Aristoteles)
Elem. Luft hat folgendes geschrieben:
Die katholische Kirche abzulehnen, bedeutet nicht Gott abzulehnen. Eine solche Aussage ist gegenüber Andersgläubigen eine verleumderische Unterstellung.

Das wäre so pauschal auch falsch.

Was die Kirche dazu lehrt ist Folgendes:

"Was bedeutet die Aussage: „Außerhalb der Kirche kein Heil“?

Diese Aussage bedeutet, dass alles Heil von Christus, dem Haupt, durch die Kirche, seinen Leib, kommt. Darum können jene Menschen nicht gerettet werden, die wissen, dass die Kirche von Christus gegründet wurde und zum Heil notwendig ist, in sie aber nicht eintreten oder in ihr nicht ausharren wollen. Zugleich können durch Christus und seine Kirche diejenigen das ewige Heil erlangen, die ohne eigene Schuld das Evangelium Christi und seine Kirche nicht kennen, Gott jedoch aufrichtigen Herzens suchen und sich unter dem Einfluss der Gnade bemühen, seinen durch den Anruf des Gewissens erkannten Willen zu erfüllen."

Katechismus, Kompendium Nr. 171

Zitat:
Du bist in der Sekte der katholischen Kirche gefangen und ich sehe, dass du momentan Argumenten nicht zugänglich bist.

Solange du dieser Meinung bist hat eine Fortsetzung unseres Dialogs keinen Sinn.
Burkl schreibt:
Zitat:
Darum können jene Menschen nicht gerettet werden, die wissen, dass die Kirche von Christus gegründet wurde und zum Heil notwendig ist, in sie aber nicht eintreten oder in ihr nicht ausharren wollen.


gg zu wissen, daß es einen "Christus" gab und nicht an ihn zu glauben, reicht also aus, um nicht gerettet zu werden.

Wenn sich jemand vom christlichen Glauben trennt, hat er ja für sich entschieden, daß für sein Heil Christus nicht notwenig ist, sondern eventuell nur Teilaspekte einer Religion für ihn relevant sind.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
zu wissen, daß es einen "Christus" gab und nicht an ihn zu glauben, reicht also aus, um nicht gerettet zu werden

Das alleine wäre zu wenig. Es muss die Möglichkeit gegeben haben, sich von der Lehre der Kirche tatsächlich Kenntnis zu verschaffen. Wenn die Kirche dann nach dieser Verinnerlichung abgelehnt wird, bedeutet das den Ausschluss vom Himmel, also die Hölle. Wie immer hat das letzte Urteil Gott, der als einziger die Seelen kennt. Wir können aber sehr wohl die objektive schwere Verfehlung feststellen.

Ich nehme als Beispiel gerne das Bild des Arztes: Wenn der einen schweren Behandlungsfehler aufgrund von Unkenntnis macht, dann messen wir seine Schuld nicht an dem, was er tatsächlich wusste und tat, sondern an dem was er zumutbar wissen hätte müssen und tun können. Stell dir jetzt einen Arzt vor, der sogar alle Regeln der Kunst verinnerlicht hat, und dann bewusst ablehnt und in einer wichtigen Sache anders handelt. Ich glaube so wie wir über so einen Arzt urteilen wird uns vom Grundsatz her auch Gott beurteilen.

Und ich glaube gerade wir hier in den alteingesessenen christlichen Ländern werden es sehr schwer haben, Jesus einen Kirchenaustritt entschuldigend erklären zu können. Nichtsdestotrotz darf man auch hier nicht pauschalieren und muss auf die einzelne Lebensgeschichte blicken - zudem gibt es auch Viele, die wieder zurückfinden oder geholt werden:

http://religion.orf.at/m/stories/2819298/

Ich mache gerade einen Glaubens-Grundkurs mit einem in jungen Jahren ausgetreten Freund. Seine Eltern sind nicht praktizierend und er hat im Elternhaus so gut wie nichts über den katholischen Glauben gelernt oder mitbekommen. Er ist ein grundguter Mensch, der sich vielfältig sozial engagiert. Bei ihm könnte ich mir vorstellen, dass der Herr nur geringe Schuld im Verlassen der Kirche erblickt. Zudem wird er hoffentlich ohnedies bald wieder eintreten .
Burkl schreibt:

Zitat:
Stell dir jetzt einen Arzt vor, der sogar alle Regeln der Kunst verinnerlicht hat, und dann bewusst ablehnt und in einer wichtigen Sache anders handelt. Ich glaube so wie wir über so einen Arzt urteilen wird uns vom Grundsatz her auch Gott beurteilen.


falsches Beispiel!
Es gibt nur sehr wenige Religionsangehörige, die ihre Religion tatsächlich in allen Einzelheiten verinnerlicht haben (gg und die liegen meistens falsch).
Wenn ich sie wirklich verinnerlicht habe, werde ich zu keinem Zeitpunkt eine Religion verlassen. Man kann es sehr gut an den Sekten sehen.

Diejenigen, die eine Religion verlassen, finden in einer anderen Anschauung einen Mehrwert, den die alte Religion ihnen nicht bieten kann.

Und damit erübrigen sich auch alle Regeln aus der alten Religion soweit sie nicht ins neue Wertesystem passen.

Pjotr Kala
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Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Diejenigen, die eine Religion verlassen, finden in einer anderen Anschauung einen Mehrwert, den die alte Religion ihnen nicht bieten kann.

Und damit erübrigen sich auch alle Regeln aus der alten Religion soweit sie nicht ins neue Wertesystem passen.

Damit wären wir wieder bei der Diktatur des Meinungsrelativismus, unter deren Druck wir heute stehen.

Der Glaube ist nicht etwas Relatives, das ich mir frei aussuchen kann - es gibt wahr und falsch in religiösen Lehren. Der Glaube ist absolut - Er kommt von Gott und ist Seiner Kirche anvertraut, um ihn zu behüten.
quatsch, das ist kein Meinungsrelativismus, da die Vielfalt der Meinungen ja einem allgemein gültigen Wertekonzept unterliegen.
Und gerade weil es in Religionen oft nur wahr oder falsch gibt, liegen sie so oft daneben und die Menschen merken, daß sie ihrem Wahrheitsanspruch nicht gerecht werden und verlassen sie.

Pjotr Kala
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Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
und die Menschen merken, daß sie ihrem Wahrheitsanspruch nicht gerecht werden und verlassen sie.

Es ist nicht der Mensch, der wahr und falsch, gut und böse definiert - sondern Gott.
gg, da "Gott" nur über den menschlichen Verstand definiert wird, ist es letztlich der Mensch, der ein "Gottesbild" schafft.

Pjotr Kala
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"Die Schlange sprach: an dem Tage, da ihr davon esst, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist." Gen 3,5